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medica mondiale, Karin Griese (Hrsg.): [...] Handbuch zur Unterstützung traumatisierter Frauen

Cover medica mondiale, Karin Griese (Hrsg.): Sexualisierte Kriegsgewalt und ihre Folgen. Handbuch zur Unterstützung traumatisierter Frauen in verschiedenen Arbeitsfeldern. Mabuse-Verlag GmbH (Frankfurt am Main) 2004. 460 Seiten. ISBN 978-3-935964-48-7. 29,80 EUR, CH: 52,10 sFr.
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AutorInnen und ihr Hintergrund

Alle Autorinnen verfügen über vielschichtige, ihrer Profession entsprechende Erfahrungen mit schwerst traumatisierten Frauen. Ihre langjährigen Erfahrungen bestimmen die hohe Qualität dieses Handbuches.

Zielgruppen

Das Buch wendet sich an Fachleute aus den Bereichen Gynäkologie und Geburtshilfe, psychosoziale Arbeit und Therapie, Rechtsberatung und nationale und internationale Gerichtspraxis. Pflichtlektüre ist es für alle, die mit (kriegs-)traumatisierten Frauen arbeiten.

Aufbau und Inhalt

Das Handbuch hat neben einem Vorwort der Bundesministerin Renate Schmidt, acht inhaltliche Gliederungspunkte mit jeweils zwei bis fünf Artikeln, einen Serviceteil, ein Autorinnenglossar und eine Danksagung.

I. Ziele und Arbeitsansatz von medica mondiale

Karin Giese stellt dar und erläutert, dass Traumatisierung durch sexualisierte Kriegsgewalt eine frauenspezifische Menschenrechtsverletzung ist. Ziele und Arbeitsansatz von medica mondiale werden kurz skizziert. Ziele des Handbuches sind:

  • Informationen und Aufklärung über die weltweite Problematik von sexualisierter Gewalt im Krieg und ihre Folgen;
  • Sensibilisierung dafür, wie sich die Tabuisierung sexualisierter Kriegsgewalt auf den Traumatisierungsprozess selbst und die Anforderungen an die Hilfeleistung auswirkt;
  • Vermittlung von elementaren Grundprinzipien für die Arbeit mit traumatisierten Frauen, um erneute Traumatisierung zu vermeiden;
  • Handreichungen für die praktische Arbeit und Unterstützung von betroffenen Frauen in verschiedenen Arbeitsfeldern."

II.Das Trauma sexualisierter Kriegsgewalt: Hintergründe, Folgen, Rechtslage

Kap. 1 :Sexualisierte Gewalt im Krieg eine Chronik (Gabriela Mischkowski)

