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Brigitte Sens, Christian Bamberg u.a.: Von der Strategie zur kennzahlen­gestützten Umsetzung – in zehn Schritten zum Erfolg

Cover Brigitte Sens, Christian Bamberg, Doris Kurscheid-Reich: Von der Strategie zur kennzahlengestützten Umsetzung – in zehn Schritten zum Erfolg. medhochzwei Verlag GmbH (Heidelberg) 2015. 90 Seiten. ISBN 978-3-86216-208-6. 49,99 EUR.
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Thema

Der Wettbewerbs-, Kosten- und Leistungsdruck im stationären Gesundheitswesen hat zugenommen. In wachsendem Maße sehen sich die Verantwortlichen von Diensten und Einrichtungen gezwungen, neben Maßnahmen der Kostensenkung und Leistungsoptimierung auch strategisch zu denken und zu handeln. Strukturwandel und neue Rahmenbedingungen im Gesundheitswesen zwingen die Leitungskräfte mittlerweile zu längerfristigen Perspektiven und nachhaltig konkurrenzfähigen Positionierungen.

Entstehungshintergrund

Mit dieser Publikation möchten Vertreterinnen und Vertreter der Gesellschaft für Qualitätsmanagement in der Gesundheitsversorgung (GQMG) ein Prozessmanual für die Entwicklung einer zukunftsorientierten Strategieentwicklung vorlegen. Die Autoren wollen die Führungsebene von Gesundheitseinrichtungen von der Strategieformulierung bis zur kennzahlengestützten Erfolgsmessung begleiten.

Autorinnen und Autoren

  • Brigitte Sens ist Leiterin des Zentrums für Qualität und Management im Gesundheitswesen (ZQ) der Ärztekammer Niedersachsen und Vorsitzende der GQMG.
  • Christian Bamberg ist Vorstand der ZeQ AG Unternehmensberatung in Mannheim und spezialisiert auf die Strategie- und Organisationsberatung von Krankenhäusern.
  • Doris Kurscheid-Reich ist Leiterin des Ressorts Qualitätsmanagement und Projektkoordination am städtischen Klinikum Solingen, Qualitätsauditorin, Moderatorin und Projektmanagerin.
  • Jan-Frederick Marx ist Geschäftsführer und Gesellschafter der anaQuesta GmbH, einem Anbieter von Zufriedenheitsbefragungen und Lösungen im Gesundheitswesen.

Aufbau und Inhalte

Die Publikation enthält zehn Kapitel und einen Anhang.

In der Einleitung schildern die Autorinnen und Autoren ihre Sicht auf die Notwendigkeit, die Herausforderungen und die Potenziale der Strategieentwicklung und führen in die Schwerpunkte sowie die konzeptionelle Gliederung der Publikation ein.

Im zweiten Abschnitt werden die Rahmenbedingungen für die erfolgreiche Einführung einer Balanced Scorecard dargelegt. Die Autorinnen und Autoren betonen dabei, dass das Gesamtkonstrukt einer Strategieentwicklung von allen Verantwortlichen in der Leitungsebene verstanden und nachvollzogen werden muss, um ein gezieltes Vorgehen zu gewährleisten. Darüber hinaus skizzieren sie die notwendigen Voraussetzungen im Projektmanagement, bei der Auswahl der Beteiligten und in der Ergebnisorientierung.

Der dritte Abschnitt widmet sich der strategischen Ausrichtung der Organisation. Unterschieden wird in strategische Perspektiven von Profit- und Nonprofit-Organisationen, eingeführt wird in die Strategie als Brückenschlag zwischen Anforderungen von Markt und Umfeld sowie den Fähigkeiten der Organisation und in die Bausteine der Strategie als strategisches Rahmenwerk.

Die Strategieentwicklung ist Gegenstand des vierten Abschnitts. Dargelegt werden ein Grundkonzept der Entwicklung, die strategische Situationsanalyse, die Strategieklausur und das strategische Rahmenwerk. Inhaltlich gehen die Autorinnen und Autoren auch auf grundlegende Anforderungen an strategische Ziele sowie Ursachen-Wirkungs-Beziehungen im Krankenhaus ein.

