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Gabriele Moos, André Peters (Hrsg.): Innovations­management in der Sozialwirtschaft

Cover Gabriele Moos, André Peters (Hrsg.): Innovationsmanagement in der Sozialwirtschaft. Nomos Verlagsgesellschaft (Baden-Baden) 2015. 275 Seiten. ISBN 978-3-8487-0232-9. D: 49,00 EUR, A: 50,40 EUR, CH: 69,90 sFr.
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Herausgeberin und Herausgeber

Moos Gabriele ist Diplom-Volkswirtin, promovierte 1995 an der Universität der Bundeswehr München. Anschließend war sie Geschäftsführerin in der Behindertenhilfe in NRW. Seit 2000 ist sie Professorin am RheinAhrCampus in Remagen sowie Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Management und Controlling in der Sozialwirtschaft, Aufsichtsrätin in mehreren sozialwirtschaftlichen Unternehmen und Mitglied des Arbeitskreises „Ökonomie im Gesundheitswesen“ der Schmalenbach Gesellschaft für Betriebswirtschaft e.V.

Peters André war Partner der contec GmbH und Geschäftsführer des Instituts für Europäische Gesundheits- und Sozialwirtschaft, ist kaufmännischer Vorstand der Diakonischen Werkes der Evangelischen Baden Landeskirche in e.V. und Vorstand der Diakonie Baden Stiftung sowie Geschäftsführer der Diakonie Baden Württemberg, Autor zahlreicher Fachpublikationen

Thema und Zielsetzung

Die beiden Autoren haben die zunehmende Bedeutung von Innovationen in der Sozialwirtschaft erkannt und wollen daher das Aufspüren und Weiterentwickeln von Innovationen unterstützen. Der Sammelband versucht Antworten auf folgende Fragen zu geben und mit erfolgreichen Beispielen zu unterlegen:

  • Was sind die Besonderheiten von Innovationen in der Sozialwirtschaft?
  • Welche Bedeutung hat die Unternehmenskultur?
  • Welche Funktionen und Ausprägungen haben Innovationen in der freien Wohlfahrtspflege?
  • Wie sind Innovationen von sozialen Dienstleistungen aus europäischer Perspektive zu bewerten?
  • Welche Ansatzpunkte ergeben sich im Innovationsmanagement für die Weiterentwicklung und Sicherung der Innovationsfähigkeit?

Dazu haben die beiden Autoren eine bunte Mischung von Praktikern und Wissenschaftern zu Wort kommen lassen.

Aufbau und Inhalt

Das in vier Kapitel gegliederte Werk bringt im ersten Kapitel eine Begriffsabgrenzung sowie die Betrachtungen von Innovation aus volkswirtschaftlicher und betriebswirtschaftlicher Perspektive (Gabriele Moos). Anschließend befasst sich Lutz Schumacher mit dem spätestens von Doppler/Lauterburg als wesentlich erkannten Thema der Unternehmenskultur als notwendige Bedingung und damit Treiber für den Unternehmenserfolg.

Im zweiten Kapitel werden soziale Innovationen aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet. Edeltraud Botzum geht es um das Verständnis, die Funktion und Beispiele in der Freien Wohlfahrtspflege. Die europäische Perspektive wird von Johannes Eurich/Andreas Langer eingebracht. Empirische Befunde zu Innovationen in der Sozialwirtschaft kommen von Elisabeth Schmieder und Beatrix Vogt-Wuchter.

Im dritten Kapitel werden sechs Beispiele für Innovationen in der Sozialwirtschaftvorgestellt. Im Sinne des St. Gallener Managementmodells sind diese Beispiele klar dem „Neugestalten“ zuzuordnen, während Beispiele in Richtung von Prozessinnovation – also „Optimieren“ – nicht zu finden sind. Beispiele aus beiden Bereichen wären auch notwendig, würden allerdings den Umfang des Buches sprengen. Die Beispiele im Überblick:

  • quartiersnahe Versorgung (Bodo de Vries)
  • technische Assistenzsysteme (Wolfgang Meyer, Anne Huffziger)
  • bürgerschaftliches Engagement (Uwe Scharzer)
  • Wirkungsmessung in der Teilhabebegleitung (Gitta Bernshausen/Frank Löhler)
  • inklusives Qualitätsmanagement (Thomas Pruisken/Melanie Rieß)
  • Case Management als Steuerungsinstrument (Andreas Rieß/Rolf Müllender)

Im vierten Kapitel beginnt André Peters mit dem Verankern von Innovation im strategischen Management, um anschließend auf Innovations-Management-Tools einzugehen. Markus Reimer geht dann noch einmal auf die Innovationskultur als „Basis von allem“ ein. Helen Schneider schließt mit dem Überwinden von Innovationsbarrieren und Widerständen ab.

Fazit

Insgesamt ist das Buch durch die oben dargestellt Struktur eine recht runde Sache. Die Kompetenz der Autoren macht insgesamt Mut zum Nachmachen derartiger Projekte. Vorbilder gibt es hier genug, sie laden den Leser zum Weitersuchen ein. Die Betonung der Weiterentwicklung der Unternehmens- und Innovationskultur ist für den Erfolg von Innovationen auch in sozialwirtschaftlichen Unternehmen unabdingbar. Diese Rolle der Führungskräfte als wesentliche Träger könnte noch stärker betont werden. Die Wahl der Beispiele zeigt von einer fundierten Kenntnis der Branche. Mit dem Thema „Widerstände“ aufzuhören ist etwas unglücklich, die strategische Verankerung zu Beginn des vierten Kapitels würde dem Leser vielleicht mehr Zukunfts- und Lösungssorientierung am Ende des durchaus gelungenen Werkes mitgeben. Eine Kritik auf hohem Niveau.


Rezension von
Prof. Dr. Paul Brandl
Studiengang Sozial- und Verwaltungsmanagement (SVM). Masterstudiengang Services of General Interest (SGI). Koordinator des Studiengangs Sozialmanagement. FH OÖ-Studienbetriebs GmbH, Campus Linz
Homepage www.fh-ooe.at
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Zitiervorschlag
Paul Brandl. Rezension vom 22.09.2015 zu: Gabriele Moos, André Peters (Hrsg.): Innovationsmanagement in der Sozialwirtschaft. Nomos Verlagsgesellschaft (Baden-Baden) 2015. ISBN 978-3-8487-0232-9. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/18840.php, Datum des Zugriffs 12.07.2020.


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