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Julia Becker: Das Einmaleins der Promotion

Cover Julia Becker: Das Einmaleins der Promotion. Die Promotionsfibel 2015. academics GmbH (Hamburg) 2014. 112 Seiten. ISBN 978-3-9817015-0-0. 14,95 EUR.
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Thema

Die „Promotionsfibel 2015“ versteht sich als Promotionsratgeber und konzentriert sich dabei besonders auf den Einstieg in die „Welt des Promovierens“.

Autorin und Herausgeberin

Das vorliegende Werk wurde von der Politikwissenschaftlerin und ausgebildeten Redakteurin Julia Becker verfasst und unter der redaktionellen Leitung von Linda Dekkers von academics GmbH (Hamburg) herausgegeben.

Entstehungshintergrund

Das Karriereportal für Wissenschaft und Forschung academics.de bietet auf der gleichnamigen Internetseite einen „Ratgeber Promotion“ an, welcher zu diversen Themen des Promovierens informiert. Die bedeutsamsten dieser online abrufbaren Informationen wurden nun in einer Printversion unter der Autorenschaft von Julia Becker zusammengefasst.

Aufbau und Inhalt

Die kurzen und grafisch aufwendig aufbereiteten Artikel sind in folgende Kapitel unterteilt:

  • Das Einmaleins der Promotion – Grundsätzliche Fragen
  • Geht Promovieren über Studieren? – Entscheidungen für oder gegen eine Promotion
  • Ohne Geldsorgen zum Doktortitel – Wie finanziere ich meine Promotion?
  • Persönliche Überlegungen – Zufrieden und abgesichert zur Promotion
  • Das Werk zum Schluss – Die Dissertation
  • Doktortitel auf der Visitenkarte – Karriere nach der Promotion

Im ersten Kapitel „Das Einmaleins der Promotion – Grundsätzliche Fragen“ (S. 7-16) erklärt die Autorin zunächst, was unter einer Promotion zu verstehen ist, wer wo promovieren darf und wie lange eine solche wissenschaftliche Arbeit dauert. Außerdem geht Julia Becker der Frage nach, ob ein deutscher Doktortitel auch international anerkannt wird. An passender Stelle – und auch im weiteren Verlauf des Buches – werden Statistiken herangezogen, welche die Aussagen untermauern sollen.

Das darauffolgende Kapitel „Geht Promovieren über Studieren? – Entscheidung für oder gegen eine Promotion“ (S. 17-26) soll Antwort auf die Frage liefern, ob bzw. in welchem Fach eine Promotion sinnvoll ist. Die Autorin gliedert dafür die Wissenschaftswelt in die Disziplinen Naturwissenschaften, Mathematik, Ingenieurwissenschaften, Sozialwissenschaften, Wirtschaftswissenschaften und im weiteren Verlauf auch in Rechtswissenschaften, Medizin und Kulturwissenschaften. Es werden daher die Einstiegsgehälter vor und nach einer Promotion präsentiert, die Gefahr der „Überqualifizierung“ erläutert und die Promotion als Alternative zur Arbeitslosigkeit diskutiert.

Innerhalb des dritten Kapitels „Die Qual der Wahl – Viele Wege führen zur Promotion“ (S. 27- 46) versucht die Autorin aufzuzeigen, welche Vorbereitungsmöglichkeiten der/die Promotionsinteressierte kennen sollte. Dabei stellt Becker die individuelle Promotion als traditionelle Promotion den strukturierten Promotionsprogrammen gegenüber: So erhält der/die LeserIn Erläuterungen zu universitären Promotionsstudiengängen, Graduiertenkollegs der DFG und Graduiertenschulen. Das Kapitel, welches als eines der wesentlichen Teile des Handbuches verstanden werden kann, schließt mit einer kurzen Vorstellung des dafür notwendigen und zentralen Dokuments: Das Exposé.

Mit dem einem Werbeslogan ähnelnden Titel des vierten Kapitels „Ohne Geldsorgen zum Doktortitel – Wie finanziere ich meine Promotion?“ (S. 47-58) möchte die Autorin Julia Becker im Folgenden die Möglichkeit der Finanzierung der Doktorarbeit über ein Promotionsstipendium, eine Promotionsstellen an einer Universität und der Industrie-Promotion aufzeigen. Das Ende des Kapitels bilden Ratschlägen für eine berufsbegleitende Promotion.

Von großer Bedeutung ist auch das fünfte Kapitel „Persönliche Überlegungen – Zufrieden und abgesichert zur Promotion“. (S. 59-76). Julia Becker erklärt zunächst, wann bspw. ein Wechsel der Hochschule notwendig wird – sprich wo man promovieren sollte – und wie angehende Promovierende einen passenden Doktorvater/eine passende Doktormutter finden, bevor die Autorin im Anschluss auf bürokratische Fragen eingeht. Zu Letzterem zählen Informationen zur Krankenversicherung, allgemeinen Vergünstigungen, der steuerlichen Absetzbarkeit von Promotionskosten, BAföG, Wohngeld und Arbeitslosengeld. Auch an die Promotion mit Kind oder einer Behinderung wird gedacht.

