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Judith Wallerstein, Sandra Blakeslee: Gute Ehen. Wie und warum die Liebe dauert

Cover Judith Wallerstein, Sandra Blakeslee: Gute Ehen. Wie und warum die Liebe dauert. Beltz Verlag (Weinheim, Basel) 2004. 333 Seiten. ISBN 978-3-407-22162-9. 12,90 EUR, CH: 23,50 sFr.

Übersetzt von Sonja Hauser. Reihe: Beltz Taschenband, Band 162.
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Zum Thema des Buches

Die Ratgeberliteratur im Bereich Liebesbeziehungen ist unerschöpflich. Fokus der meisten Bücher ist die Frage, wie man zerrüttete Partnerschaften wieder ins Lot bringen kann. Das vorliegende Buch dreht den Spieß genau um: Was lässt sich von jahrelang gut laufenden Ehen lernen? Lassen sich draus allgemeine Rückschlüsse ziehen? Wie funktionieren gute Beziehungen. Wallerstein hat dazu in einer Pilotstudie 50 Paare mit Tiefeninterviews befragt, die sich selbst als glücklich in ihrer Ehe sehen. Die Ergebnisse werden hier mit umfangreichen Interviewzitaten in übersichlicher Form dargestellt.

Über die Autoren

Judith S. Wallenstein gilt als Expertin in der Frage der Auswirkungen von Scheidungen. Ihr Buch "Scheidungsfolgen - Die Kinder tragen die Last" erschien 2002 auch in deutscher Sprache. Sie ist die Gründerin des Judith Wallenstein Center for Family in Transition. Julia Sandra Blakeslee ist eine renommierte wissnschaftliche Mitarbeiterin der New York Times.

Aufbau und Inhalte

Das Buch ist vom Aufbau her für ein breites Publikum gedacht, die Darstellung der Interviews und der Ergebnisse sind fast roman-haft ausgeführt. Es lässt sich sehr leicht und locker lesen. Kern sind ausgeführlich dargestellte Entwicklungsgeschichten exemplarisch ausgewählter Paare. Die Autorinnen kommen zu dem Schluss, dass es vier Typen glücklicher Ehen zu geben scheint:

  1. Die leidenschaftliche Ehe,
  2. die kameradschaftliche Ehe (die vor allem heutige Ehen präge),
  3. die traditionelle Ehe (mit entsprechender Rollenaufteilung)
  4. sowie die Ehe als Schutz und Zuflucht vor negativen biografischen Erfahrungen.

Die Autoren destilllieren neun Aufgaben für Paare aus ihren Interviews:

  1. Emotionales Lösen von der Herkunftfamilie
  2. Herstellen von sowohl Vertrautheit als auch Unabhängigkeit
  3. Elternrolle akzeptieren und dennoch Freiräume für die Paarbeziehung schaffen
  4. auch in Lebenskrisen Stärke der Bindung erhalten
  5. Freiräume für die Bewältigung von Konflikten schaffen
  6. Erhalt der sexuellen Beziehung
  7. durch gemeinsame Interessen Stillstand in der Beziehung vermeiden
  8. Trost, Schutz und Mut in der Beziehung finden
  9. einen idealisierenden wie einen realistischen Blick auf den Partner bewahren

Einschätzung des Buches

Die Geschichten der Ehepaare sind grundsätzlich sehr interessant und spannend zu lesen. Die vorgeschlagene Kategorisierung mit den Änderungen über die Jahrzehnte ist sehr interessant. Bemerkenswert sind auch die Beispiele guter Ehen von Paaren mit sehr schwierigen Biografien. Etwas enttäuscht mag man sein, wenn man feststellt, dass sich aus diesen Geschichten nicht unbedingt Handlungsanweisungen für die eigene Ehe ableiten lassen. Die Autorinnen betonen zwar immer wieder, dass es sich nicht um einen Eheratgeber handele, aber die Titel des Buches suggeriert dies doch sehr stark. Der Stil ist insgesamt sehr amerikanisch und für deutsche Lesegewohnheiten vielleicht etwas "rührselig".


Rezensent
Dipl.-Psych. Christian Hemschemeier
Psychologische Praxis Alstertal
Homepage www.mediation-in-hamburg.de


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Zitiervorschlag
Christian Hemschemeier. Rezension vom 30.11.2004 zu: Judith Wallerstein, Sandra Blakeslee: Gute Ehen. Wie und warum die Liebe dauert. Beltz Verlag (Weinheim, Basel) 2004. ISBN 978-3-407-22162-9. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/1765.php, Datum des Zugriffs 18.11.2019.


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