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Detlev Gause (Hrsg.): JungenLeben - Traum und Trauma des Mannwerdens

Cover Detlev Gause (Hrsg.): JungenLeben - Traum und Trauma des Mannwerdens. Grundlegendes, Projekterfahrungen und Methodenbeispiele aus der Jungenarbeit. EB-Verlag (Hamburg Schenefeld) 2003. 238 Seiten. ISBN 978-3-936912-06-7. 17,00 EUR.
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Thema

Der Untertitel steht bei diesem Band für das Programm: Jungenarbeit. Hintergründe und Theorie, Projekte und Erfahrungen aus der Jungenarbeit und anwendungsgerechte Methodenbeispiele finden hier gleichermaßen Raum;

Hintergrund/Entstehung/Vorgeschichte

Vor dem Hintergrund einer sich entwickelnden Theorie geschlechtsbezogener Arbeit mit Jungen ermöglicht dieses Buch einen ambitionierten Einstieg in die praktische Arbeit mit Jungen. Die Neugier auf Theorie wird ebenso genährt wie der nachvollziehbare Reflexionswille und der Blick in den pädagogischen Kochtopf angewandter Praxis. Somit bietet dieses Buch eine erhebliche Qualifizierungshilfe und Orientierung im Sinne einer dekonstruktivistischen Arbeitsweise, die darauf abzielt, Jungen in ihrer Entwicklung zu fördern und persönlichkeitsstärkende Entfaltung zu initiieren.

Ein großer Teil der Beiträge steht in Zusammenhang mit den Erfahrungen aus der Arbeit mit Jungen in schleswig-holsteinischen Einrichtungen (besonders Evangelische Akademie Nordelbien).

Autoren

Detlef Ax, Heiko Brandt, Jörn H. Dieterich, Johannes Esser, Detlev Gause, Jan Hellberg, Erwin Hinz, Frank Karpa, Torsten Kruse, Heinrich Langeloh, Thomas Lindenberg, Sebastian Mewes, Wolfgang Nacken, Marius Neuhaus, Helmut Paschen, Thomas Rattay, Markus Schneider, Benedikt Sturzenhecker, Martin Titzck, Wolf-Dieter Völkening, u.a.

Aufbau/Inhalt/Gliederung

Gezeigt werden einerseits mögliche oder typische Lebenswirklichkeiten von Jungen und zum anderen ein Querschnitt konkreter Praxisansätze, die bereits erfolgreich Anwendung (besonders in der Jugendbildung) finden. Darüber hinaus bietet diese Sammlung auch noch konkrete Praxisbausteine, die universell in der Arbeit mit Jungen einsetzbar sind. Die Erfahrungsbeispiele in diesem Buch sind vielfältig, bunt und emphatisch. Hier kommen auch Jungen zu Wort, die pädagogische Angebote wahrgenommen haben und diese positiv beschreiben und bewerten.

  • Im ersten Teil des Buches geht es vor allem um die Reflexion und Auseinandersetzung mit den Sozialisationsbedingungen von Jungen. Besondere Würdigung erfahren hier auch Gewalterfahrungen der Jungen aus verschiedenen Perspektiven.
  • Im zweiten Teil des Buches geht es um Projekterfahrungen und Methodenbeispiele von Jungenarbeit. Hier findet Gewalt, sexualisierte Gewalt, Grenzsituationen, Erlebnispädagogik, Partnerschaft und Sexualität, die Auseinandersetzung mit Vater- und SohnSein und die Lebensbewältigung von Junge- bzw. MannSein (oder MannWerden) ein besonderes Augenmerk. Abschließend dazu bieten die Erfahrungsberichte von Beteiligten Einsichten aus "erster Hand".
  • Im dritten Teil gibt es eine reichhaltige Darstellung von Praxisbausteinen, die für vielerlei Praxissituationen anwendbar sind.

Zielgruppen

Besonders gut verwertbar scheint dieses Buch für Praktiker, die hier aus einem breiten Angebot von Erfahrungen und Reflexionen schöpfen können. Zum anderen dient diese Veröffentlichung auch als Einstieg für Interessierte, die sich ein Bild von möglicher Jungenarbeit machen wollen.

Tauglichkeit/Lesbarkeit/Nützlichkeit/Qualifikation

Dieses Buch bietet einen leichten Einstieg in Grundvoraussetzungen von Jungenarbeit, deren Absichten und deren Alltag. Es ist gut bis sehr gut lesbar. Die einfühlsame und lebhafte Schreibweise bietet bisweilen ein spannendes Lesevergnügen. Es ist anzunehmen, dass sich für Jeden der mit Jungen pädagogisch arbeitet, der Reflexionswille und die genaue Darstellung der Arbeitsweisen nachvollziehen und für die eigene Praxis nutzbar machen läßt. Die Autoren der Beiträge scheinen ebenso qualifiziert wie mannigfaltig. Vom renommierten Professor zum Lehrer oder zum Sozialarbeiter, vom Theologen bis zum Sexualpädagogen, bis hin zum Jungen der selber Angebote besucht hat, ist alles vorhanden.

Fazit

Dieses Buch zeigt viele Qualitäten die nicht nur in seiner Ambitioniertheit enden. Es ermöglicht Einsichten in Innen- und Außenwelten. Es bietet reichhaltig praktische Anweisung und nachvollziehbare Reflexion. So zeigt sich diese Veröffentlichung sehr wertvoll. Als "parteilicher" Ansatz für die Arbeit mit Jungen dient dieses Buch völlig seinem Zweck und verdient außerordentliche Würdigung.


Rezensent
Dipl. Soz.-Päd. Gregor Prüfer
M.A. Päd. War lange tätig in der Offenen Kinder- und Jugendarbeit; Aktiv in der Vernetzung von Jungenarbeit in München seit 1993 (www.netzwerk-jungenarbeit.de), Freiberuflicher Fortbildungsreferent zu Themen der Genderpädagogik und zu Gender Mainstreaming seit 1999. Seit 2005 Mitarbeiter im Münchner Informationszentrum für Männer mit den Schwerpunkten Männerberatung und Gruppenarbeit für Männer mit Gewalthintergrund (www.maennerzentrum.de), seit WS 2008/09 auch Lehrbeauftragter an der Katholischen Stiftungsfachhochschule für Sozialwesen in München (www.ksfh.de). Seit 2011 außerdem Mitarbeiter am Pädagogischen Institut in München, zuständig für Genderpädagogik und Jungenförderung an den Städtischen Münchner Schulen (www.pi-muenchen.de)
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Zitiervorschlag
Gregor Prüfer. Rezension vom 18.01.2005 zu: Detlev Gause (Hrsg.): JungenLeben - Traum und Trauma des Mannwerdens. Grundlegendes, Projekterfahrungen und Methodenbeispiele aus der Jungenarbeit. EB-Verlag (Hamburg Schenefeld) 2003. ISBN 978-3-936912-06-7. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/1976.php, Datum des Zugriffs 22.07.2018.


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