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Gabriele Haug-Schnabel, Barbara Schmid-Steinbrunner: Stark von Anfang an (Resilienz bei Kindern)

Rezensiert von Christiane Fahrendorf, 17.06.2015

Cover Gabriele Haug-Schnabel, Barbara Schmid-Steinbrunner: Stark von Anfang an (Resilienz bei Kindern) ISBN 978-3-934333-45-1

Gabriele Haug-Schnabel, Barbara Schmid-Steinbrunner: Stark von Anfang an. Kinder auf dem Weg zur Resilienz begleiten. Oberstebrink Verlag (Ratingen) 2014. 250 Seiten. ISBN 978-3-934333-45-1. D: 19,90 EUR, A: 20,50 EUR, CH: 28,50 sFr.

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Thema

Das Buch befasst sich mit der Resilienz von Kindern und wendet sich dabei überwiegend an Eltern. In der Auseinandersetzung berücksichtigt das Werk sowohl theoretische Fundierung, als auch praxisbezogene Beispiele, die Eltern darin bestärken, dem Kind Freiräume zu ermöglichen, in denen es sich selbst ausprobieren und somit zu einem selbstbewussten, eigenständigen Menschen heranwachsen kann. Die verschiedenen Praxistipps und ergänzenden Informationen runden die Inhalte ab und können zur Selbstreflexion oder Haltungsfindung für Eltern oder pädagogische Fachkräfte genutzt werden.

Autorinnen

Dr.habil. Gabriele Haug-Schnabel ist Mutter von zwei Kindern. Sie lehrt an der Universität Freiburg, bildet Kinderärzte, Psychologen und Pädagogen aus und ist Autorin vieler Fachpublikationen, in denen sie in Kooperation mit Kollegen neuste Forschungsergebnisse aufbereitet und veröffentlicht. Darüber hinaus ist sie Inhaberin und Leiterin der im Jahr 1993 gegründeten Forschungsgruppe „Verhaltensbiologie des Menschen“.

Barbara Schmid-Steinbrunner ist dreifache Mutter und als Erzieherin und Lehrerin für ganzheitliche Entspannungspädagogik tätig. Darüber hinaus arbeitet sie als psychologische Beraterin und Gesundheitstrainerin. Sie ist freie Mitarbeiterin in der oben genannten Forschungsgruppe von Dr. habil. Gabriele Haug-Schnabel und engagiert sich seit vielen Jahren im Bereich der Familienbildung.

Entstehungshintergrund

Dr. habil. Gabriele Haug-Schnabel und Barbara Schmid-Steinbrunner zeigen in dieser vierten Auflage – unter einem leicht veränderten Titel - auf Basis neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse, wie Kinder in ihrer Entwicklung gestärkt und unterstützt werden können. Dabei nehmen sie Bezug auf die wandelnde und sich steig weiter entwickelnde Umwelt und nutzen aktuelle Aspekte der Bindungsforschung für ihre Ausführungen.

Aufbau

Das Buch ist übersichtlich gegliedert und bietet dem Leser sowohl theoretische Fundierung, als auch realitätsnahen Praxisbezug. So können interessierte Leser bereits im Leitfaden filtern, welche Fragestellung sie bewegt und entsprechende Inhalte im dazugehörigen Kapitel nachlesen. Die daraus resultierende Themenbreite ist sinnvoll in vier Abschnitte gegliedert. Ergänzt wird diese Struktur durch farblich unterlegte Schaukästen und einen zusammenfassenden Schaukasten am Ende des jeweiligen Kapitels. Schlagwörter der einzelnen Textpassagen werden zudem farblich abgehoben. Die Überschriften sind dabei eher offen, aber praxisnah formuliert und laden den Leser somit zum Lesen ein.

Jeder einzelne Abschnitt erhält neben einigen theoretischen Darstellungen konkrete Praxisbeispiele oder kleine Tipps und Informationen, die als vertiefende Denkanstöße auch zur Eigenreflexion anregen. Die jeweiligen Inhalte der Kapitel ergänzen sich, können aber auch sehr gut einzeln gelesen werden, um sich beispielsweise einem bestimmten Themenbereich zu nähern.

Die Inhalte des Buches werden durch ein Grußwort des ehemaligen Präsidenten der Deutschen Liga für das Kind, sowie einem Vorwort der Autorinnen aus der Erstauflage und einem aktuellen Vorwort zur vorliegenden vierten Auflage ergänzt. Das Stichwortverzeichnis am Ende des Buches erlaubt dem Leser, Einzelwörter im Gesamtwerk nachzuschlagen.

Inhalt

Im Vorwort stellen Dr.habil. Gabriele Haug-Schnabel und Barbara Schmid-Steinbrunner zunächst dar, unter welchem Aspekt sie das vorliegende Werk verfasst haben und auf geben zugleich einen ersten Ausblick, welche Inhalte den Leser in ihrem Buch erwarten werden.

Die folgenden vier Kapitel sind durch die Autorinnen nummeriert worden und werden durch nicht nummerierte Unterkapitel, bzw. Überschriften ergänzt. Die Überschriften der einzelnen Kapitel wurden offenen formuliert und sprechen den Leser direkt an, so dass der Charakter eines Ratgebers zu erkennen ist. Jedes Kapitel wird zudem durch offene Fragestellungen eingeleitet, die Eltern und Pädagogen auf dem Herzen liegen könnten. Diese bilden ergänzend den zu erwartenden Inhalt ab.

