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Heidi Neumann-Wirsig (Hrsg.): Lösungsorientierte Supervisions-Tools

Cover Heidi Neumann-Wirsig (Hrsg.): Lösungsorientierte Supervisions-Tools. Renommierte Supervisorinnen und Supervisoren beschreiben 50 lösungsorientierte, systemische und hypnosystemische Tools für die Supervision. managerSeminare Verlags GmbH (Bonn) 2016. 317 Seiten. ISBN 978-3-95891-012-6. D: 49,90 EUR, A: 51,30 EUR.
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Herausgeberin

Heidi Neumann-Wirisig ist Diplom-Sozialarbeiterin, Coach, Supervisorin, Organisationsberaterin und Geschäftsführerin BTS. Sie ist Autorin und Herausgeberin von Fachartikeln und Fachbüchern zur systemischen und lösungsorientierten Supervision.

Thema

Heidi Neumann-Wirsig, die bereits einige Bücher in dem Bereich Supervision geschrieben hat, gibt mit diesem Buch einen „Methodenkoffer“ heraus, den Supervisoren zur Erweiterung ihrer Handlungskompetenz nutzen können. Sie finden ein gut strukturiertes Buch vor, in dem sie einzelne Methoden für ihre Praxis heraussuchen können. Die Tools stammen von praxiserfahrenen Supervisoren, die auf den letzten Seiten des Buches kurz vorgestellt werden.

Aufbau und Inhalt

Das Buch ist in fünf Teilen gegliedert.

Der erste Teil des Buches beginnt mit einem Vorwort, welches die Beschreibung von Supervision und eine Übersicht möglicher Beratungsansätze und Supervisionskonzepte beinhaltet und mit einer Übersichtstabelle, die nach Phase, Name des Tools und Supervisionsformat eingeteilt ist, abschließt.

Die Tools, die in den Teilen 2-4 vorgestellt werden, haben alle den folgenden einheitlichen Aufbau: Kurzbeschreibung, mögliche Anwendungsgebiete (wie z.B. Einzel- Team- oder Gruppensupervision), ausführliche Beschreibung (ggf. Varianten), Voraussetzungen und notwendige Kenntnisse sowie die Kommentare und Quellen/ Literaturangaben. Einige werden durch die persönlichen Erfahrungen des Autors ergänzt. Jeder Teil beginnt mit einer Übersicht der sich in diesem Kapitel befindenden Tools.

Der zweite Teil des Buches befasst sich mit dem Aufbau von Kooperation, sowie mit der Gestaltung von Anfängen. Die beschriebenen 6 Methoden legen das Augenmerk auf die Ressourcenaktivierung und die Standortbestimmung der Teilnehmer.

Der dritte Teil des Buches beinhaltet die Entwicklung von Visionen, Zielen und Zukunftsentwürfen. Die 7 dort beschriebenen Methoden bieten Leitfäden, Sortierhilfen, Ressourcenübungen sowie Reflexionsanleitungen an.

Der vierte Teil ist der inhaltlich größte mit 32 vorgestellten Methoden und beschreibt Wege zum Ziel/zur Lösung. Im Gegensatz zu den anderen Teilen ist dieser noch einmal in die Themenbereiche „Entscheidungen finden“, „Zusammenarbeit stärken“, „Anliegen und Fälle auf den Weg bringen“, „Kontroverse Themen verhandeln“, „In Bewegung kommen“, „Muster verändern“ und „Ressourcen aus Vergangenem generieren“ aufgeteilt.

Der fünfte Teil bezieht sich auf das Erkunden von Fortschritten. Es werden 5 Methoden vorgestellt, die für die Prozessauswertung und die Abschlussreflexion genutzt werden können.

Auf den letzten Seiten des Buches werden die Autoren und Autorinnen vorgestellt.

Zu einigen vorgestellten Methoden gibt es Online-Vorlagen zum Ausdrucken. Der Link dafür befindet sich im Klappentext.

Diskussion

Anfänglich war ich von der im Buchtitel benannten Lösungsorientierung etwas irritiert, da für mich bislang Supervision grundsätzlich lösungsorientiert war. Beim Lesen des Buches wurde mir jedoch der gewählte Buchtitel verständlich.

Die Herausgeberin setzt mit dem inhaltlich umfangreichsten vierten Teil des Buches „Wege zur Lösung/zum Ziel“ den Schwerpunkt. Durch die sich dort befindliche Unterteilung in verschiedene Themenbereiche findet der Leser schnell eine passende Methode für seine Arbeit. Viele der vorgestellten Tools gehen vom Ansatz auf die lösungsfokussierte Kurztherapie nach Steve de Shazer und Insoo Kim Berg zurück und können sowohl für die Einzel-, Gruppen- und Teamsupervision genutzt werden.

Bei dem Tool „In Lösungen schwimmen“ wird eine Outdoor-Variante vorgestellt, die ihrer Beschreibung nach in einer Schwimmhalle durchgeführt wird. Fraglich ist für mich die tatsächliche Anwendbarkeit in der Praxis. Einige Ideen aus dem Bereich „Anfänge gestalten“ lassen sich auch für den Trainingsbereich nutzen.

Das Buch enthält wenige Visualisierungen, die den Leser dabei unterstützen würden, den Zugang zu den Methoden leichter zu finden. Durch die für einige Tools zusätzlich online verfügbaren Vorlagen, unterstützt das Buch im Supervisionsalltag und macht es zu einem wertvollen Praxisbegleiter.

Fazit

Das von Heidi Neumann-Wierig herausgegebene Buch „Lösungsorientierte Supervisions-Tools“ enthält eine gelungene Sammlung von Methoden, die Anregungen für die eine oder andere Erweiterung des eigenen Repertoires geben und in der Supervisionspraxis anwendbar sind. Es eignet sich gleichermaßen für neu beginnende als auch für erfahrene Supervisoren und Coaches. Darüber hinaus können einige der beschriebenen Tools mit abgewandelter Fragestellung auch im Trainingkontext ihre Anwendung finden.


Rezensentin
Andrea Schlösser
Trainerin, Coach, Mediatorin und Supervisorin
Homepage www.neurolines.de
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Zitiervorschlag
Andrea Schlösser. Rezension vom 07.04.2016 zu: Heidi Neumann-Wirsig (Hrsg.): Lösungsorientierte Supervisions-Tools. Renommierte Supervisorinnen und Supervisoren beschreiben 50 lösungsorientierte, systemische und hypnosystemische Tools für die Supervision. managerSeminare Verlags GmbH (Bonn) 2016. ISBN 978-3-95891-012-6. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/20492.php, Datum des Zugriffs 11.12.2019.


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