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Katja Koch, Stephan Ellinger (Hrsg.): Empirische Forschungsmethoden in der Heil- und Sonderpädagogik

Cover Katja Koch, Stephan Ellinger (Hrsg.): Empirische Forschungsmethoden in der Heil- und Sonderpädagogik. Eine Einführung. Hogrefe Verlag GmbH & Co. KG (Göttingen) 2015. 360 Seiten. ISBN 978-3-8017-2243-2. D: 29,95 EUR, A: 30,80 EUR, CH: 39,90 sFr.
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Thema

Thema des Buches sind quantitative und qualitative empirische Forschungsmethoden, die in der Heil- und Sonderpädagogik zum Einsatz kommen können. Das Buch richtet sich laut Klappentext explizit an Studierende, die „noch kein Grundverständnis mitbringen“ und will in „möglichst niederschwelliger Form Grundlagen der empirischen Forschung“ vermitteln.

Herausgeberin und Herausgeber

Katja Koch ist Sonderpädagogin und Professorin für Frühe Sonderpädagogische Entwicklungsförderung – Kognitive Entwicklung am Institut für Sonderpädagogische Entwicklungsförderung und Rehabilitation der Universität Rostock.

Prof. Stephan Ellinger ist Inhaber des Lehrstuhls für Pädagogik bei Lernbeeinträchtigungen an der Universität Würzburg. Die Autorinnen und Autoren der einzelnen Beiträge sind ganz überwiegend an Hochschulen in den Bereichen Pädagogik, Sonderpädagogik und Heilpädagogik tätig.

Entstehungshintergrund

Beide Herausgeber sind als Hochschullehrer mit der Betreuung von wissenschaftlichen Qualifikationsarbeiten ihrer Studierenden befasst. Die Idee zum vorliegenden Buch sei „aus unzähligen Sprechstundensituationen an verschiedenen Universitäten“ entstanden. Studierende sollen dabei unterstützt werden, empirische Fragestellungen zu entwickeln und über den angemessenen Einsatz von Forschungsmethoden zu entscheiden.

Aufbau und Inhalt

Das Buch ist in drei Abschnitte mit 45 Kapiteln gegliedert:

  1. Grundlagen,
  2. Quantitative Forschung,
  3. Qualitative Forschung.

Die Spannbreite der Themen reicht von Kurzdarstellungen ganzer Disziplinen (Wissenschaftstheorie) bis zur Erläuterung eines einzelnen statistischen Kennwerts (z. B. Rangkorrelationskoeffizient). Jedem Kapitel ist eine Eingangsfrage vorangestellt, die Studierende zu Forschungsmethoden stellen könnten:

    Teil I: Grundlagen

  1. Wer bestimmt die Erkenntnismethode?
    Empirische Forschung in der Sonderpädagogik zwischen quantitativen und qualitativen Zugängen (Katja Koch und Stephan Ellinger)
  2. Wie wirklich ist die Wirklichkeit?
    Wissenschaftstheorie für Sonderpädagogen (Roland Stein)
  3. Wie verbinde ich verschiedene Perspektiven?
    Triangulation (Christoph Ratz)
  4. Wer darf wann, wie, wo, welche Position vertreten?
    Diskursanalytische Grundlagen (Oliver Hechler)

