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Ernst Fritz-Schubert, Alexander Ehhalt: 75 Bildkarten Glück, Werte und Wohlbefinden

Cover Ernst Fritz-Schubert, Alexander Ehhalt: 75 Bildkarten Glück, Werte und Wohlbefinden. Beltz Verlag (Weinheim, Basel) 2016. ISBN 978-3-407-63008-7. D: 49,95 EUR, A: 51,40 EUR, CH: 64,30 sFr.
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Thema

Fritz-Schubert beginnt seine Vorbemerkung mit dem Satz: „Ein Bild sagt bekanntlich mehr als tausend Worte.“ Ein bekannter Ausspruch, der dennoch gut an das Thema beziehungsweise den Inhalt der Publikation heranführt. Das vorliegende Bildkartenset umfasst 75 Motive zum Themenfeld „Glück, Werte und Wohlbefinden“. Bildkarten können als Hilfsmittel im Beratungsprozess eingesetzt werden, um über die Assoziationen einen Zugang zu tieferliegenden Emotionen zu ermöglichen. Hintergründe und Anregungen zum praktischen Einsatz sollen die Leser im mitgelieferten 23-seitigen Booklet erhalten.

Autor und Fotograf

Ernst Fritz-Schubert leitete als Oberstudiendirektor die Willy-Hellpach-Schule in Heidelberg und hat das Schulfach „Glück“ konzipiert und eingeführt. Das nach ihm benannte Fritz-Schubert-Institut erforscht und entwickelt Methoden zur Persönlichkeitsstärkung.

Alexander Ehhalt ist selbstständiger Fotograf und Mitbegründer des Fotostudios Lossen Fotografie Heidelberg sowie der Heidelberg Images Fotogalerie est. 2005. Er widmet sich vor allem der Reportage sowie der Landschafts- und Panoramafotografie.

(S. 18)

Aufbau und Inhalt

Die vorliegende Publikation besteht in erster Linie aus 75 Bildkarten zum Themenfeld „Glück, Werte und Wohlbefinden“. Die Karten im Format 24 cm mal 16,5 cm werden in einem stabilen und bedruckten Aufbewahrungskarton geliefert. Auf der Rückseite der Bilder ist die Zugehörigkeit zum vorliegenden Set abgedruckt.

Das Booklet gliedert sich nach der Vorbemerkung in zwei Haupteile:

  1. Einsatzmöglichkeiten der Bildkarten
  2. Die Verwendung der Bildkarten im theoretischen Kontext

Nach Literaturverzeichnis und Informationen zum Autor und Fotograf findet sich die Übersicht „Die Bildkarten im Detail“.

In seiner „Vorbemerkung“ führt Fritz-Schubert die Leser in das Themenfeld ein. Mit einigen Worten erläutert er den möglichen Einsatz der Karten und betont die Möglichkeit der „Ressourcenförderung“, auf deren Theorie er im zweiten Teil noch eingeht.

Zu Beginn des ersten Teils „Einsatzmöglichkeiten der Bildkarten“ nennt Fritz-Schubert den schulischen Kontext. Die Bildkarten sollen „die Schülerinnen und Schüler dazu anregen, eigene Anschauungen, Stärken zu erkennen, aber auch Regeln, Denk- und Verhaltensmuster zu hinterfragen und gegebenenfalls zu verändern.“ (S. 4) Weitere Einsatzmöglichkeiten sieht und beschreibt er in folgenden Bereichen:

  • Förderung von positiven Gruppenprozessen
  • als Ausgangspunkt persönlicher Vorstellung
  • als Grundlage von kollektiven Veränderungsprozessen
  • Verwendung beim Einzelcoaching
  • Unterstützung von Ressourcenaktivierung
  • als Anregung für private oder berufliche Veränderung
  • Biografiearbeit

Um die „Verwendung von Bildkarten im theoretischen Kontext“ geht es im zweiten Teil des Booklets. Bildkarten, so erläutert Fritz-Schubert, schaffen einen Zugang zu den unbewussten Bereichen menschlicher Subjektivität. Beim Assoziieren stößt der Betrachter aber nicht nur auf Erfahrungen und Erkenntnisse, sondern auch auf Bedürfnisse, Wünsche und Sehnsüchte. „Um diese inneren Anforderungen zu erfüllen und gegebenenfalls mit äußeren Anforderungen abzustimmen, müssten teils umfangreiche Ressourcen eingesetzt werden.“ (S. 11) Im Kartenset, so erfährt man, sind die grundlegenden Ressourcenbereiche (nach Petzold) aufgegriffen. In seinen weiteren Ausführungen erläutert und verknüpft der Autor Theorien und Ausführung von Klaus Glawe und Hilarion Petzold sowie anderen Experten. Zu Petzolds „Fünf Säulen des Supports“ zählen demnach:

