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Frank Eckardt, Javier Ruiz Sánchez u.a. (Hrsg.): City of crisis

Cover Frank Eckardt, Javier Ruiz Sánchez, Alvaro Buitrago Sevilla (Hrsg.): City of crisis. The multiple contestation of southern European cities. transcript (Bielefeld) 2015. 260 Seiten. ISBN 978-3-8376-2842-5. D: 29,99 EUR, A: 30,90 EUR, CH: 40,10 sFr.
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Thema

Metropolen in der Krise. Dass Großstädte ihre spezifischen Probleme haben, die nicht immer auf die nationalen Problemlagen bezogen sind, sondern sich aus der Eigenlogik der Städte ergeben – das kennen wir aus vielen Städten der Welt.

Südeuropäische Metropolen - spanische, griechische, portugiesische oder italienische Metropolen - weisen derzeit eine Reihe von krisenhaften Entwicklungen auf, die sicher auch etwas mit den nationalen politischen und ökonomischen Rahmenbedingungen zu tun haben, die aber auch mit einer spezifischen Mentalitätsgeschichte und kulturellen Eigenheiten zu kämpfen haben, die andere Metropolen in Europa nicht haben. Insofern stehen sie auch in einer besonderen Art von Konkurrenz mit anderen europäischen Metropolen.

Herausgeber

  • Frank Eckardtist Professor für Stadtforschung und Sozialforschung an der Bauhaus-Universität Weimar
  • Javier Ruiz Sánchez ist Architekt und Professor für Stadtplanung an der Universidad Politécnica Madrid

Autorinnen und Autoren

Die Autorinnen und Autoren kommen aus den Bereichen der Stadt- und Regionalforschung, der Stadtsoziologie und politischen Soziologie, der Stadtgeographie und Stadtplanung und der Architektur.

Aufbau und Inhalt

Das englischsprachige Buch enthält nach einem kurzen Vorwort der Herausgeber elf Beiträge, die im Folgenden kurz vorgestellt werden.

Zum Vorwort: City of Crisis (Frank Eckardt, Javier Ruiz Sánchez)

In ihrem Vorwort beschreiben die beiden Herausgeber kurz das Krisenphänomen der ökonomischen Krise und ihre Auswirkungen auf die sozialen Zusammenhänge der Stadt. Weiter erläutern sie kurz die Absicht, die auch die Autorinnen und Autoren bewegt: die lokale Situation ihrer Städte zu beschreiben und zu analysieren, und sie zeigen auch, welche Anforderungen mit der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit der Krise der europäischen Metropole verbunden sind.

Zu: City and Crisis: Learning form urban theory (Frank Eckardt)

Frank Eckardt setzt sich sehr ausführlich mit Georg Simmel auseinander, der mit seinem berühmten Aufsatz „Die Großstädte und das Geistesleben“ die Mentalität des Großstädters im Kontext der Urbanität der Großstadt in klassischer Weise auf den Punkt gebracht hat.

Weiter diskutiert der Autor die Chicagoer Schule, namentlich deren Vertreter Robert Park, der durch Simmel sehr beeinflusst war, was seine Forschungen und Studien auch für die Mentalitätsforschung interessant machte.

Eckardt referiert dann auch Simmel und seine Analyse des Geldes in der Stadt. Simmels Beschreibung der modernen Stadt in Abgrenzung etwa zum ländlichen Raum ist gleichsam eine Auseinandersetzung mit der Frage, welche Strukturen die Stadt ausmacht und ob diese Strukturen ein Spiegel der gesellschaftlichen Verhältnisse und Strukturen sind.

Was man schließlich von Simmel lernen kann, fragt dann der Autor.

Individuelles Wohlsein des Städters wird evident. In Kontrast mit Marxens Theorie der Stadt als Markt und als ursächliche Bedingung der Geldwirtschaft argumentiert Simmel mentalgeschichtlich. Gleichzeitig identifiziert Eckardt aber auch Schwächen der soziologischen Auseinandersetzung.

Was macht die europäische Stadt aus? Der Autor setzt sich mit der europäischen Stadt als einem Prototyp der Bürgerstadt auseinander, geht auf die Geschichte der europäischen Stadt ein und diskutiert an Hand der Literatur die Eigenheit und den Charakter der europäischen Stadt.

Er erörtert dann die Kritik an der Stadt, an ihren Strukturen und Bedingungen eines urbanen Lebens, an ihrer Logik von Ausgrenzung und Integration, an ihrer kapitalistischen Logik der Verwertung von Arbeit, Boden und Kapitel.

Zum Schluss geht Eckardt noch auf die südeuropäischen Städte ein, auf ihre Protestbewegungen und auf ihre andere Art der Auseinandersetzungen im öffentlichen Raum.

Zu: Crisis and the city. Neoliberalism, austerity planning und the production of space (Álvaro Sevilla-Buirago)

Der Autor beschäftigt sich zunächst auch mit der Krisenanfälligkeit des kapitalistischen Systems, was er auch mit den Krisen in den südeuropäischen Ländern zusammenbringt. Und er identifiziert einen Zusammenhang von ökonomischen Krisen und der Produktion von Raum. Krisen und Rezessionen sind keine natürlichen Prozesse ökonomischer Organisation, sondern entsprechen der Verwertungslogik des Kapitalismus.

