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Alexandra Salzmann, Peter Kuhn (Hrsg.): Sport

Cover Alexandra Salzmann, Peter Kuhn (Hrsg.): Sport. Cornelsen Verlag GmbH (Berlin) 2014. 240 Seiten. ISBN 978-3-589-16394-6. 23,95 EUR.
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Thema

Bei dieser Rezension handelt es sich um das Buch der Herausgeber Alexandra Salzmann und Peter Kuhn mit dem Titel „Sport Didaktik für die Grundschule“. Dabei wird der in blau und weiß gehaltene Titel so dargeboten, dass er a priori einen treffenden Eindruck über die inhaltliche Gestaltung des vorliegenden Werkes gibt.

Entstehungshintergrund

Laut dieses Titels und des damit korrespondierenden Themenkomplexes muss man von der Voraussetzung ausgehen, dass es den Autoren zwar generell um die Didaktik für die Grundschule geht, sie jedoch die eigentliche Sportdidaktik als Teilgebiet der „Allgemeinen Didaktik“ einerseits und den Fachdidaktiken andererseits besonders herauskristallisieren möchten. Damit gehen sie mit den Generalisten der Didaktik einerseits und den Fachdidaktikern andererseits durchaus konform. Nicht nur insofern durfte man gespannt sein, wie die Herausgeber diese Interdependenz in dem vorliegenden Band konfigurieren wollten.

Aufbau

Das Gesamtwerk gliedert sich in 9 große Teile. Im Teil 1 wird der theoretische Hintergrund der Sportdidaktik mit den damit einhergehenden Adressaten, den Inhalten, den Grundlagen, den Ideen, den Orientierungsmöglichkeiten und dem Lernen von Bewegungen der Kinder die Sportdidaktik als Wissen(-schafts)fundament von den beiden Herausgebern referiert. Äußerst innovativ wird nun von P. Kuhn ein guter Sportunterricht für Kinder als eine Entdeckungsreise apostrophiert. Analog dazu passt, dass sich Kenntnisse emotional-sozial-affektiver Intentionalität über das freudvolle und sichere Sporttreiben erstrecken, was durch das Abstecken des organisatorischen Rahmens ergänzt wird. In europäischen Curricula erscheint auch das im Kapitel 4 aufbereitete „Miteinander kämpfen“, was die besagten psychosozialen Ressourcen durchaus fördern kann. Bei der Schilderung der „Summe der Koordinativen Fähigkeiten“ bedingt eine gute Gleichgewichtsfähigkeit in der Sportdidaktik mit Sicherheit einen erfolgreichen Lernprozess. Analog dazu werden diese Fähigkeiten zu Recht als Grundlage für vielseitige Bewegungen von der Autorin De Borba präsentiert. Einen absoluten Stellenwert kann dem kindgerechten Gestalten für das Bewegungslernen zugestanden werden, das aber auch durch altersadäquate und situationsgemäße Akzentuierungen ergänzt werden kann. Äußerst gespannt sein darf man auf die Inhalte im Kapitel 8, wo sich die Autoren einer „innovativen Sportspieldidaktik für die Grundschule“ widmen wollen. Das fächerübergreifende bzw. interdisziplinär-integrative Unterrichten kann laut dem Kapitel 9 äußerst kreativ im Sinne von Schlüsselqualifikationen gestaltet werden. Es erscheint mir äußerst bemerkenswert, das zu jedem Kapitel ein Fazit gezogen werden soll, was jedoch ein abschließendes Gesamtresümee nicht ausschließen sollte.

Inhalt

Die Autoren postulieren im ersten Kapitel den „Anwendungsfall Sportdidaktik“, nämlich den eigentlichen Sportunterricht; denn sie möchten eher „einen thematischen Husarenritt“ vollziehen als einer „fachlichen Systematik“ folgen. Sie würdigen den Adressatenkreis eines solchen Unterrichts und behaupten zu Recht, dass wir „ohne Kinder und deren Anerkennung keine Lehrer wären“. Analog dazu beziehen sie sich auf eherne Autoren wie Maria Montessori, Jean-Jacques Rousseau und Friedrich Schleiermacher, mit deren Aussagen man heute noch grundsätzlich konform gehen kann. Unter Anführung von weiteren renommierten Autoren und deren relevanten Ausführungen beruft man sich des Weiteren auf die Selbständigkeit des Kindes und die damit einhergehenden Entwicklungsaufgaben de Kindesalters. Analog dazu spielt das „Erfahrungslernen“ eine ebenso wichtige Rolle. Auch „besondere Kinder“ finden in diesem Kontext ihre Berücksichtigung und das „Aktiv sein für alle“ entspricht dem Prinzip der adäquaten psycho-physiologischen Beanspruchung. Es ist wohltuend, dass dann unter Berufung auf den Autor Laging die Sportpädagogik zumindest Erwähnung findet, wo doch gerade sie im wissenschaftstheoretischen Gebilde der sog. Sportwissenschaft als Integrations- und Querschnittswissenschaft – auch für unsere Didaktik/Methodik – immer noch die „Alma Mater“ für die heutige Bewegungs-, Spiel-, Sport- und Gesundheitserziehung darstellt. Die Autoren möchten weiterhin „Bewegung inszenieren“ und meinen damit sicherlich zunächst den Transfer von „Grundtätigkeiten“ im Sinne der Kinder. Neben diesen psychomotorischen gibt es dann sicherlich auch die beschriebenen emotional-sozial-affektiven Intentionalitäten, die durch das „Spielen im Unterricht“ ihren berechtigten Stellenwert besitzen. In Anlehnung dazu wird das Kind im Sine von Huizinga nämlich zum „homo ludens“; denn Kinder leben spielend und spielen… Dies stellt nämlich die zentrale Tätigkeitsform des kindlichen Lebens dar. In diesem Sinne wäre für einen generealistisch intervenierenden Grundschuldidaktiker im Rahmen seines interdisziplinär-integrativen Lehrens und Lernens äußerst wichtig, dass das von Becker et al. herauskristallisierte Lernend spielen“ und „Spielend lernen“ genügend Berücksichtigung im unterrichtlichen Gesamtgefüge findet. Dahingehend finden auch das mehrperspektivische Konzept von Dietrich Kurz sowie das mehrdimensionale Ziel- und Begründungskonzept von Kuhn wohlweislich Anwendung.