Auf 40 Seiten legt die Autorin eine exzellent recherchierte Chronik vor. An historischen Beispielen erläutert sie sowohl das hohe Ausmaß als auch Hintergründe und Funktionen sexualisierter Gewalt. Ihre Analyse belegt, sexualisierte Gewalt ist ein sexualisierter Ausdruck von Gewalt und keinesfalls ein aggressiver Ausdruck von Sexualität. Entlang der Untertitel "Frauenraub und Kriegsbeute", "Erster Weltkrieg: Sexualisierte Gewalt und Propaganda", "Zweiter Weltkrieg: Militärbordelle und sexuelle Versklavung" wird verfolgt und dargestellt, dass Frauen seit Urzeiten als rechtmäßige Kriegsbeute wahrgenommen wurden/werden, was ihrem rechtlichen Status als Eigentum des Mannes entsprach. Militärführungen waren/sind Vergewaltigungen gegenüber oft ambivalent; denn sie befürchten eine Schwächung der Disziplin und Geschlechtskrankheiten; d.h. eine Demoralisierung der Soldaten. So gab/gibt es zwar in den meisten Armeen ein Vergewaltigungsverbot, doch wurden/werden Bestrafungen selten konsequent durchgeführt. Zur Sicherheit für die Soldaten und zum Schutz der Zivilbevölkerung sollen Militärbordelle dienen. Jedoch zeigt die Geschichte, dass diese Vergewaltigungen nicht gemindert haben, sondern im Gegenteil nur zu oft wurden die Frauen der eroberten Gebiete für die Militärbordelle zwangsrekrutiert. Militärführungen übernahmen die Rolle des Zuhälters. Obgleich noch vielfältiges Material nicht aufgearbeitet ist, belegt das bisher bearbeitete deutlich, dass während des II. Weltkrieges sowohl die deutsche Wehrmacht und die SS, als auch die Westalliierten, die Sowjets, die Japaner etc. - wenn auch in unterschiedlichem Ausmaß bzgl. Zahl, Art und Weise u.ä.m. - vergewaltigt haben. Der Abschnitt "Sexualisierte Gewalt und die Konstruktion von Geschlechteridentitäten" zeigt eindrucksvoll, dass und wie der männliche Körper als Instrument gesehen wird, das sein Besitzer aktiv benutzen und einsetzen kann, u.a. um Verletzungen zuzufügen. Wohingegen Frauen in der gesellschaftlichen Wahrnehmung keinen Körper haben, sondern Körper - Natur, Sexualität - sind. Der weibliche Körper symbolisiert zudem oftmals das Volk/die Nation. Ein Körper kann besessen, beschützt, genommen oder gestohlen werden. Kriegsvergewaltigungen intendieren dann nicht nur die Erniedrigung konkreter Frauen, sondern ganzer Nationen oder Gemeinschaften, deren Männer nicht in der Lage sind, "ihre" Frauen/ Nation zu schützen und zu verteidigen. Vergewaltigung einer Frau bestätigt nicht nur die männliche Identität des Vergewaltigers als machtvoll, aktiv und im Besitz der Kontrolle, sondern auch der des anderen Mannes überlegen. "Die Vergewaltigung einer Frau als Symbol einer anderen religiösen, kulturellen, nationalen oder ethnischen Gruppe zielt auf die gesamte andere Gemeinschaft ab und demonstriert die eigene Überlegenheit über sie. Gerade in Letzterem liegt die strategische Relevanz von sexualisierter Kriegsgewalt gegen Frauen." Belegt wird diese Aussage durch das Kapitel "Indien, Pakistan, Bangladesh 1947-2003. Frauenkörper als Symbol für Nation und männliche Ehre". Die "rest and recreation"-Programme - Bordelle und Vergnügungsviertel rund um die Militärbasen - für amerikanische GIs bilden die Quellsituation des bis heute aktiven Sextourismus in Südostasien. Mischkowski beschreibt die "Sexualisierte militärische Ausbildung", als eine frauenfeindliche, frauendiskriminierende Ausbildung, die durch Abwertung und Funktionalisierung der Frau die Aufwertung der männlichen peergroup (erfolgreich) intendiert. Ein weiterer Fokus liegt auf "Staatsterror und Bürgerkriege: sexualisierte Folter und Verfolgung". Der letzte Teil "Neue Kriege und militärische Interventionen: Krieg und weltweit organisierter Frauen- und Mädchenhandel" belegt in erschreckender Weise, wie in den Kriegen - nach dem Zusammenbruch der UDSSR - die Grenzen zwischen Krieg, organisiertem Verbrechen und massivsten Menschenrechtsverletzungen verschwimmen, die sexuelle Versklavung von Frauen (2 Mill., davon 200000 in EU-Ländern) ansteigt und Internationale - Soldaten und Angehörige von Hilfsorganisationen - nicht nur die wichtigsten Kunden in Zwangsbordellen sind, sondern Einzelne sich sogar am Menschenhandel beteiligen. Zusammenfassend ist zu sagen:

  • vergewaltigungslastig sind alle Gesellschaften, in denen Unterschiede zwischen den Geschlechtern stark polarisiert und/oder asymmetrisch bewertet sind und die männliche Vorherrschaft bedroht ist;
  • das Ausmaß sexualisierter Gewalt ist umso größer, je terroristischer die Kriegsführung ist. Jede Armeeführung und jeder einzelne Vorgesetzte kann das Ausmaß verhindern bzw. einschränken. Militärprostitution/-bordelle sind kein Gegenmittel, weil (1) es bei sexualisierter Gewalt um Macht und Unterwerfung geht; (2) sie meist selbst auf Zwangsprostitution und sexueller Versklavung basiert und den organisierten Frauenhandel fördert; (3) hinter ihr eine sexistische Grundhaltung und eine Haltung steht, dass Frauen Krieger zu entlohnen und zu befriedigen haben; (4) sie eine rassistische Vorstellung der Überlegenheit widerspiegeln.

Frauen symbolisieren den feindlichen Anderen, die 'Ehre' des Mannes oder Nation/ ethnische, politische oder religiöse Gruppe. Je stärker die symbolisierende Funktionalisierung ist, desto brutaler ist die sexualisierte Gewalt gegen Frauen;

Kriegsvergewaltigungen sind meist kollektive Akte. Sie haben nicht nur die Funktion der Selbstvergewisserung individueller Männlichkeit, sondern auch eine kommunikative: nach außen Demütigung der feindlichen Männer/Nation/Gruppe, nach innen die Stärkung der eigenen Gruppe durch Aufhebung/Stützung der Gruppenhierarchie oder als Initiationsritus;

Sexualisierte Gewalt ist ein Mittel der Unterwerfung und symbolischer Ent-Männlichung. Sind Männer die Adressaten, so wird eine symbolische Homosexualisierung bzw. Verweiblichung des Gegners intendiert - Penisverstümmelung, sexuelle Handlungen unter Männern, Analverkehr; Sexualisierte Kriegsgewalt richtet sich jedoch vorwiegend gegen Frauen und Mädchen.