Sehr ausführlich diskutiert der Autor die Geschichte des Kapitalismus als eine Geschichte des Verhältnisses von Raum und Krise. Dabei zitiert er eine Reihe von Protagonisten, allen voran Haussmanns „großartige Arbeit“ in Paris. Die Ausgestaltung des öffentlichen Raums in Paris etwa war getragen von einer kapitalistischen Prägung der Verwertung von Boden. Dies wird ausführlich diskutiert und mit anderen Beispielen aus anderen Ländern vertieft.

Auch die Planung war den Prozessen kapitalistischer Verwertungslogik unterworfen. Sie führt dazu, dass sich soziale Ungleichheit in der Verteilung des Raums widerspiegelt und dass es sozialräumliche Segregation mit all ihren Verwerfungen gibt.

Zu: Madrid. A tale of an ambitious city that failed its global vision (José Miguel Fernándes-Güell)

Vor dem Hintergrund der Erfahrungen und der Beratungspraxis erörtert der Autor die Ambitionen, Sorgen und Erwartungen von Madrid in den letzten 20 Jahren. Nach einigen Bemerkungen zu der Bedeutung und dem Charakter von Madrid als Hauptstadt Spaniens beschreibt der Autor, wie sich Madrid einen Platz in der globalen Welt verschafft – und das seit den 1990er Jahren, und wie sich diese Stadt ihre Funktion als integrative Verbindung zur EU vorstellt. Dazu zählen auch große Projekte wie der Ausbau des Highway-Systems und des Barajas Flughafens, die Verbesserung des öffentlichen Transportwesens und die Konstruktion eines neuen Geschäftszentrums sowie eine Art „Urban renewal“ durch die Integration des historischen Viertels in das städtebauliche Gesamtbild.

Der Autor geht dann noch auf die krisenhaften ökonomischen Entwicklungen Spaniens ein, die an Madrid nicht vorbeigehen, und belegt dies mit Graphiken und Zahlen, um dann noch Hoffnungen und zukünftige Herausforderungen zu benennen.

Zu: Contest Discourses of Austerity in the Urban Margins (A Vision from Barcelona) (Nuria Banach)

Die Autorin leitet ihren Beitrag mit der Feststellung ein, dass die globale Krise die beste Entschuldigung oder Begründung für die neoliberale Wende ist, die sich am stärksten in den harten Einschnitten bei den sozialen Rechten und der gewachsenen Konzentration öffentlicher und privater Investitionen in privilegierten Bereichen und Räumen zeigt. Das Ziel ihres Beitrages ist, die daraus erwachsende Unzufriedenheit zu erläutern und zu analysieren, welche Potentiale urbane Räume als Plätze für Alternativen zu der sozialen und ökonomischen Krise haben.

Die Autoren geht zunächst unter dem Titel „Das Recht auf eine (vorstellbare) Stadt“ auf die wachsende soziale und sozialräumliche Ungleichheit ein, die durch die neoliberale Politik verursacht wurde. Sie diskutiert dies im Rahmen einer allgemeinen Kapitalismuskritik und versucht die neoliberale Ideologie zu entlarven.

Gibt es einen „common sense“? Dieser Frage geht die Autorin nach und kommt zu drei (Denk-)Alternativen:

  • man kann die Ökonomie mit völlig anderen Prioritäten und Werten betrachten;
  • man kann Gleichheit wieder auf die Agenda setzen und in den Diskurs mit einbringen;
  • man kann die kollektive Selbstorganisation von Leuten dem wachsenden Individualismus entgegensetzen.

Die Autorin setzt sich dann mit dem globalen Diskurs im Verhältnis zum Alltagsleben auseinander. Weiter fragt sie nach der Verbindung von Zentralität und Marginalität in der Stadt und unterlegt ihre Argumente mit Protagonisten wie Marx und Lefèbvre.

Sie geht dann auf ein Projekt einer städtischen Gesellschaft in Barcelona „Barcelona Urban Lab“ ein, das sich der Innovation von Infrastrukturen und Dienstleistungen verschrieben hat. Dies wird ausführlich beschrieben und analysiert.

Zum Schluss fordert die Autorin ein Überdenken des Rechts auf Stadt, das mit der Frage unterlegt scheint, wem die Stadt eigentlich gehört.

Zu: Urban crisis or urban decay? Italian cities facing the effects of a long wave towards privatization of urban policies and planning (Maria Cristina Gibelli)

Einleitend beschreibt die Autorin zunächst die Situation der italienischen Städte, die gegenüber anderen Ländern Besonderheiten aufweist, und sie geht auf die ungelösten Probleme wie alte und neue städtische Armut ein, die das Einüben des Rechts auf Stadt behindert, und sie diskutiert das gebrochene Verhältnis von privaten und öffentlichen Interessen. Weiter geht es um das gestörte Verhältnis von Grundeigentümern und öffentlicher Munizipalverwaltung. Das hat auch etwas mit dem Verfall der Stadt zu tun.