    Teil 2: Quantitative Forschung

  5. Woraus besteht der quantitative Forschungsprozess?
    Kopf oder Zahl – Grundsätzliche Überlegungen zum quantitativen Forschungsprozess (Katja Koch)
  6. Was muss ich beim Lesen von Übersichtsarbeiten (Reviews) beachten?
    Systematische Reviews und Metaanalysen richtig lesen (Katja Koch)
  7. Jetzt habe ich eine Forschungsfrage. Und wie gehe ich jetzt weiter vor?
    Arten von Forschungsdesigns und Untersuchungsplänen (Michel Knigge)
  8. Wie mache ich eine Fragestellung messbar?
    Operationalisierung (Simon Sikora)
  9. Welche Messinstrumente gibt es und woher weiß ich, welche davon gut sind?
    Messinstrumente (Simon Sikora)
  10. Ich möchte Personen befragen. Wie führe ich eine solche Befragung durch?
    Befragungen mit einem Fragebogen (Mandy Röder und Anna R. Müller)
  11. Wie wähle ich eine geeignete Stichprobe aus?
    Planung von Stichproben (Gabi Ricken)
  12. Wie kann man eine einzelne Person untersuchen und die erhobenen
    Daten auswerten?
    Kontrollierte Einzelfallforschung (Jürgen Wilbert und Matthias Grünke)
  13. Die Sache mit der Signifikanz oder: Wann ist ein Unterschied wirklich
    ein Unterschied?
    Deskriptivstatistik und Inferenzstatistik (Dagmar Orthmann Bless)
  14. Wie lässt sich die Verteilung meiner erhobenen Daten sinnvoll
    grafisch darstellen?
    Darstellung von Häufigkeitsdaten (Yvonne Blumenthal)
  15. Ich möchte die Verteilung meiner erhobenen Daten analysieren. Welche Angaben sind dabei wichtig und was muss ich tun, um diese zu ermitteln?
    Mittelwerte, Modalwerte, Mediane (Stefan Voß)
  16. Wie lässt sich die Unterschiedlichkeit der Messwerte in einer Gruppe bestimmen und wie kann ich mehrere Gruppen hinsichtlich dieser Unterschiedlichkeit vergleichen?
    Streuung, Standardabweichung und Varianz (Jürgen Wilbert)
  17. Wie untersuche ich zwei Merkmale hinsichtlich der Art und Stärke ihres Zusammenhangs?
    Korrelationsanalysen (Daniel Stockheim)
  18. Wie untersuche ich zwei ordinalskalierte Variablen hinsichtlich der Art und Stärke ihres Zusammenhangs?
    Rangkorrelationen (Gabi Ricken)
  19. Unterscheiden sich die Mittelwerte von zwei Gruppen signifikant voneinander?
    t-Test (Daniel Sinner und Jan Kuhl)
  20. Unterscheiden sich die Mittelwerte von mehr als zwei Gruppen signifikant voneinander?
    Varianzanalyse (Daniel Sinner und Jan Kuhl)
  21. Wie bedeutsam ist der (signifikante) Unterschied zwischen zwei Gruppen? Wie groß ist der Effekt einer Intervention?
    Effektstärken (Jan Kuhl und Daniel Sinner)
  22. Wie stark sagt eine unabhängige Variable eine abhängige Variable vorher? Einfache lineare Regressionsanalyse (Timo Tresp)
  23. Wie stark sagt eine unabhängige Variable eine abhängige Variable unter Kontrolle weiterer Einflussfaktoren vorher?
    Multiple lineare Regressionsanalyse (Timo Tresp)
  24. Wie lassen sich Variablen gemäß ihrer Beziehungen zu Variablengruppen bündeln, um die Daten überschaubarer zu machen?
    Faktorenanalyse (Martin Venetz und Carmen Zurbriggen)
  25. Wie kann ich in meinem Datensatz Strukturen identifizieren? Und wie kann ich aus meinem Datensatz Gruppen bilden, deren Mitglieder sich möglichst ähnlich sind?
    Clusteranalyse (Katja Koch)
  26. Wie kann ich bereits gegebene Gruppen von Objekten oder Individuen anhand ihrer Merkmale charakterisieren und unterscheiden und wie kann ich sie anhand ihrer Merkmale bereits vorhandenen Gruppen zuordnen?
    Diskriminanzanalyse (Tanja Jungmann)
  27. Meine Daten gehören verschiedenen Gruppen an. Wie kann ich diese Gruppenstruktur bei meinen Analysen berücksichtigen?
    Mehrebenenanalysen (Stefan Voß)
  28. Ich möchte meine Daten mit SPSS auswerten. Wie muss ich sie eingeben, damit der Computer sie verarbeiten kann?
    Datenaufbereitung und Eingabe mit SPSS (Stefan Reichel)

