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Petra Bauer, Marc Weinhardt (Hrsg.): Perspektiven sozialpädagogischer Beratung

Rezensiert von Dr. Petra Gregusch, 21.08.2015

Cover Petra Bauer, Marc Weinhardt (Hrsg.): Perspektiven sozialpädagogischer Beratung ISBN 978-3-7799-1299-6

Petra Bauer, Marc Weinhardt (Hrsg.): Perspektiven sozialpädagogischer Beratung. Empirische Befunde und aktuelle Entwicklungen. Beltz Juventa (Weinheim und Basel) 2014. 280 Seiten. ISBN 978-3-7799-1299-6. D: 29,95 EUR, A: 30,80 EUR, CH: 40,10 sFr.

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Thema

„Perspektiven sozialpädagogischer Beratung“ stellt ein längst überfälliges Thema in der Sozialen Arbeit zur Diskussion, nämlich was sozialpädagogische Beratung heute in Theorie und Praxis eigentlich ist. Im Zuge der Entwicklung einer multi- und interdisziplinären Beratungswissenschaft steht sozialpädagogische Beratung aktuell sowohl für eine spezifisch disziplinäre Begründung der Beratung, als auch für eine Vielzahl theoretischer und methodischer Konzepte unterschiedlicher disziplinärer Provenienz, die für Beratung in den verschiedenen Handlungsfeldern Sozialer Arbeit handlungsleitend sind. Der vorliegende Sammelband versucht, eine Brücke zwischen den disziplinären Wurzeln sozialpädagogischer Beratung und ihrer Weiterentwicklung hin zu einem disziplinübergreifenden Konzept psychosozialer Beratung, wie beratungswissenschaftliche Bemühungen dies intendieren, zu schlagen. Beabsichtigt wird damit, einen Entwicklungsmoment sozialpädagogischer Beratung herauszustellen. In diesem Zusammenhang verfolgt der Band zum einen das Ziel, settingbezogene, theoretische und methodische Weiterentwicklungen sozialpädagogischer Beratung verstehbar zu machen, zum anderen aber, auch Weiterentwicklungen grundsätzlich auf deren Gemeinsamkeiten und Unterschiede mit der Idee originärer sozialpädagogischer Beratung zu befragen. Wie die Herausgeber formulieren, geht es somit um die „grundlegende Frage, wie sozialpädagogische Beratung aktuell gedacht und theoretisch und methodisch gefasst werden kann“ (S.11). Empirische Belege erhalten in dem Band einen wichtigen Stellenwert.

Herausgeber

Prof. Dr. Petra Bauer ist Professorin für Erziehungswissenschaft/Schwerpunkt Sozialpädagogik an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind Beratung, multiprofessionelle Kooperation und Vernetzung, Familie und Soziale Arbeit.

Dr. Marc Weinhardt war ebenso an der Eberhard Karls Universität tätig, bevor er im Jahr 2014 die Professur für Psychosoziale Beratung an der Evangelischen Hochschule in Darmstadt antrat. Arbeitsschwerpunkte bilden Beratung, Systemische Konzepte, Neue Medien sowie Kompetenzmessung.

Aufbau

Der Band enthält nebst der Einleitung 18 Beiträge.

Die ersten neun Aufsätze fokussieren die Ausdifferenzierung der Beratungspraxis Sozialer Arbeit mit ihren gegenwärtigen An- und Herausforderungen und stellen empirischer Befunde und aktuelle konzeptuelle Überlegungen zu klassischen und neueren Handlungsfeldern sozialpädagogischer Beratung vor. Der Themenkreis umfasst die

  • Beratung in der Arbeitsverwaltung (Ute Karls),
  • die Schuldnerberatung (Christoph Mattes),
  • die Familienberatung im Kontext von Alter und Pflegeberatung (Renate Zwicker-Pelzer),
  • die Onlineberatung (Hans-Joachim Gehrmann),
  • Beratung zwischen Tür und Angel (Maria Knab),
  • Familienorientierte Beratung in der stationären Jugendhilfe (Wolf Ritscher),
  • die (Weiter-) Bildungsberatung für Frauen (Marion Mayer),
  • die Beratung mit MigrantInnen (Yesim Kasap Cetingök) und
  • die systemische Hochkonfliktberatung bei Trennungsfamilien (Jörg Fichtner).

