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Hubert Kolling (Hrsg.): Biographisches Lexikon zur Pflegegeschichte - Band 7

Rezensiert von Dr. phil. Karin Hermanns, 26.01.2016

Cover Hubert Kolling (Hrsg.): Biographisches Lexikon zur Pflegegeschichte - Band 7 ISBN 978-3-9815325-5-5

Hubert Kolling (Hrsg.): Biographisches Lexikon zur Pflegegeschichte - Band 7. Who was who in Nursing history. hpsmedia GmbH (Nidda) 2015. 328 Seiten. ISBN 978-3-9815325-5-5. D: 34,80 EUR, A: 35,80 EUR, CH: 42,00 sFr.
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Thema

Der siebte Band der Reihe: „Biographisches Lexikon zur Pflegegeschichte“ bietet seinen interessierten Lesern erneut eine schnelle, detaillierte Übersicht über die Lebensdaten und Werke von zahlreichen historischen Pflegepersönlichkeiten, die der Allgemeinheit weitestgehend unbekannt sein dürften. Wichtig ist dem Herausgeber, dass jedes Lebensbild im zeitgenössischen politischen und gesellschaftlichen Zusammenhang dargestellt wird.

Herausgeber

Hubert Kolling beschäftigt sich bereits seit vielen Jahren mit der Geschichte der Krankenpflege und ist diesbezüglich durch zahlreiche Veröffentlichungen weithin bekannt. Es gelingt ihm immer wieder Autorinnen und Autoren zu gewinnen, die gern bereit sind zu recherchieren und entsprechende Beiträge einzubringen. Am hier vorliegenden Band wirkten an seiner Seite 18 weitere Personen aus Deutschland, Österreich, Slowenien, Kroatien und Dänemark mit.

Autorinnen und Autoren

  • Auer, Christine Dr.sc.hum., Krankenschwester (R.N.);
  • Brock, Elisabeth Krankenschwester (R.N.) Übersetzerin;
  • Büttner, Annett Dr. phil., Historikerin;
  • Fischinger, Janez Dr.med., Dr. dent. med. Medizinhistoriker, HNO Facharzt;
  • Fischinger, Dusa Gymnasialprofessorin, Medizinhistorikerin;
  • Glavas,Tanja Bacc. med.tech.;
  • Grossmann, Johannes Historiker, Oberstudienrat;
  • Heppenheimer, Hans Pfarrer;
  • Klimpel, Volker Dr.med. Chirurg Medizinhistoriker;
  • Kolling, Hubert Dr. phil. Dipl.-Päd.,Dipl.-Politologe, Krankenpfleger (R.N.);
  • Kovacevic, Tomislav Krankenpfleger (R.N.);
  • Leimkugel, Frank Prof, Dr. rer. nat.;
  • Sappok-Laue, Henrike Dr. des.(rer. cur.), Krankenschwester (R.N.), Dipl.-Berufspädagogin(FH), MSc Pflegewissenschaft;
  • Seemann, Birgit Dr. phil.Sozialwissenschaftlerin, Historikerin;
  • Svensmark, Gunilla R.N., MPA, MI;
  • Walter, Ilsemarie Dr. phil.,DGKS;
  • Wittneben, Karin (em.) Professorin Dr. phil.,M.A., Krankenschwester (R.N.);
  • Wulf, Verena Apothekerin.

Aufbau

Der Band gliedert sich auf in vier Teile:

  1. Vorwort des Herausgebers
  2. Biographien A-Z
  3. Namensverzeichnis der Bände 1-7
  4. Autorinnen und Autoren

Entstehungshintergrund

Seit seiner Ausbildung und der fast zehnjährigen Tätigkeit als Krankenpfleger interessiert sich Hubert Kolling für die Geschichte der Krankenpflege. Dieses Interesse besteht bis heute, auch wenn ihn sein beruflicher Werdegang durch verschiedene Studiengänge in eine andere Richtung führte. Ausschlaggebend für die Bearbeitung eines Werkes dieser Art war letztendlich das 1997 veröffentlichte „Biographische Lexikon zur Pflegegeschichte“ von Horst Peter Wolff. Für dieses Buch schrieb Hubert Kolling damals eine Rezension und stellte fest, dass einige nennenswerte Personen nicht aufgeführt waren. Aus diesem Grund setzte er sich zunächst mit oben genanntem Autor in Verbindung und führte anschließend eigene Recherchen durch.

Inhalt

Die Biographien von A-Z.

Jeder einzelne Artikel setzt sich aus Namen und Lebensdaten, Biographie sowie Quellen- und Literaturhinweisen zusammen. Die Biogramme geben Aufschluss über das Leben und Wirken der Personen, über deren Herkunft, Bildungsweg, einflussreiche Begegnungen, Entwicklungen im beruflichen Leben, Wirkungsorte und einiges mehr, sofern dies über die vorhandenen Quellen erfahrbar ist. Im vorliegenden Band 7 des Biographischen Lexikons finden sich insgesamt 113 Persönlichkeiten, die dem Gesamtwerk als „Neuzugänge“ beigefügt werden konnten. Allerdings hat Hubert Kolling den Begriff „Pflegepersönlichkeit“ erneut sehr weit gefasst. Fraglich ist bspw. ob ein Pfarrer, der sich vornehmlich um das Seelenheil von Diakonissen sorgte, oder Adelige, die testamentarisch finanzielle Mittel zum Bau eines Hospitals zur Verfügung stellten oder gar ein Mönch, der in mittelalterlicher Zeit Traktate im Sinne einer Ars Moriendi verfasste, hier nicht noch deplatziert sind und dafür an anderer Stelle gewürdigt werden sollten.

