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Kirsten von Sydow: Systemische Therapie

Cover Kirsten von Sydow: Systemische Therapie. Ernst Reinhardt Verlag (München) 2015. 220 Seiten. ISBN 978-3-497-02508-4. D: 24,90 EUR, A: 25,60 EUR, CH: 34,60 sFr.
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Thema

Das vorliegende Buch – ich zitiere aus dessen erstem Satz – „gibt einen Überblick über die Geschichte, theoretische Grundlagen, die therapeutische Praxis der und Forschungsergebnisse zur Systemischen Therapie (ST) bei der Behandlung psychischer Störungen Erwachsener, Jugendlicher und Kinder“ (S. 9). Die Autorin versteht ihr hier zu rezensierendes Werk als „Lehrbuch“ der ST (vgl. etwa S. 9). Eine solche Bezeichnung macht insofern Sinn, als dass auch andere deutschsprachige Monographien zur Systemischen Therapie sich als „Lehrbuch“ verstehen – etwa die kurz zuvor erschienene „Systemische Therapie“ (Heidelberg: Carl Auer, 2015) von Kurt Ludewig (Socialnet-Rezension: www.socialnet.de/rezensionen/18335.php). Von solcher Art Lehrbuch zur ST aber distanziert sich die Autorin ganz explizit: Ihr Buch orientiere sich „primär an einer positivistischen Grundhaltung, die auch interpretative und kritische Handlungen berücksichtigt… Insofern unterscheidet es sich von der radikalkonstruktivistischen empirie- und diagnosekritischen Haltung mancher deutschsprachiger Systemiker (z. B. Ludewig, 2005), die sich eher mit hochabstrakten Konzepten und metaphysischen Positionen befassen als mit empirisch prüfbaren und klinisch umsetzbaren Theorien“ (S. 27).

Nun ist es ja nicht so, als gäbe es die ST „an und für sich“, in dem Sinne also, wie es etwa das Matterhorn gibt, das ein und dasselbe ist und nur verschieden aussieht, je nachdem, ob man es von Zermatt oder Breuil-Cervinia aus betrachtet. Die ST „gibt“ es nicht im selben Sinne, wie es das Matterhorn gibt. Deshalb sind verschiedene Sichtweisen auf sie nicht einfach unterschiedliche Perspektiven, sondern andersartige Konstruktionen. Von einem „Lehrbuch“ zu einem bestimmten Gegenstand zu sprechen, macht gemeinhin nur Sinn, wenn der betrachtete Gegenstand schon recht klar konturiert ist. In Sachen ST ist das noch keineswegs der Fall. Daher werte ich das vorliegende Buch als einen Beitrag zur hiesigen Diskussion darüber, was ST denn eigentlich sein soll.

Auf den ersten Blick scheint das klar. Auf der von der Deutschen Gesellschaft für Systemische Therapie, Beratung und Familientherapie (DGSF) und der Systemischen Gesellschaft (SG) gemeinsam besorgten Internet-Site „Informationen zur Systemischen Therapie“ (www.ffak.org/sites/) wird eingangs zur Definition zitiert, was der Wissenschaftliche Beirat Psychotherapie (WBP) am 14. 12. 2008 (www.wbpsychotherapie.de) unter dem Begriff ST als eigenständiges psychotherapeutisches Verfahren anerkannt hat:

„Von den beantragenden Fachverbänden [DGSF und SG; H.-P. H.] wird die systemische Therapie als ein psychotherapeutisches Verfahren beschrieben, dessen Fokus auf dem sozialen Kontext psychischer Störungen liegt. Dabei werden zusätzlich zu einem oder mehreren Patienten (‚Indexpatienten‘) weitere Mitglieder des für Patienten bedeutsamen sozialen Systems einbezogen. Die Therapie fokussiert auf die Interaktionen zwischen Mitgliedern der Familie oder des Systems und deren weitere soziale Umwelt.

