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Dieter Isler: Vorschulischer Erwerb von Literalität in Familien

Cover Dieter Isler: Vorschulischer Erwerb von Literalität in Familien. Erkundungen im Mikrokosmos sprachlicher Praktiken und Fähigkeiten von 5- und 6-jährigen Kindern. Beltz Juventa (Weinheim und Basel) 2015. 168 Seiten. ISBN 978-3-7799-3338-0. D: 29,95 EUR, A: 30,80 EUR, CH: 40,10 sFr.
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Thema

In der vorliegenden Studie geht es nicht um die Kompetenz (oder Fähigkeit?) Literacy bzw. Literalität im Allgemeinen, sondern konkreter, dennoch in hohem Maße multiperspektivisch, um jene sprachlichen Praktiken und Fähigkeiten, die Kinder vor dem Schuleintritt im Rahmen ihrer Familie erwerben. Dieter Isler widmet sich der Frage, welchen Stellenwert „konzeptionell schriftliche, aber mündliche realisierte Sprachhandlungen“ (S.9) im privaten Kontext einnehmen.

Autor

Dr. Dieter Isler ist Dozent für Erziehungswissenschaften und Deutsch sowie Leiter der Abteilung Forschung an der Pädagogischen Hochschule Thurgau. Unter seiner Ägide finden Entwicklungs- und Forschungsprojekte mit dem Schwerpunkt „Frühe Sprachbildung“ statt. Im Jahre 2010 erhielt Isler mehrfach Auszeichnungen für die Lernsoftware „Lernwerkstatt“. Er ist des Weiteren Autor und Ko-Autor zahlreicher Beiträge zu seinem Forschungsschwerpunkt.

Entstehungshintergrund

„Vorschulischer Erwerb von Literalität in Familien“ beruht auf Daten, die Isler vor mehr als zehn Jahren im Zuge seines Dissertationsprojekts erhob. Die Promotion fand schließlich im Jahre 2014 statt, die Publikation der Dissertationsschrift konnte erst zwei Jahre später erfolgen.

Aufbau und Inhalt

Das Buch besteht aus neun Kapiteln, die in sich zwar übersichtlich, nichtsdestoweniger sehr kleinschrittig gegliedert sind. Nachdem er die „Ausgangslage“ sowie „Forschungsziel und Zugänge“ seiner Dissertation knapp verdeutlicht hat, erläutert Isler diesen Aufbau in Kapitel 1 („Einführung“). Hier weist er ebenfalls darauf hin, dass eine frei zugängliche digitale Version seiner gesamten Dissertation zur Verfügung steht.

Im zweiten Kapitel steht die „Gegenstandserklärung: Literalität“ im Vordergrund. Isler betrachtet die Begriffe „Literacy“ und „Literalität“ als Synonyme. Er bezieht sich zunächst auf den Facettenreichtum von „Literalität als soziale Praxis“, um vor diesem Hintergrund seine Verwendung des Begriffes „Literalität“ zu skizzieren. Dabei entsteht ein gut strukturiertes Modell, das auf einer ersten Ebene zwischen „Sprache als (Lern-)Medium“ und der Objektivierung von „Sprache als Gegenstand“ differenziert. Innerhalb des Mediums Sprache sei zu unterscheiden zwischen den konzeptionell schriftlichen Sprachhandlungen, die im Mündlichen entweder darstellend (realitätsbezogen oder fiktional) oder auf eine andere Art („instruierend, erklärend, argumentiert“) vorgenommen werden, einerseits und dem medial schriftlichen Sprachgebrauch andererseits. So manifestieren sich insgesamt fünf Dimensionen des Sprachgebrauchs: Darstellung von Realität; Darstellung von Fiktionalem; Instruktion, Erklärung, Argumentation; Medium Schriftsprache und Metasprache. Diese reduziert Isler bei der Bestimmung seines Untersuchungsgegenstands auf drei Kriterien (komplexer mündlicher Sprachgebrauch, Schriftsprache, Objektivierung von Sprache), deren Ausprägungsgrad bei 5- und 6-jährigen Kindern Aussagen über vorschulische literale Fähigkeiten erlaubt.

