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Wolfgang Tietze, Käthe-Maria Schuster et al.: 2.Die Kindergarten-Skala (KES-R)

Rezensiert von Dipl.-Päd. Elke Katharina Klaudy, 25.01.2002

Cover Wolfgang Tietze, Käthe-Maria Schuster et al.: 2.Die Kindergarten-Skala (KES-R) ISBN 978-3-472-04853-4

Wolfgang Tietze, Käthe-Maria Schuster, Katja Grenner, Hans-Günther Roßbach: Die Kindergarten-Skala (KES-R). Feststellung und Unterstützung pädagogischer Qualität im Kindergarten. Cornelsen Scriptor (Berlin) 2001. 3., überarbeitete Auflage. 76 Seiten. ISBN 978-3-472-04853-4. 17,90 EUR. CH: 32,50 sFr.
Deutsche Fassung der Early Childhood Environment Scale Revised Edition von Thelma Harms, Richard M. Clifford, Debby Cryer.

Weitere Informationen bei DNB KVK GVK.

Seit Erstellung der Rezension ist eine neuere Auflage mit der ISBN 978-3-407-56341-5 erschienen, auf die sich unsere Bestellmöglichkeiten beziehen.

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Zum Thema

Durch die Veröffentlichung der Kindergarten-Einschätz-Skala (KES) im Jahre 1997 wurde das erste, nach wissenschaftlichen Kriterien entwickelte Instrument zur objektiven Feststellung pädagogischer Qualität in Kindergartengruppen für den deutschsprachigen Raum bereitgestellt. Dabei handelte es sich um die Adaption der amerikanischen Early Childhood Environment Rating Scale (ECERS) von 1980.

Nachdem nach fast 20 Jahren der Anwendung 1998 in Amerika die revidierte Fassung der Originalskala die (ECERS-R) erschien, führten internationale Entwicklung sowie die Erfahrung in der Anwendung mit der KES im deutschsprachigen Raum ebenfalls zu einer Revision und Erweiterung.

Die Kindergarten-Skala (KES-R) stellt das erste Instrument in einer vierteiligen Serie von Verfahren zur Feststellung und Unterstützung pädagogischer Qualität dar. Mit der Krippen-Skala (KRIPS), der Hortskala (HOS) und den Tagespflege-Skala (TAS) sollen gleichartige Instrumente für die Tagesbetreuung von Kindern in anderen Altersstufen und in anderen institutionellen Betreuungsformen folgen.

Aufbau und Inhalt

Bei der Feststellung der pädagogischen Qualität einer Kindergartengruppe rückt das Qualitätskonzept der KES-R bewusst die Sichtweise und die stellvertretend wahrgenommenen Interessen eines Kindes als Maßstab von Qualität in den Mittelpunkt. Andere Facetten von Qualität werden somit ausgeblendet. Dieses Vorgehen soll dem Wohlbefinden des Kindes und seinen Entwicklungschancen Vorrang gewähren.

Der Darstellung des Qualitätskonzeptes folgt die detaillierte und gut nachvollziehbare Beschreibung des Aufbaus der KES-R und deren Anwendung. Eingangs werden dazu die Änderungen gegenüber ihrer Vorläuferversion beschrieben und nachfolgend die Qualitätsmerkmale, Bewertungsstufen und das Bewertungssystem charakterisiert.

Zur Anwendung der KES-R wird die Handhabung der Skala durch Befragung, Beobachtung und Auswertung dargelegt. Die Verfasser verweisen explizit auf die notwendige Schulung der Beobachter, um zu einer korrekten Beurteilung im Sinne der KES-R zu gelangen.

Der Hauptteil der KES-R beinhaltet die Darstellung der 43 Merkmale zur Bestimmung der pädagogischen Qualität einer Kindergartengruppe. Gegenüber der Vorläuferversion wird die Nutzung erleichtert durch die Beschränkung auf eine Seite für alle Hinweise und ergänzenden Fragen des jeweiligen Merkmales.

Der letzte Teil des Handbuches befasst sich mit Angaben zur technischen Qualität der KES-R als Erhebungsinstrument zur Selbst- und Fremdevaluation und stellt eine überarbeitete Mustervorlage für die Auswertung. (KES-R Bewertungsbogen und KES-R Profil) zur Verfügung.

Zielgruppen und Anwendung

Verschiedenen professionellen Gruppen wird ein erprobtes und verbessertes Verfahren zur Feststellung pädagogischer Prozessqualität in Kindergartengruppen zur Verfügung gestellt. Nach einem entsprechenden Training können unterschiedliche Nutzer wie Erzieherinnen und Leiterinnen von Kindertageseinrichtungen, Fachberaterinnen, Fachkräfte in Aus- und Fortbildung und Wissenschaft die KES-R für ihre jeweiligen Zwecke einsetzen. Auf der Grundlage einer mehrstündigen Beobachtung in einer Kindergartengruppe liefert sie einen Gesamtwert für die globale Prozessqualität, ermöglicht aber auch differentielle Einblicke in verschiedenen Einzelaspekte.

Die Autorinnen und Autoren

  • Wolfgang Tietze, Dr. phil., Professor für Erziehungswissenschaft mit dem Schwerpunkt Kleinkindpädagogik an der Freien Universität Berlin
  • Käthe-Maria Schuster, Dr. päd., Gastprofessorin im Bereich Kleinkindpädagogik der Freien Universität Berlin
  • Katja Grenner, Dipl.-Psych., wissenschaftliche Mitarbeiterin bei PädQUIS gGmbH, Kooperationsinstitut der Freien Universität Berlin, Schwerpunkt Qualitätssicherung und -entwicklung in Kindertagesstätten
  • Hans-Günther Roßbach, Dr. phil., Professor für Erziehungswissenschaft mit dem Schwerpunkt Allgemeine Didaktik an der Universität Lüneburg

Fazit

Durch die Revision der KES wurde die Struktur der Vorgängerversion beibehalten und verbessert. Eine strengere und zugleich angemessenere Bewertung der verschiedenen Qualitätsaspekte wurde durch dieses Vorgehen erzielt. Insgesamt bewirken die Veränderungen einerseits eine präzisere und detailliertere Beschreibung der Gruppenqualität und andererseits eine vereinfachte Anwendung für die Evaluatorinnen und Evaluatoren. Zusätzlich wird die Nutzung erleichtert durch eine neue und übersichtlichere Darstellung der Merkmale und des Auswertungsbogens.

Die neue Gesamtgestaltung durch Ringbindung und Verwendung von festerem Papier erhöht ihre Praktikabilität.

Rezension von
Dipl.-Päd. Elke Katharina Klaudy

Es gibt 42 Rezensionen von Elke Katharina Klaudy.

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ISSN 2190-9245