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Bernd Streich: Subversive Stadtplanung

Cover Bernd Streich: Subversive Stadtplanung. Springer VS (Wiesbaden) 2014. 233 Seiten. ISBN 978-3-658-05479-3. D: 34,99 EUR, A: 35,97 EUR, CH: 44,00 sFr.
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Thema

„Die Stadt besteht nicht nur aus Häusern und Straßen, sondern auch aus Menschen mit ihren Hoffnungen“ hat bereits Mitte des 4. Jahrhunderts der Kirchenlehrer Augustinus festgestellt. Mit dem Bedeutungswandel, mit dem wir heute die Stadt als Lebensraum und Daseinsform versehen, verändert sich auch die Urbanität als städtische Lebensweise, verändert sich auch die Gestalt des Sozialen in der Stadt.

Denn man lebt nicht nur in der Stadt, sondern auch durch sie. Und sie ist nicht mehr nur der Motor zivilisatorischen Fortschritts und der Hort kulturellen Erbes; sie ist auch zu einem „Problemfall“ geworden.

Hat die Stadtplanung diese Prozesse nachvollzogen oder ist sie bereits auf dem Weg dieses Nachvollzugs? Was ist die Stadt für die Stadtplanung heute? Vielleicht doch nicht nur Straßen und Häuser alleine? Und merkt die Stadtplanung aufgrund des Perspektivenwechsels in der Stadtentwicklung nicht auch, dass sie sich in ihren Methoden und theoretischen Ansätzen verändern muss?

Autor

Dr.-Ing. Bernd Streich ist Professor an der Technischen Universität Kaiserslautern.

Aufbau

Nach einer Einleitung folgen zehn Kapitel, die im Einzelnen kurz vorgestellt werden.

Das Buch endet mit sehr ausführlichen Anmerkungen; es gibt keine Literaturliste.

Zur Einleitung

Der Begriff der subversiven Stadtplanung verlangt nach einer Klärung, nachdem der Autor erst mal sagt, was sie nicht ist. Es geht ja nicht nur um die Veränderungen des Selbstverständnisses, was eine Stadt ist und wie sie heute von allen gesehen wird. Es geht ja auch um die Veränderungen, die mit der veränderten Produktion von Wissen und seiner Verbreitung und Verarbeitung verbunden ist. Stadtplanung in der Wissensgesellschaft ist dann vielleicht das Thema. Der Autor macht drei Faktoren aus, die zusammen genommen einen radikalen Umbruch in der Stadtplanung bewirken:

  • tiefgreifende Veränderungen des sozialen Rollenverständnisses der Akteure stadtplanerischen Handelns,
  • der Wandel von der klassischen Industriegesellschaft zu einer post-industriellen Wissensgesellschaft und
  • eine von den modernen Informationstechnologien getragene neue Art sozialer Vernetzung, die neue Formen der Kommunikation und neue Formen der Wissensgenerierung hervorbringen.

In einer ersten Annäherung an den Begriff versteht der Autor unter subversiver Stadtplanung jene sozialen Aktivitäten… „die sich mit den Stilmitteln von Aufmerksamkeitsgewinnung, kritischer Kommunikation und Ironie alternativ zum Mainstream des etablierten urbanen Handelns entfalten und eine Veränderung von bestehenden Denkstrukturen, Bezugssystemen und Nomen zum Ziel haben“ (14).

Im weiteren Verlauf der Einleitung wird kurz auf die folgenden Kapitel eingegangen.

Zu: Subversives Denken

Grundlage subversiven Handelns ist subversives Denken. Subversive Stadtplanung setzt voraus, sozialen Aktivitäten Raum zu geben, die sich als alternativ zu den alt hergebrachten Methoden der Stadtplanung herausstellen.

Der Autor geht auf die Entstehung und die Geschichte subversiven Denkens seit der Antike ein, nennt Bespiele aus der Literatur, auch aus der Stadtforschung und arbeitet Ambivalenzen des Begriffs heraus, die mit Innovationen und ihrer Wirkungen zu tun haben, die durch alternatives Handeln erzeugt werden.

Weiter diskutiert der Autor den Begriff der Subversivität im Zusammenhang von Witz, Humor, Ironie und Satire.

