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Daniel Martin Feige: Computerspiele

Cover Daniel Martin Feige: Computerspiele. Eine Ästhetik. Suhrkamp Verlag (Berlin) 2015. 205 Seiten. ISBN 978-3-518-29760-5. D: 14,00 EUR, A: 14,40 EUR, CH: 20,90 sFr.
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Thema

In diesem Werk zeigt Feige die Perspektiven auf Computerspiele aus beispielsweise den Bereichen der Architektur, Bildästhetik und Kunstphilosophie auf. Auf der Buchrückseite führt er die Aussage „Der Witz an Computerspielen als Kunstwerk besteht darin, dass sich der Spieler im Spielen dieser Computerspiele selbst durchspielt.“ an. Diesen Satz bezieht Feige auf die Handlungsfolgen und daraus entstehenden Konsequenzen in Computerspielen.

Autor

Prof. Dr. Daniel Martin Feige lehrt seit 2015 als Juniorprofessor für Philosophie und Ästhetik in der Fachgruppe Design an der staatlichen Akademie der bildenden Künste Stuttgart. Zu einem seiner Forschungsschwerpunkte zählt Designtheorie, Medienphilosophie und Philosophie der Künste (v.a. Philosophie der Musik und hier besonders Jazz, Philosophie des Computerspiels, Philosophie des Films, Literaturtheorie).

Aufbau und Inhalt

„Computerspiele. Eine Ästhetik“ ist in fünf Kapitel unterteilt. Diese fünf Kapitel sind in drei bis vier Unterpunkte aufgegliedert.

Das erste Kapitel „Einleitung“ liefert über 30 Seiten eine kurze Begründung für das Buch, ebenso wie eine Einführung in die Geschichte des Computerspiels. Dies ist typisch für Werke mit einführendem Charakter, wie auch die Diskussion über die Perspektive der Narratologon und Ludolugen auf Computerspiele.

Zur Bestimmung des Wesens des Computerspiels“ ist der Titel des zweiten Kapitels un hat einen Seitenumfang von 41 Seiten. Feige arbeitet hier den Kerngedanken: „Das Wesen des Computerspiels entwickelt sich in und durch jedes einzelne gelungene Computerspiel weiter und ist in diesem Sinne konstitutiv unabgeschlossen.“ heraus. Damit ist Feige gegen die Auffassung von Definitionen als externe Klassifikationen mit notwendigen beziehungsweise hinreichenden Bedingungen und gegen eine clustertheoretische oder disjunktivistische Definition von Computerspielen.

Das dritte Kapitel trägt den Titel „Das Computerspiel als ästhetische Medium“ und ist mit 51 Seiten das umfangreichste Kapitel des Buches. Dass das ästhetische Medium Computerspiel im Rahmen einer praxeologischen Perspektive ausgehend von seinem vielfältigen Austauschprozessen mit anderen ästhetischen Medien gemacht werden muss ist der Kerngedanke in diesem Kapitel.

Im vierten und letzten Inhaltlichem Kapitel „Das Computerspiel als Kunst“ greift Feige die Logik des Begrifflichen aus Kapitel zwei auf und spezifiziert diese mit Blick auf die Kunst. Dieses Kapitel ist das zweitgrößte mit einem Umfang von 49 Seiten.

Das fünfte Kapitel ist mit einer Länge von 4 Seiten das mit Abstand kürzeste und letzte Kapitel des Buches. Hier greift Feige nur kurz das Thema „Dialektik oder: Zur philosophischen Geste dieses Buches“ auf.

Diskussion

Das vorliegende Buch „Computerspiele. Eine Ästhetik“ ist ein gelungenes Einführungswerk für die künstlerische Perspektive auf Computerspiele. Für Personen, welche vorher noch nie mit philosophischen Texten in Berührung gekommen sind, wird der Schreibstil und der Argumentationsverlauf von Feige etwas schwer nachvollziehbar sein aber dennoch lohnenswert.

Mit 183 Seiten ist das Büchlein von überschaubarem Umfang. Feige gelingt es sehr gut die Unterschiedlichen Perspektiven des Feldes Ästhetik auf die Computerspiele zu übertragen beziehungsweise anzuwenden.

Fazit

Ein gut lesbares Buch, welches einen ersten Einblick in die ästhetische Perspektive Computerspiele bietet und mit anschaulichen Beispielen versehen ist. Lesenswert erscheint das Buch zudem für diejenigen, die eine Diskussion von Computerspielen bisher nur in Verbindung mit bewahrpädagogischen Argumenten kennen (z.B. aufgrund einer angeblichen gewaltfördernden Wirkung).


Rezensent
René Lipkowsky
TU Darmstadt
Homepage www.medienbildung.tu-darmstadt.de
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Zitiervorschlag
René Lipkowsky. Rezension vom 27.07.2016 zu: Daniel Martin Feige: Computerspiele. Eine Ästhetik. Suhrkamp Verlag (Berlin) 2015. ISBN 978-3-518-29760-5. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/20226.php, Datum des Zugriffs 24.08.2019.


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ISSN 2190-9245

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