Die Bedeutung von Bewegung und die des kindlichen Spielens lagen dem Ganzen sicherlich zugrunde. Man kann auch mit den Autoren konform gehen, dass freundvolles und sicheres Sporttreiben durch gute Organisation entsprechend forciert werden kann. Es erscheint dahingehend absolut korrekt, dass man mit Organisation sicher durch den Sportunterricht kommen kann. Hierbei sollte man auch das von Dieter Kruber in seinem Werk „Die Sportstunde“ vorhandene „Prinzip der Geschlossenheit und Ordnung“ – eines seiner insgesamt 9 Didaktischen Ordnungsprinzipien – in Betracht ziehen. In logischer Konsequenz dazu beginnt derselbe nicht erst in der Turnhalle, sondern der Weg zur Turnhalle, das Geschehen in der Sporthalle sowie das Verlassen der Sportstätte sind in das Gesamtkonzept einzubeziehen. Für den Sportlehrer gilt es, den Treffpunkt vor der Turnhalle sowie das Fortsetzen im Umkleideraum ebenfalls für sein Unterrichtsgeschehen in Betracht zu ziehen. Die Bedürfnisse der Erstklässler sind dabei insbesondere zu berücksichtigen.

Die vorgeschlagene „Bewegte Alternative“ bedeutet einen guten psychomotorischen Einstieg und berücksichtigt bereits den Sicherheitsaspekt. Für den weiteren reibungslosen Ablauf ist sicherlich die Organisation in der Turnhalle verantwortlich. Die Autorin erteilt hierzu wertvolle Ratschläge, was seitens der Lehrkraft und den Kindern zu berücksichtigen ist. Auch mit den inneren Rahmenbedingungen für sicher organisierten Sportunterricht kann man vollends mit ihr konform gehen. Hierbei redet die Autorin einer sog. „Rhythmisierung des Sportunterrichts“ das Wort, was auch als didaktisch-methodische Strukturierung der Unterrichtssequenzen von Einleitung bzw. Einstimmung („Warming-up“), des Hauptteils („Moving-in“) und Ausklang bzw. Abschluss („Cool-down“) bezeichnet werden kann. Einer der wohl anerkanntesten Sportpädagogen bzw. Sportdidaktiker seiner Zeit, nämlich J.N. Schmitz sprach in seinen „Lehr-, Unterrichts- und Curriculumsproblemen“ dahingehend bereits von der Stufigkeit des Sportunterrichts. In diesem weiteren Kontext hebt die Autorin dann vollkommen zu Recht die Bedeutung von akustischen und optischen Signalen hervor. Des Weiteren sind die „bestens ausgewählten Aufstellungs- und Ordnungsformen“ zu respektieren, wobei auch Symbolkarten einen berechtigten Stellenwert besitzen können. Sie zitiert dann sog. „Betriebsformen“, die in der regulären Sportdidaktik eigentlich auch als „Sozialformen“ Anklang finden, nämlich in Form von Einzel-, Partner- und Gruppenarbeit. Dennoch kann sich das Ganze auch im Kreis, in Stirnformation und in Reihen vollziehen. Der mögliche Einsatz von Musik belebt mit Sicherheit den Unterricht. Dem Geräteaufbau sollte man ebenfalls Aufmerksamkeit schenken, so dass der Lehrer und die Schüler gemeinsam aufbauen und auch später zusammen abbauen. Der Abschlusskreis im Sportlersitz findet besten Anklang. Die Kandidatin hat eigentlich nicht nur die „Didaktischen Ordnungsprinzipien“ von Kruber und Schmitz (Stufigkeit, Differenzierung und Ökonomisierung) indirekt in Betracht gezogen, sondern hat auch die von Gerd Hecker referierte „Sicherheit im Schulsport“ respektiert.