Der fünfte Abschnitt schlägt die Brücke von strategischen Zielen zu strategischen Maßnahmen. Thematisiert wird dabei der Umstand, dass aus Missionen und Visionen im Rahmen der Strategieentwicklung essenzielle strategische Ziele und Erfolgsfaktoren herausgearbeitet sowie mit strategischen Maßnahmen hinterlegt werden müssen. Strategische Ziele, kritische Erfolgsfaktoren und strategische Maßnahmen werden dabei bereits mit den vier Perspektiven der Balanced Scorecard kombiniert.

Im sechsten Abschnitt wird die Entwicklung der Balanced Scorecard umrissen. Es wird dargelegt, wie sie aus den strategischen Perspektiven, den strategischen Zielen, den Kennzahlen und den strategischen Maßnahmen erarbeitet wird. Auch dieser Abschnitt ist mit einem konkreten Beispiel für strategische Ziele und für Sollwerte einzelner Kennzahlen versehen.

Die Integration aller Organisationsentwicklungsaktivitäten in die Strategie behandelt der siebente Abschnitt. Der Fokus liegt dabei auf der hierarchischen Leitung aller Aktivitäten der organisationalen Entwicklung sowie der Leistung- und Patientensteuerung durch die Unternehmensstrategie. Dargelegt wird neben der Integration in das vorhandene System der Zielvereinbarungen die systematische Übersicht aller Projekte und Maßnahmen, die Nutzung des vorhandenen Berichtswesens sowie eine entsprechende Ergebnisorientierung. Ein Beispiel zeigt strategische Ziele, Kennzahlen sowie zugehörige Definitionen und Datenquellen für die Balanced Scorecard auf.

Der achte Abschnitt thematisiert Information und Kommunikation über die Strategie und die Implementierung der BSC. Erörtert werden wichtige Fragen des Kommunikationskonzepts vor Beginn sowie im Zuge der Strategieentwicklung, -einführung und -realisierung.

Das Füllen der Balanced Scorecard mit Kennzahlen ist Gegenstand des neunten Abschnitts. Erörtert werden dabei Möglichkeiten des Einstiegs und Routinen bei längerer Anwendung, dargelegt wird ein Beispiel für einen Auszug aus der erstmals mit Kennzahlen gefüllten BSC eines Beispielkrankenhauses.

Der zehnte und letzte Abschnitt schildert Möglichkeiten der Bewertung und Strategieumsetzung mit der BSC. Skizziert werden dabei das Procedere bei der regelmäßigen Kennzahlenbewertung, die Notwendigkeit der Kommunikation entsprechender Ergebnisse und die Einbindung in die Aktivitäten der Unternehmensführung.

Im Anhang wird ein Praxisbeispiel einer EDV-gestützten Umsetzung eines ziel- und kennzahlengestützten Managementsystems mit der Balanced Scorecard aufgeführt.

Diskussion

Zunächst sei positiv herausgestellt, dass in dieser Publikation viel Wert auf die notwendigen Rahmenbedingungen der BSC-Entwicklung sowie entsprechender Vorleistungen gelegt wurde. So kann lediglich auf der Basis einer bereits erstellten organisationalem Strategie und einer korrespondierenden Willensbildung im Führungskreis das Potenzial einer Balanced Score Card und die kennzahlengestützte Messung von Erfolg umfänglich genutzt werden.

In diesem Prozessmanual werden die methodischen Anforderungen an eine Strategieentwicklung ebenso fundiert dargelegt wie die notwendigen Schritte. Zahlreiche Beispiele begleiten instruktiv die Lektüre dieses Leitfadens. Das Manual ist sehr kompakt, aber durchgehend zielführend und mit Berücksichtigung aller relevanten Aspekte der Thematik angelegt. Es kann Führungskräften im Bereich des stationären Gesundheitswesens empfohlen werden.

Fazit

Instruktives Manual für die kennzahlengestützte Strategieumsetzung in Gesundheitseinrichtungen.


Rezensent
Prof. Dr. Harald Christa
Professor für Sozialmanagement an der Evangelischen Hochschule für Soziale Arbeit in Dresden mit Schwerpunkt Sozio-Marketing, Strategisches Management, Qualitätsmanagement/ fachliches Controlling.
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Zitiervorschlag
Harald Christa. Rezension vom 23.09.2015 zu: Brigitte Sens, Christian Bamberg, Doris Kurscheid-Reich: Von der Strategie zur kennzahlengestützten Umsetzung – in zehn Schritten zum Erfolg. medhochzwei Verlag GmbH (Heidelberg) 2015. ISBN 978-3-86216-208-6. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/19120.php, Datum des Zugriffs 18.11.2018.


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