Kap. 2 Sexualisierte Kriegsgewalt und ihre Folgen (Ingeborg Joachim)

Eindeutig und klar stellt der Beitrag dar, dass sexualisierte Kriegsgewalt - besonders in patriarchalen Kontexten - immer eine Traumatisierung durch Menschenrechtsverletzungen an Frauen. Das verlangt neben der individuellen die soziokulturelle, soziale, politische und geschlechtsspezifische Dimensionen dieser Traumatisierungen einzubeziehen. Neben anderen Formen von Gewalt und Zerstörung in Kriegs-/Krisenzeiten verschärft sexualisierte Gewalt - auch in der Nachkriegszeit - als zusätzliche permanente Bedrohung die vom anderen Geschlecht "abhängig/abgeleiteten" Lebensbedingungen von Frauen einschneidend negativ beeinflusst werden - was Joachim kurz und prägnant erläutert -: ökonomische Situation, Ausbildung und Beruf; familiäre und soziale Bindungen, Wohn-/Lebenssituation; Gesundheit. Aufgezeigt und diskutiert werden körperliche Folgen von Vergewaltigung im Krieg entlang der Aspekte: medizinische Befunde nach Vergewaltigung/Folter. Der aktuelle Forschungs- und Wissensstand über psychische Folgen sexualisierter Kriegsgewalt werden referiert und Konsequenzen gezogen sowohl für den Umgang mit Überlebenden als auch für noch offene Forschungsfragen. Skizzierte psychische Beschwerden sind: Angst und Phobien; psychosomatische Beschwerden/psychogene Schmerzen/Konversionssymptome; Depressionen/depressive Störungen; Beziehungs- und sexuelle Störungen; Veränderung der Beziehung zum eigenen Körper; Veränderung des Selbst- und Weltbildes, Substanzmissbrauch; Selbstverletzendes Verhalten und Psychosen. Deutlich wird nicht nur die subjektive Bedeutung des Erlittenen, sondern dass sie nur verstanden werden können, wenn der jeweilige Kontext, in dem die Beschädigungen vollzogen und vor allem sozial weiterhin wirken, einbezogen wird. Diagnostisch sind sie der PTBS (Posttraumatische Belastungsstörung) zuzuordnen. Joachim beschreibt, was konkret im menschlichen Organismus angesichts überwältigender Erfahrungen passiert. Anschließend wird die PTBS, die von Einzelereignissen ausgeht, dargestellt und die Grenzen ihrer Anwendbarkeit für Überlebende sexualisierter Kriegsgewalt, die über längere Zeiträume ihr ausgeliefert waren. Erweiternd werden die Diagnosen Komplexe PTBS und DESNOS (disorders of extreme stress not otherwise specified) und Sequentielle Traumatisierung vorgestellt. Ergebnis dieses Beitrags ist: die Folgen sexualisierter Gewalt für die Überlebenden müssen als komplexe Prozesse sich wechselseitig beeinflussender Ebenen - psychisch, sozial, somatisch, kulturell etc. - verstanden und gedeutet werden, weil ansonsten die zentrale Frage nach der Bedeutung der Gewalterfahrung für Identität und Selbstkonzept der Überlebenden ausgeblendet bleibt, Heilung und Genesung fragmentiert bleiben. Diese Multiperspektivität wird für konkrete Praxis und Forschung eine dauerhafte Herausforderung bleiben.

Kap. 3 Sexualisierte Kriegsgewalt - Strafverfolgung und Wahrheitsfindung

Zwar verbieten nahezu alle nationalen Militärgesetzgebungen und Armeevorschriften jegliche Form sexualisierter Gewalt und belegen sie mit drakonischen Strafen. Jedoch zeigt die Geschichte, dass die Straftäter so gut wie nie verfolgt werden und wenn die Urteile angesichts eines "Seelenmordes" sehr milde ausfallen. Nachgezeichnet wird die Entwicklung der Bewusstheit für sexualisierte und geschlechtsspezifische Gewalt vom I. Weltkrieg bis heute. Transparent wird dabei, wie schwer es der westlichen Gerichtsbarkeit fiel, diesen Strafbestand zu berücksichtigen, die Täter entsprechend der Schwere der Tat zu ahnden und zu bestrafen. Sowohl das Militärtribunal in Tokio als auch weitere Militärprozesse im asiatisch pazifischen Raum bewiesen, dass auch damals schon eine Verurteilung sexualisierter Gewalt auf der Basis des Völkerrechts möglich war. Erst die UN-Tribunale (Jugoslawien, Ruanda) und internationalisierten Strafgerichtshöfe (Osttimor, Sierra Leone) ermitteln gezielt in Richtung Vergewaltigung als Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Erste Urteile wurden gefällt. Wahrheits- und Versöhnungskommissionen verfolgen das Anliegen. Ihr Vorteil gegenüber dem Strafrecht ist, sie können relativ schnell - den politischen Willen dazu vorausgesetzt - nicht nur das gesamte Ausmaß und die Systematik des begangenen Unrechts erheben, sondern sind zugleich ein Forum für die Opfer; denn diese und nicht die Täter stehen im Mittelpunkt.