Italien hat seine exzellente urbane Vergangenheit vergessen. Diese These wird begründet und historisch entfaltet. Und überhaupt bevorzugt die Autorin den Begriff des Verfalls gegenüber dem der Krise.

Auf Mailand geht dann die Autorin ausführlicher ein, auf seine Krise und die Krise der Stadtplanung. Eine Stadt, deren Wachstum immer mehr Land verbraucht, eine hohe Dichte der Bewohnerzahl aufweist und das höchste durchschnittliche Pro-Kopf-Einkommen hat, ist mit besonderen Herausforderungen konfrontiert. Dies wird ausführlich dargestellt und begründet.

Zu: The City and its crises (Francesco Indovina)

Die Krise der Stadt ist vor allem eine Krise der Ressourcen. Das ist die Eingangsthese des Autors in Anlehnung an einen Text von James O´Connor „Die Finanzkrise des Staates“. Diese These wird kurz erörtert, bevor der Autor die ökonomische Krise ausführlich beschreibt.

Weiter diskutiert der Autor die Frage der Stadt in der Krise. In den Städten formiert sich eine Bevölkerung, die in Aushandlungsprozessen mit entscheiden will und damit konstituiert sich ein neuer Regierungs- und Verwaltungsstil in der Stadt. Gelingt dies auch noch, wenn sich die Situation verschlimmert, Armut und Arbeitslosigkeit wachsen und damit auch die Notwendigkeiten der Unterstützung und der Dienstleistungen im öffentlichen Sektor? Dadurch gerät lokale Politik unter Druck - auch unter Legitimationsdruck angesichts der wachsenden Ansprüche an individuelle Lebensführungsstile, die kollektive Daseinsvorsorge erforderlich machen.

Außerdem referiert der Autor die Veränderungen der Sozialstruktur italienischer Städte wie die wachsende Polarisierung sozialer Schichten und das Ausdünnen der Mittelschicht, die Verschlechterung der kollektiven Daseinsvorsorge und der Umweltbedingungen. Dies wird vom Autor ausführlich erörtert und begründet.

Zu: When it rains, it pours. Urban poverty in a metropolitan suburb during the crisis period (Alberto Violante)

Der Autor bezieht sich für die Begründung seiner These, dass Metropolen einem starken krisenhaften Wandel unterliegen, auf eine theoretische Studie in einer Suburb Roms, die durch ein starkes demographisches Wachstum gekennzeichnet ist und durch einen rasanten Wandel des Arbeitsmarktes mit krisenhaften Folgen. Er setzt sich zunächst auch mit dem Armutskonzept auseinander und begründet anschließend den Zusammenhang von ökonomischer oder materieller Armut und sozialer Exklusion bzw. Verletzbarkeit. Dabei bezieht er sich auf eine längere Debatte um den Armutsbegriff und um die Zusammenhänge von Armut und sozialer Exklusion.

Was macht dann städtische Armut aus? fragt dann der Autor weiter. Einmal bezieht er sich auf den institutionellen Kontext der lokalen Wohlfahrt und deren Rückzug - auch verursacht durch lokale Institutionen. Dabei ist einmal eine zentrale Frage, welchen Zugang die Armen zu den Institutionen haben und zum anderen, wie die Institutionen auf die Armen zugehen. Ein anderer Aspekt ist die ökonomische Armut. Dabei begründet der Autor die starke Polarisierung und das Auseinandertriften der Reichen und der Armen, was sich auch in stärkeren sozialräumlicdhen Segregationsprozessen ausdrückt und zur sozialräumlichen Spaltung der Städte führt.

Sehr ausführlich geht dann der Autor auf die Erforschung der Armut in Rom ein, stellt Ergebnisse von Studien vor und geht auf die Datenlage ein. Dabei vergleicht er auch die Stadt vor der Krise mit der nach der Krise. Er geht dann speziell auf den 13. Bezirk ein, stellt Zahlen vor und diskutiert die Armut in einem eher deprivierten Sozialraum. Weiter erörtert er die sozialen Hilfen und Unterstützungssysteme seit der Krise.

Zu: Greek Spatial Planning and the Crisis (Maria Zifou)

Der Beitrag versteht sich als ein kritischer Blick auf die Raumplanungspolitik seit 2011 – auch im Zusammenhang mit der Schuldenkrise Griechenlands und mit der damit verbundenen Wende zu einer neoliberalen Politik.

Die Autorin beschäftigt sich zunächst mit der Raumplanung vor der Krise, die hauptsächlich auf den Ausgleich sozialer Ungleichheiten in griechischen Städten ausgerichtet war. Es ging um die Bearbeitung sozialer und sozialräumlicher Probleme, die auch mit Nachkriegsfolgen behaftet waren.

