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Karin Bräu, Christine Schlickum (Hrsg.): Soziale Konstruktionen in Schule und Unterricht

Cover Karin Bräu, Christine Schlickum (Hrsg.): Soziale Konstruktionen in Schule und Unterricht. Zu den Kategorien Leistung, Migration, Geschlecht, Behinderung, Soziale Herkunft und deren Interdependenzen. Verlag Barbara Budrich GmbH (Opladen, Berlin, Toronto) 2015. 322 Seiten. ISBN 978-3-8474-0689-1. D: 39,90 EUR, A: 41,10 EUR, CH: 53,90 sFr.
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Thema

Die Schule als soziales Feld, in dem Differenz hervorgebracht und reproduziert wird, steht im Fokus des Buches. Es versteht sich als „Einführungswerk mit Überblickscharakter auf der Basis ausgewählter empirischer Studien, das das Spektrum der für die Schul- und Unterrichtsforschung sowie die Lehrer*innenausbildung relevanten Bezüge aufzeigen möchte“ (12).

Herausgeberinnen

Dr. Karin Bräu ist Professorin für Schulpädagogik am Institut für Erziehungswissenschaft der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz.

Dr. Christine Schlickum vertritt die Professur für Erziehungswissenschaft/ Schwerpunkt Schulforschung an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz.

Aufbau

Der Aufbau des Buches unterscheidet drei Teile.

Teil I hat einführenden Charakter und enthält neben der Einleitung ein grundlegendes Kapitel von Karin Bräu zu „Sozialen Konstruktionen in Schule und Unterricht“.

Unter dem Titel „Hervorbringung schulischer Ordnungen“ fokussiert Teil II in vier Kapiteln die Konstruktion von Differenz im Kontext schulischer Ordnungen als Praktiken des „Doing School“.

Abschnitt III thematisiert die „Herstellung von Differenz“ im schulischen Feld aus der jeweiligen Perspektive der Kategorien

  1. Migrationshintergrund (drei Beiträge),
  2. Geschlecht (fünf Beiträge),
  3. Behinderung (drei Beiträge)
  4. Soziale Herkunft (zwei Beiträge).
  5. Das Unterkapitel „Intersektionalität – Interdependenz“ rundet die Betrachtung der Differenzkategorien ab, indem es deren Wechselbeziehungen in den Blick nimmt (zwei Beiträge).

Die Entscheidung, jedem Kapitel einen grundlegenden Text voranzustellen, gibt dem Band Stringenz und rundet den angekündigten Überblick ab; die darauf folgenden Beiträge sind jeweils konkrete Forschungstexte.

Ausgewählte Inhalte

Als grundlegende These stellen die Herausgeberinnen in der Einleitung dem Band voran, „dass soziale Differenzen nicht vorgängig und naturalistisch vorhanden sind, sondern dass sie in den Interaktionen und im sozialen Feld von Institutionen hergestellt und reproduziert werden“ (11) und zeigen den Stand der Forschung zur Erklärung von Differenz und Ungleichheit auf. Der darauf folgende Überblick über die einzelnen Beiträge kann die Leser*innen in der Entscheidung, welcher der Texte (zu welcher Gelegenheit) gelesen werden möchte, leiten.

Im ersten Beitrag „Soziale Konstruktionen in Schule und Unterricht – eine Einführung“ zeigt die Herausgeberin Karin Bräun als theoretische Diskurslinien zu sozialen Konstruktionen sozialkonstruktivistische Forschungsperspektiven auf (Sozialkonstruktivismus, Ethnomethodologie, Wissenssoziologie, und Poststrukturalismus) und stellt deren Bedeutung für schulisches Handeln heraus. Vorbereitend auf weitere Beiträge formuliert sie die Forderung, „Differenzen in Schule zu entdramatisieren“ (28) und in der schulischen Praxis einen „reflexiven Umgang mit den Konstruktionen“ (29), die in rekonstruktiven Studien sichtbar werden, zu leisten.