Zu: Urbane Impulse und subversiver Impetus

In diese Kapitel werden zunächst eher stadtplanerische Reaktionen auf subversives – potentiell verdächtiges abweichendes – Handeln anderer Akteure vorgestellt: Haussmann in Paris, das Gängeviertel in Hamburg noch vor dem ersten Weltkrieg u. a. Auch hier wird dann weiter in die Geschichte zurückgegriffen, um zu verdeutlichen, dass Reaktionen auf Subversivität in Raum und Handeln nicht neu sind. Und die moderne Form des Graffiti wird genannt. Es sind Provokationen oder aber Versuche, den Raum zu gestalten, der ungestaltet und vernachlässigt dahin dämmert. Hier werden Kunstaktionen referiert und Formen subkultureller Raumaneignung; aber die Stadtplanung kümmert sich wenig darum, dass die Nutzungskonzepte oft nicht den Nutzungsbedürfnissen der Akteure entsprechen.

Inzwischen entwickeln sich Ansätze, sich den Akteuren zu nähern, die ein Recht auf Stadt reklamieren und z. B. mit Konzepten von Urban Gardening sich Brachflächen aneignen, um z. B. den Anzeichen der schrumpfenden Stadt entgegenzuwirken. Das wird vom Autor ausführlich erörtert. So finden Aktivitäten sozialer Raumaneignung statt, ebenso wie auf einer lokalen Ebene die Akteure geltend machen, dass es um Aushandlungsprozesse im Sinne von Governance gehen muss, wie auch, dass sich alternative Kommunikationsmuster durchsetzen, die den etablierten institutionellen und administrativen Kommunikationsformen nicht entsprechen und mit denen die Stadtplanung letztlich nicht umgehen kann.

Zu: Der subversive Modus der Wissensgesellschaft

B. Streich geht zunächst auf den Begriff der Wissensgesellschaft ein, nachdem er kurz die Epochen der Gesellschaftsentwicklung benannt hat. In der Wissensgesellschaft unterscheiden sich gesellschaftliche Gruppen durch die Art des Wissens, die Art der Wissensproduktion und -anwendung. Wissen und Macht, Wissen und Einfluss und Wissen und gesellschaftlicher Status scheinen untrennbar zu sein. Und Wissen und die Vernetzung mit anderen Akteuren ist eine konstitutive Bedingung sozialer Integration moderner Gesellschaften.

Soziale Teilhabe ist an Wissen geknüpft - wie auch immer B. Streich den Begriff der Teilhabe versteht. Auf alle Fälle ist diese Teilhabe ungleich oder produziert Ungleichheit und wenn die Stadtplanung feststellt, dass sich urbanes Handeln jenseits paternalistischer, von Experten geprägter Form abspielt, dann stellt sie auch fest, dass ganz gesellschaftliche Gruppen an der Wissens(ver)teilung überhaupt nicht partizipieren. Wie aber soll „Waffengleichheit“ hergestellt werden zwischen Experten unterschiedlichster Art – Experten der Planung und Experten der Alltagsbewältigung? Damit setzt sich der Autor ausführlich auseinander.

Zu: Smarte Techniken und soziale Aktivitäten

Spätestens seit den Ereignissen in Ägypten und in anderen arabischen Ländern wissen wir, dass die neueren Technologien viel dazu beigetragen haben, auf subversive Weise im Inneren Akteure zu organisieren und nach außen hin über Aktivitäten zu informieren. Wie hat die smarte Technik das urbane Handeln verändert? ist die spannende Frage. Und wie verändern sich die materiell-technische, die institutionelle und die soziale Infrastruktur durch durchtiefgreifende Veränderungen der Computertechnik in der Stadtplanung? Diesen Fragen wird nachgegangen und mit Beispielen unterlegt der Autor die Computerisierung der Planung.

Zu: Das Bottom-up-Prinzip

Das Bottom-up-Prinzip kennt die Stadtplanung schon längst. Im Zuge von Beteiligungsverfahren oder durch direkten Widerstand gegen Planungsabsichten ist die Beteiligung von Akteuren jedweder Art inzwischen ein geeignetes Instrument der Partizipation und des Aushandelns von Interessen. Es geht von unten nach oben, von den Akteuren vor Ort zu denen, die sich den zu beplanenden Raum völlig anders aneignen.