Die Aufsätze des zweiten Teils stellen aktuelle Überlegungen zur Professionalität und Kompetenz von BeraterInnen in den Mittelpunkt und dienen dazu, den disziplinären Standort sozialpädagogischer Beratung auf seinen Weiterentwicklungsbedarf zu befragen. Leser und Leserinnen erwartet hier ein breites Themenspektrum:

  • beginnend mit der Konturierung beratungsspezifischer Formen von Interdisziplinarität (Ruth Großmaß),
  • hin zur Vorstellung eines sozialpädagogischen Profils von Beratung (Sabine Schneider),
  • der Thematisierung der Rolle der Reflexion von Erfahrungen und Fehlern zur Entwicklung für den Erwerb von Beratungskompetenzen (Josef Strasser),
  • Vorschlägen zur Kompetenzmodellierung psychosozialer Beratung (Marc Weinhardt),
  • der Analyse von Schwierigkeiten im Beratungskompetenzerwerb (Petra Bauer),
  • der Verdeutlichung der Rolle von Vertrauens- und Beziehungsarbeit in psychosozialen Beratungsprozessen (Silke Gahleitner),
  • der Auseinandersetzung mit der empirisch gesicherten Basis wirksamer Beratung (Andreas Vossler),
  • der Untersuchung des Einflusses sozialer Netzwerke auf Zustandekommen, Verlauf und Wirkung von Beratungsprozessen (Kathy Weinhold, Annette Kupfer und Frank Nestmann)
  • und schliesslich der Reflexion lebensweltorientierte sozialpädagogischer Beratung im Lichte ihres Entstehungskontextes und ihrer gegenwärtigen Herausforderungen (Hans Thiersch).

Inhalt

Die Beiträge des ersten Teils des Bands machen verschiedene An- und Herausforderungen sozialpädagogischer Beratung ersichtlich, die ihre Wurzeln in unterschiedlichen Entwicklungen haben. Veränderte gesellschaftliche Entwicklungen verlangen von Beratungsberufen Anpassungsleistungen sowohl hinsichtlich der Ausformung ihres Beratungsangebots als auch der Gestaltung der Beratungspraxis. Deutlich wird dies beispielsweise im Beitrag von Zwickler- Pelzer (Beratung von Familien im Kontext von Alter und Pflegebedürftigkeit), in dem sie auf Beratungsanforderungen in Bezug auf die „neuere“ Klientel der älteren und alten Menschen eingeht. Hervorgehoben wird dabei u.a. die Dringlichkeit der Überwindung eines ausschliesslich personen- und psychosozial orientierten Beratungsangebots und die Notwendigkeit eines umfassenden Sorgekonzepts, das die Prozesse des Versorgens in Familien nachvollziehbar und auftretende Schwierigkeiten bearbeitbar werden lässt. Bedeutsam sind die Überlegungen von Zwickler-Pelzer insbesondere auch für die Reflexion der Leistungsmöglichkeiten von Beratung. So betont sie eine wachstumsfördernde und präventive Funktion von Beratung auch im Feld der Altersarbeit, verweist aber auch auf das Erfordernis der Übernahme kurativer Aufgaben bzw. einer flexiblen Aufgabengestaltung in diesem Feld.

Die Notwendigkeit veränderter Formen von Beratungsangeboten ergibt sich aber nicht nur aufgrund neuer gesellschaftlicher Entwicklungen, sondern offenbar auch aufgrund von Professionalisierungsschwächen der Sozialen Arbeit. Dies zeigt der Beitrag von Ritscher (Familienorientierte Beratung in der stationären Jugendhilfe), in dem er die bereits in den 1980/90er Jahren entstandenen Konzepte systemisch orientierter Heimerziehung darlegt, die trotz gesetzlicher Unterstützung nur marginal umgesetzt sind. Gestützt auf familiendynamischen Befunden, wonach die Beziehung zu den Eltern für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen auch in stationären Settings der Heimerziehung von zentraler Bedeutung ist, kommt dann der Familienberatung auch in diesem Kontext ein wichtiger Stellenwert zu, wozu der Autor konkrete Vorschläge macht.

