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Torben Fischer, Matthias N. Lorenz (Hrsg.): Lexikon der "Vergangenheits­bewältigung" in Deutschland

Cover Torben Fischer, Matthias N. Lorenz (Hrsg.): Lexikon der "Vergangenheits­bewältigung" in Deutschland. Debatten- und Diskursgeschichte des Nationalsozialismus nach 1945. transcript (Bielefeld) 2015. 3., überarbeitete und erweiterte Auflage. 488 Seiten. ISBN 978-3-8376-2366-6. D: 29,80 EUR, A: 30,70 EUR, CH: 38,90 sFr.
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Thema

Das Lexikon präsentiert die Auseinandersetzungen und Diskurse mit dem Nationalsozialismus und seinen Wirkungen und Folgen in der deutschen Nachkriegsgesellschaft seit 1945; die einzelnen Lexikonartikel spiegeln die Befindlichkeiten nach der Shoah im Land der Täter wider und erinnern in spezifischer Weise an den Zivilisationsbruch „Auschwitz“ (Dan Diner) und geben den Opfern nationalsozialistischer Gräueltaten mittelbar wieder ein Antlitz zurück. Das Lexikon ist einzigartig, weil es die gesamte bundesdeutsche Diskursgeschichte zum Umgang mit dem Nationalsozialismus aufarbeitet und minutiös dokumentiert. Die einzelnen Beiträge sind Stichworten zugeordnet, die jeweils am Anfang des jeweiligen Artikels definiert werden. Insgesamt sind die Artikel einzelnen Epochen zugehörig (siehe Gliederung) – das Gliederungsschema ist chronologisch aufgebaut. Ergänzt wird die Chronologie durch Themenschwerpunkte. Eine weitere Ergänzung sind „grau unterlegte Artikel, die übergeordnete Phänomene fokussieren…“ (S. 16). Alle Beiträge haben einen aktuellen Literaturüberblick und helfen Lesenden bei der Vertiefung oder eigenen Recherche. Entstanden ist das Diskursbuch in Lüneburg und in Bielefeld in entsprechenden kulturwissenschaftlichen Schwerpunktseminaren und in hochschuldidaktischen Forschungsprojekten.

Herausgeber

Torben Fischer ist Geschäftsführer der Fakultät Kulturwissenschaften an der Leuphana Universität Lüneburg.

Matthias N. Lorenz ist Professor für Gegenwartsliteratur an der Universität Bern.

Aufbau

Das Lexikon ist chronologisch je nach Diskursthema auch thematisch gegliedert, nach dem Vorwort zur dritten Auflage und dem Vorwort von Micha Brumlik zur ersten Ausgabe des Lexikons folgen eine Beschreibung des Aufbaus des Lexikons sowie Hinweise zur Benutzung. Im Einzelnen sieht die Grobgliederung wie folgt aus:

I. 1945-1949

  1. Neuordnung unter alliierter Besatzung
  2. Erste Reflexionen
  3. Schuld- und Unschulddebatten

II. 1949-1961

  1. Initiativen der Aufarbeitung
  2. ›Wir sind wieder wer‹
  3. Ungebrochene Karrieren
  4. Widerstreitende Opfererfahrungen in Literatur und Film

III. 1961-1968

  1. Rechtsfindung und Wahrheitssuche
  2. Belastete Neuanfänge
  3. Kulturell didaktische Aufklärung

IV. 1968-1979

  1. Mehr Verantwortung wagen: Studentenproteste bis RAF
  2. Politisch-justizielle Versäumnisse
  3. Faszinosum Hitler

V. 1979-1995

  1. Spannungsfelder 40 Jahre nach Kriegsende
  2. Erzählmuster und Aneignungsverhältnisse
  3. Erinnerungsorte zwischen Akzeptanz und Widerstand
  4. Nach der Wiedervereinigung

VI. 1995-2008

  1. Erinnerungskontroversen der Berliner Republik
  2. Erfolge und Misserfolge staatlicher Intervention
  3. Künstlerische Entwürfe von Nachgeborenen
  4. Deutsche Opfernarrative
  5. Antisemitismusdebatten und Rechtsextremismus
  6. Erkenntnis gesamtgesellschaftlicher Verstrickung

Auswahlbibliographie

Autorenkürzel

Alphabetisches Verzeichnis der Einträge

Personenregister

Ad Vorwort

Micha Brumlik thematisiert und problematisiert in seinem Vorwort zur ersten Auflage (2007) den Begriff „Vergangenheitsbewältigung“ (S. 11); denn die NS-Verbrechen und Überzeugungen wirken noch immer nach und letztlich geht es beim ERINNERN um ein vor Vor-Augen-Stellen des unmenschlichen Leids der Opfer (ebda.). Gleichzeitig müsse aber auch die Perspektive wachgehalten werden, dass eine ganze Gesellschaft unter bestimmten Bedingungen binnen kurzer Zeit, zivilisatorische Errungenschaften über Bord geworfen hat bzw. dazu in der Lage ist, das immer noch zu tun, und sich von den Prinzipien der Rechtsstaatlichkeit und universaler Moral verabschiedet hat (S. 13). Micha Brumlik schreibt zum Anliegen des Lexikons: „Es ist diese massenhaft vorkommende Beteiligung bei ungewöhnlich widerrechtlichen und grausamen, allen rechtlichen und humanen Erwartungen zuwiderlaufenden rassistischen Verbrechen, die die außerordentliche Intensität und noch lange nicht abgeschlossene Auseinandersetzung in der Bundesrepublik Deutschland insgesamt erklärt.“ (S. 13)

Ad I 1945-1949

I. A 1 Der Artikel von Dennis Meyer (Autor des Artikels) „Entnazifizierung“ definiert dieses soziale Verfahren als „Versuch der Alliierten, die NS-Ideologie sowie jegliche nationalistischen und militärischen Einflüsse aus der deutschen Gesellschaft zu entfernen.“ (S. 21) Der Artikel zeichnet präzise das Scheitern dieses Unterfangens nach, was im Nachkriegsdeutschland dazu geführt hat, dass NS-Angehörige bzw. Angehörige von NS-Organisationen wieder in politischen und gesellschaftlichen Ämtern Karriere machen konnten. Trotzdem, so Dennis Meyer, habe das Entnazifizierungsprogramm der Alliierten dazu beigetragen, eine demokratische Zivilgesellschaft in Deutschland auch gegen deren Brüche zu begründen (S. 21).

