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Kurt Weber (Hrsg.): Die Kita-Konzeption

Cover Kurt Weber (Hrsg.): Die Kita-Konzeption. Stärkung und Weiterentwicklung Ihres pädagogischen Profils. Carl Link (Kronach) 2016. 122 Seiten. ISBN 978-3-556-07034-5. D: 29,95 EUR, A: 30,80 EUR.
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Thema

Die vorliegende Publikation „Die Kita-Konzeption“ will, wie es der Untertitel schon aussagt, zur Stärkung und Weiterentwicklung des pädagogischen Profils beitragen. In der Konzeption einer Kindertagesbetreuungseinrichtung werden die Einrichtung, ihre Ziele und Wege zur Zielerreichung beschrieben. Das Vorhandensein einer Konzeption ist im § 22a SGB VIII gefordert: Die „… Entwicklung und der Einsatz einer pädagogischen Konzeption als Grundlage für die Erfüllung des Förderungsauftrags …“ (www.gesetze-im-internet.de) gehören zu einer der grundlegenden Maßnahmen, um die Qualität der Förderung in den Einrichtungen sicherzustellen und weiterzuentwickeln. Der Herausgeber geht in nachvollziehbarer Weise davon aus, dass in den meisten Einrichtungen bereits Konzeptionen vorliegen. Der Fokus der Ausführungen des Buches liegt daher nicht in der Darstellung einer Gesamtstruktur, sondern auf der Nennung von Bereichen, die überprüft und aktualisiert bzw. neu in die Konzeption aufgenommen werden sollten.

Herausgeber

Herausgeber des Buchs ist Kurt Weber, Kaufmann, Dipl. Soz.-Päd./Betriebswirt, langjährige Erfahrung als stellvertretender Leiter der Abteilung Kita beim Jugendamt Stuttgart, Dozent an den PHs in Karlsruhe und Ludwigsburg. (lt. Internetauftritt Wolters Kluwer)

Autor_innen

Folgende Autor_innen haben an der Veröffentlichung mitgewirkt:

  • Karin Ehlert,
  • Herbert Föll-Mannke,
  • Angelika Friedrich,
  • Ulrike Pföhler,
  • Wulfhild Reich,
  • Kurt Weber,
  • Inga Weber.

Mit Ausnahme der letztgenannten Autorin sind oder waren alle Mitarbeiter_innen des Jugendamtes Stuttgart. (Vgl. S. 121)

Aufbau

Nach dem Vorwort gliedert sich das Buch in drei Kapitel:

  1. Grundlagen der Konzeptionsarbeit (10 Seiten)
  2. Überprüfung und Aktualisierung der bestehenden Konzeption (38 Seiten)
  3. Weiterentwicklung der Kita-Konzeption (56 Seiten)

Nach dem Schlusswort finden sich Stichwort- und Literaturverzeichnis wie auch Informationen zu den sieben Autorinnen und Autoren.

Inhalt

In seinem kurzen Vorwort macht Weber deutlich: „Konzeptionsarbeit ist eine Daueraufgabe“ (S. 7), die nicht immer leicht, aber bedeutsam ist. Mit dieser Broschüre möchte er den Leser_innen den Einstieg die Konzeptionsentwicklung und -fortschreibung erleichtern.

Kapitel eins „Grundlagen der Konzeptionsarbeit“ beschreibt die gesetzlichen Grundlagen und notwendige Inhalte von Konzeptionen und veranschaulicht, warum deren Erstellung und Weiterentwicklung Aufgabe der Leitung sind. Unter dem Stichwort „Partizipation“ wird die Frage diskutiert, wer noch am Prozess zu beteiligen ist.

Mit „Überprüfung und Aktualisierung der bestehenden Konzeption“ ist das zweite Kapitel überschrieben. Bei der „Analyse des aktuellen Erscheinungsbildes“ gehen die Autor_innen vorerst auf grundlegende Dinge wie Logo, Sprache, Fotos und Zielgruppe ein. Ihre weiteren Ausführungen untergliedern sie in den kleineren Bereich der „strukturellen Bedingungen“, wie Öffnungszeiten, Personalschlüssel u. ä., und in den Zweig „pädagogische Grundlagen“. Hier beginnen sie mit dem „Bild vom Kind“ und gehen im weiteren Verlauf auf den Bildungsbegriff und damit in Zusammenhang stehenden Aspekten wie Ko-Konstruktion und Bindung ein. Im zweiten Abschnitt beschäftigen sich die Autor_innen mit dem „Bildungsauftrag“ und nennen drei bewährte „Handlungskonzepte“: Infans, Early Excellence Centres und die Bildungs- und Lerngeschichten. Abschnitt drei enthält Anregungen zur Findung von „Erziehungszielen“, Abschnitt vier zu „Raumkonzept und Bildungsbereichen“. Gedanken zur Entwicklungsdokumentation im Portfolio finden sich im fünften Abschnitt. Kapitelabschließend greifen die Verfasser_innen drei Aspekte auf, bei denen sie eine erforderliche „Neudefinition“ vermuten: Rolle und Aufgabe der Fachkräfte, Erziehungspartnerschaft und Kooperation sowie Vernetzung im Sozialraum.

