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Ursula Stenger, Doris Edelmann u.a. (Hrsg.): Erziehungs­wissenschaftliche Perspektiven in frühpädagogischer Theoriebildung und Forschung

Cover Ursula Stenger, Doris Edelmann, Anke König (Hrsg.): Erziehungswissenschaftliche Perspektiven in frühpädagogischer Theoriebildung und Forschung. Beltz Juventa (Weinheim und Basel) 2015. 260 Seiten. ISBN 978-3-7799-3251-2. D: 24,95 EUR, A: 25,60 EUR, CH: 34,60 sFr.
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Herausgeberinnen

  • Professorin Dr. Ursula Stenger lehrt Erziehungswissenschaft mit dem Schwerpunkt Kindheit und Familie an der Universität zu Köln.
  • Professorin Dr. Doris Edelmann ist Leiterin des Instituts „Bildung und Gesellschaft“ am Kompetenzzentrum für Forschung, Entwicklung und Beratung der Pädagogischen Hochschule St. Gallen.
  • Professorin Dr. Anke König leitet das Projekt „Weiterbildungsinitiative Frühpädagogische Fachkräfte“ (WiFF) am Deutschen Jugendinstituts (DJI) und lehrt Allgemeine Pädagogik mit dem Schwerpunkt Frühpädagogik an der Universität Vechta.

Entstehungshintergrund

Der vorliegende Band geht zurück auf eine Tagung der Kommission Pädagogik der frühen Kindheit der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft (DGfE) im Herbst 2013. Der Titel der Tagung ist gleichzeitig der Buchtitel.

Aufbau

Die Beiträge von zwölf Autorinnen und Autoren sind gegliedert in

  • „Theoretische Zugänge“ (sieben Beiträge) und
  • „Empirische Zugänge“ (fünf Beiträge).

Zu „Theoretische Zugänge“

Claus Stieve (Professor für Erziehungswissenschaft an der Fachhochschule Köln) stellt in seinem Beitrag „Anfänge der Bildung. Bildungstheoretische Grundlagen der Pädagogik der frühen Kindheit“ zunächst die Anfänge eines modernen Bildungsbegriffs im Zeitalter der Aufklärung in den Mittelpunkt und verfolgt dann die Begriffsbildung über Pestalozzi und Fröbel bis hin zu den Ansätzen, die sich in heutigen Bildungsplänen widerspiegeln: Den Situationsansatz, die Sozialpädagogik der Lebensalter von Lothar Böhnisch, die Hervorhebung der Selbstbildung nach Gerd A. Schäfer, Konzepte der Eigenaktivität und Selbsttätigkeit im Sinne Ludwig Liegles sowie den sozial konstruktivistischen Ansatz von Gunilla Dahlberg und Peter Moss. Herausgearbeitet wird die Vielschichtigkeit und Widersprüchlichkeit der pädagogischen Bildungsargumentationen. Gerade in solchen Differenzen sieht der Autor einen Bezugsrahmen für einen bildungstheoretischen Diskurs. Mögliche Fragestellungen dazu werden aufgezeigt.

Dass das Thema „Erziehung“ aus den Diskursen in der Frühpädagogik nahezu verschwunden ist, ist der Ausgangspunkt für den Beitrag von Ursula Stenger (Professorin für Erziehungswissenschaft an der Universität Köln) mit dem Titel: Erziehung (in früher Kindheit): Ein Phänomenologischer Zugang. Übergreifende Merkmale des Phänomens Erziehung werden herausgearbeitet. Als historisch kulturelle Dimension werden die „Erziehung als historisch geprägter Prozess zwischen den Generationen“ und als aktuelle Verortung „die Krise der Erziehung“ dargestellt. Im zweiten Teil geht es um Überlegungen zur Methodik des phänomenologischen Forschens, die in einem umfangreichen dritten Teil beispielhaft durch eine mikroanalytische Darstellung einer Erziehungssituation mit vier- und sechsjährigen Kindern sowie mit einem zweijährigen Kind in einer Kinderkrippengruppe vorgestellt wird. Das Kapitel endet mit der Frage, was es aus phänomenologischen Perspektive bedeutet, Erzieher sein: Lehrer wie Fachkräfte seien nicht als isoliertes stabiles Ich den Kindern gegenüber zu sehen, sondern als Individuen, die sich gemeinsam mit den Kindern im prozessualen Geschehen verändern.

