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Veronika Fischer, Marianne Genenger-Stricker u.a. (Hrsg.): Soziale Arbeit und Schule

Cover Veronika Fischer, Marianne Genenger-Stricker, Angelika Schmidt-Koddenberg, Florian Baier (Hrsg.): Soziale Arbeit und Schule. Diversität und Disparität als Herausforderung. Wochenschau Verlag (Frankfurt am Main) 2015. 384 Seiten. ISBN 978-3-7344-0160-2. D: 39,80 EUR, A: 41,00 EUR.

Reihe Politik und Bildung, Band 80.
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Thema

Kindern und Jugendlichen in Deutschland sollen möglichst gleichberechtigt Bildungschancen eingeräumt sein, wie es z.B. in der 2009 ratifizierten UN-Behindertenrechtskonvention festgehalten ist, die auf eine inklusive Schule abzielt. Bemerkenswert ist, dass es vermehrt Kinder und Jugendliche gibt, bei denen Inklusion in der Regelschule gelingt, wie etwa die Studie „Inklusion in Deutschland“ (Bertelsmannstiftung 2015) ausweist. Jedoch steigen auch die Zahlen von SchülerInnen an exklusiven Bildungsstandorten, was damit erklärt wird, dass vermehrt sonderpädagogischer Förderbedarf festgestellt und somit steigende Zahlen von SchülerInnen zugeteilt werden. Entsprechend dem Anspruch auf Inklusion, welcher vor allem der gesellschaftlichen Entwicklung geschuldet ist, ist der förderliche und professionelle Umgang mit Diversität ein hochrelevantes Thema im Bildungskontext und auch Schulsozialarbeit ist gefordert, sich differenziert mit dem Themenbereich auseinanderzusetzen und sich zu positionieren.

Entstehungshintergrund

Den Impuls für den vorliegenden Sammelband gab ein Forschungs- und Entwicklungsprojekt mit dem Titel „Chancen der Vielfalt nutzen lernen“, bei dem die Förderung von inter- und transkultureller Kompetenz im Vordergrund stand (vgl. www.chancen-der-vielfalt-nutzen-lernen-nrw.de ). Dieses Projekt (umgesetzt in den Jahren 2009 bis 2013) wurde im Auftrag des Landes Nordrhein-Westfahlen in Kooperation mit Hochschulen für Soziale Arbeit und für Lehramt sowie für den Praxiseinsatz mit Schulen und Jugendhilfeeinrichtungen durchgeführt mit dem Ziel der Weiterentwicklung der Curricula für Soziale Arbeit und Lehramt.

Für die drei Herausgeberinnen, die an dem Forschungsprojekt beteiligt waren, weitete sich der Zugang weit über den Projektrahmen hinaus auf generelle Themen des Diversitätsdiskurses. Im Speziellen stellen sie das Thematisieren von Inklusion und Diversität durch Schulsozialarbeit in den Mittelpunkt ihrer Publikation und gehen davon aus, dass durch das engagierte Aufgreifen dieser Schwerpunkte ein Paradigmenwechsel für die Schulsozialarbeit erfolgen kann bzw. eine kritische Analyse ihrer Herangehensweisen und Handlungsmöglichkeiten im Kontext dieser Themenbereiche für die Positionierung von Schulsozialarbeit zukunftsweisend ist (vgl. S.9).

Herausgeberinnen

  • Prof.in Dr.in Veronika Fischer ist Professorin für Erziehungswissenschaft an der FH Düsseldorf mit den Schwerpunkten Erziehung und Bildung im Migrationskontext, Migrationssozialarbeit, Erwachsenenbildung, Familienbildung und Gruppenpädagogik.
  • Prof.in Dr.in phil. Marianne Genenger-Stricker ist Professorin für Theorien und Konzepte Sozialer Arbeit an der kath. Hochschule NRW, Fachbereich Sozialwesen Aachen mit den Schwerpunkten Gender, Migration, Zivilgesellschaft, außerschulische Bildung.
  • Prof.in Dr.in rer.pol. Angelika Schmidt-Koddenberg ist Professorin für Soziologie an der kath. Hochschule NRW, Fachbereich Sozialwesen Köln mit den Schwerpunkten Gender, Migration, soziale Ungleichheiten, Übergang Schule/Studium Beruf.

