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Norbert Huppertz: Aktivierende Methoden der Elternarbeit [...]

Cover Norbert Huppertz: Aktivierende Methoden der Elternarbeit in Kindergarten und Krippe. Pais-Verlag (Oberried) 2015. 59 Seiten. ISBN 978-3-931992-44-6. D: 14,90 EUR, A: 15,90 EUR.
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Thema

Elternarbeit – Zusammenarbeit mit Eltern – Erziehungspartnerschaft: Es gibt eine Reihe von Begriffen, die die Beziehungsgestaltung und das Verhältnis zwischen pädagogischen Fachkräften und Eltern beinhalten. Im vorliegenden Buch werden bewährte Methoden der Elternarbeit vorgestellt sowie Hinweise und Anregungen zur Umsetzung gegeben.

Autor

Dr. Norbert Huppertz studierte Philosophie, Erziehungswissenschaft und Klassische Philologie an der Universität Freiburg. Als Professor (emeritus) ist er in Forschung und Lehre sowie umfassender Vortragstätigkeit aktiv. Zu seinen Arbeitsschwerpunkten zählen unter anderem die Theoriebildung in der Elementar- und Sozialpädagogik wie auch die Kindergarten- und Vorschulpädagogik und Aspekte der Vernetzung und Kooperation. (www.wibeor-baden.de/huppertz.htm)

Aufbau und Inhalt

Nach dem Vorwort ist das Buch in fünf Kapitel gegliedert und wird mit einem Literaturverzeichnis zur Elternarbeit abgeschlossen.

Im ersten Kapitel geht Huppertz der Frage „Was ist und wozu dient Elternarbeit?“ nach. Elternarbeit ist Beziehungsgestaltung, die am Wohl des Kindes ausgerichtet sein sollte. Der Autor nennt Funktionen und Grundsätze der Elternarbeit.

Bevor er im weiteren Verlauf auf ausgewählte praktische Elemente eingeht, gibt er auf zwei Seiten einen Überblick über Formen der Elternarbeit (Kapitel 2). Hier nennt er beispielweise klassische Formen wie das Schwarze Brett, Elterninformation (Elternbrief) und Elternabend, aber auch Angebote wie Kontaktecke, Impulse (zur Themenvertiefung zu Hause) oder gemeinsames Spielen.

Um Rhetorik, also „Die Kunst der Gesprächsführung in der Elternarbeit“, geht es im dritten Kapitel. Nach einem Tipp, wie die eigene Kommunikationsfähigkeit verbessert werden kann, geht Huppertz auf 15 Aspekte erfolgreicher Gesprächsführung ein. Dabei beschreibt er jeweils nicht empfehlenswertes bzw. empfehlenswertes Verhalten.

Das vierte Kapitel „Der Elternabend“ beginnt der Autor mit grundsätzlichen Überlegungen (Rahmenaspekte, Voraussetzungen und Erwartungen der Eltern, …), bevor er mögliche Methoden, die im Rahmen der Veranstaltung Verwendung finden können, intensiver vorstellt. Weitere Inhalte sind Medieneinsatz, Zeitmanagement und Werbung. Eine Checkliste schließt das Kapitel ab.

Mit „Eingewöhnung des Kindes und das intensive Aufnahmegespräch“ ist das einseitige nächste Kapitel überschrieben. Kinder unter drei Jahren sind „ein spezielles Gebiet mit einer besonderen Aufgabe geworden“ (S. 38), so verdeutlicht Huppertz die Bedeutung dieser Altersstufe und des Aufnahmegesprächs und weist auf Punkte hin, die im Rahmen eines intensiven Gesprächs aufgegriffen werden sollten.

Schriftliche Elternarbeit - Kindergartenzeitung“ (Kapitel 6). Mit Hilfe einer Kindergartenzeitung können, so der Autor, Eltern u. a. über Ereignisse, pädagogische Inhalte und Termine informiert werden. Neben Anregungen zum Inhalt gibt er auch Tipps zur äußeren Gestaltung der Zeitung sowie zur Organisation der Erstellung und Ausgabe durch die Einrichtung.