Cornelie Dietrich (Professorin für Allgemeine Erziehungswissenschaft an der Universität Lüneburg) setzt sich in dem Beitrag „Wie werden Lerngegenstände zu Gegenständen?“ mit Problemen des Lernbegriffs für die Pädagogik der frühen Kindheit auseinander. Sie geht dem „Lernen als dem Unbekannten in der pädagogischen Gleichung“ nach. Kritisch setzt sie sich mit konstruktivistischen Lerntheorien, insbesondere mit dem Ko-Konstruktivismus auseinander. Sie führt aus, dass dabei drei Dimensionen des Lernens übersehen werden, die jedoch von der Erziehungswissenschaften zu bearbeiten seien: Lerninhalte, der Vollzug des Lernens sowie die Situiertheit des Lernens. „Gegenstandsdefinitionen werden von Erwachsenen umso vehementer durchgesetzt je näher man – zeitliche wie habituell – der Schule und den in ihr geltenden Wissensordnungen und den Strukturen curricularen Lernens kommt. Dort geht es dann nicht mehr nur um die gegenseitige Bereicherung von Erwachsenen und Kindern in ihrer je eigenen Konstruktionsleistung beim Aufbau von Wissen, sondern zunehmend um die Aneignung des durch die Erwachsenen inhaltlich wie formal auf je bestimmte Weise Präsentierten“ (S. 70).

Marc Schulz ist Professor für Soziologie der frühen Kindheit und Familie an der Fachhochschule Köln. In seinem Beitrag „Informelles Lernen, Alltagsbildung und (frühes) Kindesalter. Bildungspolitische und erziehungswissenschaftliche Konturen einer zentralen Dimension kindlichen Lernens“ zeichnet er zunächst die bildungspolitische Kontur des Begriffs „Informelles Lernen“ anhand von bildungspolitischen Dokumenten nach: Dem „Memorandum über lebenslanges Lernen“ (Kommission der Europäischen Gemeinschaften, 2000), dem 12. sowie dem 14. Kinder und Jugendbericht der Bundesregierung (2005 bzw. 2013). Seine Analyse zeigt, dass der „Begriff des informellen Lernens im Kindesalter erst allmählich … auch für die Disziplin und Praxis der Pädagogik der frühen Kindheit anschlussfähig zu sein scheint“, wobei er infrage stellt, ob die „Fixierung auf Familie und der darin vollzogenen informellen Lernprozesse nicht generell die Sicht auf die Komplexität der Kinderalltage und folglich auch auf die der differenten Lernerfahrung verdeckt“ (S. 96). Ein praxeologisches Forschungskonzept zum informellen Lernen schließt das Kapitel ab.

Ulrich Wehner (Professor für Elementarpädagogik an der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe) stellt in seinem umfangreichen Beitrag „Bildung und Räumlichkeiten. Raumpädagogische Perspektiven auf Frühpädagogik und frühpädagogische Perspektiven auf Raumpädagogik“ die populäre Formulierung vom Raum als dem dritten Erzieher auf ein komplexes Fundament. Aus unterschiedlichen (früh-) pädagogischen Perspektiven, aber auch unter philosophischen und ethischen Aspekten wird die Bedeutung des Raumes analysiert. Dabei geht es um den physikalisch vermessbaren sowie um den symbolischen, den sozialen und leiblichen (Erfahrungs-)Raum und somit um die Vielschichtigkeit von Raumerfahrung.