Das schulische Bewegungsfeld des „Ringen, Raufen, Zweikämpfen“ beinhaltet laut Liebl und Sygusch wohlweislich ein „Miteinander-Kämpfen“, wobei besonders Rücksichtsnahme und Kooperationsbereitschaft sowie das Selbstwertgefühl und Selbstsicherheit gesteigert werden können. Laut den Autoren geht es also keineswegs um das eherne agonale Prinzip, sondern ausschließlich um die Förderung psychosozialer Ressourcen. Dieselben werden dann umso definitiver und detaillierter in Form von „Perspektivenübernahme im Sport“, „Kommunikation im Sport“ und „sozialer Verantwortung“ im Sport erklärt, wonach die sozialen Fähigkeiten im Miteinander-Kämpfen sich durch Kooperationsfähigkeit auszeichnen. Sie gilt dann auch als zentraler Bestandteil eines gelingenden Miteinander-Kämpfens. In enger Anlehnung daran werden die psychischen Ressourcen in den beschriebenen Kämpfen einhellig beleuchtet. Es wird auch keineswegs in Abrede gestellt, dass diese Ressourcen dahingehend gefördert werden. Hierzu bedarf es jedoch der unabdingbaren Einhaltung der methodischen Rahmenbedingungen von LehrerInnen und SchülerInnen, der entsprechenden Maßnahmen mit der Initiierung und z.B. der Einbeziehung von Vertrauensübungen. Die sich anschließenden Beispiele sowie die Exkurse sind äußerst gut visualisiert und didaktisch gut aufbereitet sowie adressatengerecht und situationsspezifisch bestens transferierbar. Auch die weiterhin dargebotenen motorischen Bewegungsaufgaben erscheinen evident, wobei ganz besonders gut die kognitive Auseinandersetzung mit der eigenen sportlichen Leistungsfähigkeit gefällt. Dies wird wiederum durch das Anführen unterrichtspraktischer Beispiele zementiert, wobei dieselben im Klassenverband ebenfalls gut einsetzbar sind. Zu den weiteren methodischen Maßnahmen gehört auch sicherlich das Aufgreifen und Thematisieren von Lernsituationen, was durch das Rückmelden motorischer Leistungen und das Reflektieren psychosozialer Erfahrungen sicherlich eine Bereicherung erfährt. Am Ende lassen die Autoren diese gewiss beachtenswerten Ausführungen nochmals gut Revue passieren.

Die von Martin Scholz bearbeitete Gleichgewichtsfähigkeit gehört zu der „Summe der Koordinativen Fähigkeiten“ und nimmt demgemäß im didaktisch-methodischen Transfer eine wichtige Stellung ein. In logischer Konsequenz dazu kommt der Wahrnehmung mit den damit zusammenhängenden sieben Wahrnehmungssystemen eine enorme Bedeutung bei der „Phase der frühen Kindheit“ zu, wonach neben dem gustatorischen, dem olfaktorischen, dem auditiven und dem visuellen Analysator insbesondere das taktile und vestibuläre System sowie die Propriorezeption eine entscheidende Rolle spielen. Diesen wohl reflektierten Ausführungen gilt es eigentlich nichts mehr hinzuzufügen. Somit steht als Zwischenfazit für den Autor sehr wohl fest, dass die Auswirkung des Gleichgewichts auf die kognitiven Fähigkeiten oder durch das Verhalten absolut sicher ist. Bei der Bedeutung der „Balance“ bzw. „Balancierfähigkeit“ beruft er sich wissenschaftlich akkurat auf empirische Forschungsergebnisse von renommierten Instituten. Die weiterhin geschilderten Auswirkungen von frühkindlichen Reflexen, die um das beeindruckende „frühkindliche Reflexprofil“ treffend ergänzt werden, spielen sicherlich für die gute Verarbeitung der Wahrnehmung als Fundament für erfolgreiches Lernen eine bedeutende Rolle. Die möglichen Wahrnehmungsprobleme in den geschilderten Teilbereichen werden nun in Anlehnung an Goddard in zwei Netzbildern gut visualisiert, werden dann um die „Zusammenhänge zwischen Lernen/Verhalten und einer taktilen Wahrnehmungsverarbeitung“ ebenso gut charakterisiert, um schließlich die Propriorezeption sowie das Vestibularsystem als „allumfassendes Sinnessystem“ zu favorisieren. Fast nahtlos reiht sich nun der „Wahrnehmungsentwicklungsbaum“ laut Schaefgen an und gibt in einer äußerst interessanten Abbildung genügend Aufschluss auf die Bedeutsamkeit einer guten Integration aller Sinne.

