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Mirjam Prüver: Leitung von Kitas

Rezensiert von Andrea Fuß, 31.07.2015

Cover Mirjam Prüver: Leitung von Kitas ISBN 978-3-589-24606-9

Mirjam Prüver: Leitung von Kitas. Cornelsen Verlag GmbH (Berlin) 2015. 96 Seiten. ISBN 978-3-589-24606-9. 14,95 EUR.
55 Fragen & Antworten.

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Thema

Das vorliegende Buch gibt Antworten auf die 55 häufigsten Fragen zur Leitung von Kitas. Die Autorin beantwortet die Fragen kurz und prägnant, dennoch auf den Punkt gebracht. Ihr Ziel ist es all denen, die über Leitung von Kitas mitreden können, wollen oder müssen, einen schnellen Überblick über wichtige Fachfragen zu geben.

Autorin

Mirjam Prüver ist Erzieherin und seit 2011 als Einrichtungsleiterin in einer Münchner Kinderkrippe tätig. Im November 2010 übernahm sie den Aufbau einer neuen Kinderkrippe mit dem Schwerpunkt Gesundheitsförderung.

Aufbau

Das Werk gliedert sich in sechs Schwerpunktthemen sowie in ein Literatur- und Stichwortverzeichnis. Die Themenschwerpunkte beziehen sich auf die folgenden Inhalte:

  1. Qualität zeigen – Festlegung der pädagogischen Prinzipien der Einrichtung
  2. Eine anspruchsvolle Rolle – Die Einrichtungsleiterin im pädagogischen Alltag
  3. Weit entfernt von den ursprünglich erlernten pädagogischen Aufgaben – Die Verwaltungs- und Steuerungsaufgaben der Einrichtungsleitung
  4. Vom Teammitglied zur Führungskraft – Personalführung und Teamarbeit
  5. Die Basis für eine gelungene Pädagogik – Bildungs- und Erziehungspartnerschaft mit Eltern
  6. Der Kontakt nach außen – Öffnung, Öffentlichkeitsarbeit und Vernetzung

Inhalt

1. Innerhalb des ersten Schwerpunktthemas findet der Leser sieben Antworten die sich auf Fragen rund um das Thema Qualität zeigen beziehen. Zunächst wir die Frage nach der Notwendigkeit eines pädagogischen Leitbilds gestellt. Die Autorin verweist dabei zunächst darauf, dass das Leitbild die Philosophie einer Kita zum Ausdruck bringt und eine sogenannte Corporate Identity schafft. Es dient als Fundament der pädagogischen Arbeit und ist eine Entwicklungsaufgabe des pädagogischen Teams. Teilweise wird es auch vom Einrichtungsträger vorgegeben. Die Bedeutung der Einrichtungsleitung bei der Leitbildentwicklung wird von der Autorin herausgearbeitet. Im weiteren Verlauf klärt Mirjam Prüver innerhalb dieses Themenkomplexes die Begriffe Konzeption und Konzeptionsentwicklung, den Nutzen der Erstellung einer Hauskonzeption, deren Inhalte sowie das Qualitätsmanagement einer Kita. Sie stellt unter einer weiteren Fragestellung drei ausgewählte Qualitätskonzepte wie den Kronberger Kreis, QuiK und die KES in Kurzform dar. Zum Abschluss des Kapitels beantwortet sie die Frage: Was ist ein Qualitätshandbuch?

