Maren Müller-Lerch: Kita-Ratgeber Sicherheit
Rezensiert von Christina Riefel, 27.02.2015
Maren Müller-Lerch: Kita-Ratgeber Sicherheit. Alles rund um Spielzeug, Ernährung und Pflanzen ; vor Unfällen schützen ; Eltern einbeziehen und informieren. Verlag an der Ruhr GmbH (Mülheim an der Ruhr) 2014. 80 Seiten. ISBN 978-3-8346-2554-0. D: 19,95 EUR, A: 20,60 EUR, CH: 30,70 sFr.
Thema
Das vorliegende Buch ist wie die Überschrift schon sagt, ein Ratgeber zum Thema Sicherheit im Kindergarten. Es werden viele Gefahrenquellen beschrieben und viele Tipps gegeben, wie Kinder vor diesen geschützt werden können. Darunter wird vor allem über das Thema Spielzeug, Ernährung und Pflanzen und auch die Zusammenarbeit mit Eltern informiert.
Autorin
Maren Müller-Lerch hat Geschichte und Grundschulpädagogik studiert. Sie arbeitet in Berlin als Lehrerin und ist an ihrer Schule Sicherheitsbeauftragte. Die Autorin ist Mutter zweier Kinder.
Aufbau
Das Buch besteht insgesamt aus achtzig Seiten. Es beginnt mit dem Punkt „Ein paar Worte vorab“; danach folgen sieben Kapitel und abschließend findet man auf den letzten Seiten den Punkt „Zusammenfassung und Ausblick“.
In den Worten vorab macht die Autorin auf die Sicherheit im Kindergarten aufmerksam und erklärt, womit sich die einzelnen Kapitel beschäftigen:
- Was bedeutet Sicherheit im Kindergarten?
- Welche Sicherheitsanforderungen muss ein Kindergarten erfüllen?
- Wie wird ein sicherer Kindergarten definiert?
- Wie können diese Aspekte berücksichtigt werden?
- Auf was muss geachtet werden?
Des Weiteren werden in der Einführung die Kapitel beschrieben, indem der Inhalt und Aufbau kurz erklärt werden. Es folgt ein Vorschlag über eine Projektmethode zur Reflexion und Erhöhung der Sicherheit in der Kita. Diese Methode lässt sich aus Karl Freys klassischer Projektmethode ableiten.
Der Anfang jeden Kapitels beginnt mit einer kurzen Einleitung zum Thema. Danach folgen ein Sach- und Informationsteil und anschließend die Ratschläge zu den jeweiligen Themen. Jedes Kapitel hat mehrere Einzelthemen und endet mit einer kurzen Zusammenfassung der wichtigsten Aspekte, die sich in einem gelb markierten Feld befinden. Des Weiteren gibt es auf vielen Seiten Tipps in blau markierten Feldern zu finden, die Vorschläge zu anderen Büchern und Autoren aufweisen. In orange markierten Feldern befinden sich „gut zu wissen“ oder „nicht vergessen“ Tipps, die über einzelne Punkte des Themas informieren.
Inhalt
Das erste Kapitel heißt „Abwendung von äußeren Gefahren“. Hier geht es darum, darauf zu achten, dass Kinder das Haus nicht alleine verlassen können sollten und dass das Haus vor fremden Gästen geschützt sein sollte. Es werden zunächst Hinweise zur sicheren Umgrenzung mit einem idealen Zaun gegeben. Danach werden Vorschläge für eine sichere Eingangstür genannt. Des Weiteren beschreibt die Autorin sichere Bring- und Abholmodalitäten und geht auf die Berücksichtigung der Brandschutzaspekte ein.
Das zweite Kapitel lautet „Schadstoffbelastung im Kindergarten“. Maren Müller-Lerch macht darauf aufmerksam, dass Kinder auch im Kindergarten Schadstoffen ausgesetzt sind und erklärt in diesem Kapitel, wie man damit umgeht. Beispielsweise befinden sich häufig viele Gifte in Spielzeugen. Es wird beschrieben, wie solche Produkte erkannt werden können, welche Belastungen durch sie entstehen, und es werden weitere Gefahrenquellen genannt, in denen sich Schadstoffe befinden können. Anschließend wird ein Projekt zur Schadstoffreduzierung vorgestellt, das Alternativen zu belastetem Spielzeug und Ideen zum Herstellen eigenen Spielzeuges gibt.
Das dritte Kapitel trägt den Titel „Sichere Ernährung“. Es werden Vor- und Nachteile der konventionellen Produktion und der ökologischen Produktion gegeneinander abgewogen. Beschrieben werden Risiken, durch Pestizidrückstände, Zusatzstoffe in Lebensmitteln, belastetes Fleisch, Gentechnik und Nitrit. Auch wird auf die Bedeutung von Bionahrung im Kindergarten, auf vegetarische Ernährung, Lebensmittelverpackungen, sicheres Trinken und auf den Konsum von Salz, Fisch und Zucker eingegangen. Abschließend werden Projekte angeboten, bei denen die Kinder aktiv eigene Einblicke und Einstellungen zur Nahrung gewinnen können.
