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Roger Prott, Annette Hautumm: [...] Zusammenarbeit von Erzieherinnen und Eltern

Rezensiert von Dipl.-Päd. Elke Katharina Klaudy, 22.02.2005

Cover Roger Prott, Annette Hautumm: [...] Zusammenarbeit von Erzieherinnen und Eltern ISBN 978-3-937785-01-1

Roger Prott, Annette Hautumm: 12 Prinzipien für eine erfolgreiche Zusammenarbeit von Erzieherinnen und Eltern. verlag das netz GmbH (Kiliansroda) 2004. 38 Seiten. ISBN 978-3-937785-01-1. 6,90 EUR.
Reihe: Betrifft Kinder - 2004, H. 1, Extra.

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Der Autor

Dr. Roger Prott arbeitet als freiberuflicher Referent im Arbeitsgebiet Frühkindliche Förderung in Kindertagesstätten.

Einführung ins Thema

Zumindest die Begrifflichkeit hat sich verändert. Während bisher in Tageseinrichtungen für Kinder von Elternarbeit gesprochen wurde, so ist es heute Erziehungs- und Bildungspartnerschaft mit Eltern, um die sich Erzieher und Erzieherinnen bemühen. Welcher grundsätzlichen Haltung diese bedarf und welcher institutionelle Rahmen dafür erforderlich ist wird mittels 12 Prinzipien vorgestellt. Die vorgestellten Prinzipien entstanden im Zusammenhang mit einem einführenden Vortrag zum Thema 'Partnerschaft zwischen Erzieherinnen und Eltern' im Auftrag der Bernhard-van-Leer-Stiftung (Den Haag) für die 4. Jahrestagung des 'Regionalen Netzwerks für Frühkindliche Erziehung und Entwicklung für Zentral- und Osteuropa' 2002 in Belgrad.

Aufbau und Inhalte

Gegliedert in drei Abschnitte werden 12 Prinzipien vorgestellt, die zur generellen Klärung der Zusammenarbeit mit Eltern beitragen. Nach Prott ist nicht Partnerschaft das entscheidende Moment zwischen Erzieherinnen und Eltern, sondern ihre Zusammenarbeit, die die Entwicklung von Kindern fördert und sich später (vielleicht) zu einer Partnerschaft ausweiten kann. Als Grundhaltung dazu fasst Roger Prott zusammen: "Die Qualität der Zusammenarbeit zwischen Erzieherinnen und Eltern kann nicht besser sein als die Achtung und Würdigung, die beide Seiten einander als Repräsentanten ihrer Kulturen entgegenbringen." (Seite 20) Dazu gilt es organisatorische Fragen zu klären und zwischen Grundbedingungen und Zielen zu unterscheiden, damit sich gegenseitiges Vertrauen mittels gemeinsamer Erfahrungen bilden kann.

Im ersten Abschnitt werden die "Voraussetzungen" für die Gestaltung einer qualifizierten Zusammenarbeit zwischen Erzieherinnen und Eltern dargestellt. Dazu gehören grundsätzliche Überlegungen und solche, die die institutionellen Voraussetzungen klären helfen:

  • Klären Sie, was Ihnen Zusammenarbeit und Partnerschaft bedeuten und was Sie anstreben.
  • Prüfen Sie, ob Ihre Interessen, die der Eltern und die der Institution tatsächlich zusammen passen.
  • Klären Sie den genauen Auftrag Ihrer Institution, damit Sie einen realistischen Rahmen für die Zusammenarbeit entwickeln können.
  • Beachten Sie die Hürde zwischen der Institution und dem individuellen Nutzer. Rechnen Sie als Erzieherin mit Vorerfahrungen der Eltern, die ihnen Anlass zu Vorsicht oder Skepsis geben.
  • Rechnen Sie damit, dass Eltern bereits viele wohlmeinende Ratgeber und deren gut gemeinte Ratschläge kennen gelernt haben.

Der zweite Anschnitt hinterfragt das professionelle Grundverständnis der Erzieherinnen als "Basis für die Zusammenarbeit":

  • Gehen Sie davon aus, dass fast alle Kinder, fast alle Eltern und fast alle Erzieherinnen in ganz normalen Umständen leben - entsprechend dem, was die Gesellschaft an Vielfalt zulässt und was immer dies in der Realität des täglichen Lebens heißen mag.
  • Berücksichtigen Sie, dass die Fachlichkeit der Pädagoginnen und Pädagogen auf das Wissen und den Sachverstand der Eltern angewiesen ist.
  • Erzieherinnen müssen ihre Arbeit darstellen und begründen - Eltern müssen ihr Handeln nicht rechtfertigen.
  • Wenn etwas schief läuft - unterstellen Sie unklare Absprachen oder ernst zu nehmende Gründe für das Verhalten der Eltern. Eltern wollen Sie weder enttäuschen noch kränken.
  • Sprechen Sie über Kompetenzen und Ressourcen, nicht über Defizite.

Der dritte und letzte Abschnitt beinhaltet Grundsatzgedanken zur "Sicherung der Zusammenarbeit", die in jeder Phase wichtig werden können:

  • Um Partnerschaft zu sichern, müssen alle Beteiligten gleiche Rechte haben.
  • Suchen Sie zuallererst in der Institution oder im organisierten Zusammenhang nach Gründen, wenn Eltern nicht mit Ihnen zusammenarbeiten.

Fazit

Die "12 Prinzipien für eine erfolgreiche Zusammenarbeit von Erzieherinnen und Eltern", die Roger Prott in seiner Broschüre vorstellt, sind als allgemeine Regeln oder Grundsätze für zielgerichtetes Handeln zu verstehen. Sie sind kurz und prägnant gefasst und geeignet die generelle Haltung im Team zur Zusammenarbeit mit Eltern zu hinterfragen und die Diskussion darüber anzuregen. Passt die zu Grunde liegende hohe Wertschätzung von Eltern - und das sollte selbstverständlich sein - zu den Zielen der Kindertageseinrichtung, dann können die 12 Prinzipien als Maßstab dienen, mit dessen Hilfe konkrete Handlungen geplant, durchgeführt und überprüft werden können.

Rezension von
Dipl.-Päd. Elke Katharina Klaudy

Es gibt 42 Rezensionen von Elke Katharina Klaudy.

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ISSN 2190-9245