Zu einer gelungenen didaktisch-methodischen Strukturierung gehört für einen durch Lehr- und Lernpraxis bewährten Sportpädagogen natürlich auch die nun folgende praktische Umsetzung der Reflexionen. Dabei tragen die aufgeführten Bewegungspausen bestimmt viel Positives bei. Die folgenden praktischen Beispiele erscheinen ausgewogen und passen bestimmt zum positiven Transfer eines Bewegungsprogramms zur Entwicklung des Gleichgewichts. Ein aktuell guter Sportunterricht profitiert zweifelsfrei jedoch nicht nur von einer Unterrichtsstunde allein, sondern die deklarierte Wochenarbeitszeit mit bewegungsorientierten Aufgaben sollte genügend berücksichtigt werden. Man kann mit dem Autor weiterhin konform gehen, dass Freiarbeitsphasen in den Unterricht der Grundschule integriert werden sollen. Auch dem „bewegten Lernen“ mit dem Bewegen an und für sich kommt für nachhaltiges und effektives Lernen eine zentrale Bedeutung zu. Die dann geschilderte „Bewegte Pause“ nimmt ebenfalls einen berechtigten Stellenwert ein. In Betracht zu ziehen ist auch die aufgeführte „Sporthausaufgabe“. Der außerunterrichtliche Schulsport und die damit korrespondierenden Kooperationen sind spätestens seit den Untersuchungen von Knut Dietrich und den neuesten empirischen Erkenntnissen von Jan Erhorn nicht mehr von der Hand zu weisen. Ein wohl ausgewogenes Fazit rundet die beeindruckenden und wissenschaftlich fundierten Ausführungen des Autors ab.

Das nächste Kapitel von der Autorin de Borba über die „Koordinativen Fähigkeiten“ als „Grundstein für vielseitige Bewegungen“ stellt ein gutes Analogon zu den vorausgegangenen Implikationen dar. Es ist nun schon fast müßig zu wiederholen, dass die „Koordinativen Fähigkeiten“ ihren absolut wichtigen Stellenwert im Schulsport besitzen. Die Referentin gibt jedoch noch einen definitiveren Überblick zu den grundlegenden 7 Fähigkeiten und ergänzt dieselben um die Antizipationsfähigkeit einerseits und das Timing andererseits. In weiteren relevanten wissenschaftlichen Publikationen von renommierten Autoren wird die Antizipation aber auch um das sog. „Periphere Sehen“ stets ergänzt. Er erscheint mir äußerst innovativ, das Timing als Fähigkeit zur zeitlichen Abstimmung zwischen Muskelaktivierung, Kraftabstimmung und Zielbewegung in diesen Komplex zu integrieren. Zudem ist zweifelsfrei, dass das Grundlegen „Koordinativer Fähigkeiten“ dann auch im Alltag eine mitentscheidende Rolle spielen kann. Dahingehend lehnt sich die Autorin sehr gerne an Roth an, wonach „mit vermehrtem Üben und der abnehmenden Aufmerksamkeit … sich die Aktivität ins Kleinhirn“ verlagert und „dort so etwas wie eine Art Handlungs- und Bewegungsgedächtnis“ bildet. Die Defizite mancher Kinder in Form von ADHS, Dyskalkulie, Adipositas und Haltungsschäden sowie das generelle Problem des Bewegungsmangels sind gerade zur heutigen Zeit unübersehbar. Nicht nur in diesem Zusammenhang tut es einem erfahrenen Sportpädagogen bzw. Sportdidaktik/-Methodiker gut, dass die Bedeutung der Analysatoren nochmals explizit hervorgehoben wird. Es ist auch sicher, dass es an einen Unterricht zur Förderung „Koordinativer Fähigkeiten“ spezielle Anforderungen gibt. Hierbei spielt das durch Feld-Lernexperimente zementierte kognitionsseitige psychomotorische Korrelat (Becker, 1991) mit Sicherheit eine große Rolle. Bei den dargebotenen Anregungen für die Schulpraxis sind die „Koordinationsübungen der Kinder“ äußerst gut visualisiert, hätten noch zur verstärkten Veränderung der visuomotorischen Veränderung der Informationsverarbeitungsfähigkeit mit Aufmerksamkeitslenkern (ebda.) versehen werden können. Die Beschreibungen sind für die Kollegen in der Schule jedenfalls gut rezipierbar. Durch solche Koordinationsübungen kann es zweifelsohne zur verstärkteren Persönlichkeitsbildung der Kinder kommen. Ein abschließendes Fazit zu diesem Kapitel hätte die ansonsten wohl gelungenen Ausführungen nahezu komplettiert.