Die Systemische Therapie betrachtet wechselseitige intrapsychische (kognitiv-emotive) und biologisch-somatische Prozesse sowie interpersonelle Zusammenhänge von Individuen und Gruppen als wesentliche Aspekte von Systemen. Die Elemente der jeweiligen Systeme und ihre wechselseitigen Beziehungen sind die Grundlage für die Diagnostik und Therapie von psychischen Erkrankungen.“

Diese Definition ist breit und bleibt vage. So breit und so vage, dass beispielsweise wir Familientherapeut(inn)en der späten 1970er, ausgebildet am Heidelberger Stierlin-Institut, uns im Nachhinein als frühe Systemische Therapeut(inn)en ansehen könnten. Das tun all jene von uns nicht, die all jene seither stattgefundenen Wandlungen mitgemacht haben, die üblicherweise (auch im vorliegenden Buch) als „Entwicklungsprozess von der Familientherapie zur ST“ beschrieben werden. Was das gegenüber den frühen Formen der Familientherapie Neue an der heutigen ST sei, hat die SG auf ihrer Homepage so formuliert (http://systemische-gesellschaft.de/; Aufruf am 18.6.2015):

„Systemische Therapie ist ein eigenständiges psychotherapeutisches Verfahren, das in unterschiedlichen Settings als Einzel-, Paar-, Familien- und Gruppentherapie praktiziert wird. Seit Beginn der 80er Jahre entwickelte sie [sich; H.-P.H.] innerhalb des Feldes der klassischen Familientherapie, indem sie sich über Fragen von Familienstruktur und -dynamik hinaus stärker an systemisch-konstruktivistischen Grundideen orientierte.

Dabei sind folgende Aspekte von besonderer Bedeutung:

  • Ein kontextuelles Verständnis von individuellen und zwischenmenschlichen Symptomen, Störungen und Problemen.
  • Die Einsicht, dass Probleme grundsätzlich in kommunikativen Prozessen ‚hergestellt‘ und aufrecht erhalten werden.
  • Therapie und Beratung können keine gezielten Verhaltensänderungen von außen herbeiführen, sondern stellen nur ein Anregungspotential für die Selbstveränderung dynamischer, selbstorganisierter sozialer Systeme dar.
  • Es wird vordringlich nach Ressourcen gefragt und in diesen nach Ansatzpunkten für Lösungen gesucht.
  • Wenn nötig und hilfreich, können auch Außenstehende, etwa Überweiser, andere Auftraggeber etc. in die therapeutische Kooperationsbeziehung einbezogen werden.
  • Allen Beteiligten in einem solchen Kooperationsnetzwerk wird mit einer wertschätzenden Haltung begegnet.

Der Ausgangspunkt der Systemischen Therapieprozesse liegt nicht in einseitigen diagnostischen Beurteilungen, sondern in der möglichst genauen Passung von Erwartungen und Aufträgen seitens der KlientInnen sowie den Möglichkeiten und Angeboten der TherapeutInnen. Die therapeutische Beziehung ist durch einen öffnenden Dialog gekennzeichnet, der einerseits Respekt gegenüber der Autonomie von Menschen und andererseits ‚Respektlosigkeit‘ gegenüber bisherigen Annahmen und Einschränkungen umfasst.“

Eine solche Definition von ST, die unter deutsch(sprachig)en Systemischen Therapeut(inn)en weit über die Mitglieder der SG hinaus Zustimmung finden dürfte, hat freilich einen bedeutsamen Schönheitsfehler: Hätte man 2008 beim zweiten Antrag an den WBP nur die Wirksamkeitsstudien solcher systemtherapeutischer Vorgehensweisen vorgelegt, die obiger Definition entsprechen, der Antrag wäre wie schon beim ersten Mal 1999 abschlägig beschieden worden. Und zwar wegen des schon damals bedeutsamen Grundes: aus Mangel an Beweisen.

Autorin

Dass es beim zweiten Antragsverfahren anders kam, ist wesentlich das Verdienst der Autorin. Denn diesmal lag dem Antrag das Werk „Die Wirksamkeit der Systemischen Therapie / Familientherapie“ (Sydow, Beher, Retzlaff & Schweitzer, 2007) bei, das deutlich Kirsten von Sydows Handschrift trägt. Die genannte Arbeitsgruppe hatte sich 2004 – seit eben diesem Jahr ist die Autorin stellvertretendes Mitglied des WBP – gefunden und war 2005 von DGSF und SG gemeinsam beauftragt worden, eine entsprechende Dokumentation zu erarbeiten.