Unter dem Titel „‚Doing School‘. Akteure, Unterricht und Organisation in praxistheoretischer Perspektive“ beleuchtet in ihrem das 2. Kapitel einführenden Beitrag Hedda Bennewitz empirische Zugriff auf die pädagogischen Alltagspraxis und bündelt diese geordnet als „doing student“, „doing teacher“ und „doing lessons“. Nach dem Überblick über Studien aus praxistheoretischer Perspektive zur Analyse alltäglicher sozialer Praktiken in Schule weist sie auf die bisher ausstehende Berücksichtigung von „doing organization“ hin, die den institutionellen Zusammenhang einzelner Praktiken in den Blick nehmen würden. Die folgenden Beiträge widmen sich der Konstruktion von Leistung und deren Bewertung:

  • Karin Bräu und Laura Fuhrmann geben einen Überblick über den Forschungsstand zur Konstruktion von Leistung und bestätigen anhand der Analyse eines eigenen Transkriptausschnittes das Auftreten und Zusammenwirken von Leistungskonstruktionen im sozialen Kontext des Unterrichts.
  • Am Beispiel des Mädchens Greta (Kasse 5) zeigt Michael Meier nach ethnographischen Beobachtungen, wie Schulerfolg im Unterricht hergestellt wird und fragt dabei „wie strukturell gesehen Schulerfolg für alle Kinder einer Klasse überhaupt möglich sein kann“ (75). Die Fallanalyse regt zu einer differenzierten Betrachtung des individuellen Umgangs mit starken Strukturierungen und freien Lernarrangements und der damit verbundenen Anforderungen an die Selbständigkeit an.
  • Uwe Gellert beschreibt Leistung als „eine verhandelbare Zuordnung nach mehr oder weniger impliziten Kriterien“ (79) und stellt mit der Zusammenfassung der Arbeit einer internationalen Forschungsgruppe fest, dass „sich die Prozesse der sozialen Konstruktion von Leistung in der Praxis alltäglichen Mathematikunterrichts als einerseits kontingent und andererseits strukturell eingebunden zeigen“ (90) und dass sich die Kategorie „Leistung“ als eine „soziale“ erweist.

Für das folgende umfangreichste Kapitel III werden hier jeweils beispielhaft ein bis zwei Beiträge zusammengefasst:

Unter dem Titel „Konstruktionen von Gleichheit und Differenz im schulischen Feld“ befragt Jürgen Budde einleitend den Begriff der Heterogenität als neuen Leitbegriff – und das in der Gegenüberstellung zu Homogenität im schulischen Feld. Er beschreibt hier „Differenzierung und Entdifferenzierung als komplementäre und gleichzeitig wirkende Effekte wirksam“ (97). Die Analyse von Einleitungen zu Sammelbänden lassen ihn eine „Verunklarung“ des Gegenstandes Heterogenität erkennen und diesen zu einem unpräzisen Containerbegriff werden, der „geradezu einen wesentlichen Kern des Begriffs auszumachen“ scheint (101). Im Kontext einer „kulturtheoretischen Fundierung“ schlägt er vor, Heterogenität nicht wertneutral als ‚egalitäre Differenz‘ zu beschreiben, sondern in „Beziehung zum Feld der Macht zu analysieren“ (104), welches auf tiefer liegende Probleme im Verhältnis von Gleichheit und Differenz stößt.

Es folgen drei Beträge zur Differenzkategorie „Migrationshintergrund“:

  • Paul Mecheril & Saphira Shure: „Natio-ethnokulturelle Zugehörigkeitsordnungen – über die Unterscheidungspraxis 'Seiteneinsteiger'“. Der Beitrag führt am Beispiel der „Seiteneinsteiger“ vor, dass jede Konstruktion einer Gruppe mit besonderen Bedarfen implizit auch die Gruppe ohne besondere Bedarfe kreiert und damit Normalität (eher implizit), sowie (explizit) Abweichungen und Besonderheiten erzeugt. Er fordert zu (selbst)kritischer Reflexion mit dem Ziel der „Vervielfältigung und Aufweichung der den vorherrschenden Zugehörigkeitsordnungen zugrunde liegenden Schemata“ (119) auf.
  • Thomas Geier: „Doing Ethnicity“ durch Interkulturellen Unterricht: Thematisierung nationalethischer Differenz
  • Yaliz Akbaba: Paradoxe Handlungsanforderungen alnLehrer*innen „mit Migrationshintergrund“.

