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Jürgen Link: Als Betreuungskraft in der Altenpflege

Cover Jürgen Link: Als Betreuungskraft in der Altenpflege. Individuell betreuen – prüfungssicher dokumentieren – teamorientiert arbeiten. Schlütersche Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG (Hannover) 2016. 128 Seiten. ISBN 978-3-89993-360-4. D: 19,95 EUR, A: 20,60 EUR, CH: 30,50 sFr.
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Thema

Durch die Entwicklungen im Rahmen der Pflegestärkungsgesetze und des neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffes wird die Arbeit der Betreuungskräfte zunehmend gestärkt und auch gesetzlich verankert. Damit die Intention des Gesetzgebers gesichert werden kann bedarf es in der Praxis einer professionellen Einstellung und fachlichen Ausrichtung der Betreuungsangebote in den Einrichtungen.

Zwar sind Betreuungskräfte auch weiterhin als zusätzliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu betrachten, dennoch kann ein Gelingen nur im Zusammenspiel mit den anderen Professionen in einer Einrichtung erfolgreich durchgeführt werden.

Dazu benötigen die dort Tätigen Hilfestellungen in Bezug auf ihre eigene Identität, in der Abgrenzung zu anderen Professionen aber auch in Bezug auf die sie umgebende Organisation und deren Strukturen.

Aufbau und Inhalt

Der Autor Jürgen Link gliedert das Buch in neun Kapitel mit unterschiedlichen Schwerpunkten und Sichtweisen auf die Arbeit von Betreuungskräften in der Altenpflege.

Im ersten Kapitel wird die Betreuung in der Altenhilfe allgemein definiert und aus dem Blickwinkel der Ausbildung und der gesetzlichen Rahmenbedingungen dargestellt.

Im zweiten Kapitel bezieht sich der Autor auf die neuen rechtlichen Grundlagen aus den Pflegestärkungsgesetzen I und II. Hiermit wurde die gesetzliche Grundlage für die Betreuung aller Pflegebedürftigen neu gelegt und dies unabhängig von deren individuellen Ausmaß an Alltagseinschränkung.

Im dritten Kapitel widmet Jürgen Link sich ausführlich den Inhalten und Vorgaben der betreuerischen Arbeit. Er plädiert dafür, dass diese Kräfte im Rahmen der pflegerischen Versorgung als eigenständige und wichtige Informations- und Maßnahmenquelle entdeckt werden müssen. Um dies jedoch auch fachlich zu fundieren ist es für ihn wichtig, dass die Beteiligten die gleiche Sprache sprechen und sich über die gleichen Dinge verständigen können und sollten. Daher erklärt er im Folgenden die wichtigsten Instrumente der Arbeit. Jürgen Link übersetzt pflegerischen Themen wie die Grundanforderungen eine effektive Pflegedokumentation, die Umsetzung von Expertenstandards usw. auf die betreuenden Tätigkeiten.

Im vierten Kapitel beschreibt Jürgen Link die Arbeit der Betreuungskräfte. Dabei unterscheidet er zwei große Angebotsgruppen, die Einzel- und die Gruppenbetreuung mit ihren je spezifischen Herausforderungen. Exemplarisch stellt er dabei die Betreuung bettlägeriger Personen als Einzelangebot sowie jahreszeitliche Veranstaltungen als Gruppenangebote dar. Ein Augenmerk legt er auf die Einbeziehung ehrenamtlich Tätiger in der Betreuung. Hier zeigt er anhand eines Ehrenamtskonzeptes auf welche gegenseitigen Erwartungen es gibt und welche Themen vorab geklärt sein sollten um eine erfolgreiche Zusammenarbeit zu gestalten. Als besonderes Angebot stellt der Autor die Betreuung bettlägeriger Bewohner heraus und verweist dort auf die speziellen Herausforderungen. Er stellt hier unterschiedliche Möglichkeiten der Aktivierung vor. In einer übersichtlichen Tabelle werden diverse Methoden und Theorien kurz benannt und die entsprechenden Hinweise zur Ausführung und zur den benötigten Hilfsmitteln gegeben. Ein weiteres Angebot speziell für einen männlichen Adressatenkreis stellt Jürgen Link ebenfalls detailliert vor. Hier werden entsprechende personengruppenbezogene Ideen und Themen vorgestellt sowie Hinweise zur Durchführung dieser Angebote gegeben. Als Arbeitshilfe erhält der Leser vom Autor eine Checklist zur Vorbereitung, Durchführung und Auswertung von den unterschiedlichen Angeboten.

