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Norman K. Denzin: Interpretive Autoethnography

Cover Norman K. Denzin: Interpretive Autoethnography. SAGE Publications, Ltd (London) 2014. 2. Auflage. 128 Seiten. ISBN 978-1-4522-9981-5.

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Thema

Mit Interpretive Autoethnography legt Norman K. Denzin eine komplett überarbeitete Fassung seines 1989 in Erstausgabe erschienen Buchs Interpretative Biography vor. Ist seit den 1970er und 1980er Jahren ein zunehmendes Interesse an der qualitativen Forschung aus autoethnographischer Perspektive zu verzeichnen, so haben seit der Erstausgabe zahlreiche neue Ansätze und Erweiterungen eine komplette Überarbeitung notwendig gemacht. Diese neueren Ansätze befragen aus einer dekonstruktiven und dekolonialen Perspektive grundlegende Konzepte dieser Forschungstradition, die unproblematisiert aus einer humanistischen Ausrichtung der Forschung entstammen. Zu nennen sind hierzu z.B. die Konzepte Narrativ, Bedeutung, Stimme, Erfahrung, Reflexivität, Präsenz und Repräsentation (vgl. S. viii). Im Sinne von Jacques Derrida kann diese auch so verstanden werden, dass qualitative Forschung mit einer Metaphysik der Präsenz konfrontiert ist (vgl. S. 2).

Mit dem hier rezensierten Buch ist es Denzin nun ein Anliegen, solch eine Problematisierung der metaphysischen Reste mit einer interpretativen Forschung zu versöhnen, die sich mit den realen Lebenserfahrungen von Menschen in den sozialen Welten beschäftigt und in performativer Hinsicht versteht (vgl. ebd.). Dabei versteht er den Ansatz der interpretativen Autoethnographie als eine kritisch-performative Praxis, die den Gegenstand und den Fokus (auto)biographischer Projekte fortführt. Eine autoethnographische Forschung beginnt hierzu mit der Geschichte und den konkreten Lebenserfahrungen der schreibenden Forscher*in, wie diese sich u.a. in Brüchen und Wendepunkten ereignen. In der weiteren Entfaltung des Forschungsnarrativs, das sich in der Form als partikular und spezifisch situiert darstellt, bewegt sich die Forscher*in auf die sozialen Dimensionen von Kultur, Gesellschaft sowie Diskurs zu und setzt beide Ebenen der Analyse in ein Verhältnis zueinander (vgl. S. x).

Indem ein autoethnographisches Projekt auch mit der expliziten Thematisierung von sozialen Ungleichheiten und gesellschaftlichen Machtverhältnissen einhergeht, fasst der Autor die Zielvorgabe solcher Projekte folgendermaßen zusammen: „Our project is to interpret and change the conditions under which lives are lived“ (S. xi). Mit dem Buch Interpretive Autoethnography stellt Denzin nun insgesamt den Forschungsansatz der Autoethnographie einführend vor, wobei er seine Ausführungen an zahlreichen Beispielen verdeutlicht und darüber hinaus mit einer kritisch-methodologischen Diskussion verbindet.

Autor

Norman K. Denzin ist distinguierter und international renommierter Professor der Kommunikationswissenschaften und forscht im Rahmen seiner Professur an der University of Illinois, Urbana-Champaign, in den Disziplinen Kommunikationswissenschaften, Soziologie und Geisteswissenschaften.

Denzin ist Autor und Herausgeber von mehr als zwei Dutzend Büchern, wie z.B. The Qualitative Manifesto; Qualitative Inquiry Under Fire; Searching for Yellowstone; Reading Race; Interpretive Ethnography; The Cinematic Society; The Voyeur´s Gaze; and The Alcoholic Self. Er hat u.a. die Fachzeitschrift The Sociological Quarterly sowie in Zusammenarbeit mit Yvonna S. Lincoln vier Editionen des Handbook of Qualitative Research und die Fachzeitschrift Qualitative Inquiry, die den thematischen Schwerpunkt auf qualitative Forschungsmethoden legt, herausgegeben. Darüber hinaus ist Denzin mitbegründender Herausgeber der Fachzeitschriften Cultural Studies/Critical Methodologies und der International Review of Qualitative Research sowie Herausgeber von drei Buchreihen (vgl. S. xv).