Sie geht dann auf die Reform der Planungssystems ein, die auf Grund der Notlage des Staates und beeinflusst durch die Auseinandersetzung mit der EU zustande kam. Die Entwicklung der Raumplanung, die dieser Entwicklung notgedrungen geschuldet war, wird von der Autorin unter den Aspekten des Städtebaus, der Privatisierung, der Deregulierung, auch der Deregulierung der Umweltplanung diskutiert.

Weiter stellt die Autorin dann verschiedene Reformen der Planung vor: die Deregulierungsphase und die Phase der Konsolidierung der Flexibilität. Sie diskutiert den ökonomischen Determinismus und benennt eine Reihe von Punkten, die die Politik zentral bestimmen, wie die Reduktion des Nationalen Raumplans, die Stärkung der regulativen Funktion spezifischer Sektorplanungen und die Reduktion des absoluten Minimums öffentlicher Bedenken und Beeinflussungen.

Zu: „The Right of the city“ in Athens during a crisis era. Between inversion, assimilation and going beyond (Vaso Makrygianni, Charalampos Tsavdaroglou)

Ausgehend von dem 1968 erschienenen Aufsatz „The right to the city“ von Henri Lefèbvre stellen die Autorin und der Autor zunächst zwei entgegengesetzte theoretische Ansätze vor.

Lefèbvre argumentiert ja vor einem marxistischen Hintergrund und in Begleitung der zeitgeschichtlichen Ereignisse in den 60er Jahren in Paris und Prag.

Der zweite Ansatz bezieht sich auf das Programm einer neuen Partei RTTC unter der Führung von George Kaminis 2010. Zentrale Punkte dieses Programms sind Bürgerrechte, der öffentliche Raum, privater Wohlstand, soziale Dienstleistungen, eine „grüne“ Entwicklung und ein innovatives Unternehmertum. Beide Ansätze werden ausführlich vorgestellt und diskutiert. Und beide Ansätze werden mit den aktuellen Entwicklungen und politischen Veränderungen in Griechenland konfrontiert, die mit einigen problematischen Entwicklungen verbunden sind.

Am Ende diskutieren die Autorin und der Autor nochmals Lefèbvres Ansatz eines „Rechts auf Stadt“ und decken dabei auch Widersprüche auf. Sie neigen dabei eher dem Ansatz von Kaminis zu, der ihnen in Theorie und Praxis logischer und tragfähiger erscheint.

Zu: State repression, social resistance and the politicization of public space in Greece under fiscal adjustment (Maria Markantonatou)

Es geht um die Politisierung des öffentlichen Raums seit dem Ausbruch der Krise in Griechenland. In der Tat hat in den Diskussionen um den richtigen Finanzkurs der öffentliche Raum eine besondere Bedeutung erhalten. Nachdem in der ersten Phase die Sparpolitik der Regierung von Gesetzen begleitet wurde und symbolische Politik betrieben wurde, hat sich in der zweiten Phase der Sparpolitik der öffentliche Raum verändert. Vor allem bei den Auseinandersetzungen mit der Sparpolitik hat die Besetzung und Aneignung des öffentlichen Raums eine besondere Rolle gespielt.

Die Autorin beschreibt die Sparmaßnahmen und ihre Auswirkungen auf die griechische Wirtschaft ausführlich und geht dabei besonders auf die Spareffekte ein, die sich in der sozialräumlich ungleichen Verteilung der Bevölkerung in den Städten widerspiegelt.

Sie verweist noch einmal auch den Widerstand, der sich öffentlich artikulierte. Damit hat auch der öffentliche Raum eine andere Bedeutung erhalten. Aber auch eine negative Bedeutung!

Besondere Vorfälle haben seit Dezember 2008 zu einer anderen Politik der Schaffung von Sündenbögen geführt. Die Autorin beschreibt diese Vorfälle und analysiert die Art, wie die Politik darauf reagiert hat und den öffentlichen Raum für sich instrumentalisiert hat.

Zu: Planning und governance in the Portuguese cities in times of European crisis (Joao Seixas, José Carlos Mota)

Die Autoren stellen sich der Frage, welche Auswirkungen die europäische Krise auf portugiesische Stadtregionen hat und welche Antworten diese Regionen darauf haben. Meistens war die Antwort auf die – ökonomische – Krise die Implementation von Sparmaßnahmen, was soziale, ökonomische und räumliche Entwicklungen und Vernetzungen unterbrach.

Die räumliche Entwicklung und die Antworten auf die Krise werden von den Autoren auf zwei Ebenen analysiert. Einmal auf einer politischen und administrativen Ebene, wo der Fokus auf der Metropolregion Lissabon und der „Intermunicipal Community“ der Region von Aveiro lag; zum anderen ging es um die Ebene der Stadt als community oder Gemeinwesen lag, wo der Schwerpunkt eher auf innerstädtischen Entwicklungen dieser beiden Regionen lag.

Zunächst ging es den Autoren um die die portugiesischen Städte und ihre Stadtentwicklungen in Zeiten der europäischen Krise und die damit zusammenhängenden Sparmaßnahmen, die ja auch von der EU angetragen wurden. Dann werden die beiden Regionen noch einmal sehr gründlich analysiert und mit Datenmaterial unterlegt.