    Teil 3: Qualitative Forschung

  29. Ist Wirklichkeit die Erfindung eines Lügners?
    Grundsätzliche Überlegungen zum qualitativen Forschungsprozess (Stephan Ellinger)
  30. Wie kann ich subjektives Erleben von Personen erforschen?
    Rekonstruktive Sozialforschung (Thomas Müller)
  31. Wie gehe ich vor, wenn ich verborgenen Sinn erschließen und zur Darstellung bringen möchte?
    Psychoanalytische Hermeneutik (Oliver Rechler)
  32. Wie bekomme ich etwas raus, wovon ich noch nicht genau weiß, wie ich danach fragen soll? Grounded Theory (Stephan Ellinger)
  33. Wie kann ich ein realistisches Bild über die erschwerten Lebensbedingungen von Kindern und Jugendlichen gewinnen?
    Lebenslagenanalysen (Joachim Schroeder)
  34. Wie erfahre ich etwas über das Leben von Adressatinnen und Adressaten der Sonderpädagogik?
    Biographieforschung (Mare Thielen)
  35. Wie komme ich zu einem aussagekräftigen Protokoll eines sozialen Sachverhalts?
    Objektive Hermeneutik (Jörg Fertsch-Röver)
  36. Wie lassen sich aus einem bestehenden Protokoll methodisch kontrolliert dessen Sinnstrukturen rekonstruieren?
    Anwendung der Objektiven Hermeneutik (Jörg Fertsch-Röver)
  37. Wie führe ich ein Interview?
    Interview (Christian Walter-Klose)
  38. Wie verstehe ich den tieferen Sinn sozialer Interaktionen?
    Tiefenhermeneutik (Oliver Hechler)
  39. Wie erschließe ich handlungsleitende Routinen und unbewusste Motive?
    Strukturale Psychoanalytische Hermeneutik (Oliver Hechler)
  40. Soll ich ein Gruppeninterview oder mehrere Einzelbefragungen durchführen? Gruppendiskussion (Christian Walter-Klose).
  41. Wie kann ich das Verhalten von einzelnen Personen oder Gruppen in natürlichen Umgebungen erforschen?
    Beobachtungsstudien (Anne Leisering)
  42. Wie können Sie herausfinden, wie viele bildungsbenachteiligte Kinder und Jugendliche in einem Stadtviertel wohnen?
    Sozialraumanalysen (Sven Basendowski und Joachim Schroeder)
  43. Wie bekomme ich einen möglichst authentischen Einblick in das "Innenleben" von pädagogischen Feldern?
    Ethnographieforschung (Mare Thielen)
  44. Wie kann ich etwas beobachten (lassen), wenn ich nicht dabei bin oder ich das zu Beobachtende gar nicht sehe?
    Tagebuchmethode (Conny Melzer und Matthias Schulden)
  45. Wie finde ich die wichtigsten Veröffentlichungen für meine Studie?
    Literaturrecherche und Literaturreview (Conny Melzer)

In vielen Kapiteln wird der Leser direkt als Studierender angesprochen, der eine wissenschaftliche (Examens-)Arbeit verfassen will: „Sicherlich können Sie den bisherigen Ausführungen zustimmen. Allerdings werden Sie sich wahrscheinlich jetzt sagen: ‚Gut, soweit klar! Doch was muss ich mir unter Psychoanalyse eigentlich genau vorstellen?‘ Und Sie haben mit dieser Frage völlig recht“ (Kap. 31).

Diskussion

Die Zielsetzung und die Zielgruppe des Buches sind ziemlich genau bestimmt. Studierenden der Heil- und Sonderpädagogik soll ein einfacher Zugang zu empirischen Forschungsmethoden vermittelt werden, der ihnen hilft, eigene Fragestellungen zu formulieren und methodisch sinnvoll umzusetzen. Die Herausgeber haben dabei insbesondere die Endphase des Studiums im Blick, in der Studierende z. B. im Rahmen von Qualifikationsarbeiten ihre ersten eigenständigen Erfahrungen mit empirischer Forschung machen. Während für Studierende der Psychologie oder Sozialwissenschaften ein großes Angebot an einführenden und vertiefenden Lehrbüchern besteht, fehlt bisher ein auf die Bedürfnisse von Heil- und Sonderpädagogen zugeschnittener Text. Den entsprechenden Bedarf kann der Rezensent auch aus seiner eigenen Lehrtätigkeit sehr gut nachvollziehen.