Aufbau

Neben einem Vorwort gliedert Denzin seine Ausführungen zum Ansatz der interpretativen Autoethnographie in sechs Kapitel.

  1. Im ersten Kapitel (S. 1-17) werden zentrale Grundannahmen eines autoethnographischen Projekts vorgestellt.
  2. Unterschiedliche Definitionen eines autoethnographischen Ansatzes und damit verbundene Beispiele von Forschungsprojekten stellen den Gegenstand des zweiten Kapitels (S. 19-33) dar. Darüber hinaus wird hier auch auf zentrale Konzepte einer interpretativen Autoethnographie eingegangen.
  3. Das dritte Kapitel (S. 35-49) beschäftigt sich mit Richtlinien zur Erhebung und interpretativen Analyse eines autoethnographischen Datenmaterials.
  4. Im daran anschließenden vierten Kapitel (S. 51-68) geht Denzinauf das für seinen Ansatz zentrale Konzept einer „epiphany“ ein und verdeutlicht dies anhand verschiedener Beispiele aus seiner eigenen Biographie und Forschungspraxis.
  5. Um dabei nicht den beschriebenen metaphysischen Resten anheimzufallen, werden im fünften Kapitel (S. 69-83) die Herausforderungen einer Lektüre und Verschriftlichung dieser performativen Texte diskutiert.
  6. Das abschließende sechste Kapitel (S. 85-89) versteht sich als ein Nachruf auf die Zielvorgabe einer interpretativen Autoethnographie, die der Autor in einer verständnisgenerierenden Annäherung an die performative Dimension von fragmentierten Lebensrealitäten verortet.

Inhalt

Das erste Kapitel führt in die zentralen Grundannahmen einer autoethnographischen Forschung ein. Der Ausgangspunkt eines solchen Projekts besteht nach Denzin in der Einsicht, dass Lebenserfahrungen- und realitäten einer Person durch narrative Geschichten mitgeteilt werden, die eine performative Dimension aufweisen und mehrfach geschichtet sind. Durch ein Kratzen an der Oberfläche dieser Narrative rücken dabei immer auch zuvor nicht sichtbare Aspekte in den Vordergrund, so dass bei jedem Erzählen auch etwas Neues entstehen kann. Daran wird deutlich, dass es für eine interpretative Autoethnographie, die diese Lebenserfahrungen zu ihrem Gegenstand macht, gerade nicht um einen absoluten Wahrheitsanspruch dieser Narrative gehen kann. Mit anderen Worten: „There is no truth in the painting of a life, only multiple images and traces of what has been, what could have been, and what now is“ (S. 1). Im Anschluss an Derrida wird außerdem deutlich, dass das Ziel einer interpretativen Forschung nicht auf der Herausarbeitung einer subjektiven Intention oder einer fixierten Bedeutung dieser Narrative beruhen kann. Vielmehr erweist sich gelebte Erfahrung als ein iterativer und instabiler Prozess, der sich einer eindeutigen Signifikation entzieht und von einer diskursiven Produktion gekennzeichnet ist. Indem qualitative Forschung dergestalt mit einer Metaphysik der Präsenz konfrontiert ist, besteht das zentrale Anliegen von Denzin darin, deren Problematisierung mit der interpretativen Erforschung von gelebten Erfahrungen zu versöhnen (vgl. S. 2).