I. A 3 Der „Nürnberger Prozess“ (Dennis Meyer) bezeichnet zuerst das internationale Militärtribunal (20.11.1945 – 1.10.1946) gegen 24 Hauptkriegsverbrecher und gegen sechs NS-Organisationen, die in Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit verwickelt waren. Die Abkommen der Alliierten (London 8.8.1945; Teheran 28.11.-1.12.1943; Jalta 4.12. -11.12.1945; Potsdam 17.7. – 2.8.1945) bereiteten die juristische Handhabe gegen die NS-Eliten vor (S. 23): „Verbrechen gegen den Frieden“, „Kriegsverbrechen“ und Verbrechen gegen die Menschlichkeit waren die Anklagekategorien. Die Wahl fiel auf die Stadt Nürnberg als Ort des Gerichtsverfahrens, weil Nürnberg der Ort der „Rassegesetze“ gegen die deutsche/europäische jüdische Bevölkerung war (1935) und weil etliche Gerichtsgebäude noch einigermaßen intakt waren. Die Urteile reichten von Todesurteil (18x), zu 15 Jahren bis lebenslänglich Gefängnis bis hin zum Freispruch (3x). Die Angeklagten begründeten ihre verbrecherischen Handlungen als „Pflichterfüllung, Gehorsam und Vaterlandsliebe“ (S. 24). Der Nürnberger-Prozess dokumentierte vor allem mittels erschlossenen Bildmaterials die „grausamen Ausmaße der NS-Diktatur“ (S. 24).

I. A 4 In den „Nürnberger Nachfolgeprozessen“ (Roland Ahrendt) gegen Juristen, Mediziner, Beamte, Generäle, Diplomaten, Unternehmer und Wirtschaftsmanager (S. 24) wurden 185 Personen angeklagt und verurteilt, 35 wurden freigesprochen (S. 25). Die Ärzteprozesse fokussierten die Menschenversuche in Konzentrationslagern, die darauf angelegt waren, den Tod der Betroffenen planvoll einzuplanen. Unternehmer der IG-Farben waren u.A. deswegen angeklagt, weil der Chemie Konzern vor allem für das Giftgas Zyklon B verantwortlich gewesen ist, das in den Todeslagern zur Ermordung von Menschen eingesetzt wurde (S. 25). Justizangehörige hatten die NS-Verbrechen „durch Erlasse und Anordnungen gedeckt und gefördert sowie durch Gerichtsurteile zur Praxis der Verfolgung und Vernichtung“ unterstützt und so zu den Verbrechen beigetragen. Die Nürnberger Nachfolgeprozesse klärten das Zusammenspiel unterschiedlicher Gliederungen des NS-Staates mit Eliten in Wirtschaft und Gesellschaft (S. 26): „Breite gesellschaftliche Schichten und Berufsstände hatten aktiv am NS-System mitgewirkt, davon profitiert und dessen Funktionsfähigkeit ermöglicht.“ (S. 26)

I. A 6 Der sogenannte „Bergen-Belsen-Prozess“ (Dominique Schröder) war eine Prozess-Serie gegen KZ-Wachmannschaften, die an NS-Verbrechen beteiligt waren (S. 28). Reflexionen (I. B 1) (William Dodd) fanden zuerst z.B. in den Tagebüchern von Victor Klemperer statt, der die „Sprache des 3. Reiches“ in ihrer verschleiernden und nazistische Werte und Taten tradierenden Art und Weise analysierte (S. 33); neben Victor Klemperer ist vor allem Eugen Kogon zu denken, der den „SS-Staat“ öffentlich gemacht hat (S. 34). Theodor Wiesengrund Adorno stellte in seinem Werk „Kulturkritik und Gesellschaft“ ((1949/1951) die These auf, die Daseinsberechtigung der Kunst nach dem „Zivilisationsbruch Auschwitz“ (Dan Diner) infragezustellen (S. 41). Adorno thematisierte übrigens das Schweigen des Täterkollektivs: „Alles, so lautet eine Konsequenz seiner Denkfigur, sei mit Schuld affiziert – auch Kulturschaffen und -konsum.“ (S. 42)

I. B 7 (Marie Beyeler) Aus dem kirchlichen Bereich ist das „Darmstädter Wort des Bruderrates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD)“ (8.8.1947) als erstes wirkliches Schuldbekenntnis zu nennen (S. 42); ähnlich wie das Stuttgarter Schuldbekenntnis (1945), das gänzlich unkonkret bleibt, blendet das Darmstädter Wort den Judenmord aus (S. 43).

I. C 1 Der Artikel von Steffi Hobuß thematisiert den Mythos „Stunde Null“. Der Begriff „Stunde Null“ schillert, weil die Kontinuität der Nachkriegsgesellschaft zur nationalsozialistischen Gesellschaft nicht wahrgenommen werden soll, andererseits die „Stunde Null“ einen Neuanfang markiert, der von Schriftstellern wie Heinrich Böll, Wolfgang Weyrauch, Wolfdietrich Schnurre, Günter Eich und Wolfgang Borchert aufgenommen wurde (S. 44) – die „Null“ steht für den Gegensatz zum Nationalsozialismus – ähnlich ambivalent verlief die Diskussion über die sog. „Kollektivschuld“ (S. 45). Philosophen wie z.B. Karl Jaspers („Die Schuldfrage“) bejahen „eine (individualistisch verstandene) moralische Kollektivschuld der Deutschen“ (S. 47). Jaspers differenziert in seinem Buch (vgl. I. C 3) (Autor*in MS lässt sich nicht identifizieren) in kriminelle, politische, moralische, metaphysische Schuld (S. 49). Freiheitliche Politik, so Gesine Schwan, hänge vom ehrlichen Umgang mit Schuld ab (S. 51).

Ad II. 1949-1961

II. A 1Wiedergutmachungs- und Entschädigungsgesetze“ (Dennis Meyer) sind „Abkommen und Gesetze der BRD zur finanziellen Entschädigung der verschiedenen Opfergruppen des NS-Regimes“ (S. 64). Die verschiedenen Abkommen sind letztlich dem internationalen politischen Druck zu verdanken, wobei viele Opfer von NS-Gräueltaten bzw. deren Nachkommen z.B. in Italien und Griechenland bis heute keine „Entschädigung“ bekommen haben (S. 65).

II. A 8Aktion Sühnezeichen“ (Jasmin Westphal) wurde 1958 auf einer Synode der Evangelischen Kirche Deutschlands als Freiwilligenorganisation zur Versöhnungsarbeit gegründet und leistet seit dieser Zeit in vielen Ländern Europas, aber auch in Israel und USA (seit 1991), Friedensarbeit (S. 75), wie es im Aufruf von Lothar Kreyssig 1958 auch heißt: „Wir bitten um Frieden“ (S. 75). Inzwischen ist Aktion Sühnezeichen Teil einer internationalen Friedensmission (S. 77), „in der neben Aspekte des Nationalsozialismus allgemeinere soziale Projekte getreten sind. Allerdings ist nach wie vor eine >Gedenkstättenfahrt< nach Auschwitz, Majdanek oder Stutthoff zur Vorbereitung auf den Freiwilligendienst obligatorisch.“ (S. 77)

II. B 1 Im Artikel „Nationale Symbole“ (Rita Martens & Matthias N. Lorenz) wird die Problematik der Kontinuität von Symbolen aus der Zeit vor 1945 zur bundesdeutschen Gesellschaft diskutiert (S. 79), was sich vor allem auf Nationalfarben, Nationalflagge und Nationalhymne bezieht. 1957 wurde eine deutliche Grenze zum Nationalsozialismus im „Gesetz über Titel, Orden und Ehrenzeichen 26.7.1957“ gezogen. Nicht weniger problematisch war der Umgang mit sog. „Kriegerdenkmälern“, die von der Nachkriegszeit für einen anhaltenden NS-Totenkult instrumentalisiert und missbraucht wurden (S. 80). Eine Gegenposition zu dieser „Heldenverehrung“ nahm der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge ein, der sich auch noch heute um das Gedenken an die „Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft“ bemüht, was jedoch im Horizont der Shoah insofern problematisiert werden muss, dass unter der Formel Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft Verfolgte und Verfolgende gleichgestellt werden (S. 80).