Im Rahmen der „Europäischen Expertenkommission für die Elementar- und Primarstufendidaktik“ fand das „qualitative Bewegungslernen“ von Arturo Hotz stets guten Anklang. Nun referieren drei Autorinnen in Anlehnung an den leider mittlerweile verstorbenen verdienten Wissenschaftler in einem siebten Kapitel über das sog. „E-A-G-Modell“ (Erwerben – Anwenden – Gestalten), ein in der Schweiz angewendetes spieldidaktisches Modell, das auf dem zuvor erwähnten Gesamtkonzept von Hotz aufbaut. Als didaktisch-methodisches (!) Hilfsmittel gibt es eine Orientierung für den Evaluationsmechanismus im Sportunterricht in Form von Planung, Durchführung und Auswertung desselben. In diesem Kontext wird der Lehrer im Prozess des Bewegungslernens im Sportunterricht systematisch bei der Strukturierung unterstützt und lässt ihn anhand sinnvoller Teilziele analog dazu gestalten. Es erscheint weiterhin relevant, dass sich das bewegende Kind im Fokus der didaktisch-methodischen Bestrebungen befindet und seine Ziel-, Zweck- und Sinnabschnitte die maßgeblichen Indikatoren für Bewegung bilden. Die Autorinnen gehen wiederum mit Hotz konform und deklarieren nach ihm die richtungsweisenden und übergeordneten Ziele des E-A-G-Modells wie folgt: – die Fähigkeit zur Selbstbestimmung, das Erleben von Wirksamkeit, das Erlangen der Selbstverantwortung. Somit steht das Erlangen einer souveränen Handlungskompetenz im Mittelpunkt des Bewegungslernens. Der weiterhin von Hotz eingeschlagene Weg des Lehr-Lern-Prozesses führt von der Ordnungssicherheit zur Gestaltungsfreiheit. In Anlehnung dazu spricht gleicher Autor vom fähigkeitsorientierten Fertigkeitserwerb und erläutert, dass Fähigkeiten die Voraussetzung und zugleich das Ziel des Fertigkeitserwerbs bilden. Dies erscheint mir sportpädagogisch genügend abgeklärt zu sein.

Die unter Anlehnung an die Trainings- und Bewegungslehre auf unterschiedlichem Abstraktionsniveau beschriebenen Fähigkeiten werden nun deklariert und zusammengefasst, wobei die konditionellen Fähigkeiten durch Ausdauer, Kraft und Schnelligkeit sowie Beweglichkeit zementiert werden. Neben den eigentlichen Grundtätigkeiten (Gehen, Laufen, Springen…) gilt es die in der Literatur und Lehre gängigen „Motorischen Grundeigenschaften“ zu registrieren. Die „Koordinativen Fähigkeiten“ nach Peter Hirtz werden von Arturo Hotz demgemäß aufgegriffen und von Homann äußerst interessant in eine schlüssige Folge gebracht. Für die Sportpraxis in der Schule erscheint es relevant, dass – wiederum nach Hotz – sich die Kinder grundsätzliche Problemlösungs-Strategien im Bereich des Bewegungslernens entwickeln sollen. Es spricht dann wiederum für die Autorinnen, dass sie insbesondere den „Erwerb von motorischen Fähigkeiten und Fertigkeiten auf verschiedenen qualitativen Niveaus im Zentrum“ sehen möchten, wonach das fachliche Lernen im Sportunterricht begründet werden soll. Somit steht dem didaktischen Nutzen in den drei Bereichen des E-A-G-Modells nichts mehr im Wege. Hierbei werden beim Erwerben und Festigen die eigentlichen Voraussetzungen geschaffen, beim Anwenden und Variieren die Vielfalt ermöglicht und beim Gestalten und Ergänzen die Kreativität gefördert. Das „E-A-G-Modell auf einen Blick“ wird nun in Form eines geschlossenen Strukturgitters unter Zuhilfenahme der Fragekonstellationen „Wozu?“, „Wie?“, „Was?“ didaktisch konsistent, logisch konsequent sowie methodisch gut transferierbar modelliert. Es ist selbstverständlich, dass ein solches Erwerben und adäquates Festigen sich unter günstigen Lernvoraussetzungen vollziehen muss. Dieselben bestehen laut den Autorinnen im Erleben, Entdecken und Erkunden, die mit der von Jürgen Kretschmer apostrophierten „Offenheit für die Möglichkeiten der Welt“ konform gehen und dahingehend auch …“neu, überraschend und verwickelt sind“. Das beim Erwerben und Festigen zu vollziehende Selbst-Entdecken soll also im Zentrum stehen und somit wären die Lehr-Lern-Prozesse vorrangig selbst bestimmt. Dies geht zweifelsohne in die Richtung des sog. „Offenen Sportunterrichts“, wobei es einem erfahrenen Sportpädagogen gut tut, dass die Lernarrangements so eingerichtet werden, dass sie sich auf das Auswirken von zielgerichteten Bewegungszusammenhängen konzentrieren können. Analog dazu kann sich dann das Anwenden und Variieren in vielfältigen Lernarrangements entwickeln und dementsprechend können sich die Adressaten auch konkrete Bewegungserfahrungen aneignen. Insofern ist dann auch die dritte Ebene des Gestaltens und Ergänzens in kreativitätsanregender Lernumgebung zu gewährleisten. Der Lehrer greift in diesem Zusammenhang auf die gerade heute notwendige Schlüsselqualifikationen zurück, indem er in diesem Bereich des Modells geradezu die Kreativität fördert, für spannungslösende Momente sorgt, die Gestaltungsprozesse initiieren. Dies impliziert dann automatisch die von den Autorinnen deklarierte Mitbestimmung der Kinder.