Die zu analysierenden Narrative können dabei auch in einem Zusammenhang mit traumatischen Erfahrungen, Gewalt und gesellschaftlichen Machtverhältnissen stehen. Selbst wenn diese Narrative immer als unabgeschlossen, ambivalent und als offen gegenüber vielfältigen Interpretationen verstanden werden, kann deren Verwobenheit mit sozialen Identitäten und die Frage, wie sie in spezifischen sozialen Gruppen erzeugt werden, nicht ausgeblendet werden. Vielmehr verbindet eine autoethnographische Forschung nach Denzin auch die konkreten Lebenserfahrung mit gesellschaftlichen Verhältnissen und sozialen Identitäten. Daher kann der Ansatz des Autors auch im Sinne einer doppelten Forderung gelesen werden; d.h. einerseits gehen sowohl die Narrative selbst als auch deren Analyse mit einem situativ-ambivalenten Effekt der Subjektkonstruktion einher und andererseits erweisen sich diese Effekte auch als wirkmächtig angesichts der gesellschaftlichen Realitäten. Dies führt Denzin auch dazu, den Ansatz der interpretativen Autoethnographie als interventionistisch zu verstehen, indem er darauf abzielt, gerade marginalisierte Stimmen, die aufgrund der sozialen Dominanzverhältnisse kontinuierlich ignoriert werden oder zum Schweigen gebracht worden sind, einen Raum der Artikulation zu eröffnen (vgl. S. 5f).

Eine dritte zentrale Annahme des Ansatzes betrifft das Schreiben eines analytischen Textes durch die Forscher*in selbst. Gemäß der vorherigen Annahme sind autoethnographische Texte auch durch die sozialen Positionierungen der Autor*in situiert und geprägt. Indem spezifische Lebenserfahrungen durch die performativen Texte wiedergegeben und analysiert werden, stellen sie in diesem Zusammenhang somit auch kein lediglich subjektives Ereignis dar, sondern werden in und durch ihre soziale Verfasstheit erzeugt. In ihrer performativen Dimension entstehen darüber hinaus durch jedes neue Schreiben oder Modellieren neue Muster und Konstellationen, so dass die Analyse zeitgleich immer erweiterbar erscheint und auch nur als vorläufig angesehen werden kann. Solch eine Meditation durch und mit der Sprache beschreibt Denzin als ein performatives Schreiben, das produktiv und nervös stotternd den zentralen Zusammenhang zwischen einem Text, einer Autor*in und einer Performativität ernst nimmt (vgl. S. 10f). Jedes Schreiben ist dabei auch als fiktiv anzusehen, indem es ein neues Arrangement von Realitäten erzeugt. Autoethnographische Texte sollten daher sichtbar machen, wie die Autor*in sich mit den Problemen von Kohärenz, Präsenz, Innen und Außen sowie den gesellschaftlichen Verhältnissen und der diskursiven Konstruktion von Narrativen auseinandersetzt (vgl. S. 14f).

Anhand von zahlreichen Beispielen werden im zweiten Kapitel verschiedene Definitionen und Zugänge zu einer autoethnographischen Forschung vorgestellt (vgl. S. 19ff). Außerdem wird hier noch einmal der zentrale Fokus auf Prozess und Performativität in dieser Forschung verdeutlicht. Im Sinne einer wiederholenden Vor- und Rückwärtsbewegung sollte eine Analyse nach Denzin auf drei Problematisierungen besonders achtgeben. Da jedes Leben hier aus vielfältigen Narrativen bestehend betrachtet wird, sollte eine Analyse somit ihren Fokus auf die performative Dimension, in und durch die sowohl die Narrative als auch der analytische Text erzeugt werden, auf den prozesshaften Charakter einer sozialen Form oder eines Ereignisses sowie auf die Situierung eines individuellen Lebens im Sozialen legen (vgl. S. 28ff).