III. Die Arbeit von medica mondiale (mm)

Kap. 1 Qualitätsmerkmale der Arbeit von medica mondiale (Karin Griese, Margrit Spindeler, Sybille C. Fezer, Selim Caliskan)

Die Qualitätsmerkmale basieren und nehmen Bezug auf die Doppelstrategie von medica mondiale: individuelle und direkte Unterstützung für betroffene Frauen und Sensibilisierung der Gesellschaft für sexualisierte Gewalt insbesondere Kriegsgewalt. Nach einem einheitlichen formalen Schema: medica mondiale Definition; Hintergrund; Umsetzung; Ziele werden die Qualitätsmerkmale vorgestellt und erläutert. Es sind: Parteilichkeit, Partizipation, Nachhaltigkeit, Transparenz, Klarheit, Ressourcenorientierung, Selbstreflexion, Ganzheitlichkeit, Empowerment, Partnerinnenschaft, Frauengerechtigkeit, Diversity-Perspektive.

Kap. 2 Die Arbeit von medica mondiale in Kriegs- und Krisengebieten (Sybille C. Fezer)

Fezer gibt einen differenzierter Einblick in die verschiedenen medica mondiale Projekte - Medica Zenica (Bosnia), mmKosova, mmTirana, mm in Afghanistan - sowohl in die Entwicklung von mm, als auch in die Adaptierungsprozesse der mm Prinzipien auf die jeweiligen kulturellen, religiösen und gesellschaftlichen Kontextbedingungen und ihre Folgen für die mm-Arbeit. Beachtenswert ist die Grenzen überschreitende Vernetzung der mm-Projekte mit- und untereinander, die sich wechselseitig fachlich und personell unterstützen. So bilde(te)n bosnische Mitarbeiterinnen kosovarische und albanische aus und beide wiederum afghanische.

Kap. 3 Frauenpolitische Lobbyarbeit weltweit (Monika Hauser)

Medica mondiale ist Anwältin für Frauen und bringt das Thema sexualisierte (Kriegs-)Gewalt kontinuierlich ins öffentliche Bewusstsein, benennt und entkleidet Tabus - z.B. dass deutsche Bundeswehr-, GO- und NGO-Angehörige minderjährige Mädchen und Frauen als Zwangsprostituierte "benutzen" - schärft das Bewusstsein, dass diese Prostitution unfreiwillig geschieht und auf Zwang oder Versklavung basiert. Gefordert werden sowohl Sensibilisierungstrainings für die Fachkräfte vor ihrem Einsatz und entsprechende Verhaltenskodices als auch rechtliche Sanktionen. Medica mondiale kämpft gegen die Abschiebung von traumatisierten Flüchtlingsfrauen - bislang wenig erfolgreich. Um effizienter und erfolgreicher zu werden, vernetzt sich mm mit Gleichgesinnten in den Nachkriegsländern, in Deutschland und international bzgl. gesundheitspolitischer Themen, trauma- und entwicklungspolitischer Zusammenhänge, humanitärer Hilfe, friedenspolitischer Arbeit, Flüchtlings- und Menschenrechtsarbeit, Aufarbeitung von Menschenrechtsverletzungen an Frauen in internationalen Strafprozessen und Tribunalen.

Kap. 4 Wie kann die Wirksamkeit der Arbeit mit traumatisierten Frauen "messbar" gemacht werden? Entwicklung von Qualitätskriterien und Indikatoren am Beispiel gynäkologischer Versorgung (Kirsten Wienberg/Karin Griese)

Entwicklung, Steuerung und Evaluierung der mm-Projekte orientiert sich am Project Cycle Management (PCM)-Konzept der schweizerischen DEZA. Die Ziel- und Indikatorenentwicklung wird erläutert und am Beispiel der gynäkologischen Versorgung exemplifiziert. Unterschieden werden Struktur-, Ergebnis- und Prozessqualität. Die Schwierigkeit der Messbarkeit medizinischer und psychosozialer Versorgung wird thematisiert und sich ihr gestellt. Qualitätskriterien im Sinne von Arbeitsansatz und zu realisierender Grundhaltung werden dargestellt: geschützter Raum, Traumaberücksichtigung, Ganzheitlichkeit, Ressourcenorientierung, Förderung des Selbsthilfepotentials. Vorgestellt werden sowohl die Monitoring-Werkzeuge und das Evaluationssystem als auch ihre Handhabung. Beschrieben wird der komplexe Prozess der Indikatorenentwicklung und kontinuierlichen Überprüfung. Medica mondiale Projekte werden sowohl intern evaluiert als auch z.T. extern durch qualifizierte, unabhängige Gutachterinnen Projekt begleitend. Literatur und Informationsquellen zum Thema 'Evaluation und Wirkungsbeobachtung' beenden dieses aufschlussreiche, informative und fundierte Kapitel.