Des Weiteren gehe ich mit den Referentinnen konform, wenn sie ihr E-A-G-Modell als einen Beitrag zu Bildungsprozessen im Sportunterricht herausstellen. Ihr Modell bietet unumwunden eine Basis für eine praktische, selbstreflexive und kreative Auseinandersetzung im Hinblick auf das Sich-Bewegen der Kinder. Ein wohl gelungenes Fazit rundet die authentischen Ausführungen der Kolleginnen bestens ab. Mit dem sich anschließenden unterrichtspraktischen Beispiel zeugen sie nun von ihrem realistischen Bezug zur Unterrichtspraxis, indem sie Klettertechniken als Bewegungslösungen mit den damit einhergehenden Lernzielen, Fähigkeiten und Fertigkeiten zum Klettern zusammenfassen. In logischer Konsequenz dazu strukturieren sie das Klettern im Bereich „Erwerben und Festigen“ mit den Lernzielen, den Voraussetzungen der Lernumgebung sowie den didaktischen Hintergrundgedanken. Die darauf folgenden Beispielaufgaben sind gut visualisiert, gut erklärt und praxisnah transferierbar. Gleiches vollzieht sich im Bereich „Anwenden und Variieren“. Auf einer solch soliden Basis werden wiederum gut nachvollziehbare Beispielaufgaben mit Aufmerksamkeitslenkern präsentiert, was unseren Vorstellungen der visuomotorischen Informationsverarbeitungsfähigkeit entspricht. Nicht minder soll der Evaluationsmechanismus des Kletterns im Bereich „Gestalten und Ergänzen“ vollzogen werden. Hier sind die Beispielaufgaben nur zu beschreiben. Es gilt zu resümieren, dass es sich bei dem Beitrag der Schweizer Sportdidaktikerinnen nicht nur um eine wissenschaftlich fundierte Redaktion handelt, die zudem hermeneutisch-phänomenologisch zementiert erscheint, sondern auch um einen pädagogisch wohl reflektierten und didaktisch-methodisch gut transferierbaren Beitrag handelt, den es in vielerlei Hinsicht absolut zu respektieren gilt.

Mit dem Beitrag der Autoren Thomas Froschmeier und Alexa Gerritzen über „Eine innovative Sportspieldidaktik für die Grundschule“ will man m. E. insbesondere die emotional-sozial-affektive Intentionalität initiiert wissen. Durch neuere Erkenntnisse in der Spielforschung soll eine erweiterte allgemeine Spielfähigkeit definiert und neue Erkenntnisse der Spielforschung sollen berücksichtig werden. Dies bedingt eine „Anpassung an die Grundschulrealität“. Dabei soll insbesondere die klassische Einteilung in „Kleine“ und „Große“ Sportspiele kritisch hinterfragt und ebenfalls didaktisch angepasst werden. Analog dazu steht die „Spiel-in-Echt-Methode“ im Vordergrund, die sich in Funke-Wienekes Diktum des „Vermitteln zwischen Kind und Sache“ nahtlos einordnen lässt. Über die beschriebene Bedeutung des Spielens im Kindesalter gibt es ohnedies nicht die geringsten Zweifel. Daraus resultieren selbstverständlich die Grundsätze des Sportspielunterrichts. Hierbei gilt es dem Dreiklang „Ziele, Inhalte und Methoden“ zu folgen. Dahingehend berufen sich die Autoren wiederum auf renommierte Wissenschaftler und deren relevanten Ausführungen. Laut diesen Deklarationen wird durch ein gelungenes Fazit die Hauptzielsetzung des Sportspielunterrichts formuliert. Die sich anschließenden allgemeinen Merkmale von Sportspielen werden durch die Sinnhaftigkeit, die Folgenlosigkeit, die Offenheit, die Dynamik und die Spannung determiniert.