Petra Jung (Lehrbeauftragte an der Universität Koblenz Landau und Studienrätin an der Akademie für Erzieherinnen und Erzieher in Saarbrücken) setzt sich mit dem brisanten Thema der Grenzziehung in der pädagogischen Arbeit auseinander: Praktiken der Grenzziehung als Konstitutionsmomente des (früh-) pädagogischen Feldes. In der gegenwärtigen frühpädagogischen Forschungslandschaft lässt sich das Problem der Grenzziehung als implizite Kernfrage auf konzeptioneller Ebene am Beispiel der Inklusion identifizieren – Dilemmata nicht ausgeschlossen. Am Beispiel einer „Skizze einer grenzziehungstheoretischen Beschreibung des Geschehens in Tageseinrichtungen für Kinder“ wird ausgearbeitet, wie frühpädagogische Fachkräfte normierend und strukturierend in das Geschehen unter Kindern eingreifen. Auch funktionale wie pädagogische Erwartungen an Kindertageseinrichtungen werden von der Autorin als Elemente der Grenzziehung in den Blick genommen. Fazit: Empirische Untersuchungen sollten das pädagogische Feld und den Praktiken der Grenzziehung zu Forschungsgegenständen machen.

Eher ungewöhnlich in einer Zusammenstellung wissenschaftlicher Beiträge zu theoretischen und empirischen Fragen der Erziehungswissenschaft erscheint der Artikel von Nina Hogrebe (wissenschaftliche Mitarbeiterin in Lehre und Forschung am Institut für Erziehungswissenschaft der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster) mit dem Titel „Die Bedeutung der erziehungswissenschaftlichen Perspektive für die Finanzierung von Kindertageseinrichtungen“. Die Autorin beginnt ihre Argumentation mit der Kritik, dass in der „aktuellen Finanzierungspraxis … ein Mangel an systematischen Bezügen zu fachlichen Anforderungen“ (S. 151) vorliege, um herauszuarbeiten, wie erziehungswissenschaftliche Perspektiven für diesen Disput dienlich sein könnten.

Zu „Empirische Zugänge“

Iris Nentwig-Gesemann (Professorin für Bildung im Kindesalter an der Alice Salomon Hochschule Berlin) und Katharina Nicolai (M.A., Lehrbeauftrage an der Alice Salomon Hochschule Berlin) stellen anhand ihrer Arbeit Dokumentarische Videointerpretation typischer Modi der Interaktionsorganisation im Krippenalltag einen forschenden Zugang zur Frage der Beziehungs- und Interaktionsqualität zwischen Fachkräften und Kindern als herausragendes Merkmal frühpädagogischer Qualität dar. Es geht um die Sicherung verlässlicher und sensitiv-responsiver Beziehungen in Kinderkrippen in der Ausbildung und Weiterbildung (vgl. www.socialnet.de/rezensionen/17580.php) durch feinanalytische Rekonstruktionen. Eine ausführliche Darstellung der einzelnen Arbeitsschritte der dokumentarischen Videointerpretation am Beispiel einer Pflegesituation führt schließlich zu Fragen der Interaktionsmodi und Interaktionsethik im pädagogischen Handeln.

Hans-Rüdiger Müller (Professor für allgemeine Pädagogik an der Universität Osnabrück) und Dominik Krinninger (wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Erziehungswissenschaft an der Universität Osnabrück) erörtern in „Familie als Bildungskonfiguration. Theoretische und methodologische Aspekte eines erziehungswissenschaftlich begründeten Forschungszugangs“ die Schwierigkeiten, denen sie sich bei einer empirischen Untersuchung des pädagogischen Geschehen in Familien gegenüber sahen. Sie erläutern den theoretischen und den methodischen Zugang in einem kürzlich abgeschlossenen Forschungsprojekt „Familie als kulturelles Erziehungsmilieu“ mit einem Sample von acht Familien. Der ethnographische Ansatz führte anhand von Videoaufzeichnungen, Fotomaterial, Interviews und Beobachtungsprotokollen zu einer Kategorienbildung, die „ am Ende zur Konstruktion von konkreten Merkmalsräumen des Familienstils und des Erziehungsgestus“ (S. 214) führten.

Tanja Betz (Juniorprofessorin für Professionalisierung im Elementar- und Primarbereich an der Goethe-Universität Frankfurt am Main) regt in ihrem Beitrag „Pädagogische Fachkräfte im Spannungsfeld zwischen Selbstverständnis und externen Erwartungen“ an, erziehungswissenschaftliche Forschungsrichtungen zu erweitern: Über den „Binnenraum der Kindertageseinrichtungen und die ‚Qualität der Interaktionen der pädagogischen Fachkräfte‘“ (S. 221) sollte eine bisher vernachlässigte Einbettung der frühkindlicher Bildung, Betreuung und Erziehung in einen gesamtgesellschaftlichen Kontext erfolgen. So könnten nicht zuletzt Rollenkonflikte und Überlastungsphänomene besser verstanden werden. Konzeption und Methodik der EDUCARE-Studie werden erläutert. Aus deren Ergebnisse wird an Beispielen das Spannungsfeld zwischen externen Erwartungen an die Arbeit der pädagogischen Fachkräfte (z. B. durch Bildungspläne) und deren Selbstverständnis illustriert.

