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Sabine Skalla (Hrsg.): Handbuch für die KiTa-Leitung

Rezensiert von Dipl.Soz-Päd. Martin Walz, 11.08.2015

Cover Sabine Skalla (Hrsg.): Handbuch für die KiTa-Leitung ISBN 978-3-556-06578-5

Sabine Skalla (Hrsg.): Handbuch für die KiTa-Leitung. Carl Link (Kronach) 2015. 492 Seiten. ISBN 978-3-556-06578-5. D: 59,95 EUR, A: 61,70 EUR, CH: 79,00 sFr.

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Thema

„Führung ist wie Hausfrauenarbeit. Niemand sieht sie. Es sei denn, sie wird nicht gemacht.“ (Ruth Seliger, 2013, S. 17) Dieses Zitat findet sich als einleitender Satz eines Teilbeitrages im vorliegenden Handbuch auf Seite 225. Eine mögliche Interpretation: Fehler und Schwierigkeiten treten dann auf, wenn Leitungsaufgaben nicht oder in ungenügender Weise erfüllt werden. Leitungskräfte von Kindertageseinrichtungen haben eine Reihe von vielfältigen Anforderungen zu bewältigen. Hierauf sollten sie vorbereitet sein. Das Handbuch möchte „mit anschaulichen Texten und Hilfestellungen“ Unterstützung bieten. In acht Kapiteln werden bedeutsame Themenfelder behandelt.

Herausgeberin

Prof. Dr. Sabine Skalla, Professorin an der DIPLOMA Hochschule sowie Studiendekanin für den Studiengang „Frühpädagogik – Leitung und Management von Kindertageseinrichtungen“ und Leiterin des Fachbereichs Gesundheit und Soziales des DIPLOMA Studienzentrums. (Buchrückseite)

Aufbau

Nach der Einführung (8 Seiten) ist das Handbuch in folgende Kapitel unterteilt:

  • Rechtliche Grundlagen (76 Seiten)
  • BWL in der Kita (27 Seiten)
  • Personalmanagement (90 Seiten)
  • Leitungskompetenzen (60 Seiten)
  • Zusammenarbeit und Erziehungspartnerschaft (34 Seiten)
  • Organisation und Zeitmanagement (50 Seiten)
  • Qualitätsmanagement (84 Seiten)
  • Kooperation und Netzwerkarbeit (31 Seiten)

Literaturhinweise befinden sich jeweils am Kapitelende oder auch im Anschluss an die einzelnen Beiträge.

Ein Autoren- sowie ein Stichwortverzeichnis schließen die Publikation ab.

Inhalt

Die Tatsache, dass die Anforderungen an Kitaleitungen in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen sind, es aber oftmals ungeklärt ist, wie die notwendige Kompetenzen erlangt werden sollen, nimmt Sabine Skalla zum Ausgangspunkt, um in ihrer „Einführung“ verschiedene Gedanken über Professionalisierung und Qualifizierung zu entwickeln.

Das Kapitel „Rechtliche Grundlagen“ beginnt mit einem allgemeinen Beitrag zu Recht in Kindertagesstätten. Nach einer Einführung werden kitarelevante Aspekte wie beispielsweise unverheiratete Eltern, Abholsituationen oder der Betreuungsvertrag aufgegriffen. Einen separaten Beitrag gibt es zur Aufsichtspflicht. Zwei weitere Artikel beschäftigen sich mit dem Arbeitsrecht und der Fragestellung, wie Kindeswohlgefährdung erkannt und wie entsprechend professionell gehandelt werden kann.

Das Thema „BWL in der Kita“ könnte selbst Bücher füllen. Der Autor des Beitrags möchte vorhandene Ängste und Unsicherheiten abbauen und mit konkreten Beispielen betriebswirtschaftliches Handeln verdeutlichen. Dabei geht er auf Grundlagen, das externe (z. B. Bilanz und Buchungen) und das interne Rechnungswesen (z. B. Kosten- und Leistungsrechnung) ein.

Personalmanagement“ beginnt mit der nachhaltigen Gewinnung von Personal. Eben darum geht es im ersten Beitrag. Neben klassischen Wegen wie Stellenanzeigen, zeigt die Autorin zum Beispiel auch, wie das Internet und das digitale Networking als Wege des Personalmarketings genutzt werden und welche Fragen zu Beginn und Ende eines Dienstverhältnisses auftreten können. In den Folgebeiträgen geht es um Zusammenarbeit im Team und Teamentwicklung. In einem weiteren Artikel werden das Phänomen „Konflikt“ aus verschiedenen Perspektiven betrachtet und Schritte des Konfliktmanagements aufgezeigt. Kapitelabschließend geht es um das Thema Gesundheit. Dabei werden der Setting-Ansatz und verschiedene Möglichkeiten der Gesundheitsförderung in Kitas beschrieben.

Die vier Teilbeiträge des Kapitels „Leitungskompetenzen“ beschäftigen sich mit der systematischen Fort- und Weiterbildung im Allgemeinen, der Führungspersönlichkeit der Leitungskraft, mit konkreten Führungstechniken und dem lösungsorientierten Führungsstil.

