socialnet - Das Netz für die Sozialwirtschaft

Gisela Notz: Kritik des Familismus

Cover Gisela Notz: Kritik des Familismus. Theorie und soziale Realität eines ideologischen Gemäldes. Schmetterling Verlag GmbH (Stuttgart) 2015. 228 Seiten. ISBN 978-3-89657-681-1. D: 10,00 EUR, A: 10,30 EUR, CH: 14,90 sFr.
Recherche bei DNB KVK GVK

Besprochenes Werk kaufen
über socialnet Buchversand


Thema

Im vorliegenden Buch geht es um den sogenannten Familismus. Gemeint ist eine weitgehende Identität zwischen (Klein-)Familie und Gesellschaft, welche im Buch historisch und als bis heute, in nahezu fatalerweise wirksam, nachgezeichnet und kritisiert wird. Denn: Familistische Gesellschaften schließen faktisch alle Menschen aus, die nicht zu einer Familie gehören und degradieren Frauen zu rechtlosen Wesen – so der Klappentext des Buches. Die Autorin wendet sich gegen dieses exkludierende System, welches die „heterosexuelle bürgerliche Kleinfamilie als einzig gültige Lebensform ideologisiert“ (11f.) und welches aus ihrer Sicht einen „Aufschwung zu erleben“ scheine (11). Gefordert wird die Gleichberechtigung aller Lebensweisen.

Autorin

Gisela Notz ist promovierte Sozialwissenschaftlerin und Historikerin. Sie arbeitete von 1979 bis 2007 als wissenschaftliche Referentin im Historischen Forschungszentrum der Friedrich Ebert Stiftung. Sie war von 1985-1997 Redakteurin der Zeitschrift „Beiträge zur feministischen Theorie und Praxis“ und 2004 bis 2010 Vorsitzende des Bundesverbandes profamilia e.V.

Entstehungshintergrund

Das Buch ist in der Reihe „theorie.org“ erschienen, die sich als Basisbibliothek für kritische Köpfe betrachtet, die sich im Rahmen von Schule, Universität oder politischer Gruppen mit linker Theorie auseinandersetzen möchten, insbesondere solcher, die inzwischen in Vergessenheit geraten ist.

Aufbau und Inhalt

Das Buch umfasst 225 Seiten und ist in ein Vorwort und neun Kapitel gegliedert, wobei das neunte Kapitel „Perspektiven“ mit nur knapp 2,5 Seiten sehr kurz ausfällt.

Im Vorwort begründet die Autorin, warum sie diese Kritik am Familismus verfasst hat, die sich insbesondere auf familistische Gesellschaften, zu denen die BRD zähle, bezieht und konstatiert, dass gerade mit dem „Bedeutungsverlust der Familie“ der „Familismus ein Comeback als konservative, auf den Wert der heterosexuellen, monogamen (Klein-)Familie bauende Politik [feiere]“ (8).

In Kapitel 1 „Familie und Familismus“ wird versucht auf 14 Seiten die Begrifflichkeiten zu klären und mit den Begriffen Leitbild, Wohlfahrtsstaat und Geschlecht zu kontextualisieren.

In den beiden nachfolgenden, als historische Rückblicke angelegten, Kapiteln geht es einerseits um die Familismen verschiedener Epochen, vom Ganzen Haus über das Kaiserreich bis zum Nationalsozialismus, (Kapitel 2) und andererseits um die „frühe Kritik am Familismus“ (Kapitel 3), wie sie z.B. seitens der Beginen, des Frühsozialismus, des Anarchismus, des Marxismus oder auch der Frauenbewegungen geübt wurde.

Kapitel 4 befasst sich dann mit der „Einschreibung des Familismus in das Grundgesetz (…) und seine Wirkungen auf die Familienpolitik“. Schlaglichtartig werden maßgeblich familienpolitische Entwicklungen in der BRD aufgezeigt, insbesondere im Hinblick auf die Gleichberechtigung und Berufstätigkeit der Frau, die Hochzeit des Familismus in den 1950er Jahren sowie die Entwicklungen zum Ende der sozial-liberalen Koalition 1972.

