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Bernhard Waszkewitz: Der kurze Arm der Erziehungsberatung [...]

Cover Bernhard Waszkewitz: Der kurze Arm der Erziehungsberatung und wie man ihn verlängert. Ein Beitrag der kybernetischen Persönlichkeitspsychologie zur Arbeit in der Erziehungsberatung. ibidem-Verlag (Stuttgart) 2004. 208 Seiten. ISBN 978-3-89821-377-6. D: 29,90 EUR, A: 30,80 EUR.
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Thema

Ein Buch kann man es eigentlich nennen, was Bernhard Waszkewitz unter dem Titel "Der kurze Arm der Erziehungsberatung und wie man ihn verlängert" (208 Seiten) vorgelegt hat. Der Titel jedenfalls macht neugierig. In welcher Hinsicht ist denn der "Arm der Erziehungsberatung" zu kurz? Wer nun allerdings zu Beginn der im Ibidem Verlag erschienen Arbeit von Waszkewitz eine fundierte Auseinandersetzung mit der Arbeit von Erziehungsberatungsstellen und einer Begründung der im Titel genannten These erwartet hätte, wird verblüfft. Gerade mal im Vorwort sind "Erziehungsberater und -beraterinnen" mit der Behauptung genannt, dass sie "im allgemeinen an viel zu knappen Information nagen". Auf dieser nicht weiter diskutierten These aufbauend stellt der Autor eine Persönlichkeitstheorie dar, die, wie er behauptet, eine auf einer Zusammenführung medizinischer, psychologischer und pädagogischer Erkenntnisse basiert.

Inhalt

Spätestens ab Seite 13 reiht sich dann Schema auf Schema und Tabelle auf Tabelle, die die von dem Autor so genannte "kybernetische Persönlichkeitspsychologie" skizziert. Die kurzen Beschreibungen der dargestellten Persönlichkeitsdimensionen - was, bitte schön, ist eine "Primitivperson" - mit ihren "Komponenten" stellen in ihrer großen Vielfalt und Differenzierung eine auf den ersten und auch auf den zweiten Blick unverständliche Anhäufung von Persönlichkeitsskizzierungen dar, mit denen der erfahrene Erziehungsberater bezogen auf seine Praxis nur schwer etwas anzufangen vermag. Mit dem über 23 Seiten dargestellten tabellarischen Schema und den ebenso tabellarisch dargestellten anschließenden "Verknüpfungen" soll dann der "versierte Fachmann" seine Interpretationen vornehmen und zu Aussagen über "das gestörte Kind" (S. 51ff) kommen.

Die hier wiedergegebenen Störungsbilder von "Prestigedrang" bis "Humanflachheit" lassen nicht so ohne weiteres erkennen, woher der Autor sein Theoriegebäude speist. Auf den Buchseiten selbst finden sich nur äußerst selten Literaturhinweise. Im Literaturverzeichnis fallen einige klassische Persönlichkeitstheoretiker auf (Eysenk, Cattell) und eine lange Liste an eigenen Veröffentlichungen, die den Autoren als einen Schreiber ausweisen, der sich vor allem mit Verhaltensauffälligkeiten und Störungen befasst hat und sich dabei mehrheitlich mit älteren psychoanalytischen Autoren auseinandersetzte (u.a. Bettelheim, Miller, Zulliger).

Fazit

Letztlich bleibt der theoretische Hintergrund unklar und unabgesichert. Insofern ist auch schwer vorstellbar, wie es denn ganz praktisch zu einer "Verlängerung des Arms der Erziehungsberatung" kommen soll. Hier sind leider auch die auf einer Diskette dem Band beilegten Arbeitsdateien keine Hilfe.


Rezension von
Dr. Andreas Hundsalz


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Zitiervorschlag
Andreas Hundsalz. Rezension vom 25.01.2005 zu: Bernhard Waszkewitz: Der kurze Arm der Erziehungsberatung und wie man ihn verlängert. Ein Beitrag der kybernetischen Persönlichkeitspsychologie zur Arbeit in der Erziehungsberatung. ibidem-Verlag (Stuttgart) 2004. ISBN 978-3-89821-377-6. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/2020.php, Datum des Zugriffs 07.04.2020.


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