2. Das zweite Kapitel befasst sich mit sieben Fragen zum Thema: Eine anspruchsvolle Rolle – Die Einrichtungsleiterin im pädagogischen Alltag. Inhalte sind Fragen und Antworten zum Thema Zeitmanagement, Abgrenzung zwischen Verantwortung und Aufopferung, Delegation, Organisation von Aufgaben, Kompetenzen der Einrichtungsleitung sowie einer guten Kommunikationsfähigkeit als Voraussetzung für die Leitungsfähigkeit. Den Abschluss des Kapitels bildet die Frage: Wie lässt sich die Herausforderung der Doppelbelastung durch Leitungsaufgaben und Gruppendienst bewältigen? Hier macht die Autorin darauf aufmerksam, dass für die Leitung eine große Rollendiskrepanz auszuhalten ist. Aufgrund ihrer dienstrechtlichen Befugnisse als Leitung ist sie kein Teil des Teams, in ihrer Funktion als Erzieherin ist sie dies aber schon. Häufig hat die Leiterin das Gefühl keinem Bereich wirklich gerecht werden zu können. Sie muss klare Absprachen im Bereich der Aufgabenverteilung treffen und nimmt im günstigsten Fall nicht noch die Rolle der Gruppenleitung ein.

3. Die folgenden 10 Fragen und Antworten beziehen sich auf das Thema Verwaltungs- und Steuerungsaufgaben der Einrichtungsleitung. Zunächst werden die Begriffe Dienst- und Fachaufsicht definiert. Die zweite Frage klärt die Personalangelegenheiten, die der Leitung obliegen. Nachfolgend werden Fragestellungen wie das Führen von Kindsdaten, Inventar- und Gebäudeverwaltung, allgemeine Verwaltungsaufgaben, Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz, Gesundheitsförderung und die Zusammenarbeit mit dem Träger, gestellt und beantwortet. Abschließend werden Möglichkeiten zur Beratung, Austausch und Interessenvertretung für Leitung und Team aufgezeigt. Hier wird auf die Methode der kollegialen Beratung mit Kolleginnen verwiesen. Die Organisation innerhalb eines Berufsverbandes oder des Betriebsrates bietet die Möglichkeit der Interessenvertretung.

4. Das vierte Schwerpunktthema gibt 16 Antworten auf entsprechende Fragestellungen und ist damit das komplexeste Kapitel des Buches. Es befasst sich mit unterschiedlichen Aspekten zu den Bereichen Personalführung und Teamarbeit. Die Autorin setzt sich zu Beginn mit den unterschiedlichen Führungsstilen auseinander und beschreibt die bekanntesten in Kurzform. Die immer wiederkehrende Frage: Ist die Leitung ein Teil des Teams oder nicht wird nachfolgend abwägend beantwortet. Herausforderungen und Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Teamführung werden unter den Fragen 27 und 28 beantwortet. Die Arbeit in einem Leitungsteam, die Herausforderung eines Wechsels innerhalb einer Einrichtung in die Leitungsposition sowie die Übernahme der Leitung eines fremden Teams, werden folgend beschrieben. Dabei merkt die Autorin an, dass Teams sich meist aus unterschiedlichen Professionen mit multiprofessionellen Kompetenzen zusammensetzen. Zu einem Team können sie nur dann werden, wenn sie gemeinsame Ziele verfolgen. Die Leitung muss mit Wertschätzung des Einzelnen und Geschick für alle Betroffenen die Gegebenheiten so annehmbar und machbar wie möglich gestalten. Anschließend werden Themen wie Kommunikation mit und im Team, Leitung im Umgang mit Teamkonflikten, Kritikgespräche, Umgang mit Mobbing, Fälle von Leistungsminderung, Gestaltung von Mitarbeitergesprächen und die Gestaltung von Vorstellungsgesprächen, dargestellt.

5. Die Bildungs- und Erziehungspartnerschaft mit Eltern bildet den fünften Themenkomplex in dem Werk von Mirjam Prüver. Zunächst weist die Autorin daraufhin, dass die Arbeit mit Eltern transparent und offen gestaltet werden muss, damit das Wohlbefinden der Kinder in beiden Welten gegeben ist und sie positive Erfahrungen machen können. Die Autorin legt dar, dass die Leitung und ihr pädagogisches Team als Gestalterinnen der Erziehungs- und Bildungspartnerschaft mit Eltern fungieren, indem sie ihren Auftrag von Erziehung, Bildung und Betreuung respektieren und erfüllen. Dabei führt sie die Aufgaben der Einrichtungsleitung in der Zusammenarbeit mit Eltern auf und benennt Maßnahmen die zur optimalen Gestaltung von Übergängen notwendig sind. Die Bedeutung der Schaffung von Transparenz und Möglichkeiten der Dokumentation wie z.B. Beobachtungsprotokolle, Portfolios und Entwicklungstabellen werden aufgezählt. Den Abschluss des Kapitels bilden die Themen Elternwünsche und Kita-Möglichkeit, Schwierige Elterngespräche, Konfliktvermeidung und die Zusammenarbeit der Leitung mit der Elternvertretung.