Die Kategorie „Geschlecht“ bearbeiten fünf Beiträge:

  • Hannelore Faulstich-Weiland stellt Positionen von „Doing und Undoing Gender in der Schule“ vor und fordert eine „Balance zwischen Dramatisierung und Entdramatisierung von Geschlecht“ (163). Damit würden andere Formen von „doing“ in den Vordergrund rücken und die Frage nach Intersektionaltität, Differenz und Heterogenität, die den gesamten Band durchzieht, neu gestellt.
  • Jürgen Budde: „Immer gut dabei, Vito zum Beispiel…“ Herstellung passförmiger Männlichkeit in der Schule
  • Andrea Menze-Sonneck: (Un)doing Gender im koedukativen Sportunterricht
  • Alexander Krätzig & Markus Prechtl: Doing Gender im Chemieunterricht. Ein Element in der Ausbildung von Lehrerinnen und Lehrern
  • Helene Decke-Cornill & Bettina Kleiner: Von der Konstruktion zur Anrufung, Performativität und Materialisierung – Eine dekonstruktivistische Perspektive auf Geschlecht und Begehren im Schulalltag.

Drei Beiträge fokussieren „Behinderung“:

  • Tanja Sturm: Herstellung und Bearbeitung von Differenz im inklusiven Unterricht
  • „Zur Konstruktion von Behinderung im hegemonialen Inklusionsdiskurs“ fordert Clemens Dannenbeck, dass „die gesellschaftlich produzierte Abspaltung des jeweils Anderen als behindert, krank, nicht legitim oder abweichend theoretisch oder methodisch zum Gegenstand wissenschaftlicher Reflexion werden müsste“ (239). Er kritisiert die „theorielose Verwendung des Inklusionsbegriffes im Sinne einer bloßen Erweiterung des Integrationsverständnisses in Bezug auf Menschen mit Behinderung“ (244) und spricht sich für eine gesellschaftstheoretische Fundierung desselben aus.
  • Julia Ernst & Carolin Katzer zeigen anhand von Forschungsergebnissen aus einem Master-Seminar Beobachtungen zu einer „durchgängig zu konstatierenden klassenspezifischen Zusammenarbeit, die sich in konsensuell ausgerichteten Aushandlungsstrukturen manifestiert“ (260) in als inklusiv bezeichneten Klassen. Sie positionieren sich damit überzeugend und jenseits der den Inklusionsdiskurs bestimmenden Literatur der „optimistischen Bekräftigung und resoluten Ablehnung“ (249) sowie zu „Ratgeberliteratur“ (261).

Die Kategorie „Soziale Herkunft“ wird in zwei Kapiteln bearbeitet

  • Thorsten Hertl und Nicolle Pfaff: Studien zur Konstruktion sozialer Klassenzugehörigkeit im schulischen Feld – eine Perspektive der Bildungsungleichheitsforschung
  • Anne Niessen analysiert „Zuschreibungen zur sozialen Herkunft im Kontext musikalischer Bildung – Ergebnisse einer qualitativen Interviewstudie mit Lehrenden des Programms ‚Jedem Kind ein Instrument‘“ und fragt, ob dieses Programm seinem Anspruch, unabhängig von der sozialen Herkunft musikalische Bildung zu ermöglichen, gerecht wird. Für die Auswertung setzt sie das Phänomen des „Doing Difference“ als analytisches Instrument ein, um die Wirkmächtigkeit von Intersektionalitäten zu erschließen.

