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Hermann Brandenburg, Stephan Dorschner (Hrsg.): Pflegewissenschaft Teil 1

Rezensiert von Monika Jansen, 11.01.2016

Cover Hermann Brandenburg, Stephan Dorschner (Hrsg.): Pflegewissenschaft Teil 1 ISBN 978-3-456-85159-4

Hermann Brandenburg, Stephan Dorschner (Hrsg.): Pflegewissenschaft Teil 1. Lehr- und Arbeitsbuch zur Einführung in das wissenschaftliche Denken in der Pflege. Hogrefe Verlag GmbH & Co. KG (Göttingen) 2015. 3., überarbeitete und erweiterte Auflage. 320 Seiten. ISBN 978-3-456-85159-4. 39,95 EUR. CH: 53,90 sFr.
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Thema

Die Autoren vermitteln eine fundierte Grundlage zum Verständnis von Pflegewissenschaft heute und in Zukunft. Als Lehr- und Arbeitsbuch konzipiert gibt das Werk einen umfassenden Einblick mit fachtheoretischen und praktischen Hinweisen.

Aufbau

Die beiden Herausgeber, Brandenburg und Dorschner unterteilen ihr Werk in zwei Teile.

  1. Der erste Teil widmet sich der Pflegewissenschaft.
  2. Der zweite Teil beschäftigt sich mit Theorien und Theoriebildung in der Pflegewissenschaft.

Der Aufbau der einzelnen Kapitel ist in beiden Teilen identisch strukturiert. Der Einstieg erfolgt jeweils mit einer allgemeinen Einführung in das Kapitelthema. Daran anschließend erfolgt die Darstellung der Lehrziele die durch das Bearbeiten und die Beschäftigung mit dem Text erreicht werden sollen. Der Abschluss der Kapitel bildet jeweils eine Sammlung signifikanter Schlüsselworte. Mit spezifischen Studienaufgaben wird die Erarbeitung der Inhalte erleichtert. Beispiele aus der pflegerischen Praxis ermöglichen dann den Transfer in das eigene Arbeitsfeld und führen so zum Verständnis des Kapitelthemas.

Zur Vertiefung werden jeweils Lesetipps gegeben. Hier wird kurz auf zusätzlichen Lesestoff hingewiesen. An eine kurze Zusammenfassung des vermittelten Kapitelinhaltes schließen sich dann Kontrollfragen an.

Abschließend findet man weiterführende Literatur, gefolgt von weiteren Literaturvorschlägen die zur eigenen Weiterbearbeitung des Themas einladen.

Zum 1. Teil

Im ersten Kapitel wird Wissenschaft als solche und deren Grundbegriffe kurz dargestellt.

Im zweite Kapitel erfolgt die Annäherung an die Pflegewissenschaft. Im Mittelpunkt stehen hier das Verständnis von Pflege als Wissenschaft und der Entwicklung von Forschung und Ethik in der Pflege. Für ein gemeinsames Verständnis werden vier Definitionen ausgeführt die dann von den Autoren zu einer eigenen, für das Buch grundlegende Begriffsbestimmung von Pflege ausgeführt wird. Die Pflegeforschung, als Bestandteil der Pflegewissenschaft, wird im Folgenden näher betrachtet. Die Autoren zudem einen Blick auf die Zukunftsperspektiven der Pflegewissenschaft.

Im dritten Kapitel stehen Wissenschaftstheorien im Fokus sowie deren Einfluss auf die heutige Pflegewissenschaft. Die Vorstellung der Wissenschaftstheorien endet mit einer kritischen Betrachtung und einer Gegenüberstellung und Zuordnung zur qualitativen und quantitativen Forschung.

Zum 2. Teil

Beim zweiten Teil des Buches geht es um die Grundlagen der Pflegewissenschaft und die dort implizierten sozialwissenschaftlichen Theorieansätze.

Im vierten Kapitel stehen die unterschiedlichen Theorien und Modelle der Pflegewissenschaften im Vordergrund. Es werden die Aufgaben, die Funktionen und die Reichweite von Theorien im Kontext von Pflege abgebildet. Die Autoren diskutieren hier besonders die Herausforderungen sowie die Unterscheidung zwischen pflegerischem Können und pflegerischem Wollen.