IV. Grundlagen für alle Berufsgruppen

Kap 1 Grundlagen(wissen) für die Arbeit mit Überlebenden sexualisierter Kriegsgewalt (Ingeborg Joachim)

Sexualisierte Gewalterfahrungen werden von den Betroffenen aus Scham, Angst vor der sozialen Bewertung (Familie, Ort, Gesellschaft), deren Folgen und dem Wunsch, im Alltag zu funktionieren, meistens verborgen und oft verdrängt. Hilfeleistenden jeglicher Profession muss das bei der Arbeit mit Frauen/Mädchen aus Kriegs- und Krisengebieten bewusst sein. Sie müssen immer mit einer Traumatisierung rechnen. Sie müssen ihre Hilfe so anbieten, 'als ob' sie mit Traumatisierten zu tun hätten, um Retraumatisierungen oder Triggerphänomenen vorzubeugen und sich als Ansprechpartnerinnen offen zu halten und zuzuwarten. Differenziert - u.a. mittels Leitfragen - wird erläutert, was Hinweise sein können und wie sie sich in der Kontaktphase und im Handeln/Verhalten der Klientinnen zeigen. Dargestellt und erläutert wird, welches Hintergrundwissen bei Hilfeleistenden präsent sein muss und welche Reflexionsprozesse kontinuierlich vonnöten sind. Desweiteren wird dargelegt, dass sich der praktische Umgang an folgenden Grundprinzipien zu orientieren hat: Ganzheitliche Sichtweise vs. Dissoziation und Isolation; Empowerment vs. Erfahrung extremer Hilflosigkeit; Vertrauen vs. Erschütterung des Vertrauens in sich und andere; Sicherheit vs. Erfahrung von Bedrohung und grundlegender Verunsicherung; Wiedererlangung von Kontrolle vs. Ohnmacht und Kontrollverlust; Reduzierung von Angst und Stress. Parallel dazu wird gewünscht/gefordert, dass Helfende nicht nur ihre fachspezifischen Ziele, Grundprinzipien und Prozesse kennen, sondern auch Grundwissen über andere relevante Fachdisziplinen haben, damit eine interdisziplinäre Kooperation gelingt, die Auswirkungen eigener Interventionen abschätzbar werden, damit für die Klientinnen sowohl Klarheit und Transparenz gewährleistet als auch emotionale Verunsicherung vermieden wird.

Kap 2 Belastungen und Risiken durch die Konfrontation mit dem Trauma sexualisierter Kriegsgewalt in der Arbeit (Ingeborg Joachim)

Benannt und beschrieben wird, wie Helfende als Einzelne, Team oder Organisation der Dynamik des Traumas und mit welchen Folgen ausgesetzt sind. Zum Verstehen der Belastungen und ihrer Auswirkungen werden drei pyschologische Konzepte vorgestellt: burnout-Syndrom, Übertragung und Gegenübertragung, Stellvertretende Traumatisierung. Symptomatik und Entwicklung des burn-out-Syndroms und die besonderen Belastungen für lokale und externe Mitarbeiterinnen in Auslandsprojekten und in der Arbeit mit Überlebenden in Deutschland werden qualifiziert skizziert. Auseinandergesetzt wird sich mit den Belastungen in den professionellen Beziehungsprozessen mittels des Übertragungs-/Gegenübertragungskonzepts und des Karpmannschen Dreiecks der Transaktionsanalyse. Stellvertretende Traumatisierung als Folge der Parteilichkeit, des empathischen Zugangs, der Fähigkeit zum Mitgefühl, der Anteilnahme und des Mitleidens beschreibt die Folgen der Begegnung mit dem Trauma anderer für die eigene Identität, die Sicht auf die Welt und die Spiritualität. Die möglichen Veränderungen der Persönlichkeit der Helfenden werden beschrieben. Anschließend geht es um die Frage, wie dem burn-out und/oder der Stellvertenden Traumatisierung entgegengewirkt bzw. vorzubeugen. Zentrale Präventionsstichworte sind: Abgrenzung, Ressourcen, kreative Tätigkeiten, Fürsorge für die eigene psychische Balance, Introspektion - alleine, in Fallbesprechungs-, Supervisions-, Intervisions- oder Balintgruppen. Den Schluss bildet ein Fragebogen zur Selbstreflexion bzgl. der Belastungen in der Arbeit mit Gewalt und Trauma.

V. Lebensumstände, Rechtslage und Beratung von Flüchtlingsfrauen in Deutschland

Kap. 1 Von der Flucht bis zur Anerkennung: Verfahrensrechtliche Abläufe, soziale Lage und Möglichkeiten zur Unterstützung von Flüchtlingsfrauen (Heike Geisweid)

Äußerst verständlich für NichtjuristInnen werden die verfahrensrechtlichen Abläufe eines Asylverfahrens und eines ausländerrechtlichen Verfahrens vorgestellt. Was den Beitrag qualifiziert und unverzichtbar macht, ist, dass step by step ausführlich erläutert wird, wie sich die Bewerberin zu verhalten hat, was deut. Behörden von ihr erwarten und wie eine unterstützende Beratung und Begleitung zu intervenieren hat, damit die Bewerberin ihr berechtigtes Anliegen nicht nur stimmig vertritt, sondern auch die Verfahrensrichtlinien und Verwaltungsvorschriften kennt, nutzt und für sich ausschöpft.