Weiter gehen die Autoren auf die Stadtpolitik, die Planung und die Governance ein, wobei Raumplanung in Portugal relativ neu ist. Dementsprechend waren die Planungsinstrumente nicht sehr entwickelt und werden noch immer entwickelt. Der nationale Planungsrahmen steht unter dem Spardiktat und Kommunen können dementsprechend auch nicht vertieft planen. Dies wird ausführlich erörtert.

Die Praxis der Stadtpolitik und -planung zeigt, dass die portugiesischen Städte durchaus innovativ planen könnten. Zumindest in der Ausgestaltung der Stadtpolitik hat sich einiges in Richtung Governance bewegt, wo es eher darum geht, möglichst viele einzubinden und in Aushandlungsprozessen geeignete Maßnahmen zu ergreifen, die alle mittragen können. Dies zeigt sich in neuen Instrumenten der Stadtpolitik und auch in einem sozialpolitischen Wandel in den beiden vorgestellten Regionen.

Die Autoren fragen dann, was man aus dieser Analyse lernen kann.

In Lissabon hat sich im Unterschied zum Government eine Politik der Governance entwickelt, was sich an der Etablierung strategischer Antworten auf die Krise zeigt. Und auch in der Region Aveiro hat sich gezeigt, wie die Kommunen auf gegenwärtige soziale und ökonomische Entwicklungen innovative Antworten haben. Auch dies wird ausführlich erörtert und vorgestellt.

Zum Schluss gehen die Autoren auf einige Herausforderungen der Raumplanung ein, der sich diese in Zeiten der Krise stellen müssen.

Diskussion

Die ökonomische Krise Europas, die Finanzkrise, hat sicher alle europäischen Gesellschaften getroffen. Aber sicher ist auch, dass die südeuropäischen Gesellschaften mehr darunter zu leiden haben als die anderen europäischen Länder.

Noch deutlicher wird, dass vor allem die großen Städte und Metropolen dieser Länder sehr viel stärker unter den Folgen zu leiden haben. Folgen wie Arbeitslosigkeit, Armut, soziale Verwerfungen, sozialräumliche Segregationsprozesse mit der Folge von sozialer Exklusion und sozialer Spaltung haben in diesen Städten und Metropolregionen andere Erscheinungsformen als in ländlichen Kontexten und damit sind diese Städte mit anderen sozialpolitischen Herausforderungen konfrontiert.

Die Beiträge dieses Buches konzentrieren sich zwar immer auf die Frage, wie die Städte und Stadtregionen auf die Krise reagieren. Gleichzeitig wird aber auch klar, dass diese Städte mit ihren Entwicklungen, Chancen und Krisen in einen nationalstaatlichen Rahmen eingebettet sind, der sie letztlich auch abhängig macht von den Entscheidungen auf dieser Ebene, sie fördert, aber auch behindern kann. Gerade in der Krise zeigt sich, was dann die Eigenlogik einer Stadt ausmacht, wie sich im Wettbewerb mit anderen Städten ihrer spezifischen Handlungsmöglichkeiten bewusst wird.

Auf einer theoretischen oder analytischen Ebene ist auch deutlich geworden, dass diese Städte europäische Städte sind, die mit ihrer kommunalen Sozialstaatlichkeit auch eine Verantwortung für ein „gutes Leben“ in der Stadt haben, bis hin, dass sie auch verantwortlich sind für die, die es letztlich nicht alleine schaffen. Die damit verbundenen Konflikte und Widersprüche sind sicher mitverantwortlich für die Krise der südeuropäischen Städte. Die unterschiedlichen Ausprägungen sind nicht unbedingt der unterschiedlichen Ressourcenschöpfung geschuldet, sondern auch den traditionellen historisch gewachsenen Strukturen wie die der Familie und Verwandtschaft, der Gemeinde und der nachbarschaftlichen und sozialen Unterstützungssysteme und Netzwerke, auch des sozialpolitischen Verständnisses von Solidarität u. ä. Dadurch hat Stadtpolitik und kommunale Sozialpolitik eine andere Funktion und muss andere Antworten auf die Krise finden. Dies wird zwar nicht expressis verbis angesprochen, aber in einigen der Beiträge in Rudimenten durchaus erkennbar.

Fazit

Indem der Fokus auf der südeuropäischen Stadt liegt, ist das Buch eine wichtige Bereicherung der stadtsoziologischen Debatte um die europäische Stadt. Die darin enthaltenen Beiträge verweisen auf zentrale Bedingungen, unter denen in Italien, Griechenland, Spanien und Portugal auf je spezifische Art, aber auch mit vergleichbaren Formen Antworten auf die europäische Krise gefunden wurden und wie die Städte im Rahmen ihrer Nationalstaatlichkeit mit der Krise umgehen.

English version, translated from German version by Claudia Mehlmann

Subject

Metropolises in crisis. The fact that cities have their own problems which are not always related to the national problems, but arise from an intrinsic logic of cities – we know from many cities around the world.