Aufbau

Die vorliegende Publikation gliedert sich in vier Teile, die jeweils unterschiedliche Zugänge zum System Schule und zum Auftrag bzw. Zugang von Schulsozialarbeit aufzeigen.

  1. So ermöglichen die beiden Beiträge des ersten Teils, aufbauend auf einer kritischen Reflexion der gesellschaftlichen Ausgangslage, einen theoriegeleiteten, analytischen Zugang zu einem zukunftsorientierten Bildungsverständnis und zur Überprüfung der Bedeutung des Diversitätsdiskurses für die Schulsozialarbeit.
  2. Im zweiten Teil widmen sich die Artikel exemplarischen, spezifischen Themenschwerpunkte, die für Schulsozialarbeit grundlegende Relevanz haben (sollten).
  3. Daran anschließend führt der dritte Teil unterschiedliche methodische Grundlagen und Angebote für diversitätsbewusstes Handeln aus.
  4. Und im abschließenden vierten Teil wird aufgezeigt, was für die Absicherung und Verbreitung von Schulsozialarbeit an konkreten Arbeitsbedingungen ebenso wie an Studieninhalten maßgeblich ist, um dieses Handlungsfeld der Sozialen Arbeit effektiv zu entwickeln und zu verankern.

Zum ersten Teil

Im ersten Teil mit dem Titel„gesellschaftliche Ausgangslage und Stand der Forschung“ geht Angelika Schmidt-Koddenberg der Frage nach, ob und wie die gesellschaftlichen Veränderungen im Zeitalter der Globalisierung und Digitalisierung Einfluss auf Bildung und Schule in Deutschland nehmen.

In ihrem Beitrag „Bildung für die Zukunft – Bedingungen und Anforderungen“ (S. 17) führt sie eingangs aus, was die weiter zunehmenden Individualisierung und Pluralisierung für Auswirkungen auf Arbeitswelt und Privatleben nehmen wird, zu welchen Konsequenzen die Entgrenzung in diesen zentralen Lebensbereichen führen kann. Die Wirkung dieser dynamischen Lebensumstände kann zu einer lebenslangen Identitätsarbeit führen. Identitätsentwicklungsprozesse in der Jugendphase bleiben von besonderer Relevanz, wobei diese Lebensphase nicht mehr eindeutig begrenzbar ist und somit erweiterte Chancen ebenso wie erhöhte Verunsicherung mit sich bringt. Umso höhere Relevanz bekommt das Bildungssystem gerade für junge Menschen, die über wenig persönliche Ressourcen verfügen. Welchen Auftrag das Bildungssystem verfolgen soll bzw. was für Kinder und Jugendliche relevante Lernergebnisse sind, die sie auf die vielschichtigen Anforderungen einer selbstbestimmten, guten Lebensgestaltung vorbereiten, wird differenziert dargelegt jeweils unterschiedlichem Bildungsverständnis zwischen Beschäftigungsfähigkeit und Persönlichkeitsentwicklung, zwischen Chancengleichheit und Elitebildung folgend.

Was nun künftig die gesellschaftliche Rolle von Schule sein soll macht Schmidt-Koddenberg an zwei im Schulgesetz ausgeführten Aufträgen fest, nämlich dem Sozialisationsauftrag – unabhängig von der individuellen Herkunft der SchülerInnen -und der Ermöglichung von Partizipation am Gesellschaftsleben (vgl. S.51). Als zentrale Fähigkeit, die es zu erwerben gilt, hebt die Autorin Ambiguitätstoleranz hervor, die jungen Menschen dabei hilft mit den Widersprüchen im Leben umzugehen. Um diese reflexionsbasierte Kompetenz zu erwerben werden Lernräume benötigt, die Schule bieten sollte, und die vor allem auch informelles Lernen im Lebensumfeld ermöglichen. Ebenso sollte Disparitäten mit dem offensiven Einsatz von Ressourcen entgegengewirkt werden, wobei gerade auch die Schulsozialarbeit einen fördernden Auftrag übernehmen sollte, der über den ihr oft zugeschriebenen sehr einseitigen Auftrag der „Feuerwehrfunktion“, der letztlich sehr utilitaristisch ausgerichtet ist, weit hinausgeht.

