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Maria Rave-Schwank (Hrsg.): Gesundheit und Erziehung in interkulturellen Gruppen

Rezensiert von Prof. Dr. Wolfgang Berg, 23.04.2015

Cover Maria Rave-Schwank (Hrsg.): Gesundheit und Erziehung in interkulturellen Gruppen ISBN 978-3-86321-213-1

Maria Rave-Schwank (Hrsg.): Gesundheit und Erziehung in interkulturellen Gruppen. Beispiele aus der Praxis. Mabuse-Verlag GmbH (Frankfurt am Main) 2014. 104 Seiten. ISBN 978-3-86321-213-1. D: 19,90 EUR, A: 20,50 EUR, CH: 27,90 sFr.

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Thema

Migrantinnen finden nicht so leicht den Zugang zum Gesundheitssystem und zum Bildungssystem. Eine Möglichkeit besteht darin, sie mit grundlegenden Informationen in ihrer Muttersprache anzusprechen.

Herausgeberin und Autorinnen

Dr. Maria Rave-Schwank ist Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, insbesondere auch über viele Jahre Klinikdirektorin in Karlsruhe gewesen. Einige Autorinnen und Autoren sind ebenfalls Mediziner, andere Lehrkräfte.

Entstehungshintergrund

Frau Rave-Schwank dokumentiert die Bildungsarbeit, die der Karlsruher Verein „Muttersprachliche Informationen für Migranten“ (MUIMI) seit 2007 leistet.

Aufbau

Auf die Einführung durch die Herausgeberin folgen 23 kurze Beiträge, davon 13 von der Herausgeberin selbst, 10 von andere Expertinnen und Experten verfasst. Die Themen reichen von „Depressionen“ über „Diabetes“, „Heimweh“, „ADHS“ bis zum Verhältnis von Mutter- und Zweitsprache.

Der Anhang enthält Auszüge aus Fachzeitschriften, einmal einen Bericht über MUIMI, einmal zum Thema „Heimweh“, sowie Listen mit Adressen und Links, die weiterhelfen sollen.

Inhalt

Seit 2007 haben fast 200 Veranstaltungen stattgefunden, sog. Elterncafés, teils in der Schulen, teils in den Räumen der Migrantenvereine. Kinderbetreuung ist organisiert. In aller Regeln führen Expertinnen und Experten in das Thema ein, danach ist viel Zeit für Gespräch und Diskussion. Alle Beiträge werden Satz für Satz übersetzt, in den meisten Fällen ins Türkische, ggf. aber auch ins Russische und Iranische. In aller Regel gehen die Themen auf Vorschläge oder Interessenmeldungen der Migrantinnen selbst zurück.

Die 23 Beiträge geben kurze Hinweise zum Ablauf einer Veranstaltung, sodann die inhaltlichen Grundlagen, überwiegend in Stichworten, wieder.

Die Veranstaltungsthemen betreffen die seelische oder körperliche Gesundheit (Depressionen, Heimweh, Mutter-Sohn bzw. Mutter-Tochter-Beziehung, Pubertät,Wechseljahre, Erkrankungen der weiblichen Brust, gesunde Ernährung, Diabetes, Alkohol, Impfen, Selbstwertgefühl, Ängste, Frauenrolle, Kommunikation in der Familie) sowie Erziehung und Schule (Konzentrationsstörungen, Umgang mit Medien, Unterrichtsprache Deutsch-Familiensprache Türkisch?).

Da es sich jeweils nur um inhaltliche Skizzen, mitunter auch nur in Stichpunkten, handelt, wäre eine Wiedergabe im Detail hier nicht angemessen.

Diskussion

Jeder Beitrag skizziert auf drei, höchstens vier Seiten (inklusive Adressen und Literaturangaben) die Grundlinien zum jeweiligen Thema. Probleme oder Kontroversen (z.B. Impfungen betreffend oder die Funktion von Ritalin bei ADHS) werden angesprochen. Die Vertiefung bleibt der Diskussion vorbehalten, die mitunter erwähnt wird. Dies gilt auch für den interkulturellen Anspruch (vgl. Buchtitel!): Ob nun türkische und deutsche Frauen sich immer einig waren oder Sachverhalte unterschiedlich beurteilen, wird nicht bekannt; tatsächlich sind die Elterncafés, von den vortragenden Expertinnen und Experten abgesehen, ja auch gar nicht interkulturell angelegt.

Ein Beitrag von vier Seiten befasst sich mit der „sozialen Sicherung“ in Deutschland. Laut Autorin wurde dieses Thema bislang nur selten gewählt. Das ist vielleicht auch gut so, denn es ist weder systematisch ganz richtig dargestellt (Versicherung ist nicht die ganze Sicherung) noch so, dass es aus der Lebenswelt der Immigrantinnen heraus verständlich vermittelt wäre.

Fazit

Hier wird eine Praxis der Elternarbeit vorgestellt, die ihre Funktion hat, solange Übersetzungen in eine Herkunftssprache erforderlich oder hilfreich sind. Interkulturell wird sie erst dann, wenn die Migrantinnen sich mit den Expertinnen und Experten wie auch mit autochthonen Eltern kritisch auseinandersetzen.

Die vorliegende Broschüre gibt dazu durchaus Stoff.

Rezension von
Prof. Dr. Wolfgang Berg
Hochschule Merseburg
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Es gibt 128 Rezensionen von Wolfgang Berg.

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ISSN 2190-9245