Sehr viele Frauen und Männer können hingegen direkt der Krankenpflege zugeordnet werden als Menschen also, die auch tatsächlich in der Pflege tätig waren. Hinzu kommen Mediziner, Theologen, Journalisten von denen einige Lehrbücher für die Krankenpflege verfassten oder aber Zeitungsartikel sowie Handbücher für Pflegende und den allgemeinen Hausgebrauch schrieben, andere waren maßgeblich beteiligt an der Gründung von Krankenpflegeschulen, Pflegevereinen oder Schwesternschaften. Zum Kreis der neu aufgenommenen Personen zählen zudem PflegehistorikerInnen, PflegewissenschaftlerInnen, Pflegedirektoren, Hospitalgründer aus mittelalterlicher Zeit, Gründer von Krankenpflegeorden, Oberinnen und wichtige Personen der jüdischen Krankenpflegegemeinschaften. Darüber hinaus werden abermals jene berücksichtigt, die während des Nationalsozialismus teils zum Wohle teils zum Schaden für die zu betreuenden Menschen handelten. Zusätzlich aufgenommen und besprochen werden Vertreter von Berufsorganisationen, der Wohlfahrtsverbände (insbesondere des Roten Kreuzes), Personen, die in der Behindertenpflege tätig waren und MitarbeiterInnen innerhalb der Hospizarbeit.

Im Anhang befindet sich ein Namensverzeichnis der Bände 1-7. Die neu hinzugekommenen Biographien sind durch Fettdruck hervorgehoben und von daher gut erkennbar. Die übrigen Namen werden mit Hilfe zahlreicher Querverweise untereinander verknüpft.

Diskussion

Während noch vor zwanzig Jahren der Literaturmarkt äußerst dünn bestückt war mit Werken über die Geschichte der Krankenpflege, können interessierte Personen heute, dank der unermüdlichen Arbeit von HistorikerInnen und AutorInnen auf ein breites Spektrum zugreifen. So wie viele seiner Kollegen, verweist auch Hubert Kolling direkt oder indirekt auf die zwei Aufgaben, die Geschichte zu leisten hat und leisten kann. Eine erste Aufgabe besteht darin die Motive aufzuzeigen, die Menschen zu ihrem jeweiligen Handeln bewogen haben; eine zweite Aufgabe besteht in der Hilfe für eine Zukunftsbewältigung. Demnach liegen Sinn und Aufgabe der Geschichte darin, Antworten auf die Fragen: wo kommen wir her? wo gehen wir hin? zu suchen. Auch eine jede pflegerische Handlung ist nicht losgelöst von pflegehistorischen Traditionen zu sehen, die immer auch bis in die Gegenwart reichen. Die Besonderheit des Ausgangspunktes für die historische Betrachtung innerhalb der Krankenpflege besteht darin, dass Not und Leid, Schmerz, Krise und Hilfsbedürftigkeit als konstante Phänomene zu allen Zeiten der Menschheitsgeschichte erkennbar sind. Nicht die grundsätzlichen Herausforderungen an Pflegende haben sich gewandelt, sondern der Umfang und die Modelle der Bewältigung. Hinter jedweder Veränderung aber stehen Menschen, die etwas bewegten, andere inspirierten und zum Nachdenken anregten. Nur einige wenige sind uns wohl bekannt, da Theorien, Modelle oder gar Institutionen nach ihnen benannt sind. Der weitaus größere Teil von Wegbereitern innerhalb der Krankenpflege dürfte den allermeisten unbekannt sein. Anliegen Hubert Kollings ist es diese Personen vorzustellen und sie nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.

Fazit

Insbesondere in einer Zeit, in der das Interesse für die Geschichte der Krankenpflege deutlich zu schwinden scheint, ist es wichtig auf Nachschlagewerke dieser Art zurückgreifen zu können. Die jeweils kurzen, übersichtlichen und sehr aussagekräftigen Artikel bieten eine Fülle an Informationen.

Somit ist auch dieser 7. Band des „Biographischen Lexikons“ zur Pflegegeschichte unbedingt empfehlenswert. Er bietet Laien wie Fachexperten über die wertvollen Informationen hinaus ein breites Spektrum an Quellen zu weiterführendem Studium.

Rezension von
Dr. phil. Karin Hermanns
Diplom Pflegewirtin (FH), Krankenschwester, Lehrbeauftragte an der Evangelischen Hochschule Nürnberg, freie Mitarbeiterin am Institut für Pflegeforschung, Gerontologie und Ethik, Herzogenaurach
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Es gibt 4 Rezensionen von Karin Hermanns.

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Zitiervorschlag
Karin Hermanns. Rezension vom 26.01.2016 zu: Hubert Kolling (Hrsg.): Biographisches Lexikon zur Pflegegeschichte - Band 7. Who was who in Nursing history. hpsmedia GmbH (Nidda) 2015. ISBN 978-3-9815325-5-5. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/19819.php, Datum des Zugriffs 01.10.2022.


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