6. Den Abschluss bilden die Themen Öffnung, Öffentlichkeitsarbeit und Vernetzung. Zunächst werden Möglichkeiten von Öffentlichkeitsarbeit aufgezählt. Hierzu werden Formen wie Informationsflyer, Bazare, Tag der offenen Tür, Fest und Jubiläen sowie Pressemitteilungen genannt und kurz erklärt. Der Wandel von der herkömmlichen Kita zur Einrichtung für die ganze Familie wird unter 51 beantwortet. Die Bedeutung von Vernetzung mit anderen Einrichtungen folgt. Gemeinwesen orientiertes Arbeiten als Teil der Konzeption wird darauffolgend beantwortet. Die Vorteile für das Personal liegen darin, dass das Personal auf Fachkräfte vor Ort zur Unterstützung zugreifen kann. Mögliche Behörden und Institutionen die als Kooperationspartner dienen sollten, werden unter der vorletzten Fragestellung aufgeführt. Die letzte Frage des Buches befasst sich mit der Bedeutung der Kita als Ausbildungsstätte.

Diskussion

Das Buch liefert auf 55 Fragen kurze und prägnante Antworten bezogen auf die Perspektive der Leitung von Kindertagesstätten. Wesentliche Themen aus dem Aufgabenfeld der Leitung werden benannt. Der Leser erhält einen kurzen inhaltlichen Einblick in einen Teil der wichtigsten Leitungsaufgaben. Das Buch ist sehr übersichtlich und gut strukturiert aufgebaut. Ein Stichwortverzeichnis ermöglicht, Begriffe leicht aufzufinden, damit keine Fragen offen bleiben.

Fazit

Selbstverständlich kann die Komplexität des Themas Leitung in Kita in diesem Werk nur in komprimierter Form wiedergegeben werden. Allerdings liefert es einen schnellen Überblick für unterschiedliche Adressaten. Träger, Eltern sowie Erzieherinnen, die sich mit der Überlegung auseinandersetzen in eine Leitungsposition zu wechseln, erhalten hier eine Vorstellung von den Aufgabengebieten und Anforderungen einer Leitung. Auch für Leitungskräfte kann das Buch eine Hilfestellung sein, eine rasche Antwort und Unterstützung zu den unterschiedlichsten Fragen zu erhalten. Die einzelnen Kapitel und Fragestellungen werden in sich geschlossen dargestellt und bauen nicht aufeinander auf, sodass ein querlesen möglich ist. Leitungskräften, die ein Leitungsbezogenes B.A. Studium absolviert haben, dürften die Inhalte allerdings bekannt sein.

Rezension von
Andrea Fuß
M.A., Klinische Sozialarbeiterin sowie Bildungs- und Sozialmanagerin. Leiterin einer Konsultationskita in Rheinland-Pfalz, Mentorin in der Erzieherinnenausbildung sowie Dozentin in der Fort- und Weiterbildung für Erzieherinnen

Es gibt 13 Rezensionen von Andrea Fuß.

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Zitiervorschlag
Andrea Fuß. Rezension vom 31.07.2015 zu: Mirjam Prüver: Leitung von Kitas. Cornelsen Verlag GmbH (Berlin) 2015. ISBN 978-3-589-24606-9. 55 Fragen & Antworten. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/18270.php, Datum des Zugriffs 27.01.2023.


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