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Mandy Fuchs: Alle Kinder sind Matheforscher

Cover Mandy Fuchs: Alle Kinder sind Matheforscher. Frühkindliche Begabungsförderung in inklusiven Gruppen. Kallmeyer Verlag (Seelze/Velber) 2014. 224 Seiten. ISBN 978-3-7800-4800-4. D: 29,95 EUR, A: 30,80 EUR, CH: 40,90 sFr.
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Thema

Begabungen für Mathematik sind auch vor der Einschulung bei Kindern in vielfältiger Form sichtbar oder erlebbar. Wie kann die Kompetenz angemessen gefördert werden? Wie kann die Begeisterung aufrechterhalten werden? Welche Rollen spielen pädagogische Fachkräfte? In dem Buch wird vor allem den beiden Schwerpunkten nachgegangen:

  1. Förderung und Augenmerk auf alle Kinder und deren individuellen Förderung (inklusiver Gedanke) und die spezielle Förderung von Matheassen.
  2. frühkindliche mathematische und kindorientierte Begabtenförderung, die sich am Alltag der Kinder orientiert und ein Weiterlernen an der Grundschule ermöglicht.

Autorin

Prof. Dr. Mandy Fuchs ist als Professorin an der Hochschule Neubrandenburg im Studiengang „Early Education – Bildung und Erziehung im Kindesalter“ tätig und Inhaberin der Professur „Didaktik frühkindlicher Bildung und Erziehung“. Sie ist Herausgeberin und Autorin der Schulbuchreihen „Rechenwege“ und „MATHEHAUS“ sowie von Materialien zur Förderung „Kleiner Matheasse“ im Primarbereich.

Zielgruppe

Das Buch richtet sich vor allem an pädagogische Fachkräfte aus den Bereichen Vorschulerziehung und Grundschule (LehrerInnen, ErzieherInnen, SozialpädagogInnen und Studierende) und interessierte Leser.

Aufbau

Das Buch gliedert sich in sieben Kapitel mit anschließendem Literaturverzeichnis und Glossar, in dem die wichtige Fachbegriffe erklärt werden.

Das Buch beginnt mit theoretischen Einführungen und Diskussionen. Es folgen praktische Übungen und Materialien.

Zum Buch gehört auch ein Download- Code. Dort können Kopiervorlagen, Interviewbögen und weitere Materialien zum Buch heruntergeladen werden.

Inhalt

Das Buch beginnt mit theoretischen Überlegungen und Diskussionen zum Thema Bildung und mathematischen Basiskompetenzen. Diese sind wissenschaftlich beschrieben und bieten eine Fülle an Fachwissen und Querverweisen. Didaktisch sind die Kapitel interaktiv gestaltet, immer wieder werden Anregungen gegeben, über die eigene Geschichte und Erfahrungen nachzudenken. In allen Kapiteln werden, oft bebilderte, praktische Beispiele gegeben und durch strukturierte Tabellen Ergebnisse zusammengefasst.

1. Grundpositionen zur Bildungsphilosophie und Lernkultur im Elementarbereich. Mandy Fuchs regt eine Auseinandersetzung mit den Leitideen zur Inklusion, Begabtenförderung und Potentialentwicklung an. Für Fuchs ist die individuelle Förderung auch immer eine Begabtenförderung und damit eine Förderung von „Matheassen“. Grundlage bildet ein konstruktivistischer Ansatz, der sich durch den inklusiven Ansatz (u.a. Partizipation aller, Annahme und Akzeptanz von Vielfalt etc.) gut ergänzt. Kontext des Buches sind: hochbegabte Kinder, deren Eltern und pädagogische Fachkräfte. Hier zeigt Fuchs Chancen und Grenzen auf. Ihr Ziel ist das Verständnis der Eltern für die unterschiedlichen Situationen und die Spezialisierung der pädagogischen Fachkräfte.

2. Ziele, Inhalte und didaktische Leitideen mathematischer Bildung. Fuchs stellt mathematischen Basiskompetenzen vor: Zählen und Abzählen, Mengenverständnis, Nutzung des visuellen Gedächtnisses u. v. m. Sie beschreibt Mathematik als „Wissenschaft von den Mustern“, damit ist Mathematik auch im Alltag zu entdecken und der Alltag schafft Lerngelegenheiten. Die Schnittmenge von Mathematik im Alltag, Mathematik im Spiel und offenen mathematischen Lernangeboten ist das Numeracy- Modell, die „frühe mathematische Bildung“.