Southern European cities – Spanish, Greek, Portuguese, or Italian cities – currently exhibit a number of critical developments that have something to do with the national political and economic framework conditions, but struggle also with a specific history of mentalities and cultural idiosyncrasies, that other metropolises in Europe do not have. In this respect they are in a special kind of competition with other major European cities.

Editors

  • Frank Eckardt Professor of urban studies and social research at the Bauhaus-University Weimar
  • Javier Ruiz Sánchez Architect and Professor of urban planning at the Universidad Politécnica Madrid

Authors

The authors come from the areas of urban and regional research, urban sociology and political sociology, urban geography and urban planning and architecture.

Structure and content

The English book contains – after a short preface of the publishers – eleven contributions which are briefly described below.

Preface: City of Crisis (Frank Eckardt, Javier Ruiz Sánchez)

In their preface, the two editors briefly describe the crisis phenomenon of the economic crisis and its impact on the social relations of the city. Next they shortly explain the intention which moves the authors: to describe and to analyze the local situation of their cities. At the same time pointing at the requirements associated with the scientific analysis of the crisis of the European metropolis.

City and Crisis: Learning form urban theory (Frank Eckardt)

Frank Eckardt deals in detail with Georg Simmel, who gets to the heart of the mentality of the big city dweller in the context of urbanity in a classical manner with his famous essay „The big cities and the spiritual life“.

Further the author discusses the Chicago school, in particular their representative Robert Park, who was influenced by Simmel very much, which made his research and studies for the mentality research interesting.

Eckardt also reports Simmel and his analysis of the money in the town. Simmel´s description of the modern city as opposed to rural areas is a confrontation with the question of which structures make the city and whether these structures are a mirror of social conditions and structures.

The author then asks what to finally learn from Simmel.

Individual well-being of the city dweller becomes obvious. In contrast with Marxens theory of the town as a market and as a causal condition of the monetary economy Simmel argues mental-historically. Simultaneously Eckardt identifies also weaknesses of the sociological discussion.

What constitutes the European city? The author deals with the European city as a prototype of the civil town, looks at the history of the European city and discusses the singularity and the character of the European city with references to literature.

He then discusses the criticism of the city, its structures and conditions of an urban life, its logic of exclusion and integration, the capitalist logic of exploitation of labour, land and capital.

Finally, Eckardt examines the southern European cities, their protest movements and their different kind of disputes in the public space.

Crisis and the city. Neoliberalism, austerity planning and the production of space (Álvaro Sevilla-Buirago)

Initially the author deals with the vulnerability of the capitalist system, too, but linking it to the crisis in the southern European countries. Plus identifying a connection of economic crises and the production of space. Crises and recessions are not natural processes of economic organization, but match the recovery logic of capitalism.

In detail, the author discusses the history of capitalism as a story of the relationship between space and crisis. In doing so he cites a number of protagonists, especially Haussmann„s „great work“ in Paris. The arrangement of the public space in Paris possibly was supported by a capitalist imprint of exploitation of ground. This is discussed and deepened with examples from other countries.

The planning itself was subject to the processes of capitalist logic of exploitation. It leads to the fact that social inequality is reflected in the distribution of the space and that there are social and spatial segregation, with all its faults.

Madrid. A tale of an ambitious city that failed its global vision (José Miguel Fernándes-Güell)

Against the background of experiences and counselling practice the author discusses the ambitions, concerns and expectations of Madrid during the last 20 years. After a few comments on the significance and character of Madrid as the capital of Spain, the author describes how Madrid provides a place in the global world – since the 1990s already, and how this city presents its function as an integrative connection to the EU. This includes large projects such as the expansion of the highway system and the Barajas airport, the improvement of public transport and the construction of a new business centre as well as a kind of „Urban renewal“ through the integration of the historic district in the urban picture.

The author then discusses the critical economic developments in Spain, which do not pass at Madrid, and documents this with graphs and numbers to finally designate hopes and future challenges.

Contest Discourses of Austerity in the Urban Margins (A Vision from Barcelona) (Nuria Banach)

The author introduces her contribution with the statement, that the global crisis is the best excuse or justification for the neoliberal turn, most evident in the harsh cuts in social rights and the increased concentration of public and private investment in privileged areas and spaces. The objective of her contribution is to explain the arising dissatisfaction and to analyse the potential in urban spaces as places for alternatives to the social and economic crisis.

The author first discusses the growing social and socio-spatial inequality, entitled „The right to a (imaginable) City“, which was caused by the neoliberal policies. She then addresses the issue in the framework of a general critique of capitalism attempting to expose the neo-liberal ideology.

Is there a „common sense“? The author pursues the issue presenting three (mental) alternatives:

  • one can look at the economy with entirely different priorities and values
  • one can add equality to the agenda and thereby contributing it to the discourse
  • one can oppose the collective selforganization of people to the growing individualism.

The author then deals with the global discourse in relation to everyday life. Next she asks for the connection of centrality and marginality in the city and highlights her arguments with protagonists such as Marx and Lefebvre.

She then dwells on a project of an urban society in Barcelona „Barcelona Urban Lab“, which is dedicated to the innovation of infrastructure and services. It is described and analysed in detail.