II. B 6WM Sieg 1954“ (Dennis Meyer) war der Gewinn der Fußballweltmeisterschaft 1954 in der Schweiz durch die deutsche Fußballnationalmannschaft 9 Jahre nach dem Kriegsende (S. 89). Der Sieg wurde als „Wunder von Bern“ verklärt, was im europäischen Ausland ambivalent aufgenommen wurde; zudem sangen nach Abpfiff des Spiels deutsche Fans in Bern die erste Strophe des Deutschlandliedes. Insgesamt zeigt sich an diesem Beispiel, dass im Deutschen Fußballbund die NS-Vergangenheit des Verbandes bislang zu wenig ernsthaft aufgearbeitet wurde; im Gegenteil das „Wunder von Bern“ geriet zum Gründungsmythos des BRD-Fußballs (S. 89).

II. B 9 Im Artikel „Revisionismus /Leugnung des Holocaust“ von Maria Muntzert wird die Verharmlosung bzw. gänzliche Leugnung der Shoah und aller anderen NS-Verbrechen an der Menschlichkeit thematisiert. Anhänger*innen der „Auschwitz-Leugnung“ finden sich international und stellen die inzwischen strafbare Behauptung auf, „Auschwitz“ (als begriffliches Symbol für den Holocaust/Shoah) habe es nie gegeben (S. 93). In verschiedenen Ländern, wie z.B. in den USA, in Frankreich, Kanada, Großbritannien, Deutschland usw., hat es Serien von Prozessen gegen die Holocaust Leugnung und deren Protagonisten gegeben (S. 96) – das deutsche Strafrecht stellte seit 1994 die Leugnung des Holocaust ausdrücklich unter Strafe (S. 97).

II. D 1 (Sven Kramer) Im Zeitraum von 1949–1961 gab es im Bereich der Opfererfahrungen berühmte Publikationen, wie z.B. das „Tagebuch der Anne Frank. Anne Frank versteckte sich mit ihrer Familie in einem Hinterhaus in der Prinsengracht 263 in Amsterdam, bis die Familie aufgrund von Verrat und Verleumdung entdeckt und deportiert wurde. Anne Frank selbst starb im März 1945 an Typhus im Konzentrationslager Bergen-Belsen; sie schrieb ihr Tagebuch ab dem 12.6.1942; einzig der Vater überlebte. In die verschiedenen Textfassungen des Tagebuchs wurde von anderer Seite immer wieder eingegriffen (S. 113). Seit 1988 liegt eine textkritische deutsche Fassung vor; die auch eine umstrittene Rezeption des „Tagebuchs“ im Nachkriegsdeutschland dokumentiert.

II. D 7 Der Artikel „Kriegsfilmwelle“ (Lena Knäpple) diskutiert die Produktion von Kriegsfilmen in den 50er Jahren, die als Antikriegsfilme konzipiert waren, mitunter aber „das Militär entschuldende, oftmals kriegsverherrlichende“ Botschaft mitlieferten (S. 126): „Die identitätsstiften Figuren dieser Produktionen sind niemals Mitverantwortliche, sondern immer nur Opfer der Politik.“ (S. 126) Auch die deutsche Wehrmacht wurde in der Kombination von „Landser“-Heften und den Filmen immer wieder als unbelastet dargestellt, was der historischen Sachlage völlig widerspricht.

Ad III. 1961-1968

III. A 1 (Dennis Meyer) Bedeutend für diesen Zeitabschnitt wurde der sog. „Eichmann-Prozess“ (11.4.1961 bis 15.12.1961) in Jerusalem des Staates Israel gegen den ehemaligen SS-Obersturmbannführer /Leiter des Judenreferats im Reichssicherheitshauptamt Adolf Eichmann, der für die Deportation von mind. 3 Millionen Juden und anderen Opfergruppen in die Konzentrations- und Vernichtungslager verantwortlich war (S. 134). Der Prozess wurde von Hannah Arendt beobachtet („Eichmann in Jerusalem. Ein Bericht von der Banalität des Bösen“, 1964). Das Buch von Hannah Arendt löste eine umfängliche, höchst kontroverse Debatte aus; Eichmann selbst berief sich wie schon andere NS-Täter vor ihm auf einen Befehlsnotstand und seine Gehorsamspflichten und rechtfertigte so, ohne Schuldeingeständnis, seine Taten. Am 15.12.1961 wurde er zum Tod verurteilt und am 1.6.1962 in Jerusalem hingerichtet (S. 135). Der Prozess ist wegen seiner „öffentlichkeitswirksamen Aufklärung über den Holocaust“ bedeutend, was für das kollektive Gedächtnis wesentlich geworden ist. Für den Staat Israel sollte die Existenz des Staates als „Schutznation aller Juden“ verstanden werden (S. 135): „Somit hatte der Prozess gleichsam eine therapeutische Funktion; den Überlebenden des Holocaust wurde Gehör in der israelischen Bevölkerung verschafft und die Schoah wurde wichtiger Bestandteil der nationalen Identität.“ (S. 135)

III. A 2 (Georg Mein) „Hannah Arendt“ war als Prozessbeobachterin und Journalistin für die Zeitschrift „The New Yorker“ in Jerusalem tätig. Hannah Arendt war 1941 in die USA geflohen und sie wollte über diesen Prozess berichten. Sie schrieb Folgendes: „Ich glaube, Sie werden verstehen, warum ich über diesen Prozeß berichten möchte; ich habe die Nürnberger Prozesse verpaßt, habe diese Leute nie gesehen, und das ist wahrscheinlich meine letzte Chance.“ (S. 136) In ihrem Buch „The Origin of Totalitarianism“ ging sie der Frage nach, inwieweit ein totalitäres System, wie z.B. der NS-Staat, in der Lage sei, Einzelne mit der SS-Ideologie konform zu machen. In „Eichmann in Jerusalem“ ging es um die Frage, „wieweit der Grad der Deformation durch das System am Einzelnen sichtbar wird.“ (S. 136) Die Kontroverse drehte sich um die Verantwortlichkeit des Einzelnen in einem totalitären System und hat bis heute Aktualität. Kritisch waren ihre Thesen zur Prozessführung, ihre These von der „Banalität des Bösen“ und ihre „Einschätzung der Kooperation jüdischer Funktionäre“ in den Ghettos und Lagern. In ihren Augen wurde dem Prozess zudem von israelischer Seite eine „teleologische Deutung der Shoah“ unterlegt. Die griffige Formel von der „Banalität des Bösen“ in Personen wie Adolf Eichmann war der Versuch Hannah Arendts, ihre Fassungslosigkeit angesichts des Genozids in Worte zu fassen (S. 137). Ihr ging es darum, „dem Bösen als einer moralischen Kategorie jedwedes metaphysische Vokabular abzusprechen, das dem Grauen immer noch einen Sinn verleiht und dem Schmerz über das Geschehene eine Art Linderung bietet.“ (S. 137)