Im sechsten Kapitel „Das Werk zum Schluss – Die Dissertation“ (S. 77-92) erhält der/die Lesende grundsätzliche Auskünfte rund um die Dissertation. So werden Hinweise zu Arbeitsabläufen vor sowie nach der Fertigstellung der Promotionsschrift dargeboten. Nachdem die Anforderungen an eine Promotion und der Unterschied zwischen einer Monographie und einer kumulativen Dissertation erläutert werden, präsentiert Becker Tipps für die Themenfindung der Doktorarbeit. Die Autorin rundet das Kapitel mit Veröffentlichungsmöglichkeiten und der Antwort auf die Frage ab, ob zusätzliche Prüfungen absolviert werden müssen.

Das siebte und letzte Kapitel „Doktorarbeit auf der Visitenkarte – Karriere nach der Promotion“ (S. 93-103) soll aufzeigen, welche Wege ein promovierter Akademiker/eine promovierte Akademikerin einschlagen kann. Dabei wird die große Frage „Wissenschaft oder Wirtschaft?“ gestellt und in entsprechenden Unterkapiteln weiter ausgeführt.

Unter „8. Adressen“ (S. 104-107) sind Adressen zu Stipendien, Berufsverbänden und weiteren zentralen bzw. der Wissenschaft affinen Institutionen gelistet.

Diskussion

Neben dem Titel „Das Einmaleins der Promotion“ passt auch der Untertitel „Die Promotionsfibel 2015“ gut zu dem Werk, da es möglichst einfach, kurz und mit diversen Illustrationen – wie es auch meist in einer Fibel der Fall ist – das „Mysterium“ Promotion beschreibt.

Die Zielgruppe scheinen vordergründig Studierende zu sein, die sich schon vor der Studienabschlussarbeit über die Möglichkeit der anschließenden Promotion informieren wollen.

In Anbetracht der Gesamtwerkslänge von 110 Seiten (A5) werden die Ausführungen dieser komplexen Themenbereiche nur auf jeweils ein bis maximal drei Seiten dargestellt. Es ist also lediglich eine „broschürenartige“ Zusammenfassung von Informationen zu dem jeweiligen Themengebiet zu erwarten.

Dabei sticht besonders die übersichtliche Layout-Gestaltung hervor. Es werden zudem zu jedem Zweig Statistiken präsentiert und in vielen Kapiteln finden sich auch QR-Codes, die infolge eines Smartphone-Scans auf weiterführende Informationen der Seite academics.de verweisen. Glücklicherweise ist auch meist der Direktlink angegeben, da das Scannen der Codes nicht immer problemlos funktioniert.

Eine Differenzierung der Wissenschaftsdisziplinen erfolgt lediglich grob in gängige Hauptgruppen.
Der Spezialfall „Promovieren mit Fachhochschulabschluss“ wird so gut wie nicht behandelt, so dass die in der aktuellen Diskussion stehenden kooperativen Verfahren fast ausgeblendet werden.
Auch wenn an diversen Stellen auf die Promotionsordnung der jeweiligen Fakultät verwiesen wird, fehlt eine ausführliche Darstellung dieses zentralen Dreh- und Angelpunkts. So wird auch auf die Zulassung zur Promotion sowie den damit verbundenen Schwierigkeiten kaum eingegangen.
Die Verweise auf thematisch passende Internetseiten sind sehr überschaubar und die Autorin führt auch keine weiterführende Literatur an.

Fazit

Wem das Gebiet „Promotion“ noch nicht viel sagt, der/die kann sich ganz im Sinne des Herausgebers anhand dieser „Promotionsfibel“ einen ersten Überblick verschaffen. Für eine tiefere Auseinandersetzung scheinen Promotionsratgeber wie das „GEW-Handbuch Promovieren mit Perspektive“ (Grünauer/Krüger/Moes/Steidten/Koepernik 2012), der „Promotionsratgeber Soziologie“ (Schöneck/Wenzelburger/Wolf 2012) oder das „Handbuch Promotion“ (Nünning/Sommer 2007) hilfreicher.

Literatur

  • Grünauer, Franziska/Krüger, Anne K./Moes, Johannes/Steidten, Torsten/Koepernik, Claudia (2012): GEW-Handbuch Promovieren mit Perspektive: Ein Ratgeber von und für DoktorandInnen. Bielefeld: W. Bertelsmann.
  • Nünning, Ansgar/Sommer, Roy (2007): Handbuch Promotion: Forschung – Förderung – Finanzierung. Stuttgart: J. B. Metzler.
  • Schöneck, Nadine m./Wenzelburger, Georg/Wolf, Frieder (2012): Promotionsratgeber Soziologie. Wiesbaden: Springer VS Verlag für Sozialwissenschaften.

Rezensent
Dipl. Soz.arb./Soz.päd Oliver Zetsche
Doktorand der Erziehungswissenschaften
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Zitiervorschlag
Oliver Zetsche. Rezension vom 02.01.2015 zu: Julia Becker: Das Einmaleins der Promotion. Die Promotionsfibel 2015. academics GmbH (Hamburg) 2014. ISBN 978-3-9817015-0-0. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/17997.php, Datum des Zugriffs 24.07.2019.


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