3. Die Rolle pädagogischer Fachkräfte im Kontext mathematischer Bildung. Fuchs beschreibt grundsätzliche Haltungen und Einstellungen zu den vorgenannten Themen: Bildung, Kinder, Erziehung, Inklusion und Hochbegabung. Sie geht von einem vertrauensvollen Fachkraft- Kind- Verhältnis aus. Für die mathematische Bildung sind die mathematische Handlungskompetenz und auch das Fachwissen weitere Grundlagen. Dazu kommt das Beobachten und Dokumentieren.

4. Offene mathematische Spiel- und Lernfelder. Das „offene mathematische Lernangebot“ gehört als dritter Teil zum Numeracy- Modell. Fuchs entwickelt und erprobt seit Langem gemeinsam mit Prof. Käpnick Methoden zur Umsetzung. Hier werden die Grundvoraussetzungen für ein offenes Lernangebot vorgestellt und Hilfen zur Planung und Vorbereitung gegeben.

5. Beispiele für offene mathematische Spiel- und Lernfelder. Fuchs stellt erprobte offene Spiel- und Lernfelder für 5-7jährige vor. Sie weißt darauf hin, dass Offenheit und Situationsangemessenheit wesentliche Faktoren für das Gelingen der Durchführung sind. Es folgen 24 Angebote, die oftmals mit einfachem Material durchführbar sind. Vorangestellt werden: Material, mathematische Inhaltsbereiche, Prozessziele, lernbereichsübergreifende Möglichkeiten. Es folgen: Einstiegsphase, Forscherphase, Präsentations- und Auswertungsphase, mathematisches Potential und Fragen und Impulse.

6. Herausforderungen und Möglichkeiten des Erkennens kleiner Matheasse. „Matheasse“ haben ganz unterschiedlich mathematische Begabungen. Daraus ergibt sich, dass auch Hochbegabung aus mathematischer Perspektive sehr verschieden sind. Fuchs erschient es als notwendig diese zu erkennen und Merkmale zu benennen. Die Grundlagen zur weiteren Förderung bilden hier die Beobachtungen und Dokumentationen der pädagogischen Fachkräfte sowie der Eltern und das Befragen der Kinder. Entsprechende Fragebögen dazu werden bereitgestellt.

7. Matheforscher und Matheasse im Übergang von der Kita in die Grundschule. Der Übergang von der Kita zur Grundschule stellt für alle eine Herausforderung dar. Immer wieder geht es Fuchs um die Wertschätzung besonderer Fähigkeiten und Kompetenzen. Daraus entwickelt sie für die verschiedenen beteiligten Gruppen und Institutionen Forderungen zum Gelingen.

8. Literaturverzeichnis

9. Glossar

Fazit

Das Buch von Prof. Mandy Fuchs zeigt die Besonderheiten von mathematischen Begabungen, den „Matheassen“, und deren Erkennen und verbindet Hochbegabung mit Inklusion. Es ist erstaunlich welche Fähigkeiten bereits bei Kleinkindern erlebt werden; die beschriebenen Kinderportraits sind überraschend.
Kernstück des Buches ist der Praxisteil mit den erprobten mathematischen Lern- und Spielfelder, die sich vielfach umsetzen und weiterentwickeln lassen. Hier wird gezeigt, dass mathematisches Denken sehr vielfältig ist und bei den unterschiedlichsten Gelegenheiten auftritt. Und zwar weit ab von Zahlen lernen und ersten Rechenübungen. Fuchs geht es um eine „Gefühl“ für die Mathematik und deren Verständnis.

Die eher theoretischen Kapitel können als Angebot für Teams verstanden werden, um gemeinsam reflektierenden Fragen zu beantwortet und Diskussion untereinander zu entfachen. Unterstützend werden viele anregende Merk- oder Aktionskästen, die Impulse und Hinweise beinhalten, geboten.

Zusammenfassend kann der Übergang von der Kita zur Schule gelingen, wenn das Kind sich mit Spaß und Neugierde einbringen darf, die Kita Lernsituationen schafft, die Schule den Austausch zwischen Erziehern und Lehrern sucht und Potentiale ernst nimmt und die Eltern sich aktiv beteiligen.


Rezensentin
Monika Pietsch
Training und Konstruktives Lernen
selbständige Trainerin und Beraterin, Schwerpunkt: Team- und Führungskompetenzen mit den Methoden des konstruktiven Lernens
Homepage www.training-konstruktiv.de
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Zitiervorschlag
Monika Pietsch. Rezension vom 22.09.2015 zu: Mandy Fuchs: Alle Kinder sind Matheforscher. Frühkindliche Begabungsförderung in inklusiven Gruppen. Kallmeyer Verlag (Seelze/Velber) 2014. ISBN 978-3-7800-4800-4. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/18602.php, Datum des Zugriffs 18.06.2019.


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ISSN 2190-9245

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