Darauf, dass veränderte Beratungsangebote nicht zwingend wirkungsvollere Beratungsangebote sind, und wie wichtig daher weitere Professionalisierungsbemühungen sind, macht der Beitrag von Mattes (Schuldnerberatung als Soziale Arbeit. Eine Standortbestimmung) aufmerksam. Ersichtlich wird in diesem, wie sich ein anerkanntes Beratungsangebot Sozialer Arbeit aufgrund gesellschaftlicher Veränderungen hin zu einer Dienstleistungs- und Konsumgesellschaft etablieren konnte, Soziale Arbeit sich aber bis heute schwer tut, die Ausformung des Beratungsangebots und die Beratungspraxis nach professionseigenen Prinzipien zu gestalten. Wie Mattes konstatiert, hat sich Schuldnerberatung mit neuen rechtlichen Bestimmungen zunehmend verrechtlicht und führt vorwiegend ein quasi-juristisches Dasein. Gründe dafür sieht der Autor in einem zu wenig gefestigten und differenzierten Beratungsverständnis in der Schuldnerberatung, welches auch einen eigenständigen Begriff von Verschuldung und Überschuldung beinhaltete und so in der Lage wäre, dem originären Verständnis sozialpädagogischer Beratung wieder näher zu kommen. Die Sinnhaftigkeit und Notwendigkeit dazu besteht durchaus, worauf die angeführten Befunde zur Wirksamkeit der Schuldnerberatung verweisen.

Auch der Beitrag von Knab (Beratung zwischen Tür und Angel und die Frage der Gerechtigkeit. Ein Beitrag zur Professionalisierung offener Beratungssettings) hebt die Bedeutung eines professionellen Selbstverständnisses der Beratung in der Sozialen Arbeit hervor, um von hier aus die Ausformung professioneller Beratungsangebote und Beratungshandeln bestimmbar machen zu können. Nicht nur auf dem Hintergrund lebensweltorientierter, sondern auch gerechtigkeitsorientierter Sozialer Arbeit gehören offene Beratungssettings zum Kernbestand professioneller Beratungsarbeit, da sie zu einer gerechteren Infrastruktur beitragen, welche Gerechtigkeit im Hinblick auf einen Zugang zur professionellen Hilfe, Partizipationschancen, Anerkennung und Ausstattung zu realisieren verhilft.

Insgesamt kann nach festhalten, dass die Beiträge vielfach nicht nur veränderte Anforderungen sozialpädagogischer Beratung thematisieren, welche ein erweitertes Wissen und ein breites Spektrum der Gestaltung von Beratung nach sich ziehen. Vielmehr kommt gleichzeitig auch Bedarf zur Professionalisierung und Kompetenzentwicklung zum Ausdruck. Aus der Vielfalt der Überlegungen im zweiten Teil sei an dieser Stelle wieder auf einige Beiträge näher eingegangen.

Der Beitrag von Groß (Interdisziplinarität in der Beratung) nimmt in Blick, wie beratungsspezifische Formen der Interdisziplinarität gelingen können. Dabei wird Interdisziplinarität in der Beratung grundsätzlich verstanden als eine Form der Wissensorganisation, die sich aus einem feldspezifischem und einem unspezifischem Beratungswissen zusammensetzt, und die damit die Relevanz eigenständiger disziplinärer Wissens- und Kompetenzbereiche für Beratung als auch eines disziplinunabhängigen Wissens- und Kompetenzbereichs anerkennt. Am Beispiel der Hochschulberatung zeigt Großmaß Bedingungen der Entwicklung interdisziplinärer Beratungskonzepte auf, die zugleich der Professionalisierung eines Beratungsbereichs förderlich sind.