Der Autor setzt sich zuerst mit dem Begriff „bottom-up“ auseinander und verbindet dann den Begriff mit dem der Subversivität. Es geht um basisdemokratische Formen des Aushandelns unterschiedlicher Interessen. B. Streich diskutiert dann das Begriffspaar bottom-up und top-down vor dem Hintergrund des Begriffspaars Induktion und Deduktion als zwei komplementäre Methoden. Dabei geht der Autor auf die Wissenschaftstheorie ein und erläutert an Hand der Literatur, wie Bottom-up-Prozesse sich entfalten können. Neben dem Merkmal des „von unten nach oben“ geht um weitere Merkmale des Bottom-up-Prinzips: fehlende Hierarchisierung, Ablehnung von Dominanz, Dezentralität, Selbstorganisation, Offenheit und Emanzipation. Diese Merkmale werden ausführlich dargestellt.

Zu: Crowdsourcing

Eine nicht fest umrissene Anzahl von Personen (eine crowd) ist Ausgangsbasis für bestimmte Aktivitäten, die über das Internet koordiniert werden (104). Dies ist die Ausgangsbasis für die Anforderungen, die der Autor an die Stadtplanung heranträgt. Sie muss ihr Methodenrepertoire deutlich verändern, will sie dem Trend sozialer Vernetzung gerecht werden, der über das Internet möglich ist. Darüber entstehen dann nicht fest umrissene Kommunikationsgemeinschaften, die zum Generator von Wissen werden, dessen sich dann der Spezialexperte bedienen kann, der schließlich nicht ganz ersetzt werden kann. Prominentes Beispiel ist Wikipedia. Crowdsourcing ist danach geprägt von bewusst, offen und aktiv handelnden „Mitgliedern“, die in Interaktionen ein Problem bearbeiten oder ein Thema diskutieren. Dies entfaltet der Autor und unterlegt es mit einer Reihe von Beispielen.

Anschließend fragt der Autor, welche Crowdsourcing-Aktivitäten im urbanen Bereich von Bedeutung sind. Es sind einmal Protestaktivitäten, dann das Aufzeigen planerischer Handlungserfordernissen und die Erkenntnisgewinnung. Alle diese Aktivitäten sind wechselseitig miteinander verbunden. Den Protestaktivitäten gilt das besondere Interesse. Und diese Aktivitäten verändern auch die wissenschaftliche Betrachtung dessen, was eine Stadt ausmacht. Die institutionelle Betrachtung der Stadt als Anhäufung von Menschen, die dicht und dauerhaft beieinander leben, weicht dann auch der Stadt als politisches und soziales Gemeinwesen, mit einer je spezifischen sozialen, kulturellen und ökonomischen Dynamik und mit einer je eigenen Logik von Integration und Ausgrenzung. Der Autor gibt dabei auch Anregungen für eine Neujustierung der Stadtplanung.

Zu: Institutionen in Zeiten erodierender Informationshoheit

Institutionen geraten unter Legitimationsdruck, sie sind in einer Glaubenskrise, man traut ihnen die Bearbeitung und Lösung von Problemen nicht mehr unbedingt zu. Für die Konstruktion von Gesellschaft sind sie aber unabdingbar.

Der Autor setzt sich zunächst mit dem Begriff der Institution auseinander, um dann zu fragen, warum Institutionen in die Krise geraten und was dabei problematisch ist. Sie sind nicht immer in der Lage, sich den gestellten und sich verändernden gesellschaftlichen Anforderungen zu stellen. Sie stehen sozialen Bewegungen gegenüber, die zum Teil auch besseres Wissen generieren und der Zugang zu den Institutionen wird immer problematischer. Institutionen verharren im Prozess der passiven Institutionalisierung: sie warten darauf, dass Probleme an sie herangetragen werden, die sie bearbeiten sollten, statt sich aktiv den Problemen zu stellen. Und in der Stadt ist vieles an sozialer Kontrolle durch Interaktionen institutionalisiert worden.