Das siebte Kapitel thematisiert „Die Zusammenarbeit mit den Elternvertretern“ und greift deren Funktion bzw. Aufgaben anhand der Richtlinien aus Baden-Württemberg auf.

Die aktivierende Befragung“ dient dem Zweck, so beschreibt es der Verfasser, Eltern zum Nachdenken zu bringen und echte Informationen zu erheben. Huppertz ermutigt, sich hierzu eines Fragebogens zu bedienen und stellt eine Vorlage.

Diskussion

Die dargestellten Methoden finden sich auch in Form von Artikel in einschlägigen Fachzeitungen oder Sammlungen. Dennoch, Hubbertz wählt, nach einer kurzen Hinführung zum Themenfeld und einem Überblick, einzelne Methoden aus, und gibt dem Leser so eine bewusst getroffene und gebündelte Auswahl an die Hand. Nicht mehr, aber auch nicht weniger leistet dieses Buch.

Ja, es hätte ausführlicher auf die einzelnen Bereiche eingegangen werden können. Ja, es hätten aktuellere Begriffe oder Aspekte einfließen können. Der Autor versucht, sich des neuen Begriffs der Erziehungspartnerschaft anzunehmen und erklärt diesen auch ansatzweise. Auch wird hin und wieder Sozialraumbezug angedeutet. Hubbertz nennt den „Elternbrief“ nun „Elterninformation“, verzichtet aber auf moderne Kommunikationswege, wie E-Mail oder soziale Netzwerke. Gesprächsrunden sind heute eher als „Runde Tische“ bekannt.

Betrachtet man seine Auflistung nach Potentialen, so entdeckt man u. a. Geselligkeit, gemeinsames Spielen und Exkursionen (mit einzelnen Eltern). Diese verschiedenen Formen der Begegnung, gemeinsame Aktionen von Eltern mit ihrer Kindergartengruppe oder auch Ausflüge für und mit Familien sind Angebote, die in erziehungspartnerschaftlich ausgerichteten Einrichtungen und Familienzentren häufiger zu finden sind. Allerdings kann an dieser Stelle keine Auslegung der Begriffe vorgenommen werden, da diese lediglich aufgelistet sind und nicht näher erörtert wurden. In den Ausführungen finden sich keine Hinweise auf andere Veröffentlichungen oder Möglichkeiten zur intensiveren Auseinandersetzung.

Das themenbezogene Literaturverzeichnis ist in der Tat umfassend, enthält allerdings auch sehr alte Veröffentlichungen aus den 1970er Jahren.

Fazit

In der 58 Seiten kompakten Publikation beschäftigt sich Norbert Huppertz mit bewährten, man könnte sie auch klassische Methoden der Elternarbeit nennen. Dies muss den Leser allerdings nicht stören, denn das Dargestellte basiert, so der Autor, auf jahrelangen, erfolgreichen Erfahrungen. Altbewährtes wurde erprobt und an neue Herausforderungen angepasst.

Die im Buch dargestellten Methoden erscheinen erprobt und werden in einer verständlichen Art und Weise beschrieben, so dass eine Umsetzung in den Alltag gut gelingen könnte. In den Ausführungen wird die „persönliche Handschrift“ des Verfassers ersichtlich. Er erklärt, ermutigt und mahnt.

Angehende pädagogische Fachkräfte können in diesem Buch (erste) anregende Informationen und Hinweise finden, um sich daran zu orientieren.


Rezensent
Dipl.Soz-Päd. Martin Walz
Master of Social Management, Diplom-Sozialpädagoge (FH) Geschäftsführer Kindertageseinrichtungen mit mehrjähriger Berufserfahrung in der Kinder- und Jugendhilfe
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Zitiervorschlag
Martin Walz. Rezension vom 04.01.2016 zu: Norbert Huppertz: Aktivierende Methoden der Elternarbeit in Kindergarten und Krippe. Pais-Verlag (Oberried) 2015. ISBN 978-3-931992-44-6. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/19289.php, Datum des Zugriffs 23.08.2019.


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