Die Privatdozentin (zum Weiteren vgl. http://www.kirsten-von-sydow.de/40344.html) ist promovierte und habilitierte Diplom-Psychologin und Psychologische Psychotherapeutin, seit 1999 psychotherapeutisch (Psychodynamische Therapie und ST) tätig und durch zahlreiche wissenschaftliche Publikationen auch und gerade zur ST im allgemeinen sowie deren Wirksamkeit im besonderen ausgewiesen (vgl. www.zpid.de/psychauthors).

Und sie bringt eine besondere personale Kompetenz mit. In einem 2011 in der Schweiz gehaltenen Vortrag hat die Autorin eingangs ausgeführt: „Ich bin Kind einer Streit-Ehe – das hat mich belastet. Aber durch die Systemische Therapie habe ich gelernt, auch das Gute im Schlechten zu suchen & zu finden. Insofern bringe ich gute Voraussetzungen mit, mich den Konflikten zwischen ST & den Anforderungen eines um Evidenzorientierung bemühten Gesundheitssystems zu stellen. Ich bin es nämlich gewöhnt, zwischen verschiedenen Stühlen zu sitzen!“ (www.systemis.ch/; S. 1)

Aufbau und Inhalt

Das Buch besteht aus sieben Kapiteln, denen sich ein umfangreiches Glossar (von „Allparteilichkeit“ bis „Zirkuläre Fragen“), Literaturempfehlungen und Hinweise auf

Informationsquellen, das Literaturverzeichnis sowie ein Sach- und Personenregister (von „Allgemeine Psychotherapie“ bis „Zusatztitel ‚Psychotherapie‘“) anschließt.

In 1 Einführung werden das Anliegen des Buches und seine besondere Herangehensweise sowie der ins Auge gefasste Leser(innen)kreis benannt.

2 Geschichte skizziert zunächst die Entwicklung von der Familientherapie zur ST, stellt dann sieben grundlegende Ansätze der ST, darunter die hierzulande noch wenig bekannten US-amerikanischen „Trademark“-Therapien, dar und markiert dann die Entwicklung der ST zu einem eigenständigen Therapieansatz in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Ein bemerkenswerter Exkurs zu Bert Hellinger schließt sich an.

In 3 Theorie, dem zweitlängsten Buchkapitel werden zunächst einige klärende Begriffsbestimmungen zur ST sowie zur Paar- und Familientherapie vorgenommen. Dann folgen Ausführungen zu theoretischen Grundlagen, gegliedert nach Abschnitten zu meta-theoretischen Grundpositionen, zu Systeme, Strukturen und Kommunikation, zur Sprache der Veränderung und zum Bindungs- und Mehrgenerationskontext; die Darstellungen von theoretischen Konzepten sind dabei verknüpft mit Überlegungen zu deren Bedeutung für die therapeutische Praxis. Im anschließenden dritten Unterkapitel werden empirische Befunde psychologischer und psychotherapeutischer Grundlagenforschung ausgebreitet, die zahlreiche Axiome und Grundannahmen der Systemischen Therapie stützen. Anschließend werden ätiologische Konzepte in ihrer Bedeutung für die ST betrachtet und abschließend dargelegt, worin nach Einschätzung der Autorin ein „systemisch-integrativer theoretischer Konsens“ (S. 57) besteht.

Kapitel 4 Der therapeutische Prozess ist das längste des Buches. Die insgesamt zehn Unterkapitel sind folgenden Themen gewidmet: Grundhaltungen und Rahmenbedingungen, Diagnostik (wozu auch die Feststellung von Ressourcen zählt), Erstgespräch (vom Joining bis zur gemeinsamen Entwicklung von Therapiezielen), Settings (wozu neuerdings auch die Mehrfamilientherapie zählt), Interventionen (mit „Klassikern“ wie systemischem Fragen oder Skulpturarbeit), manualisierten Vorgehensweisen bei Störungen im Erwachsenenalter (etwa die Emotions-Fokussierte Paartherapie) einer- sowie im Kindes- und Jugendalter (etwa die Multisystemische Therapie) andererseits, (Kontra-)Indikationen, Behandlungsprobleme und schließlich die Beendigung der Behandlung.