In ihren Ausführungen „Der Diversity-Diskurs und schulisch orientierte Soziale Arbeit“ (S. 65) legt Veronika Fischer dar, welche Zugänge unterschiedlichen Fachdisziplinen zum Diversitätsverständnis vertreten und welche Möglichkeiten für eine differenzierte Herangehensweise an Diversität und Differenz der Intersektionalitätsansatz und die Mehrebenenanalyse bieten. Dass Schulsozialarbeit in diesem Kontext besonders gefordert ist, sich als emanzipatorische Unterstützung für die möglichst selbstbestimmte Entwicklung von Kindern und Jugendlichen einzusetzen und sich vor einer Zweckbestimmung dafür, dass es zu weniger Störungen im schulischen Alltag kommt, in Acht nehmen muss, wird an unterschiedlichen historischen Zugängen und konkreten Beispielen aufgezeigt. Fischer konstatiert, dass Arbeitsaufträge der Schulsozialarbeit, die weder flächendeckend noch nachhaltig verankert sind, oft zu einem dahingehend begrenzten Einsatz führen, sich mit SchülerInnen zu befassen, die in irgendeiner Form eine (oder mehrere) Benachteiligungen (z.B. SonderschülerIn, Migrationshintergrund, von Armut betroffen) aufweisen, wodurch Segregation verstärkt werden kann. Wesentlich für diversitätsbewusste Soziale Arbeit ist, „sich der möglichen diskriminierenden Wirkung vereinseitigender Differenzzuschreibungen bewusst“ (S. 106) zu sein.

Für Schulsozialarbeit relevante Grundzüge, um sensibel und konstruktiv mit Diversität umzugehen, führt Fischer im abschließenden Teil ihres Beitrages aus. Auf Grundlage der Wertebasis der Menschen- bzw. Kinderrechte und einem differenzierten, auf Methodenkompetenz aufbauenden Angebotsrepertoire werden, möglichst durch Vertrauen geprägte, Beziehungsangebote gesetzt. Partizipationsmöglichkeiten sollen Entwicklungsprozesse bei Kindern und Jugendlichen dahingehend stärken, dass Beteiligung wertvoll und gemeinschaftsstärkend sind. Wesentlich für solche Angebote ist eine Gesamtstrategie, die die unterschiedlichen Aspekte von Diversität berücksichtigt und Umsetzungsmöglichkeiten festlegt.

Zum zweiten Teil

Die sechs Aufsätze des zweiten Teils„Diversity-Prinzipien im Handlungsfeld Schule“ (S. 133 – 240) zeigen Grundlagen für ein inklusives Schulsystem sowie Argumentationsmöglichkeiten und Strategien für antidiskriminierende und antirassistische Schulsozialarbeit auf.

Florian Baier spannt mit seinem Beitrag „Menschenrechte – Leitlinie zur Gestaltung von Vielfalt an Schulen“ (S.135), der von dem professionellen Verständnis Sozialer Arbeit als Menschenrechtsprofession ausgeht, den Bogen von der UN-Kinderrechtskonvention über das Recht auf Bildung, Beteiligung und Information hin zu der Forderung, dass es eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe sei, die UN-Kinderrechte umzusetzen. Dies bedeutet für Schule und Soziale Arbeit, ihren Beitrag dafür zu leisten, insbesondere Schulsozialarbeit kann die anwaltschaftliche Rolle übernehmen.

In welcher Form Diskriminierung an Schulen stattfindet (und somit Kinderrechte verletzt werden) und mit welchen Herangehensweisen Schulsozialarbeit gegenwirken kann zeigt der Artikel „Antidiskriminierung – Ein Beitrag der Schulsozialarbeit“ (S. 167) von Nicole Kastirke und Laura Holtbrink auf.

Ebenso kritisch bezüglich der diskriminierenden Praxis des Schulsystems führt der Artikel „Rassismus und andere Behinderungen“ (S.181) von Brigitte Hasenjürgen und Linda Supik, aus, wie das Sonder- und Förderschulwesen nachhaltig exkludiert. In ihren Ausführungen liegt der Fokus auf Kindern von Familien aus dem südosteuropäischen Raum.

Der Frage, in wie fern Bildungsausschluss durch sozialräumliche Zusammenhänge gegeben ist und welche Einflussfaktoren auf dieser strukturellen Ebenen auf das Bildungsverhalten wirken geht Werner Schönig in seinem Beitrag „Bildungssegregation – Referenzrahmen sozialräumlicher Handlungsansätze im Schulkontext“ nach.

