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Christian Wymann: Der Schreibzeitplan. Zeitmanagement für Schreibende

Cover Christian Wymann: Der Schreibzeitplan. Zeitmanagement für Schreibende. UTB (Stuttgart) 2015. 126 Seiten. ISBN 978-3-8252-4308-1. 9,99 EUR.
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Thema

Es geht um die Mühen mit der Zeitplanung beim wissenschaftlichen Schreiben und das gezielte und langfristige Verändern von Schreibgewohnheiten durch das Arbeiten nach einem individuell erstellten Schreibzeitplan.

Autor

Christian Wymann ist promovierter Soziologe und bietet als Schreibcoach Beratungen und Schreibworkshops an.

Entstehungshintergrund

Der Autor litt beim Schreiben von wissenschafltichen Arbeiten während seines Studiums daran, dass er seine Schreibaufgaben immer wieder hinausschob. Angeregt durch den Kurs eines Schreibberaters über ein Zeitplanmodell begann er seine Schreibgewohnheiten zu reflektieren und langfristig zu verbessern.

Aufbau und Inhalt

Der Autor regt in 10 Schritten zum Erstellen und Anwenden eines Schreibzeitplans an und zeigt auf, wie sich der Schreibende „vom Aufschieber zum Zeitplaner“ entwickeln kann. Der Schreibzeitplan ist ein Planungsinstrument, das dem Schreibenden sagt, wann er wie lange mit welchem Ziel an welcher Aufgabe arbeiten soll. Der Schlüssel zum Erfolg nach Wymann: Durch regelmäßiges Schreiben werden Konzentration, Geduld und Disziplin geübt und gleichzeitig die Kenntnisse und Fähigkeiten im Schreiben wissenschaftlicher Texte ausgebaut. Der Leser / der Schreibende wird durch den Autor zur Entwicklung und erfolgreichen Anwendung eines individuellen und realistischen Schreibzeitplans ermutigt. Dieser müsse allerdings immer wieder überprüft und an die jeweilige Schreibaufgabe, die Umstände und die persönlichen Bedürfnisse angepasst werden.

Die zehn Schritte des Schreibzeitplans, die Wymann vorstellt, sind:

  1. Die Motivation bestimmen und sich selbst verpflichten;
  2. definieren, wie viel Zeit Sie brauchen;
  3. eine Liste der Schreibaufgaben erstellen und deren Prioritäten bestimmen;
  4. kleine Aufgaben und Ziele definieren;
  5. den Schreibfortschritt kontrollieren;
  6. die Schreibumgebung gestalten;
  7. die Tücken während der Schreibsitzung kennen und meistern;
  8. Rituale und Belohnungen nutzen;
  9. den gängigen Einwänden, nicht zu schreiben, trotzen und schließlich
  10. die Freude an der neuen Schreibgewohnheit erkennen und pflegen.

Wymann betont mit Nachdruck, dass es wichtig ist, seinen Schreibzeitplan realistisch zu erstellen, diszipliniert einzuhalten und gegebenenfalls zu korrigieren. Dabei sei es weniger wichtig, viele Stunden am Stück oder täglich zu schreiben. Es komme vielmehr darauf an, regelmäßig zu schreiben, die Einhaltung der gesteckten Ziele – ehrlich und streng mit sich selbst – zu überprüfen und zu protokollieren, sich Unterstützung in einer Gruppe zu holen und sich für erreichte Teilerfolge auch einmal zu belohnen. So könne der Schreibende seine Motivation ausbauen / aufrecht erhalten und eine erfolgreiche Schreibroutine entwickeln.

Wichtig sei es, Tage und Zeiten herauszufinden, an denen die anstehenden Schreibaufgaben bestmöglich erledigt werden können. Neben Arbeit, Sport und Vorlesung steht dann auch beispielsweise viermal pro Woche je 2 Stunden Schreiben auf dem Wochenplan. Eine lange, z. B. vierstündige Schreibsitzung sei oft unproduktiver als mehrere kürzere, berichtet der Autor.

Sehr schwierig sei es, den Zeitaufwand für wissenschaftliche Schreibaufgaben realistisch zu planen. Sie bestehen aus mehreren Phasen; und das Konzept erstellen, Material sammeln und lesen gehören ebenso dazu wie das – meist mehrfache und sehr zeitaufwändige – Überarbeiten.

Der Autor rät dazu, Aufgaben und Ziele so konkret und kleinteilig zu definieren, dass sie jeweils im Rahmen einer Schreibsitzung erledigt werden können. Faustregel: eine Schreibsitzung, eine Aufgabe. So verschafft man sich immer wieder kleine Erfolgserlebnisse, die motivierend wirken. Die Schreibziele können auch rein quantitativ formuliert werden, indem man sich z. B. vornimmt, in jeder Sitzung mindestens 200 Wörter zu schreiben. Ein wichtiges Credo lautet, „stets zu wissen, was in der nächsten Schreibsitzung zu erfüllen ist“ (S. 52).

Fazit

„Der Schreibzeitplan“ von Christian Wymann ist praktisch orientiert und präsentiert Werkzeuge, mit denen Schreibende schrittweise ihren eigenen Schreibzeitplan entwickeln und systematisch erproben, sowie – parallel dazu – ihr Schreibverhalten reflektieren und optimieren können. Wymann veranschaulicht seine Ausführungen mit Beispielen, die aus seiner Tätigkeit als Schreibberater und aus der Fachliteratur stammen. Der Autor verzichtet bewusst auf die Darstellung von Theorien, Modellen und Forschungsresultaten, verweist aber nach jedem Kapitel auf weiterführende Lektüre zum Beispiel über Zeit- und Selbstmanagement, über den Schreibprozess und Methoden zur Weiterentwicklung der Schreibkompetenz, über Schwierigkeiten des Schreibens und Kreativtechniken.

Dieses Büchlein ist gewiss eine hilfreiche Handreichung für wissenschaftlich Schreibende, die Probleme mit der Zeitplanung haben und die gezielt und konsequent ihre Schreibgewohnheiten verändern wollen. Wer den anschaulich dargestellten Schreibzeitplan konsequent umsetzt, kann fortan seine Schreibaufgaben möglicherweise motivierter und effektiver als früher erledigen und sich so vom Aufschieber zum Zeitplaner entwickeln.


Rezensentin
Prof. Dr. Brigitte Pyerin
Professorin für Erziehungswissenschaft (emeritiert); Kreatives (wissenschaftliches) Schreiben ist ein Schwerpunkt in Forschung und Lehre (Masterstudiengang der Dresden International University seit 2006, von 1996 bis 2013 an der Hochschule Zittau/Görlitz). Einschlägige Veröffentlichung: „Kreatives wissenschaftliches Schreiben“ (erstmals bei Juventa 1997)


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Zitiervorschlag
Brigitte Pyerin. Rezension vom 21.05.2015 zu: Christian Wymann: Der Schreibzeitplan. Zeitmanagement für Schreibende. UTB (Stuttgart) 2015. ISBN 978-3-8252-4308-1. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/18293.php, Datum des Zugriffs 21.10.2018.


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ISSN 2190-9245

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