Sabine Schneider (Zur notwendigen Profilierung sozialpädagogischer Beratung) geht der Frage nach, ob in Anbetracht des sich verbreitenden Verständnisses von Beratung als disziplinübergreifendes Handlungskonzept, das es handlungsfeldbezogen zu schärfen gilt, ein sozialpädagogisches Profil der Beratung im Sinne der „Schärfung disziplinär begründeter Handlungsmuster“ (179) überhaupt wünschenswert und notwendig ist. Ihre qualitative Studie führt zum Ergebnis, dass dies durchaus der Fall ist und ein sozialpädagogisches Beratungsprofil zwingend eine Synthese zwischen Subjekt- und Strukturbezug leisten muss. Kontrastiert mit Theorien Sozialer Arbeit macht Schneider deutlich, dass eine Kluft zwischen Theorie und Praxis nicht ausgemacht werden kann. Als ernüchternd bewertet sie das Ergebnis, dass Theorien jedoch kaum in die Begründungsmuster der PraktikerInnen einfliessen, worin sie einige Grundprobleme der Professionalisierung der Beratung in der Sozialen Arbeit erkennt.

Hieran knüpft auch der Beitrag von Strasser (Reflexion von Erfahrung und Fehlern. Eine Voraussetzung für die berufliche Wissensentwicklung von Beraterinnen und Beratern) an, der die Rolle von Erfahrung und Fehlern für den beraterischen Kompetenzerwerb in den Blick nimmt. Als zentral hierfür – und in verschiedenen Studien des Autors nachgewiesen - erweist sich nicht Erfahrung schlechthin, sondern die „reflektierte Erfahrung“ (200), deren Basis das verfügbare deklarative Wissen bildet, dass sich wiederum im Verlauf der beruflichen Tätigkeit mit Praxiswissen verknüpft. Auch der bewusste Umgang mit Fehlern ist, wie Strasser in einer explorativen Studie darstellt, für die Entwicklung von Beratungskompetenz bedeutsam und wichtiger Part reflektierter Erfahrung. Damit sich daraus tatsächlich professionelle Weiterentwicklung ergibt, plädiert Strasser für beruflich institutionalisierte, systematische und unterstützende Reflexionsmöglichkeiten.

Mit der Entwicklung beraterischer Kompetenz unter kompetenzorientierter Forschungsperspektive befasst sich auch der Beitrag von Weinhardt (Kompetenzentwicklung in der psychosozialen Beratung am Beispiel von Studierenden der Erziehungswissenschaft). Vorgestellt wird eine Kompetenzstrukturmodell psychosozialer Beratung, dass verschiedene Aspekte professionellen Beratungshandelns modelliert, die für die Entwicklung von Beratungskompetenz eine Rolle spielen und dessen Gewinn sowohl im Beitrag zu einer Systematik der Beratungsforschung als auch zur Etablierung der Beratung als eigenständige Handlungsform gesehen wird. Anhand von zwei Studien - Kompetenzerwerb in der Systemischen Beratung und Beratungskompetenz im Längsschnitt – wird das Potenzial kompetenzorientierter Forschung anhand des Modells veranschaulicht, aus dem sich insbesondere auch wichtige Erkenntnisse für die Gestaltung und Entwicklung von Lern- und Bildungsprozessen an Hochschulen ableiten lassen.

Petra Bauer zeigt in ihrem Beitrag („Den Anfang gestalten…“ Beraterische Erstgespräche von BeratungsnovizInnen) auf, dass Erstgespräche von StudienanfängerInnen sich unter Zugrundelegung eines interaktions- und professionstheoretischen Bezugsrahmens gut eignen, um zum einen grundlegende Beratungskompetenzen sichtbar zu machen, zum anderen aber auch, um Schwierigkeiten im Erwerb von Beratungskompetenzen zu analysieren. Erste Analyseergebnisse videographierter Erstgespräche deuten darauf hin, dass BeratungsanfängerInnen vor allem Gefahr laufen, die Situationserfassung der Ratsuchenden vorschnell beenden und zu einer wenig fundierten Beurteilung der Situation gelangen. Bauer stellt zudem eine grosse Diskrepanz zwischen den kommunikativen und habitualisierten Orientierungen in der Gesprächsführung fest, die in divergierende Gesprächslogiken münden können. Als erste Folgerung für das Beratungslernen leitet sich aus den Befunden ab, dass dieses zwingend mit der Befähigung zur Gestaltung professioneller Fallbearbeitung einhergehen muss. Im Weiteren müssen habitualisierte Orientierungen reflektierten Erfahrung zugänglich gemacht werden.