Kapitel 5 widmet sich der Familismuskritik der „neuen Frauenbewegungen“ in der BRD, die mit der 1968er-Studentenbewegung (im Buch: Studierendenbewegung) einsetzte. Wegbereiterinnen werden benannt, wie Simone de Beauvoir, sowie insbesondere amerikanische Aktivistinnen, wie z.B. Shulamith Firestone. Wesentliches Motto der bundesdeutschen Frauenbewegung war: ‚Das Private ist politisch‘. Beschrieben werden die Entwicklung im Kontext des SDS und die Differenzierung der Kritik am Kapitalismus, die nicht nur mit dem Begriff der Klasse, sondern auch dem des Geschlechts spezifiziert werden sollte. Zugleich wird sichtbar, dass der Aspekt der Hautfarbe noch eine weitere Linie erforderlicher Differenzierung ist, da schwarze Frauen sich nicht unter ein ‚Wir Frauen‘ subsumieren lassen wollten. Zudem findet die ‚Lohn für Hausarbeit‘-Debatte Erwähnung sowie die sich im Zusammenhang mit den Debatten entwickelnden neuen Formen des Zusammenlebens, wozu neben den bekannten Kommunen und Kinderläden auch die Frauenhäuser zu rechnen sind. Abschließend geht es um die Wirkungen auf die bundesdeutsche Politik.

Kapitel 6 thematisiert den Familismus in der ehemaligen DDR und stellt die Frage nach (verordneter) Frauenemanzipation und anderen Motiven (Bevölkerungspolitik usw.) des Familismus im realen Sozialismus.

Die im Vergleich dazu wieder umfangreicheren Kapitel 7 und 8 greifen dann die Zeit nach der Wende bis heute auf. Notz verweist auf die weiterhin massiv wirksame Macht des Familismus und dessen Förderung seitens der Politik. Das Leitbild der ‚intakten‘ bzw. ‚vollständigen‘ Familie sei bis heute wirksam. Insbesondere der christlich-konservative Familismus wird in Kapitel 8 genauer betrachtet, z.B. im Kontext der Problematik der Abtreibung. Ebenso wird hier auf die ‚neuen Rechte‘ eingegangen. Gegenübergestellt wird dem einerseits die Position lesbisch-feministischer Kritik an der Zwangsheterosexualität und andererseits die aus statistischen Daten zu den Lebensformen in Deutschland sowie den rückläufigen Geburten entnommene „gelebte Realität“ (8.7.), die gegen den Familismus sprechen. In den „Paradoxien der Emanzipation“ wird – u.a. nach einer Thematisierung der Benachteiligung alleinerziehender Frauen und der Altersarmut – konstatiert, dass die Angst vor Armut und Einsamkeit bzw. Sorge um Zugehörigkeit dazu führe, „dass sich Erwachsene nach unkündbaren Beziehungen sehnen und junge Menschen in der romantischen Partnerschaft und der heterosexuellen Kleinfamilie Sicherheit und Geborgenheit suchen.“ (217) Notz fordert andere „als familialistische Organisationsformen, die der Vielfalt der gelebten Realität gerecht werden und auch von Politikwissenschaft und Gesellschaft zur Kenntnis genommen und akzeptiert werden“ (217f).

Darum gehe es – so das knapp 2,5 Seiten umfassende Kapitel 9 „Perspektiven“ – um die Frage, wie eine Vielfalt der Zusammenlebensformen ermöglicht werden könne „ohne familistische Konzepte der Ein- und Ausgrenzung zu perpetuieren.“ (223)

Mit Beck/Gernsheim (1994) werden neue soziologische Analysen gefordert sowie die Untersuchung der Bedürfnisse der Individuen und Gruppierungen und deren infrastrukturellen Erfordernisse, „damit verschiedene Zusammenlebensformen möglich sein und Menschen aus verschiedenen Herkunftsländern mit unterschiedlichen Vorstellungen gleichberechtigt nebeneinander zusammenleben können.“ (223) Familienpolitik dürfe weder diskriminieren noch Interessenartikulation der Institution Ehe sein, sondern müsse „der Artikulation der Bedürfnisse und Interessen der einzelnen Individuen Gehör verschaffen.“ (223)

Gefordert werden Konzepte, die die Isolation Einzelner vermindern und dass Kinder frühzeitig lernen, dass es verschiedene Lebensformen gibt. Sie sollten befähigt werden ihr Leben selbstbewusst zu gestalten und Interessen und Bedürfnisse durchzusetzen.

Neues sollte nicht wieder den Normen der Kleinfamilie angepasst werden. Das Familienverständnis habe sich historisch verengt auf Blutsverwandte und könne sich ebenso wieder ausweiten, so dass der Familienbegriff durch den der Lebensweise ersetzt werden könnte. Familienpolitik würde überflüssig zugunsten einer „Politik für Menschen. Das wäre das Ende des Familismus.“ (225)

Diskussion

Es handelt sich weniger um ein wissenschaftliches als vielmehr um ein politisches Buch bzw. eine Kampfschrift (8ff.).