III. A 3 (Torben Fischer) Einer der bedeutendsten Prozesse gegen NS-Verbrecher war der sog. „Frankfurter Auschwitz-Prozess“ unter Leitung des Hessischen Generalstaatsanwalts Fritz Bauer (S. 139) („Strafsache gegen Mulka und andere“). Durch diesen Prozess gegen Personal des Konzentrations- und Todeslagers Auschwitz erhielt die bundesdeutsche Öffentlichkeit einen detaillierten Einblick in das alltägliche Grauen und Grausamkeit in Auschwitz. Die NS-Verbrechen und NS-Täter wurden präzise aufgearbeitet; 365 Überlebende wurden als Zeugen und Zeuginnen befragt: „Prägend für die Atmosphäre der Hauptverhandlung war die Kombination von Erinnerungsverweigerung und demonstrativ zur Schau getragenem Unschuldsbewusstsein auf Seiten der Täter, zu der die oftmals äußerst schmerzhafte Erinnerungsarbeit der als Zeugen aussagenden Überlebenden in einem denkbar harten Kontrast stand.“ (S. 140)

III. A 12 (Nathalie Gerstle) In der sog. „Königsteiner Entschließung“ konnte auf Betreiben der Mannheimer Staatsanwältin Barbara Just-Dahlmann auf einer juristischen Tagung in Königstein/Taunus (1. Bis 3.4.1966) sichergestellt werden, dass die deutsche Rechtsprechung nationalsozialistischer Gewaltverbrechen (S. 157) juristisch bearbeiten und auch den Täterbegriff differenzieren konnte (S. 158).

III. B 5Karl Jaspers: Freiheit und Wiedervereinigung (Julia Weis) Karl Jaspers führte 1960 eine Debatte („Freiheit und Wiedervereinigung“) an, in der ein „Verzicht auf nationale Einheit zugunsten einer freiheitlichen Grundordnung in Ost- und Westdeutschland“ diskutiert wurde (S. 166). Deutschland, so Jaspers, müsse die politische Haftung für den Nationalsozialismus übernehmen (S. 167). Das NDR-Interview (März 1960) mit Karl Jaspers löste einen Sturm der Entrüstung aus, weil Jaspers Thesen quer zur Politik Konrad Adenauers standen und gesamtgesellschaftlich wurden seine Thesen abgelehnt (S. 167).

III. C 2 (Dorothea Kraus) Das Drama in 5 Akten „Der Stellvertreter“ von Rolf Hochhuth (1962) problematisierte die Untätigkeit des Vatikans gegenüber den NS-Verbrechen und dem Genozid an der europäischen jüdischen Bevölkerung (S. 173). Der historische Hintergrund des Theaterstücks bezieht sich auf Papst Pius XII und Hochhuth zeigt in seinem Stück auf, „dass die Kirche aus macht- und wirtschaftspolitischen Gründen keinen Bruch mit den Nationalsozialisten wollte.“ (S. 173) Die Premiere am 20.2.1963 in Berlin löste eine heftige öffentliche Debatte (S. 174) über die „Handlungsmächtigkeit des Individuums“ (S. 174) aus. Das Theaterstück war auch Hintergrund einer 1978 von Rolf Hochhuth ausgelösten Kontroverse über den damaligen baden-württembergischen Ministerpräsidenten Hans Filbinger, dessen Tätigkeit als NS-Marinerichter zur Hinrichtung eines Menschen im März 1945 geführt hatte. Am 7.8.1978 trat Hans Filbinger aufgrund öffentlichen Drucks von allen Ämtern zurück (S. 175).

Ad IV. 1968-1979

IV. A 1 „1968“ – der Artikel von Klaus Wernecke thematisiert die „internationale soziale Bewegung, …, die auch im gemeinsamen Versuch einer Überwindung des Kalten Krieges und seiner autoritär-konservativen innenpolitischen Folgen, in einer Kritik am Kapitalismus, vor allem seiner Darstellung durch Monopole und Oligopole, sowie in einer versuchten Revolutionierung des täglichen Lebens zu sehen ist.“ (S. 188) Startschuss war die 1959/1960 vom SDS in Karlsruhe organisierte Ausstellung „Ungesühnte Nazi-Justiz“ (S. 188) – ausgestellt waren mehr als hundert Urteile der NS-Strafjustiz (Mehrzahl waren Todesurteile) und eine Liste damals noch amtierender ehemaliger NS-Richter. Eine zweite Ausstellung gab es in Berlin. Das betreuende Kuratorium war mit Helmut Gollwitzer, Ossip K. Flechtheim, Heinz Galinski u.a. prominent besetzt. Begleitet war die zweite Ausstellung von Seminaren gegen den neu aufkeimenden Antisemitismus (S. 189). Auch die deutschen Universitäten sollten nach dem Willen der verschiedenen Studierendenschaften „entnazifiziert“ werden. In Tübingen wurde so z.B. eine Ringvorlesung (Wintersemester 1964/1965) mit dem Thema „Das deutsche Geistesleben und der Nationalsozialismus“ durchgeführt (S. 189). Die Studierendenschaften deckten vielerorts die NS-Vergangenheit von Professoren auf – aber auch außerhalb der Universitäten (S. 191) waren die Themen wie z.B. die Arbeit der parlamentarischen Opposition gegen die Große Koalition, die Verschärfung des Vietnamkrieges, die Militärdiktatur in Griechenland, der Schahbesuch 1967, die Ermordung von Benno Ohnesorg (2.6.1967) im Fokus. Die Stimmung heizte sich 1968 auf, als die Notstandsgesetze verabschiedet wurden und auf Rudi Dutschke, einem der prominenten Studierendenführer ein Mordanschlag verübt wurde. Die Reaktionen des Staates auf die studentischen Proteste wurden, z.B. von Ernst Bloch, mit dem Ende der Weimarer Republik und dem Anfang des NS-Staates verglichen. Aus der studentischen Protestbewegung transformierte sich eine „außerparlamentarische Opposition“ (S. 192). Rudi Dutschke schrieb: „Diese Persönlichkeitsgrundlage des Faschismus wurde durch die äußerliche Niederlage des Faschismus in Deutschland nicht überwunden, konnte vielmehr im wesentlichen ungebrochen in Antikommunismus transformiert werden.“ (S. 192)

IV. A 2 (Steffi Hobuß) Ein wichtiges Buch dieser Zeit war die von Alexander und Margarete Mitscherlich zusammengestellte Aufsatzsammlung „Die Unfähigkeit zu trauern“ (1967). Die These der beiden Psychoanalytiker lautete: „… in weiten Teilen der deutschen Bevölkerung habe keine kollektive Trauer über die Leiden der Opfer des Nationalsozialismus stattgefunden. Stattdessen sei die NS-Zeit verdrängt oder derealisiert worden.“ (S. 193) „Die Unfähigkeit zu trauern“ ist also ein Aufruf an die Täter*innen in der Tätergeneration, sich von größenwahnsinnigen Ideen und dem darin innewohnenden Rassismus zu verabschieden und sich der Gegenwartspolitik zuzuwenden (S. 193). 1969 hat Alexander Mitscherlich den Friedenspreis des deutschen Buchhandels erhalten (S. 194).