Finally the author calls for a rethinking of the right of the city, which seems to be highlighted by the question, who actually owns it.

Urban crisis or urban decay? Italian cities facing the effects of a long wave towards privatization of urban policies and planning (Maria Cristina Gibelli)

By way of introduction the author describes at first the situation of the Italian towns, showing specific features compared to other countries. Then she comes to unsolved problems like old and new urban poverty which hinders administrating the city rights; and she discusses the broken relationship between private and public interests. Furthermore it is about the disturbed relation between landowners and the local authorities. This also has to do with the decline of the city.

Italy has forgotten its excellent urban past. This thesis is developed and discussed historically. And generally the author rather prefers the concept of decay than that of crisis.

The author then takes a closer look at Milan, its crisis and the crisis of urban planning. A city with a growth consuming more and more land, a high density of the population and the highest average per capita income, is confronted with special challenges. This is described in detail and justified.

The City and its crises (Francesco Indovina)

The crisis of the city is above all a crisis of resources. This is the introductory thesis of the author based on a text by James O´Connor „The financial crisis of the State“. It is briefly discussed, before the author describes the economic crisis in detail.

Next, the author discusses the question of the city in crunch. In the cities a population forms up that wants to decide in negotiation processes and thus a new Government and management style is constituted in the city. Will this be successful even if the situation is getting worse, when growing poverty and unemployment also need the support and services in the public sector? Local policy thereby gets under pressure – also under legitimization pressure in view of the growing demands of individual lifestyles which require basic public services.

In addition, the author speaks about the changes of the social structure of Italian cities, such as the growing polarization of social classes and the thinning out of the middle class, the deterioration of the collective interest and the environmental conditions.

When it rains, it pours. Urban poverty in a metropolitan suburb during the crisis period (Alberto Violante)

The author refers to the support of his thesis that cities are subject to strong crisis-like transformation, on a theoretical study in a Suburb of Rome, which is characterized by a strong demographic growth and a rapid transformation of the labour market with consequences of crisis. He deals with the poverty concept first and then establishes the connection of economic or material poverty and social exclusion respectively vulnerability. He refers to a longer debate on the definition of poverty and the links between poverty and social exclusion.

What are the indicators of urban poverty then? The author continues enquiringly. First he refers to the institutional context of local welfare and their withdrawal - also caused by local authorities. Here again is a key issue, the access of the poor to the institutions and, secondly, how the institutions go to the poor. Another aspect is the economic poverty. The author explains the strong polarization and the drifting apart of the rich and the poor, which is also reflected in stronger socio-spatial segregation processes and leads to the socio-spatial splitting of the cities.

The author then enlarges on research about poverty in Rome, presents results of studies and interprets data material. Besides, he also compares the town before the crisis and after. He then specifically looks at the 13th district, presents figures and discusses poverty in a more deprived social area. Next he discusses the social assistance and support systems since the crisis.

Greek Spatial Planning and the Crisis (Maria Zifou)

The contribution is to be understood as a critical look at the spatial planning policy since 2011 – also in connection with the Greek debt crisis and the associated turn to a neoliberal policy.

First, the author deals with spatial planning prior to the crisis, which focused mainly on the compensation of social inequalities in Greek cities. It was about manipulating social and social-spatial problems that were afflicted with post-war consequences.

She then turns to the reform of the planning system, which came about due to the plight of the state and affected by the dispute with the EU. The development of spatial planning, which was due to this development by necessity, is discussed by the author from the aspects of urban development, privatization, deregulation, and the deregulation of environmental planning.

Further, the author presents various reforms of the planning: deregulation phase and the consolidation phase of the flexibility. She discusses the economic determinism and designates a number of points that determine the policy centrally, such as the reduction of the national of space plan, the strengthening of the regulatory function of specific sector planning and the reduction of the absolute minimum of public concerns and influences.

The Right of the city“ in Athens during a crisis era. Between inversion, assimilation and going beyond (Vaso Makrygianni, Charalampos Tsavdaroglou)

Starting from the 1968 published essay „The right to the city“ by Henri Lefèbvre the authors introduce two opposite theoretical approaches.

Lefèbvre argues before a Marxist background and accompanied by the historical events in the 60„s in Paris and Prague.

The second approach refers to the programme of a new party, RTTC, under the leadership of George Kaminis in 2010. Key points of this programme are civil rights, public space, private wealth, social services, a „green“ development and an innovative entrepreneurship. Both approaches are presented and discussed in detail. Plus they are confronted with the current developments and policy changes in Greece, associated with some problematic developments.

At the end, they discuss again Lefèbvre„s approach of a „right to the city“ and uncover also contradictions. They have a greater tendency towards Kaminis concept, which seems to be more logical and viable in theory and practice.

State repression, social resistance and the politicization of public space in Greece under fiscal adjustment (Maria Markantonatou)

It is about the politicization of the public space since the outbreak of the crisis in Greece. In fact, the public space has received special significance in the discussions on the right financial track. After the austerity of the Government of laws was accompanied in the first phase and symbolic policy has been run, the public space has changed in the second phase of austerity. Especially in the disputes on the austerity, the occupation and appropriation of public space has played a specific role.