In 5 Evaluation wird der Stand der Evaluationsforschung zur Systemischen Therapie dargestellt. Berücksichtigt wurden bei der Frage der Wirksamkeit, damit hohen Anforderungen an Evidenzbasierung nachkommend, Ergebnisse aus (Feld-)Experimenten und Metaanalysen; die Ergebnisse sind für Erwachsene und Kinder / Jugendliche gesondert ausgewiesen. Befunde der Prozessforschung sowie aus Kosten-Nutzen-Studien werden anschließend berichtet.

6 Ausblick auf künftige Entwicklungen hat zwei Teile. Im ersten Teil wird dargelegt, wo in Deutschland und in anderen Ländern im Rahmen des Gesundheits- und Sozialwesens bereits systemtherapeutisch gearbeitet wird, wie es hierzulande um die sozialrechtliche Anerkennung der ST steht sowie mit welchen Ambivalenzen, Schwierigkeiten und Unwägbarkeiten dieser Prozess verbunden ist. Im zweiten Teil wird zunächst darauf hingewiesen, dass die ST in Theorie und Praxis die Bedeutung des Innerpsychischen stärker zu berücksichtigen habe. Anderseits, so fährt sie fort, würden andere therapeutischen Grundansätze wie der psychodynamische und der kognitiv-behaviorale interpersonale Aspekte zunehmend mehr berücksichtigen und alle Therapeut(inn)en könnten bestimmte ST-Konzepte (etwa das der Ressourcenorientierung) in ihre Arbeit integrieren und dies vielfach auch schon.

Auf fünf Seitenbietet 7 Zusammenfassung eine prägnante Darstellung dessen, was die Autorin unter ST verstanden wissen will und was zu solchem Verständnis wissenswert scheint. Man kann dieses abschließende Kapitel auch als erstes und dann als Hinführung und Horizonteröffnung lesen.

Diskussion

Im Januar 2007 gab Kirsten von Sydow auf der wissenschaftlichen Jahrestagung des von Kurt Ludewig mit gegründeten Instituts für systemische Studien (ISS) Hamburg einen Überblick über den Stand der o. g. Dokumentation ab. Einer der damaligen Zuhörer(innen), der ISS-Lehrtherapeut Stephan Baerwolff aus Hamburg, der 2004 Gedanken über „Die Angst des Systemikers vor der Psychotherapieforschung“ vorgetragen hatte (www.systemagazin.de/bibliothek/texte/), notierte im Anschluss: „Doch wirkt die Lektüre einer solchen Zusammenstellung, die alle Unterschiede zu glätten versucht, wenig begeisternd gegenüber konzeptuellen Darstellungen, die aus einem Guss sind, (wie eben z.B. Kurt Ludewigs Bücher). Überspitzt formuliert erscheint hier Systemische Therapie als dünne Suppe, auf der einzelne, durchaus gehaltvolle Fettaugen ziemlich unverbunden herum schwimmen.“ (www.systemischestudien.de, S. 3) Mit solchen Augen kann man (und frau) das vorliegende Buch lesen. Aber nichts und niemand nötigt einem dazu – es sei denn, man (und frau) zählte zu den Gralshüter(innen) der „wahren“ ST, die durch Personen wie Kirsten von Sydow gefährdet sei.

Die hat in ihrer Einführung notiert, es sei ihr ein Anliegen, in und mit ihrem Buch ein „strenges“ und ein „lockeres“ Denken im Sinne Gregory Batesons mit einander zu verbinden. Das ist ihr gelungen, und dies ist ihr hoch anzurechnen. An jener Stelle seines Aufsatzes „Spekulationen über ethnologisches Beobachtungsmaterial“ (Bateson, 1983), an der sich Gregory Bateson (allzu) kurz über „lockeres“ und „strenges“ Denken, über die „Doppelnatur des wissenschaftlichen Denkens“ äußert, notiert er: „Ich habe beispielsweise den Verdacht, dass das Freudsche Gebäude zu sehr anwachsen konnte, bevor das Korrektiv strengen Denkens auf es angewandt wurde…“ (S. 131) Das sagte er 1940 – nur sieben Monate nach Sigmund Freuds Tod! Seien wir, die wir der Sache der ST wohl gesonnen sind, doch dankbar dafür, dass Kirsten von Sydow auf das „Systemische Gebäude“ das „Korrektiv strengen Denkens“ angewandt hat. Die Zeit drängte und war reif dafür.