IV. A 3 Berühmt geworden ist die „Kiesinger Ohrfeige“ (Neele Kerkmann), als Beate Klarsfeld auf dem Bundesparteitag der CDU 1968 Kurt Georg Kiesinger eine Ohrfeige verpasste. Kiesinger war 1933 in die NSDAP eingetreten und machte ab 1940 Karriere im Auswärtigen Amt und diente als Kontaktmann zum „Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda“ (S. 195). Beate Klarsfeld hatte sich zusammen mit ihrem Serge Klarsfeld die Aufgabe gestellt, die NS-Vergangenheit prominenter Politiker der Bonner Republik zu dokumentieren und aufzuklären. Ein wichtiges Ergebnis dieser Aufklärungsarbeit war das Aufspüren des Ex-Gestapo-Chefs von Lyon, Klaus Barbie, der 1987 als Kriegsverbrecher verurteilt wurde (S. 196). 2015 wurde Beate Klarsfeld (IV. A 4) das Bundesverdienstkreuz verliehen.

IV. B 3 Klaus Barbie (Neele Kerkmann) ist das Beispiel einer „ungebrochenen Karriere“ eines Mitglieds der NS-Elite im NS-Vernichtungsapparat (S. 218). 1942 übernahm Barbie als Gestapochef in Lyon Sicherheitspolizei und Sicherheitsdienst und war bis 1944 für die Folterung und Ermordung von Resistance-Angehörigen verantwortlich; zudem war er für die Deportation frz. Juden im unbesetzten Teil Frankreichs verantwortlich. Barbie hatte sich nach dem Krieg bis 1972 in Bolivien versteckt; 1983 wurde er dann nach Frankreich ausgeliefert. Aber der Bundesnachrichtendienst hatte Barbie in den 1960igern als V-Mann rekrutiert, um Waffen der Bundeswehr in Krisenregionen zu verkaufen (S. 219).

Ad V. 1979-1995

V. A 2 (Maren Röger) „Geistig moralische Wende“ ist ein Begriff, der als Kritik an der Politik Helmut Kohls verwendet wurde, um die gesellschaftlichen Veränderungen ab dem Regierungswechsel 1982 deutlich zu machen (S. 246). Unterstellt wurden „Aufwertung der Familie und der klassischen bürgerlichen Tugenden“, einen „positiven Bezug zur Nation“, eine „Historisierung und Relativierung der NS-Vergangenheit“ usw. Von der CDU/CSU wurde der Begriff „Wende“ ab 1980 programmatisch verwendet – Kohl verwendete dann im Wahlkampf 1982 den Begriff „geistige Wende“, der im Gegensatz zum Programm der sozial-liberalen Regierungskoalition stand (S. 246). Das angestrebte Geschichtsbild sollte „den negativen Bezugspunkt NS-Zeit zumindest überlagern und somit zwangsläufig relativieren“ (S. 246).

V. A 3 Die „Gnade der späten Geburt“ (Maren Röger) ist der übertragene Begriff über eine Debatte des Israelbesuchs von Bundeskanzler Helmut Kohl (24.1.-29.1.1984). Die diplomatische Situation vor dem Besuch war zwischen Israel und Deutschland angespannt; in einem Interview (Sommer 1983) benutzte Kohl dann den Terminus „Gnade der späten Geburt“, was zu Protesten in Israel und Deutschland führte (S. 247). Während des Besuchs nahm er diese Denkfigur wieder auf und versuchte sich so gegen Schuldzuschreibungen der NS-Täter zu wappnen: „Es bestehe zwar eine moralische Verantwortung aller Deutschen gegenüber Israel, von Kollektivschuld … könne aber nicht gesprochen werden“ (S. 247). Die Folgen der Debatte war, dass Helmut Kohl fortan historische Unsensibilität bzw. diplomatische Ungeschicklichkeit unterstellt wurde (S. 248).

V. A 6Fassbinder-Kontroversen“ (Janusz Bodek) waren Diskurse über Rainer Werner Fassbinders Theaterstück „Der Müll, die Stadt und der Tod“ (1975) mit dem Vorwurf, das Theaterstück trage eine antisemitische Botschaft (S. 250). Die Hauptfigur des Stückes ist ein „reicher Jude – Häuserspekulant“: „Bin ich ein Jud, der Rache üben muß an kleinen Leuten?! Es soll so sein und ziemt sich auch!“ (S. 251) Fassbinder nimmt traditionelle soziale und religiöse Antisemitismusklischees auf, die zu einer Schuldabwehr eingesetzt wurden (S. 251): „Die Aufrechnung individueller Vergehen von Juden nach 1945 gegen die historische Schuld der Deutschen im Nationalsozialismus dient der Schuldumkehr und somit einer Entlastung.“ (S. 251) Die Uraufführung des Stücks in Frankfurt a.M. am 31.10.1985 wurde von Demonstrierenden verhindert (S. 252).

V. A 7 (Daniela Beljan & Matthias N. Lorenz) Bedeutsam für die Epoche war die sogenannte „Weizsäcker-Rede“ am 8. Mai 1985 (40 Jahre Kriegsende) (S. 253). Die Rede des damaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker setzte neue Maßstäbe für die Bewertung des Kriegsendes aber auch der Schuld der Deutschen am Holocaust bzw. der Shoah: „Wer seine Augen und Ohren aufmachte, dem konnte nicht entgehen, daß Deportationszüge rollten.“ (S. 253) Zwar könne die Nachkriegsgeneration von Deutschland nicht mehr persönlich für die Schuld der Vorgängergeneration zur Verantwortung gezogen werden, stünde aber in besonderem Maß in Verantwortung zu diesem Erbe (S. 253). In der Rede wurden verschiedene Opfergruppen der NS-Gräueltaten benannt – schwerpunktmäßig fokussierte Weizsäcker die Befreiung vom Nationalsozialismus (S. 255), der jedoch selbst auf eine Tätergruppe verengt wurde (S. 255).

