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Helmut Kreidenweis: Sozialinformatik

Cover Helmut Kreidenweis: Sozialinformatik. Nomos Verlagsgesellschaft (Baden-Baden) 2004. 189 Seiten. ISBN 978-3-8329-0728-0. 19,80 EUR, CH: 34,90 sFr.
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Auf dem Weg zur Normalität

Seit etwa dem Jahr 2000 hat sich der Begriff Sozialinformatik für die systematische Betrachtung des EDV-Einsatzes in der Sozialen Arbeit und ihren Handlungsfeldern eingebürgert. Der Zugang sozialer Einrichtungen zur EDV-Nutzung und analytischen Reflexion derselben verlief dabei nicht gerade unproblematisch. Einer starken emotionalen Ablehnung stand eher selten Begeisterung gegenüber. Daraus resultierte auch ein Vorteil: der Hype der "New Economy" ging an der Sozialwirtschaft weitgehend vorbei. Mittlerweile gehören PC, Branchenlösungen und Internet zu den (fast) selbstverständlichen Instrumenten in sozialen Organisationen. Die Professionalität des EDV-Einsatzes ist allerdings oft noch unterentwickelt. Systematische Planung und Umsetzung von IT-Konzepten sind eher die Ausnahme als die Regel. Da kommt eine systematische Einführung in die Sozialinformatik gerade zur rechten Zeit.

Autor und Entstehung des Buches

Helmut Kreidenweis war mehrere Jahre für einen großen Anbieter von Sozialsoftware tätig, bevor er sich als unabhängiger IT-Berater für soziale Organisationen selbständig gemacht hat. Durch die Mitwirkung bei der ConSozial als führender Fachmesse für den Sozialmarkt hat er seine profunde Branchenkenntnis weiter vertiefen können. Neben weiteren Tätigkeiten als Dozent, Autor und Herausgeber ist er seit 2002 Professor für Sozialinformatik an der Fachhochschule Neubrandenburg.

Das Buch ist Teil der Reihe "Studienkurs Management in der Sozialwirtschaft".

Inhalte

Im Vorwort wird der Anspruch erhoben, in die junge Disziplin Sozialinformatik einzuführen und dabei vor allem die management-orientierten Aspekte darzustellen. Diesem Anspruch wird das Werk uneingeschränkt gerecht.

  • Die beiden ersten Kapitel liefern eine kurze Einführung zum Begriff der Sozialinformatik und in die Grundlagen der Informatik. Letzteres erfolgt sehr anschaulich und beschränkt sich mit Rücksicht auf den verfügbaren Platz auf einige Grundkonzepte. Auf weiterführende Literatur wird hier wie auch zu anderen Themen verwiesen.
  • Im Mittelpunkt der Ausführungen stehen die einsetzbaren Technologien vom Betriebssystem bis zum Internet (Kapitel 3), das Informations- und Prozessmanagement (Kapitel 4) und IT-Management in sozialen Organisationen (Kapitel 5). Hinweise zu Datenschutz/-sicherheit, Literatur/Links und ein knappes Glossar runden das Buch ab.
  • Der Schwerpunkt der Darstellung liegt beim betrieblichen Einsatz von IT. Dabei werden Anwendungsbereiche von Standardsoftware über Branchensoftware bis zum Internet angesprochen. Die Abbildung von Geschäftsprozessen wird ebenso behandelt, wie die Organisation des IT-Managements selber, hier insbesondere die Softwareauswahl und -einführung.

Abgesehen von der kurzen Einführung in die allgemeine Informatik wird durchgängig ein vorbildlicher Bezug zur Sozialwirtschaft und der Realität des praktischen IT-Einsatzes hergestellt. Der Text ist verständlich und präzise, die Ausführungen sind gut gegliedert und durch zahlreiche Abbildungen, Tabellen, Tipps, Marginalien und Übungsfragen aufgelockert.

Die Gestaltung ist sehr vielseitig. Das Spektrum reicht von Checklisten zur sofortigen Anwendung, z.B. Aufbau eines Pflichtenheftes (Seite 117), bis zu einem Zukunftsszenario mit "Waltraud Web", Sozialarbeiterin im Jahr 2020 (Seite 71).

Für Theorie und Praxis

Das Buch vermittelt StudentInnen einen guten Überblick über nahezu alle Aspekte des IT-Einsatzes in sozialen Organisationen. Durch die starke Managementorientierung liefert es auch Leitungskräften der Sozialwirtschaft einen fundierten Überblick über die wichtigsten Aspekte des betrieblichen IT-Einsatzes. IT-Profis werden eher auf Online-Ressourcen als ein einführendes Lehrbuch zurückgreifen. Aber auch ihnen kann der eine oder andere Abschnitt helfen, ihre Arbeit zu reflektieren. Mit einem Umfang von knapp 200 Seiten kann es natürlich nicht alle Fragestellungen abschließend behandeln. Dazu dienen die ausreichenden Verweise auf weiterführende Quellen.


Rezensent
Dipl.-Kfm. Christian Koch
Geschäftsführer der socialnet GmbH und selbständiger Unternehmensberater für Nonprofit-Organisationen
Homepage www.npoconsult.de
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Zitiervorschlag
Christian Koch. Rezension vom 01.03.2005 zu: Helmut Kreidenweis: Sozialinformatik. Nomos Verlagsgesellschaft (Baden-Baden) 2004. ISBN 978-3-8329-0728-0. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/1856.php, Datum des Zugriffs 21.09.2017.


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