Katharina Gerarts (Senior Researcher for Children Studies am World Vision Institut für Forschung und Innovation) betitelt ihren Beitrag „Zwischen Akzeptanz und Aushandlung generationaler Macht. Der Standpunkt von Kindern zu Erziehung in der Familie“. Sie geht von einem theoretischen Hintergrund aus, der Kinder als Experten sieht, die sich ko-konstruktiv mit Erziehungsprozessen auseinandersetzen. Kinder werden so zum Subjekt im Forschungsprozess. Fünf- bis zehnjährige Kinder wurden in teilstandardisierten Interviews befragt, die Daten nach den Prinzipien der Grounded Therory ausgewertet. Das Fazit lautet, dass schon junge Kinder „eine Idee von Erziehung haben, sie dem Handeln ihrer Eltern Sinn zuschreiben und sich selber konstruktiv mit erzieherischen Interaktionsprozessen in der Familie auseinandersetzen“ (S. 258). Eine stärkere Einbettung der Perspektiven von Kindern in (früh-)pädagogische Forschungsbereiche wird gefordert.

Juliane Engel ist Postdoktorandin in einem DFG-Graduiertenkolleg an der FAU Erlangen-Nürnberg. In ihrem Beitrag Bildsprache – Sprachbilder. Eine empirische Studie zu neuen Führungskulturen im Übergang vom Elementar- in den Primarschulbereich analysierte die Autorin anhand von videographierten Sitzungen Sprachbilder und Körpersprache von ErzieherInnen und LehrerInnen, die neue Formen der Kooperation bei der Transitionsbegleitung von der KiTa in die Grundschule erarbeiten sollten. Sie kommt zu dem Schluss, dass Phänomene des Übergangs bei den PädagogInnen selbst zu beobachten seien und so die Situation entstehe, dass diejenigen, die den Übergang gestalten sollten, sich selber in einem Übergang befänden. Die Brüchigkeit von Erfahrungen und vertrauten Entscheidungsabläufen äußerte sich in der Suche nach neuen Führungskulturen und nicht zuletzt in einer ambivalenten Arbeitsatmosphäre.

Diskussion

Mit diesem Band verfolgen die Herausgeberinnen das Anliegen, „in Zeiten rasanter politischer und praxisbezogene Entwicklungen im Feld der Frühpädagogik wie auch der Expansion kindheitspädagogische Studiengänge … die Frage nach einer möglichen Selbstvergewisserung und Perspektivbildung im Rahmen der Disziplinentwicklung der Pädagogik der frühen Kindheit (zu) stellen und voran(zu)bringen“ (S. 7).

Das Thema des Sammelbandes ist allgemein formuliert und lässt somit eine Vielzahl von Themen zu. Auf den ersten Blick scheint es in der Tat eher ein Nebeneinander von Themen unterschiedlicher Ausrichtungen zu sein. Es gibt jedoch immer wieder verbindende Bezüge, anhand derer Leserinnen und Leser der Eingangsfrage nachgehen können. Beginnend mit kritischen Analysen zentraler, ja fast alltagspädagogischer Begriffe wie Bildung (Stieve), Erziehung (Stenger), Lernen (Dittrich) oder Grenzen (Junge) wird die Bedeutung der handlungsleitenden theoretischen Grundlagen in diesen Diskurskapiteln eindrucksvoll unterstrichen. Die Auseinandersetzung mit diesen Themen sollte für alle Lehrenden und Studierenden verbindlich sein, verlangen sie doch von jedem, der sich im Feld der (Früh-)Pädagogik bewegt, sich Klarheit über die eigene Positionierung in der praktischen wie in den forschenden Arbeit zu verschaffen.