Wie für eine Qualifikationsschrift erforderlich, nimmt das folgende 3. Kapitel („Forschungsstand“) einen sehr breiten Raum ein. Isler referiert die bis ca. 2012 international vorliegenden Studien in drei großen Gruppen („Familiäre Rahmenbedingungen und literale Fähigkeiten“, „Literale Familienkulturen 1: Angebote und Praktiken als Repertoires“, „Literale Familienkulturen 2: Praktiken als Diskursmuster“), setzt dabei dezidiert Schwerpunkte und beendet die Darstellung der jeweiligen Gruppe mit einer „Bündelung der Befunde“. Aus der sehr detaillierten und profunden Auseinandersetzung mit dem Forschungsstand zieht Isler auf inhaltlicher und methodischer Ebene Konsequenzen für seine Studie: Er analysiere „literale Praktiken in Familien als Erwerbskontexte literaler Fähigkeiten“ auf der Ebene kommunikativer Repertoires, wobei das „Handeln der Kinder“ wesentlich sei, mit anderen Worten: Isler erhebt seine Daten bei Familienbesuchen, in denen das sprachliche Agieren der Kinder beobachtet wird. Seine Studie sei ethnografisch orientiert und beruhe auf der teilnehmenden Beobachtung literaler Praktiken.

Im lediglich zwei Seiten umfassenden Kapitel 4 („Fragestellung und Design“) fächert Isler seine Fragestellung in fünf Unterpunkte auf:

  • „Welche Rahmenbedingungen bestehen in den Familien? Worin gleichen und unterscheiden sie sich?“
  • „Wie sind die literalen Familienkulturen beschaffen? Welche literalen Angebote bestehen? Welche literalen Praktiken sind präsent? Worin gleichen und unterscheiden sich die Familienkulturen?
  • „Welche literalen Fähigkeiten zeigen die Kinder in ihren familiären Kontexten? Worin gleichen und unterschieden sich ihre Fähigkeiten?“
  • „Welche literalen Fähigkeiten zeigen die Kinder in einer schulischen Erhebungssituation? Worin gleichen und unterscheiden sich ihre Fähigkeiten?“
  • Welche Bezüge bestehen zwischen den familiären Rahmenbedingungen, den literalen Familienkulturen und den literalen Fähigkeiten der einzelnen Kinder? Worin gleichen und unterscheiden sich diese Bezüge im Vergleich der Familien?“ (S.71)

Isler erklärt, dass seine Studie auf Daten des Forschungsprojekts „Lernwelten – literacies“ der Pädagogischen Hochschule Zürich zurückgehe. Die Untersuchungseinheit des Projekts habe aus einer Kindergartenklasse und vier aus dieser Klasse ausgewählten Kindern, den „Fokuskindern“, bestanden. Am Anfang standen teilnehmende Beobachtungen bei den Kindern im Zentrum, die später von Lesestandserhebungen sowie von Leitfadeninterviews mit Eltern und Kindergartenlehrpersonen ergänzt wurden. Die Auswertung der Daten verlief im Sinne der Grounded Theory, was Isler mit einer Grafik zu seinen Fragestellungen veranschaulicht.

