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Thomas Enders, Gerhardt Iser u.a.: Die Leistungs- und Qualitätsvereinbarung in der stationären Altenpflege

Rezensiert von Claudia Schwill, 08.02.2005

Cover Thomas Enders, Gerhardt Iser u.a.: Die Leistungs- und Qualitätsvereinbarung in der stationären Altenpflege ISBN 978-3-89993-125-9

Thomas Enders, Gerhardt Iser, Benno Rehn, Uwe Kowalzik: Die Leistungs- und Qualitätsvereinbarung in der stationären Altenpflege. Das Wesentliche erkennen und umsetzen. Schlütersche Fachmedien GmbH (Hannover) 2004. 180 Seiten. ISBN 978-3-89993-125-9. 249,00 EUR. CH: 386,00 sFr.

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Ein Leitfaden zur Erstellung der Leistungs- und Qualitätsvereinbarung

In der stationären Altenhilfe ist die Leistungs- und Qualitätsvereinbarung (LQV) seit Anfang 2004 Pflicht bei der Verhandlung neuer Pflegesätze. Die Verwirrung ist jedoch groß und auch die Rechtsprechung ist noch unklar. Das besprochene Buch bietet hierbei eine gute Hilfestellung, indem die Autoren zum einen genau erklären, worauf es bei der LQV ankommt und außerdem noch Beispiele dazu liefern, wie die LQV - mit verschiedenem Aufwand - erstellt werden kann. Eine beiliegende CD-ROM liefert ein Leistungserfassungsmanual für die Pflege (leider konnte die Rezensentin diese CD nicht ansehen, da bei der Installation der Rechner abstürzte). Dennoch reicht auch die Lektüre dieses knapp und sehr verständlich geschriebenen Buches aus, um die LQV entwirren zu können.

Die Autoren sind laut Klappentext erfahrene Qualitätsmanager, Berater, Informatiker und Fachreferent. Auch weiterführende Hinweise kann der Leser erhalten, da eine Kontaktadresse an verschiedenen Stellen des Buches angegeben wird.

Wert des Buches

Das besprochene Buch ist ein praktischer Ratgeber für alle, die nach der neuen Gesetzeslage Pflegesatzverhandlungen führen müssen. Zum einen wird die LQV erklärt und damit sehr viel verständlicher, zum anderen ist der große Nutzen des Buches die Hilfestellung für die Umsetzung der LQV. Auch strategische Verhandlungstipps werden gegeben, so dass eine runde Sache daraus wird.

Aufbau und Inhalte

Aufgeteilt ist das Buch in sieben Kapitel, die im Vorwort schon kurz umrissen werden. So ist es möglich, einzelne Kapitel auszuwählen, die persönlich von Nutzen sind. Grafiken und Tabellen machen den Inhalt noch verständlicher. Für einen kurzen Überblick hier die Beschreibung der einzelnen Kapitel:

  1. Die LQV und das Pflegequalitätssicherungsgesetz. Hier werden die rechtlichen Aspekte des PQsG und der LQV dargestellt. Beginnend bei der Verabschiedung des Gesetzes im Jahre 2001 bis zum Referentenentwurf im Jahr 2003 werden wesentliche Entwicklungen und Gesichtspunkte beleuchtet. Der Leser erhält einen guten Gesamtüberblick über die doch sehr komplexe Gesetzeslage.
  2. Struktur und Inhalte der LQV. Dieses sehr praxisnahe Kapitel erklärt, was hinter der LQV steckt. Es gibt Aufschluss über den Aufbau der LQV sowie darüber, welche Daten und Unterlagen für die Erstellung benötigt werden. Auch die verschiedenen Entwürfe der Bundesländer werden kurz vorgestellt.
  3. Zwei Muster-LQV«s im Vergleich. Nun geht es zur Sache: zwei Muster-LQV zeigen auf, wie die LQV in der eigenen Einrichtung aussehen könnte. Die erste Version ist kurz und knapp gehalten, die zweite Version dagegen ist wesentlich umfangreicher. Die Autoren weisen darauf hin, dass die kürzere Version ausreichend ist, die längere natürlich aussagekräftiger. Jedoch wird auch der Zeitaufwand zur Erstellung der LQV berücksichtigt.
  4. Die Datenerfassung in der LQV. Für die Erstellung der LQV werden viele verschiedene Daten benötigt. In diesem Kapitel geht es um Formen und Methoden im Vergleich, so dass der Leser auswählen kann, welche Methode die richtige für seine Einrichtung ist. Auch die beigelegte CD-ROM zur Leistungserfassung wird erläutert.
  5. Strategien verfolgen und Ziele erreichen mit der LQV. An dieser Stelle weisen die Autoren darauf hin, dass mit der LQV verschiedene Ziele verfolgt werden können. Zum einen geht es hierbei um die Qualitätsentwicklung, zum anderen um Personalmanagement. Beide Themen werden ausführlich betrachtet. Anschließend folgen die schon o.g. Tipps für die Verhandlung.
  6. Das Projekt der Entwicklung eines LQV-Entwurfs. In diesem Kapitel wird der Einsatz eines Projektmanagements dargestellt. Für alle, die bisher nicht nach dieser Methode arbeiten, ein hilfreiches Kapitel. Für alle anderen jedoch nicht unbedingt notwendig.
  7. Ausblick: Die LQV von morgen und übermorgen. Die Sozialpolitik und der Zusammenhang mit der LQV wird hier in fünf Thesen aufgezeigt. Ein letztes Kapitel, welches zur Diskussion anregt.

Es folgen ein Abkürzungs- und Literaturverzeichnis sowie ein Schlagwortregister und die Anleitung zum Umgang mit der CD-ROM.

Diskussion

Die Intention der Autoren, ein praktisches und hilfreiches Buch über die Bedeutung und Erstellung der LQV in der stationären Altenpflege zu schreiben, ist voll und ganz gelungen. Dazu liest sich das Buch sehr verständlich und ist ausreichend knapp formuliert, so dass der Zeitaufwand nicht hoch ist. Die Beispiele zur Erstellung der LQV motivieren den Leser, sofort zu beginnen.

Fazit

Ein Buch, welches die Verwirrung, die im Zusammenhang mit der LQV herrscht, auflöst und praktische Hilfestellung für die Erstellung gibt. Sehr empfehlenswert!

Rezension von
Claudia Schwill
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Es gibt 20 Rezensionen von Claudia Schwill.

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Zitiervorschlag
Claudia Schwill. Rezension vom 08.02.2005 zu: Thomas Enders, Gerhardt Iser, Benno Rehn, Uwe Kowalzik: Die Leistungs- und Qualitätsvereinbarung in der stationären Altenpflege. Das Wesentliche erkennen und umsetzen. Schlütersche Fachmedien GmbH (Hannover) 2004. ISBN 978-3-89993-125-9. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/1780.php, Datum des Zugriffs 08.12.2022.


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