Zwar sind auch aus wissenschaftlicher Perspektive – geht es um das Thema Familie – politische ebenso wie normative Aspekte kaum auszublenden, wird Wissenschaftlichkeit (oder auch Überzeugungskraft einer Ideologiekritik) an der Darstellung und der verwendeten Grundlagenliteratur, der Aufnahme aktueller wissenschaftlicher Debatten und dem Bemühen um begriffliche Präzision, theoretische Einordnung und Stringenz in der Argumentation gemessen, erweist sich der Text als wenig überzeugend.

Dies irritiert angesichts des Untertitels, des Anspruchs der Reihe ‚theorie.org‘ und dem wissenschaftlichen Hintergrund der Autorin. Dabei wäre der vorgebrachten Kritik durchaus mehr Substanz auf diesem Wege zu verleihen gewesen, ohne an Lesbarkeit zu verlieren.

Zu kritisieren ist eine unzureichende Auseinandersetzung mit dem Familienbegriff und den Debatten um diesen. Das gilt ebenso für den Begriff des Familismus und was mit diesem assoziiert wird/werden soll. Primär bezieht sich der Begriff ‚Familismus‘ laut dem auch von Notz verwendeten Wörterbuch der Soziologie (Hillmann 1994) auf vormoderne Gesellschaften, in denen die Familie die zentrale soziale Instanz darstellt, die mit „umfassenderen soz[ialen] Einheiten“ nicht konfligiert, „weil solche Einheiten entweder gar nicht vorhanden bzw. soz[ial] noch irrelevant sind, oder die familiären Werte u[nd] Verhaltensmuster maßgebl[ich] die übrigen soz[ialen] Orientierungen bestimmen“ (Hillmann 1994, S. 216). Das unterschlägt Notz jedoch und bezieht den Familismus primär auf eine moderne Ordnung: „Das Gemeinwesen ist nach der Ideologie des Familismus auf den Nationalstaat bezogen“ (17). So wird der Familismus mit dem Rückzug ins Private verbunden, mit dem sich komplementäre Geschlechtsrollen sowie ein unbeobachteter Raum der (männlichen) Repression und Gewalt entwickeln. Familismus ist dann nur auf die ehebasierte Kleinfamilie mit männlichem Ernährer bezogen. Dies so zu interpretieren ist möglich (vgl. Leitner 2013), sollte dann aber auch konsequent durchgehalten werden, was die Autorin jedoch nicht tut. Vielmehr springt sie zwischen den historischen Versionen.

In der ersten Version wäre der Familismus heute nicht mehr anzutreffen in Ländern, wo größere soziale Einheiten das Leben prägen – hier müsste die Auseinandersetzung eher in eine dem Buch entgegengesetzte Argumentationsrichtung laufen: Insofern Kirche und später der Staat in der Bekämpfung des Familismus erst die reduzierte Familie, also die Kleinfamilie hervorbringen und diese Reduktion offenbar noch nicht beendet ist, da die Funktionalität des Staates auf vereinzelten Individuen, nämlich Bürgern basiert und Familien diese Konstruktion gefährden (vgl. Koschorke 2011). Empirisch spricht für diese Perspektive inzwischen einiges, was im Buch jedoch nicht erwähnt wird, da Notz auf eine umfassende Rezeption der aktuellen Debatten um die ‚Vielfalt der Familie(n)‘ (Krüger, Herma, Schierbaum 2013; Burkart 2009) und sozialstaatliche Entwicklungen verzichtet bzw. diese nur selektiv wahrnimmt (vgl. Kapitel 1). Diese zeichnen ein außerordentlich heterogenes Feld und Verständnis des Familienbegriffs und schließen inzwischen viele Lebensformen ein – auch sozialpolitisch und gesetzgeberisch – die Notz als exkludiert betrachtet. Dieser erweiterte Familienbegriff schleicht sich immer wieder in die Untersuchung ein und unterläuft letztlich das gesamte Projekt. Sichtbar wird dies an Sätzen wie: „Wenn Familienpolitik heute dem Trend der Formenvielfalt im menschlichen Zusammenleben nicht gerecht wird, ist nicht die Familie in der Krise, sondern die Familienpolitik“ (223). Hinzu kommen irritierende Äußerungen, wie die oben genannte, die von der Familienpolitik eine Politik für Einzelindividuen fordern.