Für die aktive Gestaltung von Betreuungsanboten rät Jürgen Link dazu einen Ideen-Pool aufzubauen in dem neue, aber auch bereits durchgeführte Angebote kurz notiert und beschrieben werden. Für die Praxis hat es sich bewährt Hilfsmittel und Ansprechpartner dort ebenfalls zu benennen, was die Umsetzung für die einzelne Betreuungskraft im Alltagsgeschehen erheblich erleichtern kann.

Im fünften Kapitel widmet sich der Autor dem Thema Menschen mit Demenz. Nach einer allgemeinen Einführung in die Formen von Demenz und den spezifischen Bedürfnissen und Herausforderungen dieser Personengruppe an die Arbeit der Betreuungskräfte stellt Jürgen Link verschiedene Theorien und Methoden für den Umgang mit dementiell veränderten Menschen kurz vor.

Im sechsten Kapitel steht die Dokumentation der Betreuungsleistungen im Vordergrund. Nach einer kurzen Erläuterung des PDCA-Zyklus und den Grundlagen und Kriterien einer guten Dokumentation geht der Autor kurz auf die neue, entbürokratisierte Pflegedokumentation ein. Er appelliert für die aktive Beteiligung an der Umsetzung dieser Dokumentationsform. Sie basiert auf der strukturierten Informationssammlung (SIS) und den dort geltenden Grundregeln für die Dokumentation.

Im siebten Kapitel geht Jürgen Link auf das Verhältnis zwischen Pflege und Betreuung ein. Er hebt dabei besonders die Notwendigkeit der Zusammenarbeit und der Klärung der Schnittstellen und der konkreten Ausgestaltung der Zusammenarbeit zwischen beiden Bereichen hervor.

Im achten Kapitel findet das Qualitätsmanagement seinen Platz. Neben der Vorstellung der Ebenen der Qualität verweist Jürgen Link auf die verschiedenen Gliederungsebenen die in einem Qualitätshandbuch einer Pflegeeinrichtung in der Regel zu finden sind. Zentrale Aussage ist dabei, dass Qualität alle angeht und darum auch von allen zu bearbeiten ist.

Im neunten Kapitel schließt der Autor einen kurzen Überblick über die Finanzierung und den Personaleinsatz an und rundet so das Thema der Betreuungskräfte inhaltlich vollständig ab.

Fazit

Das vorliegende Buch bietet einen guten, fachlichen und gleichzeitig praxisorientierten Überblick über das Thema der zusätzlichen Betreuung in Einrichtungen. Gleichzeitig macht der Autor die besonderen Herausforderungen der Betreuungskräfte deutlich und dies besonders im Zusammenspiel mit der Profession Pflege. Jürgen Link bieten mit seinem Werk aber auch die Möglichkeit sich als Einrichtung mit diesem Themenbereich zu beschäftigen und sich ihm organisational und strategisch zu nähern. Mit der Beschäftigung damit wird schnell deutlich das zusätzliche Betreuung nicht nebenbei, sondern mittedrin verortet werden muss um den Pflegebedürftigen eine sinnvolle und zusätzliche Ressource für ihre Versorgung anbieten zu können.


Rezensentin
Diplom Sozialpädagogin Monika Jansen
Erziehungswissenschaftlerin (M.A.) und Master of Organizational Management (MoM), ist tätig als Referentin für ambulante Dienste, Bereich Wirtschaft und Statistik eines großen Wohlfahrtsverbandes. Langjährige Berufserfahrung in Führungspositionen der unterschiedlichen Arbeitsfelder der Altenhilfe. Herausgeberin der beiden Werke „Pflege & Management“ und Pflegehandbuch des DUZ-Verlages.
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Zitiervorschlag
Monika Jansen. Rezension vom 17.05.2017 zu: Jürgen Link: Als Betreuungskraft in der Altenpflege. Individuell betreuen – prüfungssicher dokumentieren – teamorientiert arbeiten. Schlütersche Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG (Hannover) 2016. ISBN 978-3-89993-360-4. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/20662.php, Datum des Zugriffs 16.11.2018.


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