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Silke Brüggemann, Christiane Niehues u.a. (Hrsg.): Pschyrembel Sozialmedizin und Public Health

Cover Silke Brüggemann, Christiane Niehues, Anne D. Rose, Beatrice Schwöbel (Hrsg.): Pschyrembel Sozialmedizin und Public Health. Walter de Gruyter (Berlin) 2015. 2., aktualisierte Auflage. 650 Seiten. ISBN 978-3-11-030020-8. 79,95 EUR.
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Thema und Zielsetzung

Die Herausgeber Silke Brüggemann, Christiane Niehues, Anne D. Rose, Beatrice Schwöbel stellen die 2. Auflage ihres Pschyrembels Sozialmedizin und Public Health vor. Während der ursprüngliche Pschyrembel das medizinische Standardwörterbuch darstellt und für Mediziner und medizininteressierte als eine Art Lexikon dient, wurde dieses Lexikon durch Lexika aus medizinnahen Gebieten ergänzt. Ziel ist es somit für eine interessierte Klientel vornehmlich aus dem Bereich der Sozialmedizin ein Standardlexikon zu etablieren.

HerausgeberInnen und AutorInnen

Die Herausgeberinnen sind allesamt promovierte Mediziner und kommen aus den Reihen der Deutschen Rentenversicherung (Bund). Sie haben sich ein großes Team von Autoren zusammengesucht und mit ihnen die Ausgabe erstellt.

  • Frau Dr. med. Silke Brüggemann, MSc ist Fachärztin für Orthopädie und hat die Zusatzbezeichnung Sozialmedizin inne. Darüber hinaus hat sie ein Studium Public Health absolviert. Sie ist langjährig bei der Deutschen Rentenversicherung Bund beschäftigt; sie ist Mitglied der Arbeitsgruppe Klinische Psychologie/ Psychotherapie, Klinische Sozialarbeit. Sie ist (Mit-) Verfasserin rehabilitationsmedizinischer Leitlinien.
  • Frau Dr, med. Christiane Niehues ist Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe und hat ebenfalls die Zusatzbezeichnung Sozialmedizin inne. Auch sie ist langjährige Beschäftigte bei der Deutschen Rentenversicherung Bund in Berlin.
  • Frau Dr. med. Anne D. Rose ist Fachärztin für Innere Medizin und Psychosomatische Medizin; sie absolviert derzeit ein Studium Public Health. Sie ist ebenso langjährige Beschäftigte der Deutschen Rentenversicherung Bund.
  • Frau Dr. med. Beatrice Schwöbel, MA ist Fachärztin für Allgemeinmedizin; sie besitzt zudem die Zusatzbezeichnung Sozialmedizin und ist ebenso bei der Deutschen Rentenversicherung Bund beschäftigt.

Entstehungshintergrund

Bei dem vorliegenden Buch handelt es sich um die 2. Auflage des Pschyrembels Sozialmedizin und Public Health. Die Sozialmedizin ist ein interdisziplinäres Fach, so dass Begrifflichkeiten nicht von allen Personen(kreisen), die im Bereich Sozialmedizin tätig ist oder daran interessiert ist, alle Fachbegriffe und ihre Definitionen verstehen kann. Daher dienst der Pschyrembel Sozialmedizin und Public Health der Erklärung von Begriffen auf diesem großen interdisziplinären Gebiet, dem oftmals komplexe Begriffsdefinitionen zugrunde liegen. Der Pschyrembel stellt den aktuellen Wissensstand beider Fächer dar.

Aufbau …

Dem Inhalt voraus geht ein Online-Zugangscode, der die gedruckte Ausgabe ergänzt. Als nächster Aspekt folgt ein Vorwort der vier Herausgeberinnen bevor die Autoren und Autorinnen der aktuellen 2. Ausgabe mit Adressen vorgestellt werden und auch die Autoren der ersten Auflage vorgestellt werden.

Als nächstes werden dem Leser „Hinweise zur Benutzung“ gegeben, die gefolgt werden von einem Abkürzungsverzeichnis.

Der Pschyrembel ist wie ein typisches Lexikon alphabetisch sortiert und widmet sich (m.o.w.) allen in den Bereichen Sozialmedizin und Public Health relevanten Begriffen. Auch Begriffe aus angrenzenden Bereichen finden Berücksichtigung und werden für den Leser verständlich erläutert. Direkt im Anschluss an die Begriffsnennung findet sich eine englische Übersetzung des Begriffes, was die Anwendung des Pschyrembels Sozialmedizin und Public Health auch für englische Texte sehr nützlich macht.