Kap. 2 Die rechtliche Situation kriegstraumatisierter Frauen in Deutschland (Kerstin Müller)

Präsentiert wird die rechtliche Situation - Abriss des Asylverfahrens - für kriegstraumatisierte bzw. politisch Verfolgte. Erläutert wird Kriegstraumatisierung von Frauen als Thema sowohl im Asylverfahren als auch im Asylfolge- und Widerspruchsverfahren. Aufgezeigt wird, was das Bundesamt an Detailreichtum, Lebensnähe, Vollständigkeit und Widerspruchsfreiheit erwartet. Benannt und erläutert werden die Ziellandbezogenen Abschiebehindernis: konkrete Gefahr für Leib, Leben und Freiheit; fehlende Behandlungsmöglichkeiten der körperlichen und psychischen Erkrankungen und damit die Gefahr der erheblichen Verschlechterung bis Todesgefahr; Retraumatisierung. Differenziert referiert wird, wann das Bundesamt, wann die Ausländerbehörde zuständig ist, welche Verfahrens-/Verwaltungsvorschriften jeweils relevant sind. Die Rahmenbedingungen der Aufenthaltbefugnis und -verfestigung werden dargelegt

Kap. 3 Rechtliche Beratung und Begleitung von Überlebenden sexualisierter Gewalt aus Kriegs- und Krisengebieten (Heike Geisweid)

Besteht der Verdacht auf sexualisierte Gewalterfahrung, befindet sich die rechtliche Beratung im Spagat zwischen einer asyl-/ausländeramtsgerechten Aufarbeitung des Sachverhaltes und dem psychologisch angemessenen Umgang mit der Betroffenen und ihren Erlebnissen. Rechtlich Beratende müssen bedürfen eines fundierten und differenzierten Wissens sowohl über die politische Situation, den gesellschaftlichen und kulturellen Umgang mit sexualisierter Gewalt im Herkunftsland, als auch über traumabedingte Erinnerungslücken und individuelle Scham. Problematisiert und diskutiert wird die Rolle und Funktion einer dolmetschenden Person. Ausführlich erläutert werden die Indizien für sexuelle Gewalterfahrungen - Redewendungen, Ersatzgeschichten, Verallgemeinerungen, Erinnerungs-/Zeitlücken, Metaphern etc.. Begründet wird, weshalb nur die Betroffene selbst bestimmen muss/kann, was und wie konkret sie berichten will. Hervorgehoben wird die Wichtigkeit einer optimalen Vorbereitung der Anhörung incl. Eines Katalogs hilfreicher Vereinbarungen für die Anhörung. Eingegangen wird auch auf die (Nicht-) Anhörungsfähigkeit der Betroffenen und die Gefahren einer Retraumatisierung während der Anhörung

Kap. 4 Begutachtung von Flüchtlingsfrauen im aufenthaltsrechtlichen Verfahren (Astrid von Törne)

Eine qualifizierte, die Situation der zu Begutachtenden adäquaten Begutachtung verlangt neben gutachterlichem Grundwissen sowohl medizinisch-psychologisches Fachwissen als auch Faktenwissen und Empathie in den individuellen und sozio-kulturellen Kontext, der Erleben, Denken, Fühlen und Verhalten der betroffenen Frauen prägen. Vorgestellt und differenziert erläutert werden:

  • Richtlinien für die Begutachtung von Flüchtlingen im aufenthaltsrechtlichen Verfahren ( Gutachten, Bescheinigungen, Stellungnahmen, formaler Aufbau)
  • Diagnostische Erfassung einer PTSD und anderer malignen Folgebeschwerden von sexualisierter Kriegsgewalt an Frauen/Mädchen ( medizinische Diagnostik, Diagnostische Methoden, Test-Diagnostiken),
  • Fragen im Zusammenhang mit Abschiebungshindernissen (Reiseunfähigkeit, Behandlungsnotwendigkeit, Therapiemöglichkeiten im Herkunftsland, Retraumatisierungsgefahr, Suizidalität)
  • Glaubhaftigkeitsbeurteilung
  • Besonderheiten bei der Begutachtung nach sexueller Traumatisierung (sprachliche und soziokulturelle Sprachregelungen; Individualismus und Kollektivismus, Ehre und Scham

Kap. 5 Fazit und Ausblick (Heike Geisweid, Karin Griese, Naciye Perktas)

Zusammenfassende Forderungen sind:

  • Änderung der Gesetzeslage bzgl. geschlechtsspezifischer Verfolgung und korrespondierend des Asyl- und Aufenthaltsverfahrens
  • geschützte, Sicherheit gebende Räume für Behandlungs-/Begleitungsmöglichkeiten
  • verbesserter Zugang zur Asylverfahrensberatung
  • frauenspezifische Unterbringung und Beratung
  • spezifizierte Fortbildungsmaßnahmen für alle im Rechtsbereich (in)direkt involvierte Berufsgruppen
  • illegalisierte Flüchtlingsfrauen und ihre Situation in Deutschland.