Der Autor beschäftigt sich dann mit der Geschichte der Institutionen der Stadtplanung ausführlich und fragt dann, welche Herausforderungen der Stadtplanung angesichts der digitalen Wende bevorstehen.

Zu: Partizipation und informationelle Waffengleichheit

Partizipation in Planungsprozessen wird nicht mehr bezweifelt. Gesetzlich institutionalisiert und aus dem Grundprinzip demokratischer Teilhabe abgeleitet ist Beteiligung auch für die Stadtplanung eine Selbstverständlichkeit. Dies stellt der Autor zunächst auch fest, um dann um die Frage der „Waffengleichheit“ in den Informationen und dem notwendigen Wissen zu stellen. Aber Planungsprozesse beruhen auf rationalen Grundsätzen, die durch Irrationales und Nicht-Rationales ausgehebelt werden können. Das kann sein, wenn es zur Beteiligung von Akteuren kommt, die Bedürfnisse und Interessen haben und erwarten, dass die in Planung umgesetzt werden. Insofern ist Beteiligung dann auch Sand im Getriebe. Oder es werden Formen der Beteiligung angeboten, die in das Denk- und Handlungsschema der Planer passen. All diese Punkte werden von B. Streich angesprochen und diskutiert und er verweist auf Thesen der Weiterentwicklung lokaler Demokratie des Deutschen Städtetages, in denen die Zurverfügungstellung umfassender Informationen für alle gefordert wird. Aber was heißt „umfassende Informationen“ und: „die Öffentlichkeit ist möglichst frühzeitig in den Prozess mit einzubeziehen“ und stellt dies dann schon die „Waffengleichheit“ her? Auch diese Fragen werden erörtert.

Zu: Expertenwissen und soziale Netzwerke

Wer sind eigentlich die Experten? Diese Frage verändert auch das Selbstverständnis von Stadtplanerinnen und -planern. Bewohnerinnen und Bewohner sind durchaus expert für ihre jeweiligen Lebensverhältnisse, für die sozialräumlichen Bedingungen ihres Lebens. Diesen Überlegungen geht der Autor nach und meint, Expertenkompetenz sei nicht sakrosankt. Gerade im Zuge zunehmender Governance auf lokaler Ebene treten Akteure auf, die durchaus über Expertenwissen verfügen, das dem Wissen der Stadtplanung standhält. Ein neuer Kommunikationsstil und Aushandeln als Methode der Entscheidungsfindung prägt inzwischen viele politische Prozesse und auch fachliche Diskurse. Der Autor diskutiert dies vor dem Hintergrund der Gesetzeslage, bzw. an Hand von Beispielen und Studien.

Zu: Thesen zur Zukunft der Stadtplanung

Der Umbruch im Selbstverständnis der Stadtplanung im Zeitalter digitaler Vernetzung ist unübersehbar und zwingend. Eine „alte“ Stadtplanung aus dem 19. Jahrhundert muss sich verändern, will sie Antworten auf Fragen eines digitalen Zeitalters beantworten. Der Autor fasst seine Überlegungen in zehn Thesen zusammen.

  1. Soziale Netzwerktechnologien treffen auf soziale Kommunikationsbedürfnisse – eine Kombination, aus der die Netzwerkgesellschaft entsteht.
  2. Von jedermann bedienbare smarte Technogien werden das Methodenrepertoire für die Stadtplanung stark erweitern und zu einer Art individualisierten und in sozialen Gruppen sich abspielenden Do-it-yourself-Stadtplanung führen.
  3. Das Bottom-up-Prinzip wird das Top-down-Prinzip in der Stadtplanung langsam ablösen und zu einem neuen Verständnis eines „horizontalen Planungshandeln“ führen.
  4. Die paternalistisch geprägte Stadtplanung wird der Vergangenheit angehören. Unverzichtbare Fachleute und Experten werden ein neues Rollenverständnis entwickeln müssen.
  5. Die problembezogene Stadtplanung wird durch eine Art „tag-cloud driven planning“ im Internet ergänzt und vielleicht sogar abgelöst.
  6. Feste Organisationsstrukturen und Institutionen der Stadtplanung werden zunehmend durch „liquid institutions“ unterlaufen und ersetzt.
  7. Partizipation alten Stils wird allmählich transformiert in einen Blogging-Kontext, der sich als netzwerkartige Gruppenaktivität von sozialen Milieus im Internet darbietet.
  8. Langfristig-projektive und proaktive Planung wird zunehmend abgelöst durch Echtzeitplanung oder „instant planning“.
  9. Deduktives Planen findet eine methodische Ergänzung durch induktives Planen.
  10. Um Datenbesitz- und Urheberrechte wird in der räumlichen Planung noch lange gestritten, wenn nicht von vornherein den Prinzipien von Datenallmende (die Allmende gehört keinem alleine und doch allen) und informationeller Waffengleichheit Geltung verschafft wird.

