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Anna Buchheim, Michael Ermann (Hrsg.): Bindung und Exploration

Cover Anna Buchheim, Michael Ermann (Hrsg.): Bindung und Exploration. Verlag W. Kohlhammer (Stuttgart) 2016. 128 Seiten. ISBN 978-3-17-030201-3. D: 24,00 EUR, A: 24,70 EUR.

Lindauer Beiträge zur Psychotherapie und Psychosomatik.
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Thema

Das vorliegende Buch führt fünf Vorlesungen zusammen, in deren Mittelpunkt die Verhaltenssysteme Bindung und Exploration stehen. Dargelegt werden Grundlagen der Bindungstheorie, Methoden und Befunde der Bindungsdiagnostik sowie bindungsrelevante Forschungsbefunde der klinischen Psychologie und der Psychotherapieforschung.

Aufbau und Inhalt

Das vorliegende Buch gliedert sich in fünf Kapitel bzw. fünf Vorlesungen.

Die erste Vorlesung ist mit „Bindung und Exploration aus historischer Sicht“ überschrieben und skizziert Grundannahmen der Bindungstheorie.

Vorlesung zwei heißt „Bindung und Exploration bei Kindern“. Erläutert wird hier die Entstehung der verschiedenen Bindungsmuster wie auch der Prozess der transgenerationalen Weitergabe von Bindungsmustern in klinischen Gruppen. Vorgestellt werden ferner bindungsbezogene Interventionsansätze in der Mutter-Kind-Psychotherapie.

Im Zentrum der dritten Vorlesung („Bindung und Exploration bei Erwachsenen“) steht die klinische Bindungsforschung. Vorgestellt werden hier u.a. verschiedene Instrumente der Bindungsdiagnostik (AAI, AAP). Skizziert werden ferner Therapiemethoden, die sich auf die Bindungstheorie beziehen. Fokussiert wird hierbei auf die Borderline-Persönlichkeitsstörung.

Die vierte Vorlesung ist mit „Bindungs- und Psychotherapieforschung in der klinischen Psychotherapie“ überschrieben. Eingegangen wird hier auf den Zusammenhang von Psychotherapieerfolg und dem Zusammenspiel der Bindungsrepräsentanzen von PatienInnen und TherapeuInnen. Vorgestellt wird ferner eine Studie, die den Einsatz einer Katathym-Imaginativen-Psychotherapie zu ausgewählten Bindungsthemen untersucht.

Das fünfte und letzte Kapitel heißt „Ein neurowissenschaftlicher Ansatz in der klinischen Bindungs- und Psychotherapieforschung im Rahmen psychoanalytischer Behandlungen“. Dargelegt wird hier, wie Methoden der Bindungsforschung eingesetzt werden, um Veränderungen der Bindungsrepräsentationen in einem neurobiologischen Kontext zu erfassen.

Fazit

Die Bindungstheorie und -forschung erfreut sich seit einigen Jahren insbesondere in pädagogischen und psychologischen Zusammenhängen einer großen Popularität. Vor diesem Hintergrund erstaunt es nicht, dass Interessierte auf eine geradezu unübersichtliche Fülle von Veröffentlichungen zurückgreifen können. Das vorliegende Buch ist mit knapp 90 Seiten Inhalt als „schlank“ zu bezeichnen und will dennoch viel: In die Grundlagen der Bindungstheorie einführen, Verfahren der Bindungsdiagnostik vorstellen sowie klinische Zugangs- und Forschungsmöglichkeiten darlegen. Diesem Anspruch wird das Buch insofern gerecht als es in alle genannten Bereiche eintaucht, hier aber Ausschnitte wählt und Schwerpunkte setzt.

Empfohlen werden kann das Buch insbesondere Studierenden der Psychologie sowie denjenigen, die sich für bindungsorientierte Forschung bzw. Forschungsmethoden interessieren.


Rezensentin
Prof. Dr. Ariane Schorn
Fachhochschule Kiel, Fachbereich Soziale Arbeit und Gesundheit
Entwicklungspsychologie, Qualitative Sozialforschung, Psychosoziale Beratung, Supervision
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Zitiervorschlag
Ariane Schorn. Rezension vom 27.09.2016 zu: Anna Buchheim, Michael Ermann (Hrsg.): Bindung und Exploration. Verlag W. Kohlhammer (Stuttgart) 2016. ISBN 978-3-17-030201-3. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/20786.php, Datum des Zugriffs 20.10.2019.


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