Die „Zusammenarbeit und Erziehungspartnerschaft“ beginnt – das verdeutlicht auch die Autorin im ersten Beitrag – vor den eigentlichen Übergängen, die man in der Lebensspanne bewältigen muss. An zwei Übergängen ist die Kindertageseinrichtung aktiv beteiligt: Der Übergang von der Familie in die Kita (Teilbeitrag zwei) und in die Schule (Teilbeitrag vier). Die „übergeordneten Aufgaben der Leitung“ werden im dritten Beitrag thematisiert.

Die Mehrheit der Leitungskräfte verfügt nur über anteilige oder keine Freistellung vom Gruppendienst und ist so einer doppelten Belastung ausgesetzt. Im ersten Teil des Kapitels „Organisation und Zeitmanagement“ gibt die Autorin Anregungen, wie alles „unter einen Hut“ (S. 309) gebracht werden kann. Im zweiten Teil geht sie konkreter auf das Selbst- und Zeitmanagement ein. Die letzten beiden Teilbeiträge greifen „Stressmanagement für Leitungen“ und das „Gesundheitsmanagement in der Kita“ im Allgemeinen auf.

Der erste Teil des Kapitels „Qualitätsmanagement“ beginnt mit einer Einleitung ins Thema, definiert grundlegende Begriffe und gibt einen Überblick über Qualitätsentwicklungsverfahren. Im Folgenden werden die „Qualitätsentwicklung in Kitas“ und die diesbezüglichen Aufgaben der Kitaleitung diskutiert. Der zweite Beitrag ist mit „Kreatives Qualitätsmanagement“ überschrieben. Der Autor plädiert dafür, dass Qualitätsmanagement auch immer als Qualitäts- und Organisationsentwicklung anzusehen ist. Es sollte weniger technisch, sondern kreativ entwickelt und praktisch genutzt werden. Mit der Fragestellung, wie Führungskräfte Qualitätsentwicklung erfolgreich managen können, beschäftigt sich der dritte Teilbeitrag. „Qualität messbar machen“ (Beitrag vier) greift das Themenfeld „Evaluation“ auf und geht auch auf Evaluationsinstrumente für Kindertageseinrichtungen ein.

Nach einem einleitenden Beitrag, in dem die Autorin mit konkreten Gedanken einiges „auf den Punkt bringt“, setzt sie das Kapitel „Kooperation und Netzwerkarbeit“ mit Beiträgen zu Public Relation und Öffentlichkeitsarbeit sowie Fundraising und Sponsoring fort. Kapitelabschließend geht die Autorin auf den Umgang mit der Anspruchsgruppe Eltern ein.

Diskussion und Fazit

Leitungskräfte, so beschreibt es Sabine Skalla auch in ihrer Einführung, müssen viele Hüte tragen können. Sie nennt beispielsweise Beraten, Teams leiten und entwickeln, moderieren, Konzepte entwickeln und Konflikte managen. Viele diese Tätigkeiten sind von außen nicht auf dem ersten Blick erkennbar. Mittelbar wirken sie sich allerdings auf die Qualität der Leistungserbringung der Einrichtung aus. Die Bedeutung von Führungsaufgaben sollte erkannt werden und sich in entsprechenden Rahmenbedingungen, wie Leitungsfreistellung, Weiterqualifizierung und Unterstützung widerspiegeln.

In neun Kapiteln und knapp 480 Seiten werden bedeutsame Themen für Leitungskräfte aufgegriffen. Die einzelnen Teilbeiträge sind kompakt gehalten und enthalten dennoch alle wesentlichen Informationen. Für bestimmte Themenfelder, wie beispielsweise Recht oder BWL, findet man einen guten Überblick, der zum allgemeinen Verständnis beiträgt. Viele Fragestellungen, wie beispielsweise Aufsichtspflicht, Teamarbeit oder Führungstechniken werden auch sehr konkret und differenziert aufgegriffen. In allen Beiträgen ist jederzeit ein Bezug zur Kindertagesbetreuung gegeben, so dass ein Hinterfragen der Leitungstätigkeit und ein Übertragen der Informationen und Anregungen gut vorbereitet ist. Das vorliegende Handbuch kann Leitungskräfte in ihrem Alltag unterstützen. Im Autorenverzeichnis erhält der Leser einen guten Einblick in die Erfahrungen der 23 Verfasser.

Das Handbuch beeindruckt bereits beim ersten Durchblättern mit einem sehr ansprechenden Layout und einer übersichtlichen Aufteilung. In den Beiträgen sind Tabellen, Abbildungen oder auch Grafiken eingestreut, die das Lesen abwechslungsreicher gestalten. Den Autorinnen und Autoren gelingt es gut, die Themen praxisnah und aktuell darzustellen.

Rezension von
Dipl.Soz-Päd. Martin Walz
Master of Social Management, Diplom-Sozialpädagoge (FH) Geschäftsführer Kindertageseinrichtungen mit mehrjähriger Berufserfahrung in der Kinder- und Jugendhilfe
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Es gibt 68 Rezensionen von Martin Walz.

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Zitiervorschlag
Martin Walz. Rezension vom 11.08.2015 zu: Sabine Skalla (Hrsg.): Handbuch für die KiTa-Leitung. Carl Link (Kronach) 2015. ISBN 978-3-556-06578-5. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/18795.php, Datum des Zugriffs 25.02.2024.


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