Gisela Walter: Sprachspiele für die Kleinsten
Rezensiert von Angelica Heide, 05.03.2015
Gisela Walter: Sprachspiele für die Kleinsten. Differenzierte Sprachspiele von 0 bis 3. Cornelsen Verlag GmbH (Berlin) 2014. 111 Seiten. ISBN 978-3-589-24860-5. D: 15,50 EUR, A: 16,00 EUR, CH: 24,10 sFr.
Thema
In dem Buch geht es um die Sprachentwicklung der 0 bis 3 Jährigen. Dieses Buch gibt vielfältige Anregungen, wie man Kinder individuell dabei unterstützen kann, auf ihre individuelle Weise ihre Sprache weiterzuentwickeln. Die Autorin gestaltet ihr Buch so, dass sie zu jeder der von ihr postulierten Phasen der Sprachentwicklung Tipps gibt. Gisela Walter legt großen Wert auf die nonverbale Kommunikation durch Gestik und Mimik, aber auch auf die Wahrnehmung. Auch wird im Buch deutlich, dass es der Autorin wichtig ist, dass Kinder, die aus anderen Kulturen stammen, kommunizieren oder einfach mit ihrer Sprache experimentieren sollen.
Aufbau
Die Struktur ist einfach gehalten. Jedes Kapitel hat einen allgemeinen Teil. Farblich abgehobenen finden sich zusätzliche Fakten passend zum Thema sowie Tipps zur Förderung der beschriebenen Sprachen. Zusätzlich haben manche Unterkapitel Spielbeispiele oder kleine Musikstücke, die farbig dargestellt werden.
Bei den Spielen wird aufgelistet, welche Lernziele mit ihnen verfolgt werden, wie viel Zeit sie brauchen und welche Materialien benötigt werden. Der Text wird illustriert mit Bildern von Kindern, die mit passenden Überschriften versehen sind.
Inhalt
Im ersten Kapitel geht es um die Sprachentwicklung. Bis Kinder in vollständigen Sätzen sprechen, legen sie einen langen Weg zurück. Auf diesem Weg durchlaufen sie fünf Sprachen (Die Weinen-Sprache, Die Lall-Sprache, Die Silben-Sprache, Die Ein-Wort- Sprache, Die Sprache mit vollständigen Sätzen). Diese fünf Sprachen werden im einzelnen von der Autorin beschrieben.
Das zweite Kapitel handelt von der Aussprache. Dort wird beschreiben, dass es bei der Aussprache nicht nur um den schon vorhandenen Wortschatz geht, sondern auch darum, den richtigen Luftdruck, Stimmbandschwingungen, sowie Mund- und Zungenbewegung zu beherrschen.
Das dritte Kapitel handelt von der nonverbalen Kommunikation. Diese beginnt schon bei der Geburt. Kleine Kinder sollen daher schon früh in der nonverbalen Kommunikationen gefördert werden. Sie sollen sicher im Umgang mit dem Kommunikationsmodul werden. Wenn Erwachsene, aber auch Kinder sich unterhalten, reden wir, doch noch mehr beobachten wir, wir schauen uns ins Gesicht und beobachten die Mimik. Aber auch die Körpersprache deuten wir und reagieren darauf.
Themen des vierten Kapitels sind Sprache und Sinneswahrnehmungen. Wie kommen die Wörter in den Kopf? Für ein Kind heißt es Sprache lernen, Sprache erleben. Ein Kind nimmt die verschiedenen Strukturen des Lebens wahr, indem es seine Sinne selbst erfährt und passende Begriffe hört, ohne sie selbst erlebt zu haben. Später kann es auch ähnliche Begriffe vergleichen oder kombinieren.
Im letzten Kapitel geht es um Sprache und Phantasie. Bis zum zweiten Lebensjahr lernt das Kind viele Wörter und Redewendungen. Im dritten Lebensjahr entdeckt es sprachliche Besonderheiten wie zum Beispiel Gegensätze. In diesem Kapitel wird bewusst auf Sprache- und Sprechspiele gesetzt.
Ein Beispiel und eigene Erfahrungen
Eines meiner Praktika habe ich in einem U3-Bereich gemacht, dort werden viele einfache Lieder gesungen und Fingerspiele gespielt. Auch in diesem Buch gibt es ein Fingerspiel, dass gerne von Kinder gespielt wird.
Das
ist der Daumen,
der
schüttelt die Pflaumen,
der
hebt sie auf,
der
bringt sie nach Haus,
und
der kleine Schelm isst sie alle auf!
Hier werden nacheinander die Finger hoch gestreckt und mit dem Zeigefinger der anderen Hand angetippt. Zum Schluss den kleinen Finger packen und lustig hin und her bewegen.
Die Kinder haben Freude an kleinen Fingerspielen. Da sie so kurz und gut verständlich sind, fällt es ihnen leichter, sich diese zu merken. Sie hören gespannt zu und ahmen die Bewegungen nach.
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass meistens nur einige Wiederholungen nötig sind und die Kinde schon einige Worte mitsprechen können.
Diskussion
Ich finde das Buch sehr ansprechend, schon das Cover macht einen spannenden Eindruck. Mir gefällt es sehr, dass die Autorin, einzelne Kapitel nochmals in Unterkapitel aufgeteilt hat. Somit werden die Kapitel noch verständlicher. Genauso gelungen finde ich die Spielebeispiele oder Musikbeispiele, sie sind detailreich und leicht verständlich beschrieben. Die Beispiele können einfach mit wenig Material im Kindergarten oder auch zu Hause umgesetzt werden. Das Buch ist farblich gestaltet und mit Bildern versehen, das macht das Buch ansprechend. Da das Buch auch gut umsetzbar im Kindergarten ist, würde ich es für Erzieher/innen empfehlen, aber auch Eltern, die ihre Kinder von 0 bis 3 Jahren spielerisch beim Spracherwerb unterstützen möchten.
Fazit
Das Buch hat viele schöne Beispiele, die von jedem umgesetzt werden können, aber auch kurze allgemeine Informationen, die leicht verständlich sind.
Rezension von
Angelica Heide
Studierende der Fachschule Sozialpädagogik (Berufskolleg Lübbecke)
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