V. B 1 Die vierteilige „Holocaust“-Serie (Ute Janssen) wurde im Januar 1979 im Deutschen Fernsehen (S. 269) ausgestrahlt: „Holocaust gilt als populärkulturelle und massenwirksame Aufklärung über NS-Verbrechen“ (S. 269). Erzählt wird das Schicksal einer fiktiven jüdischen Familie aus Berlin. Die Serie rief eine große Erschütterung beim deutschen Fernsehpublikum hervor und wurde von einer Diskussion begleitet, die Serie leiste „Fiktionalisierung, Trivialisierung und Konsumorientierung des Holocaust“ Vorschub (S. 269). Trotz aller ästhetischen und moralischen Kritik an der Serie setzte diese eine Zäsur im Umgang der Bevölkerung mit dem Holocaust: „Die durch die HOLOCAUST-Serie erzeugte Aufmerksamkeit und der damit gewachsene Stellenwert des Judenmordes im kollektiven Bewusstsein führten in der Folgezeit zu einer Flut von Filmen und Literatur zum ‚Dritten Reich‘, die jedoch nur selten Neuproduktionen waren.“ (S. 270) Die Serie war ein großer Publikumserfolg und führte zu einer Verbreitung des Begriffs „Holocaust“ in der deutschen Bevölkerung.

V. B 2Shoah“ (Catrin Corell) hieß der Dokumentarfilm von Claude Lanzmann aus 1985 (S. 270), der jedoch vom Publikum wenig rezipiert wurde, aber viele Kritikerpreise gewann. In Deutschland wurde Shoah nur in den dritten Programmen ausgestrahlt (S. 271). Schon allein der Begriff Shoah (hebr. für „Katastrophe“) grenzte die Dokumentation von der Holocaust-Serie (gr. für „Brandopfer“) ab (S. 271). Catrin Corell schreibt dazu: „Lanzmanns Intention ist es, die Katastrophe durch eine radikal-ästhetische Inszenierung von Zeugenschaft und Erinnerungsort in der Vorstellung des Zuschauers entstehen zu lassen und sich gerade nicht durch Integration von Archivbildern mit Leichenbergen darzustellen.“ (S. 271) Vor allem mündliche Zeugenberichte sind der Schwerpunkt der Dokumentation, die die „Radikalität des Todes“ in den Mittelpunkt stellt.

V. B 4 „Raul HilbergDie Vernichtung der europäischen Juden“ (Torben Fischer) ist ein Standardwerk (S. 274) der wissenschaftlichen Erforschung der Shoah. Raul Hilberg selbst überlebte dank Emigration in die USA (S. 274). 1948 war das Werk bereits fertiggestellt und wartete auf einen Verleger bzw. Verlag. Hilberg erforschte jedoch weiter Quellen und publizierte erst 1961 das Buch in englischer Fassung: „The European Jews“ (S. 274). Die Rezeption in den USA verlief schleppend, ähnlich in Deutschland, wo es erst 1990 bei einem bekannten Verlag in großer Auflage erschien (Fischer). Die deutsche Fassung erschien 1982 erstmal bei dem Kleinverlag Olle & Wolter.

V. C 6Topographie des Terrors“ (Miriam Hinners) ist die Bezeichnung für das Gebäude des ehemaligen Reichssicherheitshauptamtes in Berlin und für die 1992 gegründete Stiftung für ein Dokumentations- und Begegnungszentrum als auch für die 2016 eröffnete Dauerausstellung und des damit verbundenen Dokumentationszentrums (S. 292). Das Reichssicherheitshaupt in Nachbarschaft zum Regierungsviertel des NS-Staates konzentrierte „die zentralen Repressions- und Verfolgungsinstanzen des NS-Staates“ (S. 293) und war die „Befehlszentrale des ‚SS-Staates‘“ (S. 293). Im Reichssicherheitshauptamt liefen die Fäden zur Vernichtung des europäischen Judentums zusammen und diente auch der Verfolgung von Regimegegnern in Deutschland und Europa. Ab 1985 wurde das Gebäude aufgrund verschiedener Initiativen zum Ort einer gegenwartsbezogenen Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus und seinen Gräueltaten (S. 293). 1995 wurde die selbstständige öffentlich-rechtliche Stiftung „Topographie des Terrors – Internationales Dokumentations- und Begegnungszentrum Berlin“ gegründet.

Ad VI. 1995-2008

VI. A 1 Die „Wehrmachtsausstellung“ (Lena Knäpple) des Hamburger Instituts für Sozialforschung wurde 1995 zum 50. Jahrestag des Kriegsendes (S. 312) auf den Weg gebracht und einem breiten Publikum die Besatzungspolitik 1941–1944 in Weißrussland, die Tötung von Zivilisten im sog. Partisanenkampf bis 1941 bis 1941 und die Vernichtungsaktion der 6. Armee bei ihrem Vormarsch nach Stalingrad bis 1942 vor Augen gestellt.

Die Ausstellung löste „hochgradig emotionale Reaktionen“ beim Publikum aus – der Begriff Vernichtungskrieg bedeutete auch, dass die deutsche Wehrmacht daran beteiligt war als „Verbrechen von Jedermann, von Jedermanns Mann, Vater, Bruder, Onkel, Großvater“ (S. 312). Von geschichtswissenschaftlicher Seite wurde den Ausstellungsmachern Fälschung von Fotodokumenten vorgeworfen – der Wahrheitsgehalt der Ausstellung wurde jedoch in einer Bundestagsdebatte festgestellt (S. 313). In der neugestalteten Ausstellung wurden Fehler bereinigt – der Titel der Ausstellung lautete nun: „Verbrechen der Wehrmacht – Dimensionen des Vernichtungskrieges 1941-1944“ (S. 313).

VI. A 3 Die „Goldhagen-Debatte“ (S. 317) wurde durch die 1996 veröffentlichte Dissertation Daniel Jonah Goldhagens („Hitler's Willing Executioners“) angeregt. Goldhagen wollte die Motive der Täter offenlegen und eine Analyse deren Tötungsverhaltens (S. 317). Seine These geht von einem „eliminatorischen Antisemitismus“ aus: „Unter den politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen des Nationalsozialismus seien die Deutschen schließlich bereit gewesen, Juden aus freien Stücken zu quälen und umzubringen.“ (S. 318) Die Deutschen im Allgemeinen, so Goldhagen, seien „fanatische Judenhasser“ gewesen (S. 318). In der Wochenzeitung „ZEIT“ schloss sich eine sachliche Auseinandersetzung mit Goldhagens These an; die deutsche Übersetzung folgte dann im Spätsommer 1996 – trotzdem wurde die öffentliche Diskussion hoch emotionalisiert geführt (S. 319): „Letztlich waren es Goldhagens Leser und Zuhörer, die den Ausgang der medial verfassten Wissenschaftsdebatte entscheidend bestimmten.“ (S. 319)