Damit sind wir bei einem anderen Unterschied, der ebenfalls einen Unterschied macht und mit der Differenzierung von „lockerem“ und „strengem“ Denken in vielerlei Hinsicht verwandt ist. Die Rede ist von Thomas S. Kuhns (1967) Unterscheidung von „Kontext der Entdeckung“ (Context of Discovery; hier ist „lockeres“ Denken angezeigt) und „Kontext der Rechtfertigung“ (Context of Justification; hier braucht es „strenges“ Denken). Es gibt verschiedene – und sich wechselseitig keineswegs ausschließende – Möglichkeiten, die Kuhnsche Unterscheidung zu interpretieren (vgl. etwa Hoyningen-Huene, 2006). Eine davon ist die einer zeitlichen Abfolge: auf die Zeit der Entdeckung folgt die der Rechtfertigung. Für die ST in Deutschland war die Zeit der „Rechtfertigung“ erreicht, als die Arbeitsgemeinschaft für Systemische Therapie (AGST) im Dezember 1998 beim Wissenschaftlichen Beirat Psychotherapie ersuchte, die ST als „wissenschaftliches Psychotherapieverfahren“ anzuerkennen. Das Ansinnen wurde 1999 abschlägig beschieden (www.aerzteblatt.de/pdf/97/1/a60.pdf). Zu Recht: Diejenigen, die sich theoretisch bestens auf Kontexte verstehen (oder dies zumindest meinen), hatten auf pragmatischer Ebene den Unterschied von Kontexten („Entdeckung“ da und „Rechtfertigung“ hier) schlichtweg ignoriert. Diesen fundamentalen Fehler begeht die Autorin nicht.

Fazit

Das vorliegende Buch ist eines zur ST, das zum einen den methodisch Gebildeten unter ihren Verächtern empfohlen sei; ich denke da an angehende oder schon praktizierende sowie lehrende und ausbildende Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut(inn)en, Klinische Psycholog(inn)en und Psychologische Psychotherapeut(inn)en, die sich von der ST bislang ferngehalten haben, weil diese ihnen ein wildes Spekulieren ohne Bodenhaftung erschien.

Der anderen Gruppe, der ich das Buch empfehlen möchte, sind angehende oder schon praktizierende sowie lehrende und ausbildende Klinische Sozialarbeiter(innen). Nur sind die Empfehlungsgründe hier ganz andere: Der deutsch(sprachig)en Klinischen Sozialarbeit kann es langfristig nur gut tun, wenn sie sich hinsichtlich der ST, die schon längst in der Sozialen Arbeit angekommen und dort stark verbreitet ist, auf eine nüchterne und pragmatische Sichtweise einlässt, wie sie im vorliegenden Buch entfaltet wird.

Literaturnachweise

  • Bateson, G. (1983). Spekulationen über ethnologisches Beobachtungsmaterial. In Ders., Ökologie des Geistes (S. 114 – 132). Frankfurt a. M.: Suhrkamp (Original: 1940).
  • Hoyningen-Huene, P. (2006). Context of discovery versus context of justification and Thomas Kuhn. In Schickore, J. & Steinle, F. (Hrsg.), Revisiting discovery and justification (S. 119-131). Dordrecht: Springer Science+Business Media B.V..
  • Kuhn, T. S. (1967). Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen. Suhrkamp, Frankfurt am Main: Suhrkamp (Original: 1962).
  • Ludewig, K. (2005). Einführung in die theoretischen Grundlagen der Systemischen Therapie. Heidelberg: Carl Auer.
  • Sydow, K.v., Beher, S., R. Retzlaff, R. & Schweitzer, J. (2007). Die Wirksamkeit der Systemischen Therapie/Familientherapie. Göttingen: Hogrefe.

Rezensent
Prof. Dr. Dr. Hans-Peter Heekerens
Hochschullehrer i.R. für Sozialarbeit/Sozialpädagogik und Pädagogik an der Hochschule München
Homepage de.wikipedia.org/wiki/Hans-Peter_Heekerens
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Zitiervorschlag
Hans-Peter Heekerens. Rezension vom 15.07.2015 zu: Kirsten von Sydow: Systemische Therapie. Ernst Reinhardt Verlag (München) 2015. ISBN 978-3-497-02508-4. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/18991.php, Datum des Zugriffs 18.11.2019.


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