„Theoretische und methodische Grundlagen“ sind Gegenstand des folgenden Kapitels 5. Die in der Einleitung kurz präsentierten „Forschungsziele und Zugänge“ unterliegen hier einer sehr differenzierten Betrachtung. Er orientiere sich hauptsächlich, so Isler, an drei Theoriesträngen: an der „kulturhistorischen Psychologie“ von Lev Wygotski, an der „funktionalen Linguistik“ von Michael Halliday und Dell Hymes sowie an der „kritischen Kultursoziologie“ von Pierre Bourdieu (S. 73). Besonders erwähnenswert ist, dass der Autor nicht von sprachlichen Kompetenzen, sondern von „Fähigkeiten“ spricht. Es gehe um „erworbene Ressourcen“ und „deren Realisierung im Rahmen der situierten Sinn-Ko-Konstruktion“ (S. 75). Der Prozess der Ko-Konstruktion sei sozial und gehe über die dem Kompetenzmodell zugrundeliegende Auffassung von individuellen Dispositionen hinaus. Nach einer kurzen Betrachtung seines „Grundverständnisses ‚qualitativer‘, nicht standardisierter Sozialforschung“ (S.80) erläutert Isler, dass sich sein Projekt in zwei Punkten von dem allgemeinen Verständnis ethnografischer Forschung unterscheide: die Datenerforschung habe linear, in zwei getrennten Phasen, stattgefunden und die Anwesenheit von Forschenden im familiären Kontext habe die Feldbedingungen beeinflusst. Dies müsse bei der Auswertung reflektiert werden. Eine genaue Auffächerung der „Zugänge und Erhebungsmethoden“ sowie der primären und schließlich sekundären Auswertungsmethoden rundet das Kapitel ab. Im Mittelpunkt stehen komplementäre Analyseverfahren (Inhalts-, Gattungs- und Sequenzanalyse), die eine systematische Darstellung der beobachteten Interaktionen erlauben. Die isolierten Merkmale lassen im nächsten Schritt Aussagen zu den literalen Fähigkeiten der „Fokuskinder“ zu.

Kapitel 6 entwirft das „Kategoriensystem ‚literale Praktiken‘“, das auf der Basis von fünf deduktiv gewonnenen Grobkategorien im Laufe der Forschungen induktiv erweitert wurde. So ergibt sich die Erweiterung zu insgesamt 30 Feinkategorien. Um ein Beispiel anzuführen: „Sprache objektivierende sprachliche Handlungen“ sind mikrostrukturiert in die auf empirischer Grundlage isolierten Bereiche „Mit Sprache spielen, experimentieren“, „Sprachliche und schriftsprachliche Phänomene thematisieren“, „Medien thematisieren“, „Weitere Sprachen (und Varietäten) gebrauchen“ und „Weitere Sprachen (und Varietäten) thematisieren“.

Den Kategoriensystemen „literale Praktiken“ und „literale Angebote“ folgend, gewährt Kapitel 7 anhand des „Falls Jana“ fundierte „Einblicke in die Datenanalyse“. Mit der Auflistung und Kommentierung vielfältiger literaler Aktivitäten und den sie unterstützenden Abbildungen und Fotos entsteht ein aussagekräftiges Bild der einzelnen Inhalts-, Gattungs- und Sequenzanalysen, die gegen Ende des Kapitels zu Profilen von Literalität verdichtet werden können. Sehr deutlich offenbaren sich in der Triangulierung der Profile als fallinterner Vergleich, dass sich die Praktiken in der Familie mit dem Fähigkeitsprofil des Kindes decken. Das familiäre Angebot an literalen Praktiken erstreckt sich genauso auf alle fünf Dimensionen von Literalität wie Janas Fähigkeiten.

In einer „Zusammenfassung der Ergebnisse“ (Kapitel 8) beantwortet Isler nacheinander seine fünf Forschungsfragen: Alle Familien lassen sich „grob als mittelständische, bildungsorientierte, deutschsprachige Kleinfamilien charakterisieren“ (Fragen s. oben, ad 1, S. 133). Zu den literalen Praktiken lässt sich für jedes Fokuskind ein besonderes Profil erstellen, bei allen besteht ein enger Zusammenhang zwischen den literalen Angeboten und Praktiken (ad 2, S. 135). Für alle Kinder lassen sich „individuelle Fähigkeitsprofile nachweisen, die sich auf der Ebene der Dimensionen durch die Relevanzen der fiktionalen, medial schriftlichen und Sprache objektivierenden Fähigkeiten […] unterscheiden“ (ad 3, S. 136). In der schulischen Erhebungssituation manifestieren sich bei allen Kindern sowohl realitätsbezogene als auch fiktionale Fähigkeiten. Nahezu alle sind in der Lage Symbole und Logogramme zu entschlüsseln, Sprache objektivierende Fähigkeiten lassen sich ebenfalls bei allen Kindern beobachten (ad 4, S. 137). Nicht zuletzt weisen die Kinder „fallintern eine hohe Kongruenz“ (S. 139) von familiären Rahmenbedingungen und literalen Fähigkeiten auf. Obwohl sich fallübergreifend „eine deutliche Varianz der literalen Praktiken und Fähigkeiten“ (ad 5, S. 139) ergibt, weisen die einzelnen Fallprofile dennoch nicht wenige Besonderheiten auf.