Im fünften Kapitel werden die drei ausgesuchten Schwerpunkte sozialwissenschaftlicher Theorieansätze in den Fokus der Betrachtung gerückt. Mit der Vorstellung der ausgewählten Persönlichkeits- und Entwicklungstheorien, den Interaktionstheorien und den systemtheoretischen Ansätzen wird dem Leser die Möglichkeit eines erweiterten Blicks auf die Pflegewissenschaften eröffnet.

Im sechsten Kapitel schließlich sich eine kritische Diskussion der Autoren über die ausgewählten pflegewissenschaftlichen Theorieansätze an. Betrachtet werden das Poper-Logan-Tierney-Modell, die Selbstpflegedefizit-Theorie nach Dorothea Orem und der personen- und interaktionsorientierte Ansatz nach Hildegard Peplau.

Der umfangreiche Anhang des Buches gibt darüber hinaus weiterführende Informationen in Form von Adressen und Linklisten. Mögliche weiterführende Theorien werden kurz vorgestellt und geben eine Hilfe zur weiteren Erarbeitung für den Bereich der Pflege.

Diskussion

Hermann Brandenburg und Stephan Dorschner haben als Herausgeber mit diesem Lehr- und Arbeitsbuch eine beträchtliche Sammlung von Theorien, Modellen und Ansätzen zu Thema Pflegewissenschaften zusammengestellt. Die Autoren schließen ihre fachtheoretische Vorstellung der Theorieansätze mit dem Hinweis in der Bearbeitung und Entwicklung der Pflegewissenschaft methodenoffen zu bleiben und sich nicht vorschnell einer Theorie und Forschungsströmung zu hinzugeben. Nur so bleibt die Chance der Vielfalt für die eigene Forschung im Feld der Pflege zu nutzen erhalten.

Fazit

Auf Grund des strukturierten Aufbaus des Buches stellt es eine gute und hilfreiche Handreichung zur Einführung in die Pflegewissenschaft dar. Trotz des eher theoriebezogenen Inhaltes gelingt es den Autoren durch gezielte Praxisbeispiele aus dem Bereich der Pflege den Abstraktionsgrad sinnvoll zu nivellieren. Brandenburg und Dorschner laden somit den Leser dazu ein mit diesem Lehr- und Arbeitsbuch in die unterschiedlichen methodischen Ansätze einzusteigen und sie kritisch zu diskutieren.

Durch die Studienaufgaben und die Kontrollfragen wird der Leser dazu motiviert sich gezielt mit den Themen zu beschäftigen. Zur Vertiefung dienen die gut beschriebenen Lesetipps und die umfassenden, kapitelbezogenen Literaturverzeichnisse. Die Zusammenfassungen in jedem Kapitel führen dazu, dass das Lehr- und Arbeitsbuch von Brandenburg und Dorschner als ausgezeichnetes Nachschlagewerk immer wieder zur Hand genommen werden kann.

Rezension von
Monika Jansen
Erziehungswissenschaftlerin (M.A.) und Master of Organizational Management (MoM), ist tätig als Referentin für ambulante Dienste, Bereich Wirtschaft und Statistik eines großen Wohlfahrtsverbandes. Langjährige Berufserfahrung in Führungspositionen der unterschiedlichen Arbeitsfelder der Altenhilfe. Herausgeberin der beiden Werke „Pflege & Management“ und Pflegehandbuch des DUZ-Verlages.
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Es gibt 25 Rezensionen von Monika Jansen.

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Zitiervorschlag
Monika Jansen. Rezension vom 11.01.2016 zu: Hermann Brandenburg, Stephan Dorschner (Hrsg.): Pflegewissenschaft Teil 1. Lehr- und Arbeitsbuch zur Einführung in das wissenschaftliche Denken in der Pflege. Hogrefe Verlag GmbH & Co. KG (Göttingen) 2015. 3., überarbeitete und erweiterte Auflage. ISBN 978-3-456-85159-4. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/19951.php, Datum des Zugriffs 06.10.2022.


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