VI. B 5Letzte Täterprozesse“ (Aurel Köpfli) fanden in Deutschland 2009–2011 am Landgericht München (S. 342) statt, vor allem gegen den Ukrainer Iwan John Demjanjuk. In den USA war er bereits 2001 angeklagt, danach wurde Demjanjuk an Deutschland ausgeliefert, wo er wegen Beihilfe zum Mord an 29000 Menschen im Lager Sobibor angeklagt wurde (S. 343); der Nachweis einer konkreten Einzeltat konnte jedoch nicht erbracht werden. Verurteilt wurde er 2011 zu 5 Jahren Haft. Demjanjuk starb 2012 in einem Pflegeheim. Nach diesem Prozess wurden gegen 50 weitere mutmaßliche KZ-Aufseher_innen Vorermittlungen durchgeführt. Gegen den Niederländer Heinrich Boere wurde der Prozess 2007/2009 in Deutschland neu aufgerollt. 2010 wurde Boere zu lebenslanger Haft verurteilt und 2013 starb er im Justizvollzugskrankenhaus Fröndenberg (S. 344). 2015 wurde in Lüneburg Oskar Gröning – „Buchhalter von Auschwitz“ angeklagt (Beihilfe zum Mord in 300.000 Fällen); Gröning wurde schuldig gesprochen und zu 4 Jahren verurteilt – anders als die Vorgänger bekannte sich Gröning zu seiner Schuld.

VI. C 7 Das Kunstprojekt „Stolpersteine“ (Nike Thurn) erinnert als Kunst- und Denkmalaktion an die Verfolgten des Nazi-Regimes: „In mit Messingblech verkleidete Pflastersteine graviert der Künstler Gunter Demnig Namen sowie Geburts- und Schicksalsdaten … von NS-Opfern und zementiert sie vor deren ehemaligen Wohnhäusern in die Straße ein.“ (S. 358) Die Steine selbst bzw. Kosten der Herstellung und Verlegung werden aus Spenden bezahlt (S. 358). Unterstützung aber auch vor allem Kritik kam von jüdischer Seite: Charlotte Knobloch „könne es nicht ertragen, dass Stiefel und Schuhe auf Namen von Opfern des Naziregimes herumträten.“ (S. 358) Die Diskussion über die Stolpersteine, die Auswahl der Opfer, wird bis heute kontrovers geführt (S. 359).

VI. C 8 Der Film „Der Untergang“ (Hendrik Buhl) erzählt die letzten Tage Hitlers, seiner engsten Umgebung, in Berlin. Der Film wurde 2005 für den Oscar nominiert – bekannte deutschsprachige Schauspieler*innen, wie z.B. Bruno Ganz (spielte Adolf Hitler), trugen zur breiten Rezeption des Films bei (S. 360). Der Film basiert auf der literarischen Vorlage „Der Untergang – Hitler und das Ende des Deutschen Reiches. Eine historische Skizze aus dem Jahr 2002“ von Joachim C. Fest (S. 360). Der Film geht chronologisch vor, d.h., die letzten 12 Lebenstage Hitlers (20.4. bis 2.5.1945) werden kammspielartig erzählt (S. 360). Respekt wurde im Allgemeinen der schauspielerischen Leistung Bruno Ganz' gezollt – die Kritik sieht in dem Film jedoch ein Weiterwirken des „Mythos Adolf Hitler“ (S. 361), d.h., dass grobe Umdeutungen und falsche Identifikationen kritisiert werden (S. 362): „Der UNTERGANG ist keine objektive Darstellung dessen, was in der letzten Phase des >Dritten Reiches< geschah, sondern konstruiert aus Versatzstücken subjektiver Erlebnisse eine filmische Version der Vergangenheit.“ (S. 362)

VI. D 1 „Victor Klemperer: Tagebücher 1933-1945“ (Laura Ruckert); diese berühmt gewordenen Tagebücher sind zwischen 1995–1999 veröffentlicht worden und geben das Leben des deutsch-jüdischen Romanisten Victor Klemperer wieder, der seinen Alltag unter den Bedingungen des Nationalsozialismus (S. 364) beschrieb. Klemperer, Sohn eines Rabbiners in Landsberg an der Warthe, geboren 1881, war von 1920–1935 Professor für Romanistik an der Technischen Hochschule Dresden. Tagebuch schrieb er von seinem 16. Lebensjahr an bis zu seinem Tod 1960. Das Tagebuchschreiben war für Victor Klemperer Überlebensstrategie zum einen und zum anderen eine Dokumentation der Judenverfolgung. Die Ehe mit Eva Schlemmer und der Bombenangriff am 13.2.1945 auf Dresden bewahrten Klemperer vor der Deportation. Die schrittweise Entrechtung und Verfolgung der jüdischen Bevölkerung ist in den Tagebüchern dokumentiert. Im Februar 1945 flüchtete Klemperer aus Dresden, kam aber vier Monate später wieder zurück. 1947 erschien sein Werk LTI (Lingua Tertii Imperii) zur Sprache des Nationalsozialismus (S. 365). 1999 wurden die Tagebücher in einem 12-teiligen Fernsehfilm „Klemperer – Ein Leben in Deutschland“ verfilmt.

VI. D 4 „Bernhard Schlink: Der Vorleser (1995)“ (Hans-Joachim Hahn) – der Roman löste 2002 (S. 371) in den deutschen Feuilletons eine moralische Diskussion aus. Von Haus ist Bernhard Schlink Jurist und Verfassungsrichter. Im Mittelpunkt seines Romans (S. 372) steht die Liebesaffäre des 15jährigen Michael Berg, der sich in den 1950er Jahren in die 36 Jahre alte Straßenbahnschaffnerin Hanna Schmitz verliebt. In den späteren Jahren stellt sich heraus, dass sie als SS- und KZ-Aufseherin in Auschwitz für den Tod jüdischer Frauen verantwortlich war. In einer Gerichtsverhandlung bekommt sie für den Tod der Frauen die Hauptschuld, was mit lebenslangem Freiheitsentzug geahndet wird. Der Jurastudent Berg findet allerdings heraus, dass „sie als Analphabetin einen ihr zugeschriebenen, belastenden Bericht nicht verfasst haben konnte.“ (S. 372) Erzählt ist die Geschichte als Rückblick Bergs zu Beginn der 1990er Jahre. Im Umfeld des Romans gab es zwei weitere deutsche Romane (Martin Walser: Tod eines Kritikers; Günter Grass: Im Krebsgang), was eine von Harald Welzer ausgelöste Diskussion um die „Rückkehr einer deutschen Opferkultur“ auslöste (S. 372). Auch Schlinks Roman wurde vor allem in Leser*innenbriefen skandalisiert und als „Kulturpornographie“ verunglimpft. Diskutiert wurden eine Täter-Opfer-Umkehr in Schlinks Roman und die Darstellung der SS als reguläre soldatische Einheit der Wehrmacht (S. 373).