In Weiterführung der vorherigen Ausführungen vertieft der Autor im dritten Kapitel seinen Ansatz einer dekonstruktiven Autoethnographie anhand seiner Diskussion von Richtlinien zur Erhebung und interpretativen Analyse eines Datenmaterials. Ausgehend von poststrukturalistischen Theorien werden hier die Konzepte Erfahrung, Präsenz und Stimme gerade hinsichtlich der Interpretation von Daten problematisiert. Auch wenn die Stimmen von Forschungsteilnehmer*innen in der qualitativen Forschung oft privilegiert werden, kann nicht davon ausgegangen werden, dass diese Stimmen in Form von transkribierten Datensegmenten für sich sprechen, transparent oder einer Interpretation durch die Forscher*in unmittelbar zugänglich sind (vgl. S. 36f). Vielmehr zielt eine dekonstruktive Autoethnographie auf die Denzentrierung aller an der Forschung beteiligten Subjekte ab, was gerade auch die vermeintliche Stimme der Forscher*in betrifft. Hierdurch sollen mannigfaltige Stimmen sicht- und hörbar werden, was durch verschiedene hier vorgestellte Techniken unterstützt werden kann (vgl. S. 38ff). Die zu analysierenden Erfahrungen weisen somit keine eindeutige Realität auf, sondern sind in sich überschneidenden Diskursformationen eingeschrieben. An dieser Stelle geht Denzin auch kurz darauf ein, dass die performative Dimension von Narrativen und der analytischen Texte nicht nur als diskursive Effekte verstanden werden sollten, sondern auch in materieller und affektiver Hinsicht produktiv sind (vgl. S. 41). Das Kapitel abschließend hält der Autor fest, dass insgesamt für die Analyse nicht die Frage zentral ist, ob biographische Äußerungen eine Illusion darstellen, sondern eher die Frage danach, wie Individuen ihrem Leben vor dem Hintergrund sozialer Strukturen Kohärenz verleihen (vgl. S. 44).

Im vierten Kapitel geht der Autor nun auf das für seinen Ansatz zentrale Konzept einer „epiphany“ ein und verdeutlicht dies anhand verschiedener Beispiele aus seiner eigenen Biographie und Forschungspraxis. „Epiphanies“, die wörtlich mit Offenbarungen ins Deutsche übersetzt werden können, stellen im Rahmen von autoethnographischen Projekten Brüche oder Wendepunkte in den individuellen Lebensgeschichten dar. Anhand einer interpretativen Analyse dieser Erfahrungen, die sich auf deren performative Dimension sowie auf deren Verortung an der Schwelle zwischen Vergangenheit und Zukunft fokussiert, lassen sich auch Rückschlüsse auf ihre konstitutive Verwobenheit mit gesellschaftlichen Verhältnisse ziehen. „Epiphanies“ lassen sich dergestalt als rituell strukturierte Grenzerfahrungen verstehen, die mit Krise und Reintegration verbunden sind (vgl. S. 52ff). Im verbleibenden Abschnitt dieses Kapitels widmet sich Denzin noch einmal vertiefend seinem konzeptuellen Verständnis von Narrativen, aus dem er auch den ethischen Anspruch einer interpretativen Autoethnographie ableitet, nämlich im Sinne einer Praxis der Kritik von gesellschaftlichen Selbstverständlichkeiten und Machtverhältnissen. So weisen Narrative für ihn vor allem die drei folgenden Charakteristika auf, die somit auch Eingang in eine Analyse finden sollten: 1) Narrative werden immer relational und arbiträr konstruiert; 2) Sie sind immer in einen kulturellen und sozialen Zusammenhang eingeschrieben; 3) Sie stellen immer auch bereits Interpretationen dar (vgl. S. 56ff).

Mit dem fünften Kapitel nähert sich der Autor den Fragen nach wissenschaftlichen, ästhetischen oder politischen Kriterien für autoethnographische Projekte an. Als zentral erachtet er hierbei, dass die analytischen Texte den Status quo hinterfragen und andere Personen zu ethischen Handlungen bewegen sollten, so dass das Ziel hier nicht in einem Standardtext der Sozialwissenschaften verortet werden kann (vgl. S. 69f). Vielmehr sei ein Aufstellen von starren Kriterien für ein experimentelles Schreiben, wie es autoethnographische Projekte anstreben, kontraproduktiv und könnte sogar zu deren Depolitisierung beitragen, indem der Fokus von ethischen Praktiken auf eindeutige Kriterien verschoben werden würde (vgl. S. 71). Entsprechend sollten solche Kriterien vielmehr um eine dialogische Epistemologie angeordnet werden, die mit einer Ethik der Sorge und einer relationalen Verantwortlichkeit einhergeht. Als mögliche Inhalte solch einer Epistemologie benennt Denzin die Aufhebung der Trennung von Ethik, Politik und Macht, die Sichtbarmachung von marginalisierten Perspektiven, die Hinterfragung von dominanten Perspektiven, die Ermöglichung eines kritischen Bewusstseins im Sinne von Paulo Freire sowie eine adäquate Repräsentation, die versucht, machtvoll informierte Stereotype zu vermeiden (vgl. S. 72ff). Darauf aufbauend bietet der Autor eine Auflistung an, die sein normatives Verständnis von autoethnographisch-performativen Texten umfasst (vgl. S. 77f). Unter dem Stichwort der Politiken von Interpretationen fasst Denzin abrundend noch einmal zusammen, dass für ihn eine interpretative Autoethnographie in der Untersuchung und Produktion einer gelebten Textualität besteht, da Lebenserfahrungen bereits immer in textuelle und kulturelle Verständnisse eingelassen sind (vgl. S. 82f).