The author describes in detail the austerity measures and their impact on the Greek economy and focuses on the savings, which are reflected in the unequal social spatial distribution of the population in the cities.

She refers once again to the opposition which expressed itself publicly. Thus, the public space has received a different meaning. But a negative one as well!

Particular incidents have led to a different policy of creating scape goats, since December 2008. The author describes these events and analyzes the way in which the policy has responded and has instrumentalised the public space for themselves.

Planning and governance in the Portuguese cities in times of European crisis (Joao Seixas, José Carlos Mota)

The authors come to the question, of which impact the European crisis on Portuguese city regions has and the answers of the regions. In most cases the answer to the – economic – crisis was the implementation of austerity measures, interrupting thereby social, economic and spatial developments and networks.

The spatial development and the responses to the crisis are analysed by the authors on two levels. Once on a political and administrative level with a focus on the metropolitan area of ??Lisbon and the „Intermunicipal Community“ in the region of Aveiro; secondly, it was about the level of the town as a community where the main focus was more on urban developments in these two regions.

Initially it was about the Portuguese cities and their urban developments in times of the European crisis and the associated austerity measures, which were offered by the EU. Then, the two regions are again very thoroughly analysed and backed by data.

Next, the authors deal with urban policy, planning and governance, where spatial planning in Portugal is relatively new. Accordingly, the planning tools were not very developed and are still being developed. The national planning horizon is under the dictation of the economy and accordingly forward-looking planning for the municipalities is hardly possible. This is discussed in detail.

The practice of urban policy and planning shows that the Portuguese cities could plan quite innovatively. At least in the design of city politics a lot in the direction of governance has moved where it is rather a question of including many perspectives and to take appropriate measures in negotiation processes which all can support. This is reflected in the new instruments of urban policy and a socio-political change in the two featured regions.

Then the authors ask what can be learned from this analysis.

In Lisbon has developed a policy of governance in opposition to the Government, which is reflected in the establishment of policy responses to the crisis. And also in the region of Aveiro could be recognized how the municipalities responded to current social and economic developments with innovative answers. Again, this is discussed and presented.

Finally, the authors address the issue of numerous challenges to spatial planning, which have to be faced in times of crisis.

Discussion

The economic crisis in Europe, the financial crisis has certainly hit all European societies. But it is also certain that the southern European societies are suffering more than other European countries.

It can be seen quite clearly, that above all the large towns and cities of these countries are suffering most. Consequences such as unemployment, poverty, social dislocation, social segregation processes with the result of social exclusion and social division have in these cities and metropolitan areas other manifestations than in rural contexts and thus these cities are facing other social challenges.

Indeed, the contributions of this book always focus on the question of how the cities and city-regions respond to the crisis. However, at the same time it becomes also clear that these towns with their developments, opportunities and crises are embedded in a national Framework, that makes them dependent on decisions, might promote but can hinder them as well. Especially during a crisis the intrinsic logic of a city is shown, how the competition with other towns regarding specific options for action is realized.

It became obvious on a theoretical or analytical level, that these cities are European cities which have a responsibility for a „good life“ in the town with their municipal social welfare, up to the point of responsibility for those who can not make it alone. The related conflicts and contradictions are certainly responsible for the crisis of the southern European cities. The different forms are not necessarily due to the different resource creation, but also the traditional historical structures such as the family and relatives, the community and the neighbourhood and social support systems and networks, also the social understanding of solidarity etc. Thus urban management and municipal social policy has a different function and must find other responses to the crisis. Although this is not demanded expressis verbis, it can be recognized rudimentarily in some of the contributions.

Summary

With the crisis of the financial system are all European cities confronted. More confronted are the south European cities because of their special structure and dynamic in the context as European city, which is connected with the specific social political demand of the European city as a „social state“.

This book gives more or less answers on the question how cities in South Europe react on the national crises and weather they are able to react in the frame of their national states. These questions are much closed with the traditions, which South European cities as part of whole society have, which they can develop under theses frame conditions und which shape the social life and the social coherence in a city. We find there big differences between different South European cities, which are descried in this book.

This book discovered furthermore some new aspects of the theoretical discussion in urban sociology, which are interesting for European comparison studies.


Rezensent
Prof. Dr. Detlef Baum
Professor für Soziologie mit den Schwerpunkten Soziale Probleme, Kommunale Sozialpolitik, Stadtsoziologie, insbesondere Soziale Probleme der Stadtentwicklung, Segregationsprozesse, Stadtumbau
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Zitiervorschlag
Detlef Baum. Rezension vom 21.03.2016 zu: Frank Eckardt, Javier Ruiz Sánchez, Alvaro Buitrago Sevilla (Hrsg.): City of crisis. The multiple contestation of southern European cities. transcript (Bielefeld) 2015. ISBN 978-3-8376-2842-5. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/19984.php, Datum des Zugriffs 19.11.2018.


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