VI. Traumasensible Behandlung und Begleitung

Kap 1 Umgang mit sexualisierter (Kriegs-)Gewalt und Trauma in der gynäkologischen und geburtshilflichen Praxis (Monika Hauser, Karin Griese)

In Kriegsgebieten ist die gynäkologische Versorgung extrem schlecht (fehlende Medikamente, Geräte, Antibiotika und operative Eingriffe). In der Nachkriegsphase mangelt es an ganzheitlichen, frauenspezifischen und traumaorientierten Ansätzen. In patriachalen Kulturen verschärfen sich die frauenfeindlichen Bedingungen, notwendige Eingriffe sind/werden verboten, da sie die Frau 'beschmutzen'. Überlebende sexualisierter Kriegsgewalt konfrontieren Behandelnde mit: sexualisierter Gewalt, multiplen Traumatisierungen, Flucht und Migration. Dieses Faktorenbündel evoziert nachhaltige körperliche, psychische und kommunikative Folgen, die kurz referiert werden. 6 zentrale Aspekte einer gynäkologischen Versorgung werden kurz und kompetent ausgeführt. Anschließende werden 6 spezifische Problemfelder nach Vergewaltigung und Traum benannt, beschrieben und diskutiert: Schwangerschaft und Geburt, Schwangerschaftsabbrüche, sexuelle Probleme, Zwangsprostitution und Frauen-/Mädchenhandel, Medikamentenabhängigkeit und anderes Suchtverhalten, erhöhte Krebsrate. Zusammenfassend wird gefordert, sich auf die je individuelle Situation einzulassen, sich mit den Themen fehlende Geschlechterdemokratie, Folgen sexualisierter (Kriegs-)Gewalt und Trauma auch in der eigenen Familien-/Frauengeschichte und mit den Verhalens'mustern' Traumatisierter auseinander zu setzen.

Kap 2 Die Vorbereitung medizinischer Operationen bei traumatisierten Frauen (Maria Zemp)

Neurophysiologische und psychosomatische Erkenntnisse ermöglichen heute eine ganzheitliche Erfassung der Auswirkungen des Traumageschehens. Traumatisierung durch sexualisierte Gewalt repräsentiert sich körperlich und greift ein ins autonome Nervensystem. Beschrieben wird, was eine Traumatisierung ausmacht und weshalb Operationen (re-) traumatisierend wirken können; sie können dieselben Reaktionen und Verarbeitungsmechanismen aktivieren wie die schon erlebte Traumatisierung. Für die postoperative Heilung unverzichtbar ist ein gezielter Vorbereitungsprozess. Dieser wird differenziert vorgestellt. Ein Exkurs in die Psychosomatik verdeutlicht und erklärt die Organrepräsentanz von Gefühlen. Abschließend wird die Schlüsselposition des medizinischen Personals im Umgang mit Traumatisierungen skizziert.

VII. Psychosoziale und psychotherapeutische Unterstützung

Kap 1 Psychosoziale und psychotherapeutische Arbeit mit Überlebenden Sexualisierter Gewalt im Kontext von Krieg und Krisen (Ingeborg Joachim)

Der Beitrag verknüpft - fokussierend auf die psychosoziale und psychotherapeutische Behandlung - die vielfältigen Facetten vorhergehender Beiträge. Vorgestellt werden verschiedene Arbeitsansätze und wesentliche Aspekte der Arbeit mit dem Trauma: integrative Ansätze, Bedeutung der therapeutischen Beziehung und Parteilichkeit, Trauma und Ressourcen, Grenzen, Vertrauensbildung und Vertraulichkeit, prozessuale Diagnostik u.a. mittels kreativer Verfahren. Expliziert werden die Ziele einer psychosozialen Begleitung und Psychotherapie. Der therapeutische Prozess wird am Beispiel des Orientierung gebenden bekannten Drei-Phasenmodells erläutert. Die Phasen - (1)Wiederherstellung von Sicherheit und Stabilisierung, (2) Konfrontation, (3) Integration des Traumas differenziert mit Unteraspekten erläutert. Hervorgehoben werden die speziellen Probleme der traumaspezifischen Beziehungsarbeit mit Überlebenden sexualisierter Kriegsgewalt und die besonderen Belastungen der therapeutischen Arbeit durch das Traumamaterial nachgezeichnet. Die schwierigen und verwirrenden Prozessdynamiken von Übertragung/Gegenübertragung erhöhen sowohl das Risiko eines burnout als auch einer stellvertretenden Traumatisierung. Deshalb sollen/müssen Helfende immer in einem funktionierenden Unterstützungssystem arbeiten. Abschließende beschreibt Joachim integrative Methoden und Techniken der Trauma-Arbeit

VIII. Sexualisierte Kriegsgewalt vor Gericht

Kap 1 Rechte, Schutz und Beratung von Opfern und ZeugInnen in internationalen Strafprozessen (Gabriela Mischkowski)