Die „facettenreiche und faszinierende Welt der Sportspiele“ wird in zwei übergeordnete Kategorien gefasst, nämlich Ballsportspiele in Form von Ziel-, Rückschlag-, Mal- und Abwurfspiele und die sonstigen Sportspiele durch solche mit alternativen Wurf-Schussgeräten, Fangspiele, Staffelspiele, Musikspiele und Strategiespiele. Ohne diese Einteilung verniedlichen zu wollen, würde sich dahingehend ein Blick auf das Buch von R. Decker („Durch Spiel zum Sport“) lohnen, wo ja ebenfalls „Kleine und Große Sportspiele“ nicht explizit behandelt werden, sondern adressatenspezifisch, bewegungsgerecht und altersgemäß auf die Spielbedürfnisse in der Elementar- und Primarstufe hingearbeitet wird. Die Autoren möchten die als Komplexübungen oder Spiel- und Übungsreihen bekannten Methodikmuster durch „Echte Spielformen“ ersetzen. Durch die Vorstellung eines Stufenmodells wird dies didaktisch-methodisch bestens für die Unterrichtssituation aufgearbeitet. Sie wollen dann in 4 Stufen und 3 ausgewiesenen Spielfähigkeitsmodellen zunächst „grundlegende Ballfertigkeiten erreichen, um dann „das wilde Spiel“ in der zweiten Stufe zu kultivieren, die Spielfähigkeit II mit den taktischen Grundlagen in der Stufe 3 fortzusetzen und schließlich in der Stufe 4 und der damit korrespondierenden Spielfähigkeit III die spezielle Spielfähigkeit erlangen. Abgesehen von den sehr evidenten und transparenten Unterrichtsbeispielen soll das „Didaktische Ordnungsprinzip“ nach J.N. Schmitz, nämlich das der „Inneren Differenzierung bzw. Individualisierung“ dennoch respektiert werden, indem nämlich das starke Kind entsprechend gefordert wird und auch leistungsschwächere Kinder demgemäß gefördert. Somit entsteht in der Spielsituation für die sehr guten Spieler die Rolle des Helfers bzw. „Coach“ und den Spielschwächeren widerfährt indirekt eine Förderung. Dies stellt eigentlich für den pädagogisch bzw. didaktisch-methodisch gut ausgebildeten Sportlehrer eine Selbstverständlichkeit dar. Die Autoren wollen des Weiteren eine innovative Unterrichtsorganisation einerseits durch das „Drei-Segmente-Prinzip“ transferieren, wobei dies durch die Abbildung über den Turnhallenaufbau gut visualisiert wird, andererseits durch das Stationenspiel, wo um das Spielfeld herum Stationen aufgebaut werden, an denen die Kinder balltechnische Fertigkeiten üben. Dies stellt eindeutig das „Prinzip der äußeren Differenzierung“ dar und ähnelt auch der von Albrecht/Brüggemann hervorgerufenen „Situativen Spieldidaktik“. Ein viel zu beachtendes Fazit mit 10 relevanten Tipps für den Sportspielunterricht rundet diese wohl gelungene innovative Sportspieldidaktik gut ab. Äußerst beachtenswert, pädagogisch ausgewogen und didaktisch-methodisch gut transferierbar wird ein Unterrichtsbaustein in 3 Stufen präsentiert, der die zuvor redigierte Theorie eindeutig widerspiegelt.

Bereits seit Bestehen der „Europäischen Expertenkommission für die Elementar- und Primarstufendidaktik“ wurde stets unter interdisziplinär-integrativen bzw. transversalen Aspekten (Munsbach 1991: „Interdisziplinär-integrative Sportdidaktik“, Munsbach 2002: „Kindheitsorientierte Didaktik der Bewegungserziehung? – Eine Bewegungserziehung vom Kinde aus“ -Autoren: Becker/Decker/Malané) in diesem Kontext reflektiert und innoviert. Der von den Autoren Anja Schalkhäuser und Fabian Riesch redigierte Beitrag über „Kreativ fächerübergreifend unterrichten“ passt nicht nur in diesen wissenschaftstheoretischen Kontext, sondern würde bestimmt viel Positives in beschriebenes Expertengremium transferieren können. Gleiches gilt für das von den Autoren zitierte „Bottom-up-Modell“ von Kuhn. Analog dazu eignet sich nämlich für ihn fächerübergreifendes Unterrichten in besonderem Maße einen Kompetenzerwerb zu ermöglichen. Es gilt auch weiterhin unbestritten, dass das Gehirn am besten funktioniert, wenn das Herz-Kreislauf-System aktiviert wird und dahingehend Bewegung und Sport auch den Wissenserwerb generell unterstützen (Ratey/Hagermann, 2009; Kelme 2011). Insofern haben feldexperimentelle Untersuchungen das Korrelat zwischen Motorik und Kognition (Becker, 1990) eindeutig herausgestellt. Die Autoren geben dann einige Impulse für die praktische Umsetzung, wobei dieselben mit eigenen Ideen kombiniert und erweitert werden können. Es ist als äußerst positiv zu erachten, dass nach den vorgeschlagenen Übungen angesteuerte Kompetenzen deklariert werden. Auch die angebotenen Tipps und Anmerkungen finden wohlweislich ihren didaktischen Stellenwert. Es steht darüber hinaus unumwunden fest, dass durch solche praxisnahen Intentionalitäten und Inhalte kreativ fächerübergreifender Unterricht vonstattengehen kann. Ich gehe aber auch mit den Überlegungen konform, dass diese Impulse eine Anregung zum Ausprobieren im fächerübergreifenden Unterricht darstellen sollen, erste Erfahrungen gesammelt und weiterentwickelt werden sollen. Somit könnte nicht nur der Kreativität, sondern auch der Spontaneität und der Intuition im Sinne von fächerübergreifenden Schlüsselqualifikationen neben den unabdingbaren motorischen Kernkompetenzen eine tragende Bedeutung zukommen. Dann würde nämlich die Absicht der Referenten, dass dieses Unterrichten die Erfassung der Wirklichkeit in ihrer Ganzheit und Komplexität betrifft und auch handelndes und vernetztes Lernen zu ermöglichen. Dies würde zudem noch einen höheren Stellenwert bedeuten und auch zum besseren didaktisch-methodischen Transfer führen.

