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Andreas H. Hohmann: Plakate für NGOs und Initiativen

Cover Andreas H. Hohmann: Plakate für NGOs und Initiativen. Ein Handbuch. AG SPAK Bücher (Neu Ulm) 2016. 114 Seiten. ISBN 978-3-945959-10-7. 19,80 EUR.
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Thema

Die Freude war zunächst groß beim Rezensenten, als er kürzlich im Eingangsportal seines Sportklubs das Plakat eines sozialen Trägers für die Wahrung von Kinderrechten entdeckte. Ernüchterung stellte sich allerdings ein, als der Rezensent dieses zweifellos gut gemeinte Druckerzeugnis abglich mit einer kommerziellen Werbung auf der rechten Seite der Türe.

Das Plakat des sozialen Trägers enthielt eine Unmenge von Informationen zur Thematik, zum Selbstverständnis sowie den diversen Maßnahmen und Aktionen des Trägers, eine Rezeption hätte vermutlich mehr als 15 Minuten in Anspruch genommen. Dem kommerziellen Plakat gelang es, mit einem prägnanten Foto und einer zentralen Botschaft sofort ins Auge zu stechen und sein Anliegen binnen Sekunden prägnant mitzuteilen. Es dürfte kein Zweifel bestehen, wer hier im Wettbewerb um Aufmerksamkeit gewonnen hat.

Entstehungshintergrund

Vielen Plakaten sozialer Organisation fehlt es nicht an gutem Willen, sondern an Professionalität. Häufig sind jedoch Dienste, Einrichtungen und Träger des sozialwirtschaftlichen Sektors finanziell nicht in der Lage, Unterstützung durch eine Agentur in Anspruch zu nehmen. Der Ratgeber von Andreas W. Hohmann will Interessierten im Sektor der sozialen Arbeit behilflich sein, sich essenzielles Knowhow anzueignen sowie attraktive und wirkungsvolle Plakate auch mit einem kleinerem Budget selbst zu gestalten.

Autor

Andreas W. Hohmann ist promovierter Diplompädagoge und Diplom-Sozialpädagoge. Er leitet seit 25 Jahren ein Verlagsprojekt. Daneben ist er Dozent für Medienproduktion und Medienstrategien an der Fachhochschule Nordhessen sowie für Marketing an der HAWK Hildesheim.

Aufbau und Inhalte

Die Publikation beinhaltet eine Einleitung sowie 13 Kapitel.

In seiner Einleitung legt Andreas W. Hohmann verschiedene gute Gründe dar, weswegen das Plakat als Instrument des Social-Marketings im öffentlichen Raum durchaus (noch) von Bedeutung sein kann.

Der anschließende kurze Blick in die Geschichte reicht von der Antike über die Erfindung der Lithographie bis zum Plakat als Medium der Politik.

Unter der Überschrift „Plakat: sehen – merken“ präsentiert der Autor dann notwendige Grundlagen für die kommunikative Erzeugung von Wirkung. Im Zentrum steht die so genannte „AIDA-Formel“, also Aufmerksamkeit erregen, Interesse wecken, Wunsch/Bedürfnis hervorrufen sowie Kauf/Handlung initiieren.

Das vierte Kapitel widmet sich der Kommunikation von Nonprofit-Organisationen im Kontext von „Kampagnen für die Öffentlichkeit“. Herausgestellt wird, dass Kampagnen eine anwaltschaftliche Funktion für bestimmte Themen einnehmen können, die von Menschenrechten bis zum Umweltschutz oder der Förderung sozialer Integration reichen können.

In der „Vorbemerkung zur Plakatgestaltung“ wird vor allem vermittelt, dass Kampagnen lediglich dann effektiv sein können, wenn präzise Überlegungen zum Thema, zur Zielgruppe und zur Strategie angestellt werden.

Der anschließende „Exkurs: Corporate Identity und Corporate Design“ widmet sich dem Umstand, dass die Gestaltung eines Plakats im Einklang stehen muss mit wesentlichen weiteren Faktoren der Organisation, dies gilt insbesondere für den typischen Außenauftritt, die Philosophie sowie das Selbstverständnis der Organisation.