Den Abschluss des Bandes bildet der Beitrag von Thiersch (Über Entwicklungen und aktuelle Bezüge des Konzepts einer lebensweltorientierten sozialpädagogischen Beratung), der die Besonderheit aufweist, dass er als Interview durch die Herausgeber geführt ist. Thiersch wird darin aufgefordert, die Entstehungsgeschichte, Begriff und Grundlagen sozialpädagogischer Beratung lebensweltorientierter Provenienz zu schildern und auch Stellung zu nehmen zur Rolle von Methoden in der Beratung, die in dem Ansatz eine eher untergeordnete Rolle gespielt haben. Thiersch stellt im Weiteren kritische Überlegungen zur Beratung in der modernen Gesellschaft an und verweist in diesem Zusammenhang auf die wichtige Bedeutung auch eines Nachhelfens.

Diskussion

Erstmals liegt ein Buch vor, aus dem hervorgeht, dass und wie sozialpädagogische Beratung in Bewegung ist. Dies unterscheidet es vom Gros der Publikationen zur Beratung in der Sozialen Arbeit, in denen es meist um die Darstellung von Beratungsansätzen geht. Gezeigt wird damit, dass Soziale Arbeit in Sachen Beratung ein gutes Stück vorangekommen ist. Nicht mehr beschäftigt sie nur, was Beratung sein sollte, sondern vor allem auch, wie sich Beratung in der Praxis tatsächlich vollzieht, mit welchen Problemstellungen BeraterInnen hier konfrontiert sind und wie Disziplin und Ausbildung BeraterInnen unterstützen können. Jeder einzelne Beitrag enthält wertvolle Anregungen zur Entwicklung von Professionalität und Kompetenz des Beratens. Besonders zu würdigen sind die Bemühungen um empirisch abgestützte Argumentationen.

Verbesserungswürdig erscheinen mir die Darstellung der Zielsetzung sowie die Struktur des Buches, die die Herausgeber in den einführenden Überlegungen skizzieren. Wohl löst der Band ein, über aktuelle Entwicklungen und Anforderungen konkreter Beratungspraxis zu informieren und Überlegungen zur Professionalität und Kompetenz darzulegen. Kaum aber erschliesst sich das damit in Beziehung stehende angekündigte Ziel, Weiterentwicklungen von Beratungen zwischen „Identität und Differenz“ (11) zu befragen. Mit anderen Worten: Die Thematisierung der Beziehung zwischen traditioneller und neuerer sozialpädagogischer Beratung fehlt bzw. ist Thema einzelner Beiträge. Grundsätzlich schiene mir eine Grobstrukturierung der Aufsätze geeignet, um die verschiedenen Anliegen des Bandes klarer ausweisen zu können. In der vorliegenden Fassung ist so manches Anliegen im Verhältnis zu den Beiträgen verschwommen (z.B. weshalb klassische Handlungsfelder betont werden, neuere aber hinzugenommen werden). Abhilfe böte entsprechend entweder eine verbesserte Strukturierung oder aber der Verzicht auf die Formulierung von Zielsetzungen, die über ein Aufzeigen der Bewegung in der sozialpädagogischen Beratung hinausgehen.

Fazit

Ich habe das Buch mit grossem Interesse gelesen und kann es jedem empfehlen, der sich mit der Professionalisierung der Beratung in der Sozialen Arbeit befasst. Der Anfang dieses Weges ist gemacht!

Rezension von
Dr. Petra Gregusch
Dozentin an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW), Departement Soziale Arbeit
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Es gibt 8 Rezensionen von Petra Gregusch.

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Zitiervorschlag
Petra Gregusch. Rezension vom 21.08.2015 zu: Petra Bauer, Marc Weinhardt (Hrsg.): Perspektiven sozialpädagogischer Beratung. Empirische Befunde und aktuelle Entwicklungen. Beltz Juventa (Weinheim und Basel) 2014. ISBN 978-3-7799-1299-6. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/17657.php, Datum des Zugriffs 17.07.2024.


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