Im vierten Kapitel geht es um die „Bewegte Sicherheitserziehung und Unfallprophylaxe“. Die Autorin macht deutlich, dass Kinder vor Unfällen geschützt werden müssen, indem Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden sollen. Dabei beschreibt sie besondere Bedingungen für Krippenkinder, denn bei der Sicherheitserziehung muss Rücksicht auf das Alter genommen werden. Es muss im Innen- und Außenbereich auf die Sicherheit der Kinder geachtet werden, weshalb die Bedeutung und die Aufgaben einer Sicherheitsbeauftragten im Kindergarten beschrieben werden. Als Hilfe ist eine Checkliste abgebildet, die dabei helfen soll, den Innen- und Außenbereich zu überprüfen und abzusichern. Ein weiter Punkt ist die Sicherheit der Kinderspielplätze. Die Autorin beschreibt, dass auf den Bewegungsdrang der Kinder geachtet werden soll und gibt Hinweise für das Festlegen von Spielplatzregeln. Abschließend werden vier Projektideen zum Thema vorgeschlagen.
Im fünften Kapitel, zum Thema „Garten und Außenbereich“, wird darauf hingewiesen, auf giftige Pflanzen im Kindergarten zu achten und Kinder über die Pflanzen aufzuklären. Die Aufgaben der Erzieher und Aufsichtspersonen zu diesem Thema werden beschrieben. Zusätzlich geben zwei Checklisten Informationen über Pflanzen, die giftig sind und beseitigt werden müssen, und Pflanzen, die nicht giftig sind und gepflanzt werden dürfen. Vorgeschlagen werden außerdem Gartenprojekte, bei denen die Kinder beispielsweise jäten und pflanzen können. Des Weiteren wird auch das Essen im Freien unter die Lupe genommen.
Das sechste Kapitel heißt „Schutz gegen Sonne und Hitze“ und beschreibt die Gefahren der Sonne für die Kinder und worauf Erzieher beim Thema Sonne achten sollen. Wie auch in den Kapiteln zuvor, werden Projektideen vorgeschlagen. Es werden Versuche beschrieben, die den Kindern die Bedeutung der Sonne, die Intensität der Sonne und die Bedeutung des Trinkens erklären. Außerdem werden die Möglichkeiten und Vorteile eines Sonnenrituals vorgestellt.
Abschließend wird im siebten und letzten Kapitel mit dem Titel „Die Zusammenarbeit der Erzieherinnen und Eltern“ über mögliche Schwierigkeiten in der Zusammenarbeit, den Gründen und Ratschläge für eine positive Zusammenarbeit informiert. Es werden Tipps zur Zusammenarbeit zum Thema Sicherheit, Aufbau von Vertrauen, Kommunikation und vielem mehr gegeben. Ebenfalls ist ein Beispiel für einen Elternfragebogen vorhanden.
Auf den danach folgenden Seiten ist der Punkt „Zusammenarbeit und Ausblick“ zu finden, wie auch eine Sicherheitscheckliste, zur Orientierungshilfe, wo Sicherheitsprojekte eingesetzt werden können.
Diskussion
Ich habe den Kita-Ratgeber zum Thema Sicherheit gerne gelesen. Von der Sprache und von dem Inhalt her ist er leicht verständlich und bei insgesamt achtzig Seiten schnell durchgelesen. Durch die Skizzen und Fotos, die auf fast jeder Seite zu finden sind, ist das Buch sehr anschaulich gestaltet. Die Autorin stellt sehr wichtige Aspekte zum Thema Sicherheit im Kindergarten vor, die außer von den Zielgruppen von Erziehern, pädagogischen Fachkräften, Leiterinnen und Tagespflegepersonen, mit Sicherheit auch von Eltern und anderen Aufsichtspersonen mit großem Interesse durchstöbert werden. Dem Leser werden neben den Informationen aus dem Buch auch Vorschläge zu weiteren Büchern und Autoren und Tipps zu einzelnen Themen gegeben. Sehr schön ist es, dass Fragebögen und Checklisten vorhanden sind, die in der Praxis eine gute Hilfe sein können. Mir persönlich haben die vielen Projektvorschläge und Ideen gefallen, die am Ende jeden Kapitels beschrieben werden, da diese ausführlich und sehr verständlich erklärt wurden und Anregungen für das Umsetzen in der Praxis bieten. Dadurch wird das Thema Sicherheit nicht nur als Problem behandelt, sondern als etwas Spannendes, zu dem sich interessante Projekte durchführen lassen.
Fazit
Das Buch macht bewusst, welchen Gefahren Kinder ausgesetzt sind, und bietet Erwachsenen wunderbare Lösungsmöglichkeiten an, um die Kinder vor diesen zu schützen.
Rezension von
Christina Riefel
Erzieherin im Anerkennungsjahr, Fachschule Sozialpädagogik (Berufskolleg Lübbecke)
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