Zu wünschen wäre von einem entsprechenden Buch, dass erst einmal grundlegender dargestellt wird, welche Fragestellungen in der Heil- und Sonderpädagogik typischerweise untersucht werden oder sich aus der heil- und sonderpädagogischen Praxis ergeben können, um so den Studierenden den Sinn und die Chancen wissenschaftlicher Arbeitens zu veranschaulichen und sie zu einer vertieften Beschäftigung mit Grundfragen und spezifischen Methoden der empirischen Forschung zu motivieren. Außerdem sollten die Leserinnen und Leser einen Einblick in die ganze Bandbreite der gebräuchlichen Forschungsmethoden und eine Orientierungshilfe bei der Auswahl geeigneter Methoden erhalten. Und natürlich wäre zu wünschen, dass der angestrebte niederschwellige Zugang nicht auf Kosten der inhaltlichen Qualität geht.

Diese Erwartungen erfüllt das Buch nur bedingt. Worauf basiert diese Bewertung?

  • Die Sammlung von 45 Einzelbeiträgen deckt ein sehr breites methodisches Spektrum ab. Sie macht aber insgesamt einen nicht ausreichend koordinierten Eindruck. In einer Einführung sollten grundlegende Konzepte systematisch erklärt und Grundprobleme des Forschens anschaulich eingeführt werden, ehe spezifische Methoden vorgestellt werden. Der Abschnitt Grundlagen leistet dies nur ansatzweise. Weiter sollten auch spezifische Fachbegriffe systematisch eingeführt und definiert werden. Das geschieht häufig nicht, zu spät oder ohne Verweise auf hilfreiche Textstellen in anderen Kapiteln. Die mehrfach verwendeten Begriffe „abhängige“ und „unabhängige Variable“ werden erstmals in Kapitel 22 erläutert. Die häufig angesprochene „Normalverteilung“ wird nie formal definiert, Begriffe wie „Effektstärke“, „erklärte Varianz“, „Streuung“ und „Likert-Skala“ werden nicht oder nicht rechtzeitig eingeführt.
  • Inhaltlich habe ich ein Kapitel über die Ethik der Forschung in der Heil- und Sonderpädagogik vermisst.
  • Stellenweise sind die Gewichtung und die thematische Aufgliederung nicht leicht nachzuvollziehen. Dem Rangkorrelationskoeffizient den gleichen Platz einzuräumen wie Fragebogen, Interviews und Beobachtungsstudien, erscheint mir erklärungsbedürftig. Die Kapitel zu Korrelationskoeffizienten, zur Ermittlung und Darstellung von deskriptiven Daten, zur Objektiven Hermeneutik und zur Anwendung der Objektiven Hermeneutik u. a. hätten gut zusammengefasst werden können.
  • Der angestrebte niederschwellige Zugang wird von den Autorinnen und Autoren sehr unterschiedlich interpretiert. In einigen Beiträgen, insbesondere zu den statistischen Methoden, hätte m. E. eine klarere Darstellung erreicht werden können. An anderen Stellen wären spezifischere Hinweise zum Umgang mit bestimmten Forschungsproblemen hilfreich gewesen: z. B. findet sich beim Thema Effektstärke die Aufforderung: „Sie müssen darüber nachdenken, wie stark ihr Unterschied sein soll“, ohne dass weitere Anregungen, was man bei diesem Nachdenken genau zu beachten hat, gegeben werden. Manche Autoren und Autorinnen verfallen in einen Plauderton oder muten dem Leser Banalitäten zu, wie den Hinweis, dass ein postalischer Versand von Fragebögen nur möglich ist, wenn man die Adressen der Befragten kennt.
  • Anschauliche Beispiele zum Einsatz der Forschungsmethoden in der Heil- und Sonderpädagogik werden nicht durchgehend verwendet. Die Option, eine oder zwei Forschungsfragen aus der Heil- und Sonderpädagogik durchgängig aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten, wurde nicht genutzt. Einige Kapitel stellen immerhin einen Bezug zu benachteiligten und in Armut lebenden Jugendlichen her oder zu einer Intervention bei Lernstörungen her. Menschen mit Behinderungen kommen in keinem Forschungsbeispiel vor. Zur Veranschaulichung quantitativer Methoden beziehen sich mehrere Beiträge auf die sonderpädagogisch eher periphere Fragestellung, wie sich der Konsum einer Quarkspeise auf das Größenwachstum auswirkt, oder es wird eine Fragebogenuntersuchung zum Stadionbesuch von Fußballfans entwickelt, mit Fragen wie die nach dem Wohnort oder dem Tribünenplatz.
  • Studierende, die sich erstmals mit einer Thematik befassen, sind auf eine präzise und fehlerfreie Darstellung angewiesen. Leider finden sich in den Texten einige Fehler. Hierzu ausgewählte Beispiele: In drei Kapiteln wird die Behauptung aufgestellt, dass Regressionsanalysen zur Klärung von kausalen Fragestellungen geeignet seien. Beim Thema Ausreißer enthält die exemplarische dargestellte Datenreihe – wie eine eigene Nachberechnung ergab und schon der Augenschein nahelegt – gar keine Ausreißer im statistisch definierten Sinn. Eine Klumpenstichprobe wird beschrieben als Untersuchung „einer einzigen“ Schulklasse.
  • In einigen Kapiteln ist erkennbar, dass die Bedarfe der besonderen Zielgruppe im Auge behalten werden, in dem z. B. darauf eingegangen wird, welche Forschungsmethoden sehr aufwändig sind und sich kaum in Qualifikationsarbeiten realisieren lassen. An vielen Stellen fehlen jedoch diese Hinweise. Man tut Studierenden ohne intensive statistische Ausbildung auch keinen Gefallen, das sicherlich hervorragende, aber nur mit vertieftem Hintergrundwissen einsetzbare Programm „GPower“ zur Effektstärkenberechnung als „bequem“ bedienbar darzustellen. Im Kapitel über Recherchestrategien werden viele Datenbanken aufgelistet. Eine Bewertung, welche Quellen für welche Forschungsfragen besonders hilfreich sind, fehlt dagegen. Die für viele sonderpädagogische Fragen sehr ergiebige Datenbank Pubmed wird nicht erwähnt.
  • Kritisch diskutiert werden kann, ob ein einführendes Werk zu Forschungsmethoden einen so deutlichen Trennstrich zwischen quantitativen und qualitativen Methoden ziehen sollte. Die Möglichkeit, diese Methoden gewinnbringend zu kombinieren, wird durchaus an einigen Stellen angesprochen. Im Gesamtkontext des Buches könnte dennoch der Eindruck entstehen, dass es sich um zwei getrennte Welten handelt. Zudem überzeugt die Einordnung der Methoden in die beiden Bereiche nicht durchgehend. Fragebogen werden den quantitativen Methoden, Interviews und Beobachtungen den qualitativen Methoden zugeordnet, obwohl diese Forschungsmethoden sowohl quantitativ als auch qualitativ auswertbare Daten liefern können. Merkwürdig erscheint auch, dass zwei Kapitel (42, 44) mit explizit quantitativem Bezug bei den qualitativen Methoden zu finden sind.