Im fünften Kapitel runden zwei Beiträge den dritten Abschnitt und somit den Band im Blick auf Intersektionalität und Interpendenz aus theoretischer Perspektive ab:

  • Katharina Walgenbach porträtiert theoretische Modelle der Intersektionalitätsforschung, „die für eine Analyse der wechselseitigen Zuschreibungs- und Konstruktionsprozesse in Schule und Unterricht produktiv sein können“ (291) und schlägt vor, diese für eine erziehungswissenschaftliche Perspektive fruchtbar zu machen. Der kompakte und aufschlussreiche Überblick vergegenwärtigt, dass der Demontage von Diskriminierung die (auch) positive Besetzung von Differenz in der Schulpädagogik gegenübersteht und einer Übernahme Grenzen setzt. Die Akzeptanz dieser Begrenztheit kann sich insofern als Stärkung des Paradigmas Intersektionalität erweisen, als sie vor der Vereinnahmung (etwa durch Ausdehnung auf die Analyse beliebiger Differenzkategorien) schützt.
  • Und schließlich blickt Marc Thielen auf Übergänge im Bildungssystem, an denen sich Ungleichheits- und Diskriminierungsverhältnisse – hier in Form der (Re-)Inszenierung von migrationsbezogenen Differenzen – manifestieren.

Diskussion

Dass Schule Differenzen nicht nur auffängt, sondern zum großen Teil auch (re)produziert, scheint einerseits in ihrer (allokativen) Bestimmung zu liegen, und bringt sie andererseits in scharfe Kritik. Der Band versammelt aktuelle und repräsentative Studien, die soziale Konstruktionen in Schule und Unterricht aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchten und schafft damit einen systematischen Überblick über das (Forschungs)feld, der zudem eine Rahmung in der kritischen Betrachtung alltäglicher Praktiken von „Doing School“ und „Doing Difference“ erhält.

Der (allseits bekannt scheinende, aber mehr denn je ungelöste) Beitrag schulischer Bildung zur Manifestierung von Differenzen, wird im Band mehrperspektivisch in seiner Komplexität deutlich. Lesenswert ist er damit sowohl für Forschende, die sich in ähnlichen oder angrenzenden Feldern bewegen, als auch für Lehrende (in Hochschulen) und Studierende als beispielhafte Vorgehen (dafür sind die vielfältigen Einblicke in Forschungsprojekte höchst anregend!) und nicht zuletzt für Fachkräfte in der pädagogischen Praxis (z.B. Lehrer*innen) als Anregung zur Reflexion alltäglicher Konstruktionsprozesse. In der mehrfach zu lesenden Aufforderung zur Reflexion bezüglich dieser Konstruktionen und ihrer Folgen liegt zugleich ein konkreter Wegweiser für die (schul)pädagogische Praxis.

Fazit

In einem stringenten Aufbau von zunächst theoretisch grundlegenden Texten, denen jeweils aktuelle Forschungstexte zu sozialen Konstruktionen aus unterschiedlichen Perspektiven folgen, präsentiert der Band aktuelle Untersuchungen und Auseinandersetzungen zu sozialen Konstruktionen in Schule und Unterricht. Dabei treten sowohl einschlägig bekannte Autor*innen, als auch weniger bekannte mit gleichermaßen interessanten Beiträgen auf. Die differenzspezifische Vorgehensweise, bei der „Doing Difference“ aus jeweils ausgewählten Heterogenitätsdimensionen beleuchtet wird, wird ergänzt und abgerundet durch intersektionale Perspektiven in den einzelnen Beiträgen, als auch im abschließenden Kapitel. Somit ergibt sich ein umfassend und mehrdimensional beleuchtetes Bild schulischer Konstruktionsprozesse, von dem sich hoffen lässt, dass es vor allem auch zur Reflexion im pädagogischen Feld anregen kann.


Rezensentin
Prof. Dr. Andrea Platte
Professorin für Bildungdidaktik an der TH Köln
Homepage www.th-koeln.de/personen/andrea.platte/
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Zitiervorschlag
Andrea Platte. Rezension vom 13.09.2016 zu: Karin Bräu, Christine Schlickum (Hrsg.): Soziale Konstruktionen in Schule und Unterricht. Zu den Kategorien Leistung, Migration, Geschlecht, Behinderung, Soziale Herkunft und deren Interdependenzen. Verlag Barbara Budrich GmbH (Opladen, Berlin, Toronto) 2015. ISBN 978-3-8474-0689-1. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/19937.php, Datum des Zugriffs 06.12.2019.


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ISSN 2190-9245

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