Das abschließende sechste Kapitel versteht sich, wie bereits erwähnt, als ein Nachruf auf die Zielvorgabe einer interpretativen Autoethnographie, die anhand von Beispielen noch einmal herausgearbeitet wird (vgl. S. 85ff).

Fazit

Norman K. Denzin legt mit dem hier rezensierten Buch eine überzeugende Darstellung und Analyse des Forschungsansatzes der interpretativen Autoethnographie vor. Dieser Beitrag für die methodologische Diskussion um qualitative Forschungsmethoden und -theorien besticht durch seinen sowohl tiefgehenden als auch prägnant verfassten Charakter. Hierdurch richtet sich das Buch sowohl an Forscher*innen, die bereits über spezifische Erfahrungen im Feld der qualitativen Forschung verfügen, als auch an Interessierte oder Studierende, für die dieser Text durchaus auch als Einführung in diesen Ansatz genutzt werden kann. Seine theoretischen Ausführungen veranschaulicht und verdeutlicht der Autor dabei immer mit verschiedenen Beispielen von konkreten Forschungsprojekten, so dass seiner Argumentation eingehender gefolgt werden kann. Sind die z.T. durchaus auch herausforderungsvollen Passagen, in denen sich Denzin einer theoretisch-methodologischen Diskussion zuwendet, eher knapp gehalten, so bietet er den Leser*innen auch einen umfassenden Korpus an Verweisen auf weiterführende Literatur an.

Getrübt wird der insgesamt überzeugende Eindruck dieses Buchs an den Stellen der theoretischen Auseinandersetzung, in denen einzelne Konzepte oder Theoriefragmente nur stichwortartig benannt werden, während anderen auf weitaus mehr Raum entfaltet werden. Dies betrifft z.B. posthumanistische Methodologien, die u.a. den Fokus ihrer Analyse nicht auf eine interpretative Analyse von diskursiven Konstruktionen beschränken, sondern auch die materiellen und affektiven Dimensionen mit einbeziehen. Hier hätten die Ausführungen von Denzin noch erweitert werden können, wodurch der Ansatz der interpretativen Autoethnographie vielleicht auch noch an Kontur gewonnen hätte. Nichtdestotrotz ist das Buch für diejenigen zu empfehlen, die ein konkretes autoethnographisches Forschungsprojekt ausgestalten wollen oder an einer weiterführenden methodologischen Diskussion interessiert sind. Die Stärke des Buches liegt dabei nicht zuletzt auf der Einladung zu einer experimentellen Herangehensweise, die auch die Notwendigkeit einer positionierte Verantwortlichkeit von Forscher*innen betont, die ihnen im Zusammenhang mit gesellschaftlichen Machtverhältnissen zukommt.


Rezension von
Gerd Schmitt
Doktorand an der Universität Oldenburg im Fachbereich Erziehungswissenschaften bei Prof. Dr. Paul Mecheril
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Zitiervorschlag
Gerd Schmitt. Rezension vom 29.04.2015 zu: Norman K. Denzin: Interpretive Autoethnography. SAGE Publications, Ltd (London) 2014. 2. Auflage. ISBN 978-1-4522-9981-5. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/18320.php, Datum des Zugriffs 28.01.2020.


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