Kapitel drei „Weiterentwicklung der Kita-Konzeption“ zeigt Bereiche, die, wenn sie noch nicht vorhanden sind, besprochen und in der Einrichtungskonzeption verankert werden sollten. Die Autor_innen beginnen hier mit dem Themenfeld „Partizipation von Kindern“. Im Abschnitt „Ausbildung von konzeptionellen Schwerpunkten“ subsumieren sie Erläuterungen und Impulse zu den folgenden Aspekten: Kinder von 0 – 3 Jahren, Sprache und Sprachförderung, Integration und Inklusion, Diversity, Gender, Kinderschutz, Kinder- und Familienzentren, Bildung nachhaltige Entwicklung und Qualitätsmanagement.

Diskussion

Wie bereits zu Beginn der Rezension erwähnt, handelt es sich bei der Publikation nicht um ein Grundlagenwerk zur Neuerstellung einer Konzeption. Leser, die ein solches Werk suchen, sollten auf bereits veröffentlichte Bücher zurückgreifen und „Die Kita-Konzeption“ als Ergänzung nutzen.

Das vorliegende Buch wirkt auf dem ersten Blick kompakt. Doch man sollte sich nicht von den Abmessungen und der Dünne des Buches täuschen lassen. Auf ergänzende Grafiken oder ein auflockerndes Layout wird zugunsten einer komprimierten Informationsdichte verzichtet. Maßgebliche Textfelder werden durch Rahmen hervorgehoben.

Weber zeigt in seinem Vorwort Verständnis für die pädagogischen Fachkräfte und macht zugleich die Notwenigkeit der fortlaufenden Mitarbeit aller Mitarbeiterinnen an der Konzeption deutlich.

Das erste Kapitel zeigt in einer verdichteten Weise, dass Konzeptionsarbeit in den Verantwortungsbereich der Leitung fällt und dabei vielfältige Zusammenhänge betrachtet werden sollten. Partizipation, das macht Weber erfreulicherweise klar, sollte auch im Bereich der Konzeptionsentwicklung erfolgen.

Auch wenn an einer bestehenden Konzeption weitergearbeitet wird beziehungsweise die Aktualität von inhaltlichen Aussagen überprüft wird, so ist es doch wichtig, das Schriftstück an sich zu betrachten. Die Verfasser_innen regen an, einen Blick die „Machart“ zu werfen. In der Tat: wurde eine Konzeption ursprünglich zum Erhalt der Betriebserlaubnis formuliert, dient sie heute aber überwiegend auch als Informationsquelle für Eltern oder weitere Interessierte. Die Sprache sollte entsprechend angepasst werden.

Die zweite Buchhälfte nennt Themen, die in bestehende Konzeptionen aufgenommen werden sollten. Dabei greifen die Autor_innen u. a. neben dem Bundeskinderschutzgesetz auch von der UN oder EU eingebrachte Themen auf. Die Auflistung dieser notwendigen neuen Teile erscheint mir umfänglich. Auch hier stellt sich Weber auf die Fachkräfte ein, die Vieles vorerst als Modeerscheinung bewerten würden. Die Komplexität der inhaltlichen Anforderungen hat, so Weber, wesentlich zugenommen. Zwar seien sie allesamt wichtig, doch durch ihr zeitgleiches Aufkommen allein durch die Fachkräfte kaum zu stemmen. (Vgl. 57). Die Aufgabe einer Leitung besteht nach meiner Ansicht darin, notwendige Themen zu erkennen und deren Bearbeitung priorisiert und strukturiert mit ihrem Team anzugehen.

Der Herausgeber wurde bei den Einzelbeiträgen durch die mitarbeitenden Autor_innen fachkundig unterstützt. Die Beiträge seien keine „allumfassende Grundlage“, sondern benötigten durchaus noch der „eigenständigen Bearbeitung“.

Unter diesem Blickwinkel betrachtet, liefert das vorliegende Buch eine Auflistung von Bereichen und Themenfeldern, die bei der Weiterentwicklung einer Konzeption betrachtet werden sollten. Die Informationen zu den einzelnen Themen werden mit wichtigen Hinweisen und handlungsleitenden Prüf- oder Reflexionsfragen unterfüttert. Teams stehen hier also vor zwei Herausforderungen: auf der einen Seite müssen sie einen inhaltlichen Zugang zu den Themenfeldern, auf der anderen eine eigene Position und Umsetzungswege finden. Die aufgeführten Fragen können, versuchen die Teams ehrliche Antworten darauf zu formulieren, dabei hilfreich ein. Zudem werden wichtige Hinweise deutlich hervorgehoben.

Fazit

Das Buch nennt in kompakter Weise Punkte, die in bestehenden Konzeptionen überprüft werden sollen. Es wird eine Sammlung von Themenbereichen erläutert, die zu bearbeiten und aufzunehmen sind. Das Buch eignet sich für alle Fachkräfte, die ihre Einrichtungskonzeption auf den aktuellsten Stand bringen wollen.


Rezensent
Dipl.Soz-Päd. Martin Walz
Master of Social Management, Diplom-Sozialpädagoge (FH) Geschäftsführer Kindertageseinrichtungen mit mehrjähriger Berufserfahrung in der Kinder- und Jugendhilfe
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Zitiervorschlag
Martin Walz. Rezension vom 28.07.2016 zu: Kurt Weber (Hrsg.): Die Kita-Konzeption. Stärkung und Weiterentwicklung Ihres pädagogischen Profils. Carl Link (Kronach) 2016. ISBN 978-3-556-07034-5. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/20595.php, Datum des Zugriffs 05.12.2019.


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