Diskussion

Es gilt letztendlich festzuhalten, dass es sich unter Einbeziehung sämtlicher Beiträge in diesem Standardwerk für den Sportunterricht um wissenschaftliche fundierte, pädagogisch wohl ausgewogene und relevante Themengebiete der Sportdidaktik bzw. des Sportunterrichts handelt. Die praxisnahen Redaktionen zeugen von einer für diesen Adressatenkreis didaktisch-methodisch gut zu transferierenden Ausgewogenheit. Ein mit solchen Unterrichtssequenzen, Intentionalitäten, Inhalten, Methoden, Organisationen, Beobachtungen und Korrekturen ausgerichteter Sportunterricht müsste eigentlich altersadäquat, bewegungsgerecht und situationsgemäß bei den Lehrenden und Lernenden großen Anklang finden. Darüber hinaus werden die beschriebenen und kreativ intendierten interdisziplinär-integrativen Perspektiven gut aufgegriffen und äußerst innovativ durch die Schlüsselqualifikationen bereichert, was zu einer Erweiterung der wünschenswerten Komplexität im Sportunterricht führt. Ein derartiges Bewegungslernen wird zweifelsohne auch der Förderung der Persönlichkeit dienen, wenn es um das Erlangen der „Ganzheitlichen Pädagogischen Handlungskompetenz“ geht, die ja auch um die Methoden-, Sozial-, Fach- und Kommunikative Kompetenz in unserem geschlossenen System ergänzt werden soll. Aber auch das spielerische Lernen wurde entsprechend integriert, wobei das „Lernen lernen“ und das „Spielend Lernen“ sowie das „Lernend Spielen“ als Interdependenz und komplementierendes Element im ganzheitlichen Lehr-Lern-Prozess zu erachten sind. In ganz besonderem Maße hat man sich unter Anführung von Wahrnehmungsproblemen und sensorischer Integration der Gleichgewichtsfähigkeit gewidmet und demgemäß additive, visuelle, taktile, propriorezeptive und vestibuläre Wahrnehmungsprobleme unter Anführung renommierter Autoren und deren relevanten Redaktionen aufgegriffen. In einem viel zu beachtenden sog. „Wahrnehmungsentwicklungsbaum“ wird zudem eine gute Integration aller Sinne herauskristallisiert. Einen ganz besonderen Stellenwert für unsere Grundschuldidaktik besitzt nach meinem Dafürhalten das Schweizer E-A-G-Modell, das solide strukturiert ist und einen hohen didaktisch-methodischen Transfer für die Schulpraxis im Elementar- und Primarstufenbereich schaffen kann. Durch die „Spiel-in-Echt-Methode“ wird überdies eine innovative Sportspieldidaktik für die Grundschule geschaffen.

Fazit

Beim Lesen dieses Standardwerkes wird man über die Sportdidaktik gut informiert. Es wird einem aufgrund der Redaktionen bewusst, dass ein guter Sportunterricht eine wahre Entdeckungsreise für die Kinder darstellen kann. Darüber hinaus wird bewusst, dass ein freudvolles und sicheres Sporttreiben mit guter Organisation einhergehen muss. Es erscheint zudem einleuchtend, dass ein Miteinander-Kämpfen kein agonales Prinzip im ursprünglichen Sinne darstellt, sondern bei einer solch gelagerten Sport Didaktik für die Grundschule der Förderung psychosozialer Ressourcen dient. Durch das Anstreben einer guten Gleichgewichtsfähigkeit wird durch erfolgreiche Lernprozesse das vestibuläre System aufgebaut und gestärkt. In enger Anlehnung dazu ist die „Summe der Koordinativen Fähigkeiten“ schon jeher der Grundstein für vielseitige Bewegungen. Das kindgerechte Gestalten von Bewegungslernen wird durch das Schweizer Modell bestens repräsentiert. Die Sportspieldidaktik ist zweifelsohne ein Eckpfeiler unserer Grundschuldidaktik und deren innovative Einbeziehung in den Unterricht bedingt mit Sicherheit einen großen emotional-sozial-affektiven Mehrwert. Der interdisziplinär-integrative bzw. transversale Grundschulsportunterricht implementiert mit Sicherheit die Schlüsselqualifikation der Kreativität, aber auch der Spontaneität und der Intuition.


Rezension von
Prof. Dr. Werner Becker
Professor für Erziehungswissenschaften und Sportpädagogik an der Fakultät III der Universität Luxemburg (Sprachwissenschaften und Literatur, Geisteswissenschaften, Kunst und Erziehungswissenschaft) - generell Erziehungswissenschaften unter besonderer Berücksichtigung der Gesundheits- bzw. Präventionspädagogik, Bewegungs-, Spiel- und Sporterziehung; Kommunikation, Kooperation und Integration. Vergleichende Erziehungswissenschaft - interregional und transnational


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Zitiervorschlag
Werner Becker. Rezension vom 29.07.2015 zu: Alexandra Salzmann, Peter Kuhn (Hrsg.): Sport. Cornelsen Verlag GmbH (Berlin) 2014. ISBN 978-3-589-16394-6. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/18802.php, Datum des Zugriffs 15.07.2020.


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