VI. E 1Jürgen Möllemanns Israel-Flugblatt“ (Matthias N. Lorenz) (S. 385) kennzeichnet eine unsachliche Israelkritik, verbunden mit antisemitischen Äußerungen, die Jürgen Möllemann (FDP-Politiker) in 2002 präsentierte und eine bundesweite Antisemitismusdebatte auslösten (S. 385). Im Sommer 2002 waren israelische Truppen in die Palästinensergebiete einmarschiert, was der Grünen-Abgeordnete im Landtag von Nordrhein-Westfalen, Jamal Karsli, zum Anlass einer scharfen Israelkritik nahm (S. 385) und die Taten der israelischen Armee mit den NS-Gräueltaten im Holocaust und im NS-Vernichtungskrieg verglich. Diese auch in rechtsextremen Kreisen etablierte Täter-Opfer-Nivellierung lösten einen Eklat aus und Karsli trat in Folge dann aus der Partei und Fraktion aus – Möllemann nahm Karsli dann in die Landtagsfraktion der FDP in Nordrhein-Westfalen auf, was innerhalb des Landtags und auch in der FDP zu massiven Protesten führte. Im Juni 2002 musste Karsli die FDP-Fraktion verlassen (S. 386). Möllemann polarisierte in der Folge gegen den damaligen israelischen Ministerpräsidenten Sharon und gegen den deutschen Fernsehjournalisten Friedman (S. 386). Möllemann inszenierte sich als Tabubrecher und Höhepunkt war dann ein Flugblatt „Klartext. Mut.“ Möllemanns im Bundeswahlkampf des Jahres 2002. Am 5.6.2003 verübte Möllemann Selbstmord (S. 387).

VI. E 4NSU-Morde“ (Imke Schmincke & Jasmin Siri) – NSU meint „nationalsozialistischen Untergrund“ als Bezeichnung „einer rechtsterroristischen Gruppe, die zwischen 1998 und 2011… aus rassistischen Motiven zehn Menschen ermordete, weitere durch zwei Bombenanschläge verletzte sowie diverse Banküberfälle durchführte.“ (S. 391) Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe waren die Hauptakteure; 2011 begingen Mundlos und Böhnhardt Selbstmord, Zschäpe stellte sich der Polizei und wurde am 11.7.2018 zu lebenslanger wegen neunfachen Mordes und wegen versuchten Mordes in 32 Fällen verurteilt; mitverurteilt wurden auch Ralf Wohlleben, Andre E., Holger G. und Carsten C. Die Ermittlungsbehörden konzentrierten sich anfangs auf sog. „Ausländerkriminalität“ und dieses Bild wurde dann auch in den Medien weitergegeben – im Nachgang zum Prozess mussten sich Medien, Behörden, Strafverfolgungsorgane (S. 392) auf verschiedenen Ebenen massive Rück- und Nachfragen gefallen lassen. Ab 2012 gab es im Bundestag und in den Ländern (Thüringen, Sachsen, Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg) verschiedene Untersuchungsausschüsse, die „eine bis heute anhaltende Kette von Versäumnissen, Pannen, Inkompetenzen, Vertuschungen und bewussten Täuschungen“ (S. 392) aufdeckten. Ab Mai 2013 wurde der Prozess gegen Beate Zschäpe beim Oberlandesgericht München geführt (S. 393). In der Tat müsste nach Ansicht von Jasmin Siri und Imke Schmincke eine Kurswende in der Bewertung des steigenden Rechtsextremismus herbeigeführt werden (S. 393).

VI. F 8 „Günter Grass' Waffen-SS-Mitgliedschaft“ (S. 422) (Kürzel JBi nicht identifizierbar) wurde 2006 entdeckt, als Günter Grass im Umfeld seines Buches „Beim Häuten der Zwiebel“ diese Mitgliedschaft öffentlich einräumte. Am 12.8.2006 erschien in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung ein Interview, in dem Günter Grass seine Mitgliedschaft in der 10. SS-Panzerdivision bestätigte. Die Reputation Grass' als moralische Instanz der Bundesrepublik Deutschland (S. 423) kam danach beträchtlich ins Wanken. Das Problem war nicht die Mitgliedschaft des 17-Jährigen, sondern dass Günter Grass 61 Jahre dazu geschwiegen hatte. Der Höhepunkt in der medial-moralischen Auseinandersetzung war dann im April 2013 das Gedicht „Was gesagt werden muss“ von Günter Grass, das Anlass für eine längere Antisemitismusdebatte lieferte.

VI. F 10 Die „Umbenennung von Straßen“ (Holger Köhn) dient als Instrument der Geschichts- und Erinnerungspolitik (S. 429), Straßen, die an NS-Personen oder an rassistische, antisemitische oder kolonialistische Personen erinnern, umzubenennen. Eine große Umbenennung erfolgte allerdings im NS-Staat selbst – entfernt wurden Straßennamen, die nicht dem Selbstbild der NS-Ideologie entsprachen. Getilgt wurden Namen aus der Weimarer Zeit bzw. meist jüdische oder marxistische Personennamen; auch Personen aus der Kolonialzeit oder dem ersten Weltkrieg wurden von den Nazis instrumentalisiert (S. 430). Im Zuge der „Entnazifizierung“ verschwanden ab 1945 relativ schnell nationalsozialistisch verwendete Namen, wobei jedoch nur in erster Linie bekannte Größen der NS-Eliten betroffen waren. In vielen deutschen Städten setzte jedoch in den 2000er Jahren eine intensive Diskussion ein (S. 431) und viele Straßen wurden auch tatsächlich umbenannt. Jedoch gilt im Allgemeinen: „Straßennamen sind kein Spiegel der Geschichte, sondern lediglich Ausdruck unvollständiger, höchst selektiver Geschichtsbilder.“ (S. 432)

Fazit

Das Lexikon ist höchst informativ und präzise geschrieben und eignet sich hervorragend als Nachschlagewerk zur schnellen Übersicht; sehr hilfreich sind auch die weiterführende Literatur und auch das Literaturverzeichnis am Ende des Werkes. Das Buch sollte im schulischen Geschichts- und Gemeinschaftskunde unbedingt eingesetzt werden, aber auch in öffentlichen Bibliotheken nicht fehlen.


Rezensent
Prof. Dr. Wilhelm Schwendemann
Professor für Evangelische Theologie und Didaktik an der Evangelischen Hochschule Freiburg im Fachbereich II (Theologische Bildungs- und Diakoniewissenschaft)
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Zitiervorschlag
Wilhelm Schwendemann. Rezension vom 12.07.2019 zu: Torben Fischer, Matthias N. Lorenz (Hrsg.): Lexikon der "Vergangenheits­bewältigung" in Deutschland. Debatten- und Diskursgeschichte des Nationalsozialismus nach 1945. transcript (Bielefeld) 2015. 3., überarbeitete und erweiterte Auflage. ISBN 978-3-8376-2366-6. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/20255.php, Datum des Zugriffs 19.07.2019.


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ISSN 2190-9245

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