Der interdisziplinäre Charakter der (Früh-)Pädagogik zwischen Erziehungswissenschaft, Entwicklungspsychologie, Sozial- und Neurowissenschaften, Philosophie, Politik und den unterschiedlichen Fachdidaktiken wird in der Einleitung angesprochen. Dass dies nicht mit Kooperation gleichzusetzen ist, wird am Beispiel von Schwierigkeiten deutlich, die sich aus dem Bemühen um neue Kooperationsformen zwischen Fachkräften des Elementarbereichs und Lehrkräften der ersten Grundschulklassen zeigen können (Engel). Die Erarbeitung einer gemeinsamen fachlichen Basis durch ko-konstruktives Vorgehen (kritisiert von Dietrich im Zusammenhang des curricularen Lernens und Lehrens) könnte ein Lösungsweg sein. Dazu könnten die Beiträge dieses Bandes, die sich mit den erziehungswissenschaftlichen Kernbegriffen als Leitthemen der Frühpädagogik wie der Schulpädagogik einen wertvollen Beitrag leisten. Die Verwendung der gleichen Wörter bedeutet sowohl innerhalb der Pädagogik wie auch in der Kommunikation mit den angrenzenden Wissenschaften nicht automatisch ein übereinstimmendes Sinnverständnis.

Auch Fragen der Raumerfahrung (Wehner) und ihre pädagogische Bedeutung lassen sich nur interdisziplinär gewinnbringend diskutieren, wenn Klarheit über Auffassungen z.B. zu Grundprinzipien informellen und/oder curricularen Lernens bestehen. Neben der institutionellen Pädagogik wird das informelle Lernen bildungspolitisch (Schulz) und innerfamilial berücksichtigt (Gerarts).

Mit der fachlichen Verankerung verbunden ist die Frage: ‚Was bedeutet es, Pädagoge/Pädagogin zu sein?‘ für die eigene, die persönliche Entwicklung (Stenger; Jung; Betz, Engel) - auch in einem gesellschaftlichen Zusammenhang (Hogrebe; Engel). In der aktuellen Diskussion um gerechte Bezahlung und gesellschaftliche Wertschätzung der frühpädagogischen Berufe sind das hochaktuelle Fragestellungen.

Forschungsfragen und -zugänge werden in fast allen Kapiteln angesprochen, im zweiten Teil werden einige explizit dargestellt. Zusammengefasst könnte man sagen, dass sie auf den pädagogischen Grundkompetenzen beruhen: Genau hinsehen und genau zuhören („Werkzeuge des Verstehens“, S.8)! Dafür werden als empirischen Zugänge dargestellt: Mikroanalytische Vorgehensweisen (Stenger; Engel) und dokumentarische Videointerpretationen (Nentwig-Gesemann & Nicolai), ethnographische Zugänge (Müller & Krinninger) und teilstandardisierte Interviews mit Kindern (Gerarts).

Fazit

Die einzelnen, ausführlichen und fundiert argumentierenden Beiträge bieten für sich und in der Zusammenstellung einen anregenden Querschnitt durch aktuelle Themen der (Früh-)Pädagogik zu genuin pädagogischen Fragen, die aber auch Leserinnen und Lesern, die ihre fachlichen Schwerpunkte in den Nachbardisziplinen der Pädagogik haben, eine Vielzahl von Schnittstellen aufzeigen.

Theoretische und empirische Perspektiven verschränken sich in den meisten Beiträgen. Studierende und Lehrende mit forscherischen Interessen finden zahlreiche und vielfältige Anregungen für (hoffentlich nicht allzu) zukünftige theoriegeleitete empirische Projekte.


Rezension von
Diplom-Psychologin Renate Niesel
Ehemalige wissenschaftliche Referentin am Staatsinstitut für Frühpädagogik (IFP), München


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Zitiervorschlag
Renate Niesel. Rezension vom 05.08.2015 zu: Ursula Stenger, Doris Edelmann, Anke König (Hrsg.): Erziehungswissenschaftliche Perspektiven in frühpädagogischer Theoriebildung und Forschung. Beltz Juventa (Weinheim und Basel) 2015. ISBN 978-3-7799-3251-2. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/18828.php, Datum des Zugriffs 19.05.2021.


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