Wie wesentlich auf schulischer Ebene gelebte Partizipation ist und dass diese der Grundstock für Inklusion an Schulen sowie für Beteiligung an gesellschaftlichen Prozessen ist zeigt der Beitrag „Teilhabe an Schule – Mitbestimmung von Schule“ (S.150) von Anna Moldenhauer und Andreas Oehme.

Die hohe Relevanz für diversitätssensible Arbeit mit Burschen macht Martin Spetsmann-Kunkel deutlich. In seinem Artikel „Zur Notwendigkeit differenzsensibler Jungenarbeit“ (S. 201) wird deutlich, wie vielfältig Fremd- und Selbstzuschreibungen (Bezug genommen wird auf Jungen mit Migrationshintergrund, im Besonderen aus dem türkischen oder arabischen Raum) wirken und dass idealerweise junge Männer selbst befähigt werden, sich differenziert mit ihrer Identitätsdarstellung zu befassen.

Zum dritten Teil

Wie eine Umsetzung der theoretisch fundierten Ansprüche gelingen kann ist Inhalt des dritten Teils (S. 243 – 313) „Methoden und Modelle“.

Mit Interviewpassagen (die Autorinnen beziehen sich auf qualitative Interviews mit SchulsozialarbeiterInnen im Rahmen des oben genannten Forschungsprojektes) sehr nachvollziehbar belegt wird von Anke Spies und Heike Rainer die Frage „Die Fortschreibung der Differenz? – Beratung aus intersektionaler Sicht“ (S. 243). Die Relevanz von Beratungskompetenz der SchulsozialarbeiterInnen, unter Berücksichtigung einer differenzierten Herangehensweise an die lebensweltliche und individuelle Situation junger Menschen mit gleichzeitiger Sensibilität für eine angemessene Gewichtung ihrer Themen wird – auch anhand von Zitaten – aufgezeigt.

Wie unterstützend für Diversitätsbewusstsein ein Theaterprojekt wirken kann, welches Potential sich dadurch für die beteiligten Jugendlichen eröffnet, beschreiben Veronika Fischer und Jessica Höhn in dem Artikel „Diversity Education durch Theaterarbeit“ (S.260).

Schule kann Ursprung und Auslöser für Konflikte und Gewalt sein, was es notwendig macht, dies differenziert zu analysieren. Norbert Frieters-Reermann regt in seinem Beitrag „Möglichkeiten der gewalt- und konfliktsensiblen Öffnung von Schule“ (S. 272) ein systemisches Verständnis für den Umgang mit Konflikten in Schulen an und führt aus, wie konstruktive Konfliktaustragung konsequent entwickelt werden kann.

Eine sehr konkrete methodische Herangehensweise eröffnet der Beitrag „Förderung sozialer Kompetenzen und Prävention von Mobbing – Das Präventionsprogramm Fairplayer.Manual“ (S. 288) von Stephan Warncke und Herbert Scheithauer.

Dass Schulen dem Anspruch, vorurteilsfreie und diversitätsbewusste Räume zu schaffen, nachkommen können zeigt der Beitrag von Katja Gramelt „Vorurteilsfreie Pädagogik nach dem Anti-Bias-Ansatz – Relevanz für die Schulsozialarbeit“ ( S. 302) Dieser Ansatz, der in den 1980-ern in den USA entwickelt und in den 1990-ern für Südafrika zur Überwindung der von der Apartheid geprägten Erziehungshaltung adaptiert wurde, basiert darauf, dass sowohl PädagogInnen als auch SchülerInnen sich mit eigenen Vorurteilen auseinandersetzen, um gesellschaftliche und individuelle Zuschreibungen und Realitäten zu dekonstruieren und gegenseitiges Verständnis zu fördern.

Zum vierten Teil

Der abschließende vierte Teil geht auf drei Themen ein, die unmittelbare und sehr grundlegende Relevanz für Schulsozialarbeit haben.