Auseinandergesetzt wird sich mit den zusätzlichen Belastungen und Risiken für ZeugInnen. Eine unabhängige, kompetente Beratung für Überlebende, potentielle ZeugInnen, ist unverzichtbar, damit diese aufgeklärt eine bewusste und für sich verantwortbare Entscheidung für/gegen eine Aussage vor Gericht fällen können. Risiken und Belastungen werden skizziert und erläutert - z.T. mit Beispielen -: Lebensgefahr, qualvolle Erinnerungen, Demütigung, Ohnmacht, Gefühle von Scham und Schuld, fehlende Information über Ermittlungsverfahren und Kontakt zu den ErmittlerInnen aufgrund des zeitlichen Abstandes zwischen Erstaussage und Verhandlungsbeginn, Kreuzverhöre und Gruppenanklagen und nach der Aussage die sowohl fehlende Rückkopplung mit der Anklagevertretung als auch die existentiell ungewisse Lebenssituation der ZeugInnen. Erläutert und dargestellt werden der Opferschutz und die ZeugInnenrechte in Internationalen Strafprozessen. Sowohl bei den UN-Sondertribunalen (Ruanda, ehemaliges Jugoslawien) als auch beim IStGH gibt es einen ZeugInnenschutz. Jedoch beschränkt sich dieser auf den Hin- und Rücktransport zum Gerichtsort und die Aufenthaltszeit dort. Für diese Zeiten ist eine 24-stündige ärztliche und psychologische Betreuung vorgesehen. Auf Antrag bleibt die Identität der Zeugin anonym, was in der Realität nur selten gelingt. Für sexualisierte Gewalt gelten bei den UN-Sondertribunalen besondere Regeln für die Beweisführung: die Aussage ist hinreichend; das Sexualleben der ZeugInnen als Beweismittel unzulässig. So wichtig dieser "Schutz'" ist, er verhindert nicht, dass die Betroffene erneut in eine von ihr nicht kontrollierbare Situation gerät. Erschwerend kommt hinzu, dass es für die Behandelnden - Ärzte, TherapeutInnen etc. - kein Zeugnisverweigerungsrecht gibt, was - im Sinne eines erneuten Vertrauensbruches - retraumatisierend wirken kann. Der IStGH verbesserte die Rahmenbedingungen z.T. schon. ZeugInnen/Opfer dürfen einen Rechtsbeistand haben und das strafrechtliche Verfahren kann mit einem Entschädigungsverfahren verbunden werden. Die personelle Besetzung aller Gerichtsorgane muss eine besondere Qualifikation bzgl. Trauma und sexueller Gewaltverbrechen nachweisen. Dennoch besteht weiterer Verbesserungsbedarf. Ausgeführt wird welche Anforderungen bestehen bzgl. des Gerichtspersonal, der Regeln im Hauptverfahren, des ZeugInnenschutzes und der ZeugInnenrechte. Abschließend wird Literatur zur Beratung, Prozessvorbereitung und -begleitung vorgestellt.

Kap 2 Aufgaben und Funktionsweise des Internationalen Strafgerichtshofs (IStGH) (Gabriela Mischkowski)

In Frage-Antwort-Form stellt Mischkowski die Aufgaben und Funktionsweisen des IStGH, dessen Statut erst am 01.07.2002 ratifiziert wurde als 92 von 193 Staaten unterschrieben, vor.

IX. Service

Angeboten wird eine Übersicht über sexualisierte Gewalt in Kriegs- und Krisengebieten, Länder- und Themenspezifische Links und über Einrichtungen, die in Deutschland therapeutische und/oder psychosoziale Unterstützung für kriegstraumatisierte Frauen anbieten/leisten. - Es folgen Angaben zu den Autorinnen.

Fazit

Das Handbuch ist klar strukturiert, gut gegliedert, bietet einen tiefen Einblick in die verschiedenen Facetten der Probleme betroffener Frauen und der sie Unterstützenden.

Es ist den Herausgeberinnen und Autorinnen gelungen, was therapeutisch als ganzheitlich gefordert wird, in dem Handbuch redaktionell integrativ umzusetzen. Welcher professionellen Richtung LeserInnen auch angehören, die Beiträge der anderen Professionen sind alle - trotz hoher Qualität - so geschrieben, dass auch der/die fachfremde LeserIn sie verstehen und beruflich nutzen kann. Mein besonderer Respekt gilt den Juristinnen und der Historikerin. Das Handbuch leistet einen wesentlichen - kaum schätzbaren - Beitrag für die interdisziplinäre Arbeit und damit für die Betroffenen, die in diesem Handbuch nie verobjektet werden. Fachkompetente und engagierte Frauen haben dieses Handbuch nicht nur interdisziplinär sondern - ich vermute - auch interaktiv geschrieben.


Rezension von
Dr. Michaela Schumacher
Homepage www.drmichaelaschumacher.de
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Zitiervorschlag
Michaela Schumacher. Rezension vom 11.01.2005 zu: medica mondiale, Karin Griese (Hrsg.): Sexualisierte Kriegsgewalt und ihre Folgen. Handbuch zur Unterstützung traumatisierter Frauen in verschiedenen Arbeitsfeldern. Mabuse-Verlag GmbH (Frankfurt am Main) 2004. ISBN 978-3-935964-48-7. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/2016.php, Datum des Zugriffs 29.01.2020.


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ISSN 2190-9245

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