  1. Leib / Leiblichkeit
  2. soziales Netzwerk / soziale Bezüge
  3. Arbeit und Leistung
  4. materielle Sicherheit
  5. Werte

Diese Säulen übernehmen Stützfunktionen für die Identität. Wichtig bei der Realisierung von Handlungszielen, so beschreibt Fritz-Schubert, sei es, Ressourcen zugänglich und mobilisierbar zu machen. Die verbale Interpretation der Bilder zeige dem Berater Potenziale und Kompetenzen seines Gegenübers. Abschließend verfolgt der Autor noch die Frage, wie durch Bildkarten Leitgedanken und Erinnerungsstützen aktiviert werden können.

Diskussion

Die Bildkarten werden in gewohnt hochwertiger Ausführung geliefert. Die Nennung der Set-Zugehörigkeit ermöglicht Berater/innen auch ein leichteres Aufräumen nach Einsatz einer Zusammenstellung aus verschiedenen Sammlungen. Die Motive sind anregend. Dem Leser wird eine Zuordnung zu den im Booklet genannten „Säulen“ geboten.

Bereits auf der ersten Seite spricht Fritz-Schubert von Ressourcenförderung und verdeutlicht die breiten Einsatzmöglichkeiten der Bildkarten. Diese umspannen Einzel- oder Gruppensettings im persönlichen oder unternehmerischen Kontext.

Dennoch nennt der Autor im ersten Kapitel den schulischen Bereich. In seinen Ausführungen skizziert er das bestehende Dilemma von „Schule“. Eine auf Humanismus ausgerichtete Pädagogik müsse auch nichtakademische Zielsetzungen und lebenspraktische Fragen aufgreifen. Betrachtet man den Hintergrund des Verfassers, so erklären sich seine Rangfolge der Einsatzgebiete und seine Ausführungen. Bereits 2008 erschien sein Buch „Schulfach Glück. Wie ein neues Fach die Schule verändert“. Auf der Internetseite des Fritz-Schubert-Institutes, welches auch Fortbildungen für Lehrkräfte anbietet, liest man unter seinem Profil: „Er fordert, dass die Schule zu einem Ort der Geborgenheit wird, an dem Glück als Verbindung von Lebenskompetenz und Lebensfreude verstanden und vermittelt wird. Bildung ist mehr als Wissen und mehr als nur zu funktionieren. Sich bilden heißt, sich die Welt zu erobern und einen Platz in ihr zu finden.“ (www.fritz-schubert-institut.de – Abruf 24.08.2016) Dem Gedanken, Bildung sollte neben Wissen auch Lebenskompetenz umfassen, schließe ich mich an. Ob das vorliegende Kartenset in Gänze tatsächlich für den ansprechenden Einsatz in Schulklassen geeignet ist, gilt zu prüfen. In allen anderen Bereichen lassen sich die Karten sicherlich gut verwenden.

In nachvollziehbarer Weise beschreibt Fritz-Schubert die Einsatzbereiche und gibt Praxistipps zur Umsetzung. Im zweiten Teil des Booklets zeigt er wissenschaftliche und theoretische Hintergründe. Unschwer erkennt man beim Lesen die intensive Auseinandersetzung des Autors mit dem Themenfeld.

Fazit

75 hochwertige Bildkarten zum Themenfeld „Glück, Werte und Wohlbefinden“. Im mitgelieferten Booklet findet sich neben Anregungen zum praktischen Einsatz eine fundierte theoretische Verortung.


Rezensent
Dipl.Soz-Päd. Martin Walz
Master of Social Management, Diplom-Sozialpädagoge (FH) Geschäftsführer Kindertageseinrichtungen mit mehrjähriger Berufserfahrung in der Kinder- und Jugendhilfe
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Zitiervorschlag
Martin Walz. Rezension vom 08.09.2016 zu: Ernst Fritz-Schubert, Alexander Ehhalt: 75 Bildkarten Glück, Werte und Wohlbefinden. Beltz Verlag (Weinheim, Basel) 2016. ISBN 978-3-407-63008-7. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/20811.php, Datum des Zugriffs 21.08.2019.


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ISSN 2190-9245

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