Karsten Speck greift mit seinem Artikel „Schulsozialarbeit – Möglichkeiten vor dem Hintergrund defizitorientierter, prekärer Finanzierung und Unterversorgung“ (S. 317) die Diskrepanz auf, dass die Notwendigkeit für Schulsozialarbeit sehr wohl anerkannt wird, allerdings die Finanzierung in keiner Weise nachhaltig abgesichert ist. Darüberhinaus kritisiert er die teilweise mangelnde professionelle Fundierung der Angebote.

Dass ernstgenommene Schulsozialarbeit auch in die Schulentwicklung einbezogen werden muss legt der Beitrag von Ruth Fischer dar. „Schulsozialarbeit – gleichberechtigter Partner im Schulentwicklungsprozess“ (S. 325) zeigt Perspektiven auf, die Schulsozialarbeit durch ihr Querschnittsangebot prädestiniert, konstruktive Entwicklungsprozesse an Schulen mitzugestalten.

Wie wichtig die Weiterentwicklung des Bildungsverständnisses auch auf Hochschulebene ist, um den Anforderungen und Ansprüchen einer modernen Gesellschaft nachzukommen, führt Marianne Geneger-Stricker in ihrem Artikel „Eine diversitätsbewusste Hochschule“ (S. 336) aus. Dies bedeutet die Öffnung der Hochschulen für bisher wenig repräsentierte Gruppen und darüberhinaus ein Selbstverständnis, sich über die reine Wissensvermittlung hinaus zu Orten zu entwickeln, wo Diversitätsprinzipien gelebt werden.

Diskussion und Fazit

Mit diesem Sammelband wird Diversität in vielfältigen Facetten und auf unterschiedlichen Ebenen nachvollziehbar, es liegt eine äußerst anregende, differenzierte Darstellung und Analyse von relevanten Begriffen, Konzepten und Themenbereichen vor, die sowohl in der Fachdiskussion, als auch im praktischen Alltag verwendet werden bzw. in dieser Vielfalt thematisiert sein sollten. Somit wird ein kritischer Blick auf Schulentwicklung und Alltagspraxis von Schule geworfen und zu einer genauen Analyse und Reflexion der Arbeitsfeldes und des eigenen Handelns angeregt. Die wertvollen Impulse, die in beeindruckender Breite idealtypische Zugänge zum Umgang mit Diversität darlegen, könnten Sorge um die Schulsozialarbeit aufkommen lassen, sich all diesem so differenziert stellen zu sollen und dann noch die Umsetzung an den Schulen zu übernehmen. So wird in einigen Beiträgen, denen inhaltlich durchwegs zuzustimmen ist, eine manchmal etwas verwegene Aufgabenzuschreibung an die Schulsozialarbeit vorgenommen.

Jedenfalls haben die ausgeführten Ansprüche für alle, die im Bildungssystem tätig sind, grundlegende Bedeutung, sollten im schulischen Kontext mitgedacht und nach Möglichkeit schon bei der Konzeption von Bildungsaufträgen einbezogen werden. Und sie sollten unbedingt jungen Erwachsenen, die sich im Studium für das Lehramt und für die Soziale Arbeit befinden, als Anspruch und als Chance mitgegeben werden. Schulsozialarbeit kann und soll sich dieser Themenvielfalt stellen, jedoch mit maßgeblicher Unterstützung und in Kooperation mit den Berufsgruppen, die im schulischen Alltag die Hauptverantwortung tragen. Gerade Themen wie Rassismus, Mobbing und Gewalt oder Armut erfordern von allen im Schulsystem Tätigen einen sensiblen und verantwortungsvollen Umgang. Dafür kann Schulsozialarbeit durchwegs die Anwaltschaft übernehmen und Impulse setzen, bei der Umsetzung sollen sich alle im Bildungssystem verantwortlich Tätigen beteiligen!


Rezensentin
FH Prof.in Johanna Coulin-Kuglitsch
FH Campus Wien, Department Soziales
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Zitiervorschlag
Johanna Coulin-Kuglitsch. Rezension vom 27.07.2016 zu: Veronika Fischer, Marianne Genenger-Stricker, Angelika Schmidt-Koddenberg, Florian Baier (Hrsg.): Soziale Arbeit und Schule. Diversität und Disparität als Herausforderung. Wochenschau Verlag (Frankfurt am Main) 2015. ISBN 978-3-7344-0160-2. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/20251.php, Datum des Zugriffs 24.08.2019.


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ISSN 2190-9245

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