Die Begriffe werden nüchtern, objektiv, kurz und knapp erklärt, wobei auch Querverweise zu anderen Begriffen des Pschyrembels Sozialmedizin und Public Health erstellt werden. Obwohl lexikalisch knapp gearbeitet wird, werden die Begriffe so ausführlich erklärt, dass sie verständlich werden und trotz ihrer Knappheit als inhaltsreich zu bezeichnen sind. Geschrieben sind die Definition von jeweiligen Fachmännern/ -frauen des jeweiligen Bereiches.

Die aktuelle Auflage des Pschyrembels Sozialmedizin und Public Health ist im Vergleich zur ersten Auflage um rund 100 Seiten angewachsen, was weniger dem Wissenszuwachs, sondern mehr der zunehmenden Komplexität auf diesem Fachgebiet Rechnung trägt.

Angereichert werden die inhaltreichen Texte durch Schemata, Tabellen und Abbildungen, die die Inhalte sehr gut illustrieren.

… und ausgewählte Inhalte

Als Beispiele für in den Pschyrembel Sozialmedizin und Public Health aufgenommene Termini sind hier aus dem Kapitel „H“ Häftlingshilfegesetz (HHG), Härteausgleich, Härtefallregelung, Hafen- und Flughafenärztlicher Dienst, Herstellerabgabepreis, Hilfebedürftigkeit uvm. zu nennen. Die Begriffserklärung zur „Härtefallregelung“ lautet beispielsweise wie folgt: „Härtefallregelung: (engl.) hardship regulation; im Bereich von Zuzahlungen Regelung zur Kappung von Zuzahlungen* für Gesundheitsleistungen; die Kappungsgrenze liegt bei Personen mit niedrigem Einkommen bei einer Belastungsgrenze* von 2 %, bei chronisch Kranken grundsätzlich bei 1 % des Bruttojahreseinkommens (§§ 55 und 62 SGB* V“. An diesem Beispiel wird die notwendige interdisziplinäre Erklärung deutlich so wie die Kürze und Prägnanz der Erklärung bzw. Definition.

Ein zweites Beispiel aus dem Kapitel „H“ und gleichermaßen ein Beispiel für einen Begriff, der nicht im Kern der Sozialmedizin liegt aber dennoch einer Erklärung im sozialmedizinischen Kontext bedarf, da Gutachtertätigkeiten (auch im Strafrecht) einen wesentlichen Teil der Sozialmedizin darstellen, ist der Begriff der Haftfähigkeit, der wie folgt erklärt wird: „Haftfähigkeit: (engl.) fitness to undergo detention; Fähigkeit, eine Haftstrafe ohne Gefährdung von Gesundheit od. Leben zu ertragen; eine Einschränkung der Haftfähigkeit verhindert die Vollziehung eines Haftbefehls, aber nicht dessen Erlass; Gründe für den Aufschub der Vollstreckung od. der Unterbrechung einer Freiheitsstrafe (z.B. schwere, auch psychische Erkrankungen) regelt § 455 Strafprozessordnung, Abk. StPO“.

Zielgruppe

Der Pschyrembel Sozialmedizin und Public Health ist ein Fachwörterbuch für „Ärzte und andere Mitarbeiter in Rehabilitations- und Akutkliniken, in der Sozialversicherung und in der niedergelassenen Praxis“, so geben die Herausgeberinnen an.

Diskussion und Fazit

Die Herausgeberinnen liefern zum zweiten Mal ein für den medizinischen und paramedizinischen Alltag äußerst brauchbares Nachschlagewerk, das verständlich und reduziert auf das Wesentlichste Begriffe aus den Bereichen Sozialmedizin und Public Health erläutert. Die Herausgeberinnen schaffen es auf erstaunlich kurze und knappe Art und Weise, die komplexen sozialmedizinischen Sachverhalte und Begrifflichkeiten darzustellen.


Rezensent
Prof. Dr. med. et Dr. disc. pol. Andreas G. Franke
M.A. Professur für Medizin in Sozialer Arbeit, Bildung und Erziehung Hochschule Neubrandenburg
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Zitiervorschlag
Andreas G. Franke. Rezension vom 16.08.2016 zu: Silke Brüggemann, Christiane Niehues, Anne D. Rose, Beatrice Schwöbel (Hrsg.): Pschyrembel Sozialmedizin und Public Health. Walter de Gruyter (Berlin) 2015. 2., aktualisierte Auflage. ISBN 978-3-11-030020-8. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/19881.php, Datum des Zugriffs 21.11.2017.


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