Zu guter Letzt lässt sich der Verfasser sehr intensiv auf eine „Diskussion ausgewählter Ergebnisse“ (Kapitel 9) ein. Auch dabei orientiert er sich an den fünf Dimensionen von Literalität. In einem Rück- und Ausblick reflektiert er sein Literalitätsmodell und sein methodisches Vorgehen. Auf der Grundlage der Ergebnisse seiner Forschungen beendet er die Publikation mit sieben „Hypothesen zur Sprachförderung im Kindergarten“. Da es schwierig sei von familären Praktiken direkt auf die Sprachförderung zu schließen, sei hier die Rede von Hypothesen und nicht von Thesen. Islers Hypothesen beginnen bei einer „Kultur der situativen Sprach(en)objektivierung“ (1.), verlaufen über „Prozesse der Sinn-Ko-Konstruktion“ (4.) und plädieren schließlich für „eine Sprachförderung, die an alltagsnahe Praktiken anschliesst [sic] und schulförmige Sprachhandlungen und Genres schrittweise und gezielt einführt und ausbaut […]“ (S. 159).

Diskussion

Zunächst ist es sehr aufschlussreich zu verfolgen, dass Zwei- und Mehrsprachigkeit den eidgenössischen Normalfall darstellt und immer als profitabel für die Kinder eingestuft werden kann. So normal, dass Isler kaum darauf eingeht, was man sich als Nichtschweizer hätte wünschen dürfen. Eine gewisse Irritation kommt ebenfalls auf, wenn einerseits von „Kindergartenklassen“, andererseits von „Lesestandserhebungen“ die Rede ist. Es bleibt offen, ob die „Fokuskinder“ bereits im Kindergarten lesen gelernt haben oder aber die Erhebungen nach dem ersten Schuljahr stattfanden.

In erster Linie zu beklagen ist jedoch der große zeitliche Abstand zwischen der Datenerhebung (2004/05) und der Publikation der Arbeit. Hier stellt sich die berechtigte Frage, ob der Erwerb von Literalität in den vier analysierten Familien heute noch genauso verlaufen würde. Im Jahre 2005 hat nur eines der vier Kinder intensiv elektronische Medien (Hörbücher) genutzt. Dass zehn Jahre später bereits kleine Kinder mit Handys und Tablets lernen, kann zwar mit großer Skepsis gesehen werden, ist aber schlichtweg ein Faktum, das in Studien zur Literalität eine wesentliche Rolle spielen muss. Dieser anachronistische Touch birgt allerdings den klaren Vorteil des Vergleichsmaterials für mögliche weiterführende und entsprechend aktuelle Studien.

Auf das Konto der langen Entstehungsdauer gehen vermutlich darüber hinaus einige Redundanzen. Kapitel 2 („Gegenstandserklärung Literalität“) überschneidet sich mit Kapitel 6 („Kategoriensystem ‚literale Praktiken‘“), bei dessen Lektüre man sich fragt, warum das „Kategoriensystem ‚literale Angebote‘“ lediglich in der digitalen Version erscheint. Dies umso mehr, weil bei „Einblicke in die Datenanalyse: Der Fall Jana“ zunächst von den „literalen Angeboten“ die Rede ist.

Da Kapitel 7, Einblick in die Datenanalyse, im Vergleich zu anderen Abschnitten sehr viel lebendiger und praxisnäher wirkt, hätte es dem Buch mit Sicherheit gut getan, wenn auch die Daten der anderen Fokuskinder mit aufgenommen worden wären – auch deshalb, weil Isler in seiner Einleitung von der Zielgruppe „interessiertes Fachpublikum“ spricht. Erfahrungsgemäß fühlt sich ein solches ganz besonders von praxisnahen Schilderungen angesprochen. Kapitel 2 und Kapitel 5 hätten sinnvollerweise in einem „Guss“ bearbeitet werden können, denn alle Ebenen des Modells, das Isler in Kapitel 2 entwirft, lässt er in Kapitel 5, nun ausführlich und theoretisch unterfüttert, noch einmal Revue passieren.