Diskussion

Zwei Argumentationsstränge durchzieht dieses Buch.

  1. Einmal geht es um die Frage, wie sich in Planungsprozessen im Zuge der Digitalisierung und Vernetzung durch das Internet Kommunikationsprozesse verändern und Informationsverarbeitungs- und Entscheidungsprozesse neu justiert werden müssen.
  2. Zum anderen geht es um eine veränderte Perzeption der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen des Lebens, der sozialen Probleme und Entwicklungen durch die Bevölkerung und wie sie als Akteure mitgestalten kann, wenn man schon von ihnen beeinflusst wird. Was für die bürgerlichen Mittelschichten durchaus selbstverständlich ist, sich nämlich als Teil einer res publica verstehen zu können und deshalb sie verantwortlich mitgestalten zu wollen – das ist und bleibt für viele gesellschaftlichen Gruppen eine Illusion. Es bleibt eine Illusion in dem Maße, wie ihnen der Zugang zu Informationen, zu Ressourcen der Informationsverarbeitung und zu öffentlichen Diskursen und Entscheidungen nicht möglich ist und der Zugang zu diesen Beteiligungsbedingungen ungleich verteilt ist. Der Sozialstrukturanalytiker ist skeptisch, ob dabei Waffengleichheit hergestellt werden kann und wirklich gewollt wird.

Gleichwohl bietet das Buch einen Ansatz einer Planung, die von B. Streich subversiv genannt wird, wobei Subversivität hier konnotiert wird mit ungewohnten, unkonventionellen, z. T. auch nicht konsensfähigen und legitimierten Methoden der Planung. Und unter den Experten der Planung werden sicher auch diese Methoden eine zunehmende Bedeutung gewinnen. Die traditionelle Stadtplanung wird lernen müssen. Dieser Prozess dauert aber, wie viele andere gesellschaftliche Veränderungsprozesse länger als sie sich der ungeduldige Planer vorstellt. Wir werden also auch über einen längeren Zeitraum mit einer Überlagerung von traditionellen Elementen der Planung und des Planungsvollzugs mit neueren Methoden leben müssen. Dabei wäre interessant, wie dieser Übergang gestaltet werden kann. Das ist nicht nur wichtig für die Planerinnen und Planer es wird zunehmend wichtig für die gesellschaftlichen Gruppen, die bereits heute auch in traditioneller Hinsicht von Informationen ausgeschlossen sind und keinen Zugang zu Beteiligungsformen und zu Institutionen der Planung haben.

Fazit

Man darf gespannt sein, wie die Zunft der Stadtplanung diesen Ansatz diskutiert; Anregungen zur Diskussion gibt es allemal zuhauf.


Rezension von
Prof. Dr. Detlef Baum
Professor em. Arbeits- u. Praxisschwerpunkte: Gemeinwesenarbeit, stadtteilorientierte Sozialarbeit, Soziale Stadt, Armut in der Stadt Forschungsgebiete: Stadtsoziologie, Stadt- und Gemeindeforschung, soziale Probleme und soziale Ungleichheit in der Stadt
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Zitiervorschlag
Detlef Baum. Rezension vom 16.01.2015 zu: Bernd Streich: Subversive Stadtplanung. Springer VS (Wiesbaden) 2014. ISBN 978-3-658-05479-3. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/17929.php, Datum des Zugriffs 12.07.2020.


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ISSN 2190-9245

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