Kapitel eins verdeutlicht zunächst, wie Kinder auf ein selbstbestimmtes Leben vorbereitet werden können. Die ersten Ausführungen beziehen sich auf die Eltern und Erwachsenen und stärken zu Beginn des Buches die Kompetenz und das Selbstwertgefühl dieser. Im weiteren Verlauf des Kapitels informieren die Autorinnen über Angst, Gewalt und Sucht, so dass sich der Leser ein Bild über Risiko- und Schutzfaktoren machen kann. Ergänzt wird dargestellt, wie Resilienz gestärkt und Sucht vorgebeugt werden kann.

Das darauf folgende zweite Kapitel zeigt dem Leser auf, wie ein Kind lernt, sich selbst zu kennen und zu mögen. Den Autorinnen machen deutlich, dass jedes Kind, von Geburt an, an seiner Umwelt interessiert ist und fordern Eltern und pädagogische Fachkräfte auf, dem Kind durch Vertrauen und emotionale Sicherheit entsprechenden Raum für Selbsterfahrung zu ermöglichen.

In Kapitel drei referieren Haug-Schnabel und Schmid-Steinbrunner über das Entdecken der eigenen Fähigkeiten, bei dem Kinder Erfahrungen fürs Leben sammeln. Sie erläutert in ihren Ausführungen theoretisch und praktisch anschaulich die Grundbedürfnisse des Kindes hinter diesem Verhalten und werben für das selbstbestimmte Spiel der Kinder. Eltern und pädagogische Fachkräfte erhalten die Option sich kritisch zu betrachten und so einen neuen Blick auf das Spiel der Kinder zu werfen.

Kapital vier stellt dar, wie Kinder ihren Weg im Leben finden und ihr Leben selbst in die Hand nehmen können. Es motiviert die Eltern und pädagogischen Fachkräfte sich auf die Selbstwirksamkeit eines Kindes einzulassen. Zusätzlich bieten die Autorinnen einen kurzen Exkurs zum Themengebiet „Identität“ und ermutigen hier, Eigensinn positiv zu bewerten und zuzulassen.

Neben einem Stichwortverzeichnis am Ende des Buches, ist ein übersichtliches und facettenreiches Literaturverzeichnis abgebildet. Darüber hinaus findet der Leser nützliche Adressen zur weiteren Auseinandersetzung mit dem Themengebiet „Kinder stark machen“.

Diskussion

Die Welt entwickelt sich rasend schnell weiter und Kinder erleben bereits in frühen Jahren unterschiedliche Herausforderungen. Eltern und pädagogischen Fachkräften muss daher alles daran liegen, Kinder stark zu machen und sie zu selbstbewussten Menschen heranwachsen zu lassen. In dieser veränderten Welt erleben die Erwachsenen häufig selbst enormen Stress. Sie tragen viel Verantwortung und so neigen sie dazu, Kindern Selbsterfahrungen abzunehmen. Das Thema Resilienzförderung spielt demnach eine immer größer werdende Bedeutung und ist in vielen Tageseinrichtungen für Kinder bereits gelebter Alltag. Den Autorinnen Haug Schnabel und Schmid-Steinbrunner gelingt es in ihrem Werk, Eltern und pädagogischen Fachkräften Druck zu nehmen und den Blick auf die Bedürfnisse des Kindes zu lenken. Sie motivieren dazu, dem Kind Zeit für Erfahrungen zu lassen und ihm Freiräume zu schenken, in denen es sich selbstaktiv ausprobieren kann. Dabei gelingt es dem Autorenteam zudem, die verschiedenen Altersstrukturen mit ihren unterschiedlichen Entwicklungen abzubilden und bedeutende Fragestellungen aufzugreifen.

Unabhängig vom adäquaten Inhalt des Buches sei zu benennen, dass die farbliche Unterteilung, die die Zugehörigkeit zum einem Kapitel signalisiert, nicht unbedingt nötig gewesen wäre. Mitunter wirken die vielen Aufführungszeichen, veränderten Schriftarten, bzw. Schriftgrößen und umrandeten Schlagwörter in den jeweiligen Kapiteln zudem unruhig und erschweren dem (schnellen) Leser, herauszufiltern, was besonders wichtig und lesenswert ist.

Fazit

Das Buch bietet eine detaillierte Betrachtung zum Themenbereich Resilienz und stellt eine wertschätzende Pädagogik dar. Besonders dem fachfremden Leser wird in Form dieses Ratgebers ein ressourcenorientierter Blick auf die Erziehung des Kindes gegeben, der jedoch nicht belehrend wirkt. Demnach motiviert das Buch Eltern, aber auch pädagogische Fachkräfte, ihre Haltung zu überdenken und dem Kind mehr Selbsterfahrung im Alltag zu ermöglichen und zuzutrauen. Die Kombination aus Praxisbezug und theoretischen Aspekten ist sehr gut für den Leser nutzbar, da Inhalte verständlich formuliert wurden. Die vielen Verknüpfungen und wissenschaftlichen Erläuterungen sind praxisnah gewählt, wecken das Interesse des Lesers an weiteren Informationen und regen zum Weiterlesen an.

Der Schaukasten „Das Wichtigste in Kürze“ am Ende eines jeden Kapitels bietet dem schnellen Leser einen Kurzüberblick und ist somit auch in der Praxis für Pädagogen sinnvoll, um Fachwissen zu erweitern oder aufzufrischen.

Rezension von
Christiane Fahrendorf
Staatlich anerkannte Erzieherin, Einrichtungsleitung einer viergruppigen Kindertagesstätte, Studierende des Studiengangs Bildungs- und Sozialmanagement an der HS Koblenz
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Es gibt 5 Rezensionen von Christiane Fahrendorf.

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ISSN 2190-9245