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Lena Pascale Hamann: Berufskundliche Bildergeschichten

Cover Lena Pascale Hamann: Berufskundliche Bildergeschichten. Materialien zur Förderung der Schreibkompetenz für Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf (7. bis 9. Klasse). Persen Verlag (Hamburg) 2015. 123 Seiten. ISBN 978-3-403-23509-5. D: 28,95 EUR, A: 28,95 EUR, CH: 31,80 sFr.
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Thema

Mit den angebotenen Materialien wird das Ziel verfolgt, SchülerInnen im Medium des Faches Deutsch berufskundliches Wissen und Berufsorientierung zu vermitteln und dabei themenbezogen die Sprach- und Schreibkompetenz, die Grammatik und den Wortschatz zu fördern.

Autorin

Lena Pascale Hamann ist Förderschullehrerin an einer Schule mit dem Förderschwerpunkt Lernen und einer Abteilung für Sprachheilförderung.

Aufbau und Inhalt

Der Band ist in drei Kapitel gegliedert.

Dem in Kapitel 1 verorteten bündigen Vorwort mit didaktisch-methodischen Überlegungen und Informationen zum Aufbau des Bandes folgen in Kapitel 2 umfängliche „Materialien zu den einzelnen Berufen“. In jeweils eigenständigen Unterkapiteln werden hier die Ausbildungsberufe

  • Gärtner (2.2),
  • Altenpflegehelfer (2.3),
  • Fachpraktiker für Kfz-Mechatroniker (2.4),
  • Beikoch (2.5) und
  • Tischler (2.6) zum Gegenstand der Auseinandersetzung.

Wie die Autorin hervorhebt, handelt es sich damit um Berufe, deren Anforderungen (seitens Hamann nicht genauer bestimmte) SchülerInnen mit sonderpädagogischem Förderbedarf gerecht werden können.

Besagte Unterkapitel in Kapitel 2 sind stets nach demselben Muster aufgebaut: „Basis jeder Einheit bildet eine [schwarz-weiß gehaltene; J.J.] Bildergeschichte, die einen typischen Tagesablauf im jeweiligen Beruf darstellt“ (S. 5). An diese gekoppelt sind jeweils diverse Aufgabenformate in bestimmter Reihenfolge, insbesondere Aufgaben,

  • die einzelnen Bilder der Bildergeschichten für sich und in ihrem Zusammenhang genau zu betrachten und mündlich zu beschreiben,
  • dazugehörige Texte sinnentnehmend zu lesen und abzuschreiben,
  • in einer Fassung der Bildergeschichte, die zusätzlich mit leeren Sprech- und Gedankenblasen versehen ist, besagte Flächen mit passendem Text zu füllen (was von den SchülerInnen den Versuch erfordert, die Perspektive der jeweiligen Protagonisten zu übernehmen),
  • sich bildgestützt mit berufsspezifischen Begrifflichkeiten auseinanderzusetzen (so beim Beruf des Gärtners etwa mit den Begriffen „Stahlkappenschuhe“, „Bigbags“, „Landschaftsarchitekt“ oder „begrünen“),
  • spezifische Fragen zu den Bildergeschichten schriftlich in ganzen Sätzen zu beantworten, unter Verwendung passender Präpositionen (auf, in, unter…),
  • mit Blick auf die Bildergeschichten und die darin abgebildeten Tagesabläufe auf Fragen mit Fragewörtern wie „Wann?“ oder „Wie lange?“ stimmige Temporalsätze zu bilden (z.B. auf S. 19: „Ich ziehe die Arbeitskleidung an, bevor ich mit der Arbeit beginne.“),
  • eigene themenbezogene Texte zu produzieren (so beim Beruf des Altenpflegehelfers die Aufgabe, einen fiktiven Pflegeheimbewohner entlang vorgegebener Kategorien wie ‚Geschlecht‘, ‚Alter‘ oder ‚besondere Kennzeichen‘ zu beschreiben).

In Kapitel 3 folgen sodann „Materialien zu allen Berufen“. Diese können im Rahmen der Beschäftigung mit den fünf von Hamann ausgewählten Berufen und den hier zu bewältigenden Aufgaben jeweils hinzugezogen werden, bereiten die SchülerInnen dabei auf ihre Beschäftigung mit den verschiedenen Aufgabenformaten vor, leiten sie an, ergänzen oder komplettieren die schülerseitige Auseinandersetzung mit den Berufen. So wird in Kapitel 3 ein zusätzliches Arbeitsblatt bereitgestellt, das zur Veranschaulichung von Präpositionen wie „auf“, „in“ oder „unter“ eingesetzt werden kann. Ferner gibt es Materialien, welche die SchülerInnen zu einer Internetrecherche zu den Berufen und jeweiligen beruflichen Anforderungen und darauf basierend zu einer schriftlichen Beschäftigung mit der Frage, ob der jeweilige Beruf zu einem selbst passt, veranlassen.

Dem Band liegt eine CD bei, auf der sämtliche Arbeitsmaterialien in veränderbarem Word-Format und zum Teil in vereinfachter Fassung angeboten werden. Dadurch wird eine individuelle Anpassung des Anforderungsniveaus der Materialien möglich.

Diskussion

Die Autorin versteht Berufskunde und -orientierung – klassisch Bestandteil von Fächern wie Arbeitslehre oder Sachunterricht – als fächerübergreifende Aufgabe. Innovativ erscheint das dem Band zugrundeliegende didaktische Konzept eben deshalb, da es sowohl Schwerpunkte des berufskundlichen und -orientierten Unterrichts als auch des Deutschunterrichts integriert, wirkungsvoll aufeinander bezieht und zusammenspielen lässt.

Entsprechend lassen sich Materialien des Bandes nicht nur im thematisch für Berufskunde und -orientierung aufgeschlossenen Deutschunterricht nutzen, sondern eben etwa auch in einem Sachunterricht, der auf eine Integration zumal von Schreibförderung bedacht ist.

Mit dem von Hamann gewählten methodischen Zugang über Bildergeschichten und dazugehörige (individuell anpassbare) Texte und Aufgaben werden die ausgewählten beruflichen Tätigkeiten plastisch vor Augen geführt. Die Bildergeschichten als das Herzstück des Bandes sind als solche ansprechend gestaltet und vermögen SchülerInnen zum genauen Betrachten zu motivieren.

Fazit

Mit dem Band liegt eine stimmig aufgebaute, ansprechende Materialsammlung vor, mit der sowohl Schwerpunkte des berufskundlichen und -orientierten Unterrichts als auch des Deutschunterrichts abgedeckt werden können. Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf, für welche die Materialien (vorrangig) gedacht sind, können wertvolle Einblicke in fünf verschiedene Berufe gewinnen. Zugleich wird mit dem Band eine gezielte Förderung von Sprach- und Schreibkompetenz, Grammatik und Wortschatz ermöglicht.


Rezensent
Johannes Jöhnck
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Zitiervorschlag
Johannes Jöhnck. Rezension vom 02.09.2015 zu: Lena Pascale Hamann: Berufskundliche Bildergeschichten. Materialien zur Förderung der Schreibkompetenz für Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf (7. bis 9. Klasse). Persen Verlag (Hamburg) 2015. ISBN 978-3-403-23509-5. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/19135.php, Datum des Zugriffs 20.01.2019.


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ISSN 2190-9245

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