Den Forschungsstand zum Thema referiert Isler sowohl extensiv als auch intensiv, damit in hohem Maße gewinnbringend für seine Leser. Schade allerdings ist, dass Studien, die nach 2012 erschienen sind, keine Berücksichtigung mehr finden.

Nicht zulasten des Autors, sondern zulasten des Verlags geht eine Formatierung, die alles andere als leserfreundlich ist. Farbige Abbildungen wären schön gewesen, sind aber vermutlich dem Rotstift zum Opfer gefallen. Außerdem ist es auch in Schweizer Publikationen nicht üblich auf das „ß“ zu verzichten. Im Verein mit einer relativ hohen Anzahl an Druckfehlern mindert dies die Lesefreude zusätzlich.

Die insgesamt sehr detaillierte Darstellung läuft relativ häufig Gefahr zu zerfasern, wenngleich immer der berühmte „rote Faden“ erkennbar ist. Nicht selten drängt sich der Eindruck auf, dass Isler Schwierigkeiten hat sein immenses Wissen, die analysierte Datenflut und schließlich die Ergebnisse zu bändigen. Das, was einerseits die Lesbarkeit der Arbeit beeinträchtigt, bedingt andererseits ihre Stärke: hier breitet sich eine sozialwissenschaftliche und in Teilen ebenfalls linguistische Kompetenz aus, die ihresgleichen lange suchen müsste und die es auch nicht nötig hätte sich gegen Ende der Arbeit noch einmal selbst zu legitimieren. Die Ergebnisse der Untersuchungen haben hinlänglich bewiesen, dass sich das Literalitätsmodell bewährt hat. Eine zusätzliche Überprüfung ist nicht erforderlich.

Sehr passend und auch strategisch klug direkt ans Ende der Ausführungen platziert sind die Hypothesen zur Sprachförderung im Kindergarten. Islers Begründung, weshalb er nicht von Thesen redet, leuchtet zwar ein, lässt sich aber leicht entkräften. Sehr wohl lassen sich, und das beweisen die Hypothesen, Rückschüsse vom Familienumfeld auf das Kindergartensetting ziehen. So hätte Isler also etwas selbstbewusster von Thesen sprechen sollen.

Fazit

Obwohl der Studie Daten zugrunde gelegt wurden, deren Erhebung mehr als zehn Jahre zurückliegt, obwohl die Arbeit nicht frei von Redundanzen ist, muss ihre hohe Aussagekraft und Bedeutung für den „Literacydiskurs“ betont werden. Isler hat ein Beispiel exzellenter qualitativer Sozialforschung vorgelegt. Besonders hervorzuheben ist hier noch einmal Kapitel 8, in dem Isler klare Antworten auf seine insgesamt fünf Forschungsfragen formuliert. Überdeutlich zeigt sich, dass Kinder aus „mittelständisch-bildungsorientierten Familien“ die Möglichkeit haben alle fünf Dimensionen des hier zugrunde gelegten Literalitätsmodells in ihrem Alltag zu erfahren. Da die Frage, ob Kinder aus sozial benachteiligten Familien auf vergleichbare Bedingungen treffen, aufgrund des hier gewählten Designs unbeantwortet bleiben muss, eröffnet sich an diesem Punkt der Raum für eine Vielzahl weiterführender Studien.


Rezensentin
apl. Prof. Dr. Anne Amend-Söchting
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Zitiervorschlag
Anne Amend-Söchting. Rezension vom 08.12.2016 zu: Dieter Isler: Vorschulischer Erwerb von Literalität in Familien. Erkundungen im Mikrokosmos sprachlicher Praktiken und Fähigkeiten von 5- und 6-jährigen Kindern. Beltz Juventa (Weinheim und Basel) 2015. ISBN 978-3-7799-3338-0. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/20276.php, Datum des Zugriffs 17.10.2018.


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