Fazit

Studierenden der Heil- und Sonderpädagogik ist dieses Buch nur bedingt zu empfehlen. Es ermöglicht aber einen ersten Überblick über die Bandbreite empirischer Forschungsmethoden. Einigen Beiträgen – mehr im Abschnitt qualitative Methoden – gelingt es, Neugier auf und Interesse an einer bestimmten Forschungsmethode zu wecken und in deren Grundlagen anschaulich einzuführen. Ein einführendes systematisches Lehrbuch kann durch diese Edition nicht ersetzt werden, auch als Nachschlagewerk zur vertieften Beschäftigung mit spezifischen Methoden ist es aufgrund der durchgehend knappen Darstellung der einzelnen Themen weniger geeignet.


Rezensent
Prof. Dr. Gerolf Renner
Dipl.-Psychologe, Pädagogische Hochschule Ludwigsburg, Fakultät für Sonderpädagogik
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Zitiervorschlag
Gerolf Renner. Rezension vom 18.09.2015 zu: Katja Koch, Stephan Ellinger (Hrsg.): Empirische Forschungsmethoden in der Heil- und Sonderpädagogik. Eine Einführung. Hogrefe Verlag GmbH & Co. KG (Göttingen) 2015. ISBN 978-3-8017-2243-2. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/19275.php, Datum des Zugriffs 16.12.2019.


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ISSN 2190-9245

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