Mit „Zeit ist auch ein Faktor“ ist das nächste Kapitel überschrieben. Dabei geht es um die Frage der Planungssicherheit sowie um konzeptionelle Überlegungen zum Umfang und zur Dauer der Plakatierung.

Im Mittelpunkt des Kapitels „Plakate gestalten 1“ stehen Text, Bild, Farbe und Gestaltung. Dieser Abschnitt enthält auch eine Checkliste, die sich auf Faktoren wie Verständlichkeit, Überzeugungskraft, Glaubwürdigkeit und Einprägsamkeit bezieht.

Plakatgrößen“ sind das anschließende Thema. Dabei werden die unterschiedlichen Größen bzw. Formate für Plakate dargestellt. Das Spektrum reicht vom Säulenplakat bis zum City-Light-Board.

In der Rubrik „Plakat-Papier und Farben“ erfahren wir mehr zur notwendigen Papiereigenschaft von Plakaten sowie den wesentlichen Farbsystemen.

Top-aktuell ist das anschließende Kapitel, hier geht es um „QR-Codes erstellen“. Kurz und bündig wird das Vorgehen mithilfe kostenfreier Online-QR-Code-Generatoren erläutert.

Wissenswertes zum „Plakatieren“ gibt es anschließend. Hier erfährt man auch etwas zu den rechtlichen Rahmenbedingungen bzw. den Möglichkeiten für Nonprofit-Organisationen und Initiativen, eine Sondernutzungserlaubnis bei den zuständigen Ordnungsbehörden zu erlangen.

Das Kapitel „Plakate gestalten 2“ thematisiert wichtige Facetten der praktischen Umsetzung. Nützliche Informationen beziehen sich zunächst auf verschiedene kostenpflichtige Layout-Programme. Näher erläutert wird im Anschluss daran das Open-Source-Programm „Scribus“ (Öffnen, Hintergrundformatierung, Einfügen von Bildern, Textbearbeitung und Dateiexport).

Der letzte Abschnitt „Beispiele von Plakataktionen und Initiativen“ vermittelt im Sinne einer Good Practice sowohl das breite Spektrum an Möglichkeiten der NPO-Plakatierung als auch die Vielfalt an kreativen Ideen. Jeweils ganzseitig werden typische Plakate von Organisationen wie amnesty international, Freiheit statt Angst, Bundesverband Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe, Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland oder Gesellschaft zur Rettung der Delphine präsentiert.

Diskussion

Das Handbuch von Andreas W. Hohmann präsentiert eine Reihe von nützlichen Hinweisen, Anregungen und Informationen zur Gestaltung von Plakaten. Daneben können Leserinnen und Leser auch einen guten Eindruck von der Konzeption und Realisierung von Kampagnen gewinnen. Sehr anschaulich werden gute Beispiele für Nonprofit-Plakate aus unterschiedlichen Bereichen wie der Kinderhilfe, der Entwicklungshilfe, der Förderung von Zivilcourage oder des Naturschutzes präsentiert und erläutert.

Der Aufbau des Buches ist gut angelegt, der Stil ist kurzweilig, der Nutzwert für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem Sektor der sozialen Arbeit sollte durchaus hoch sein. Es gelingt dem Autor, wesentliche bzw. notwendige Informationen zur Plakatgestaltung und zur Plakatierung knapp gefasst zu übermitteln.

Der ausführlicher gehaltene Abschnitt zur Praxis der NPO-Plakate kann durchaus auch als Inspirationsquelle für Einsteiger im Bereich der sozialwirtschaftlichen Organisationen bzw. Initiativen genutzt werden.

Fazit

Ein knappes, aber informationsreiches und anregendes Handbuch zum Thema Plakate für Nonprofit-Organisationen und Initiativen.


Rezensent
Prof. Dr. Harald Christa
Professor für Sozialmanagement an der Evangelischen Hochschule für Soziale Arbeit in Dresden mit Schwerpunkt Sozio-Marketing, Strategisches Management, Qualitätsmanagement/ fachliches Controlling.
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Zitiervorschlag
Harald Christa. Rezension vom 25.08.2016 zu: Andreas H. Hohmann: Plakate für NGOs und Initiativen. Ein Handbuch. AG SPAK Bücher (Neu Ulm) 2016. ISBN 978-3-945959-10-7. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/20730.php, Datum des Zugriffs 20.01.2018.


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