Wo dies unvermeidbar auffällt, z.B. im Kontext der Bedarfsgemeinschaften oder der ‚Homoehe‘, wird dann schnell klar, wie jedwede Form der Anerkennung anderer Lebensformen (instrumentell seitens des Staates oder nicht) erneut dem Verdikt des Familismus unterworfen wird. „Das Verständnis von Familie hat sich gegenüber früheren Zeiten, als nicht nur blutsverwandte Menschen zur Familie gehörten, eingeengt.“ (225) Daher könne es sich auch wieder erweitern. Dass dies bereits – allerdings mit dem Familienbegriff – erfolgt, sieht Notz nicht oder will es nicht sehen.

Um eine überzeugende Kritik am Familismus oder – vielleicht sollte besser formuliert werden – eine an der bürgerlichen, ehebasierten Kleinfamilie orientierten Sozial und Steuergesetzgebung zu entwickeln, müsste Notz einen engen Familienbegriff durchhalten. Doch gerade das würde zwingen, ein differenzierteres Bild zu zeichnen und Indikatoren, die für eine Abschwächung der Orientierung an diesem Familienbild sprechen, zu benennen oder wenigstens nicht einseitig zu interpretieren (vgl. hierzu z.B. die differenzierende und dennoch auch für Notz´ Position Argumente liefernde Untersuchung von Koppetsch/Speck 2015). Ehegattensplitting und Betreuungsgeld (Kapitel 4, 7) sind beispielsweise nicht nur verheirateten Eltern mit ihren Kindern vorbehalten.

Zu dem von ihr als Herdprämie bezeichneten Betreuungsgeld bemerkt Notz: „Ein Schelm, wer Böses dabei denkt, nämlich dass der bereits bestehende Rechtsanspruch auf einen Kindertagesstättenplatz umgangen werden soll. (…) Es ist ein erneuter Versuch, die ‚alte Ordnung‘ wiederherzustellen. Alleinerziehende, Lebensformen außerhalb der Kleinfamilie und Eltern, die ihre Kinder in Einrichtungen betreuen lassen, weil sie einer Erwerbsarbeit nachgehen wollen und weil sie es als notwendig und richtig erachten, dass Kinder von ausgebildeten Bezugspersonen profitieren und im Miteinander soziale Kompetenzen erwerben können, werden diskriminiert.“ (186) Abgesehen von der – auch finanziellen – Schwäche des Arguments und von einer empirisch noch immer in Frage zu stellenden Naivität im Hinblick auf professionelle Erziehung, erschließt sich die Diskriminierung dem Rezensenten nicht.

Die selektive Rezeption aktueller Entwicklungen und die Totalitätslogik schlagen sich dann insbesondere in einer sehr streitbaren Behauptung des Familismus in den Kapiteln 7 und 8 – also der jüngsten Vergangenheit – nieder. Die zur Zeit beobachtbare Ausweitung öffentlicher Erziehung bzw. die Überführung bisher familiärer Aufgaben in sogenannte ‚neue‘ oder ‚öffentliche Verantwortung‘ (Kindergarten, Ganztagsschule, z.T. flächendeckende ‚frühe Hilfen‘ usw.) wird von Notz im Hinblick auf das behauptete „Comeback des Familismus“ (8) schlicht ignoriert, obwohl genau das in dem von ihr eingangs zitierten (20) 14. Kinder und Jugendbericht Kernthema war. Diese ‚neue Verantwortungsübernahme‘ veranlasst einige BeobachterInnen – die nicht dem kritisierten rechtspopulistischen Lager entstammen – dazu eine zunehmende Defamilialisierung zu erkennen (vgl. Stadler 2014, zsf. z.B. Oelkers 2012). Im Hinblick auf die politischen und auch wissenschaftlichen Debatten um Familie und öffentliche Erziehung steht Notz mit ihrer Position nicht allein da, es könnte sogar behauptet werden, dass es auf breiter Front eine Kritik an der Familie gibt und ein Misstrauen ihr gegenüber handlungsleitend geworden ist (vgl. hierzu Großkopf/Winkler 2015, Bütow u.a. 2014, Alheim/Alheim 2014). Begründet wird dies unter anderem mit dem auch von Notz verwendeten Argument der Gewalt in Familien. Diese Entwicklungen sind aber nicht zwangsläufig mit einem individuellen Freiheitsgewinn oder mehr ‚Gleichheit‘ vergesellschaftet, sondern vielmehr mit dem Erstarken des staatlichen Einflusses durch die Herstellung autonomer Einheiten (Bürger) s.o., also der Entstehung anderer als familiärer Abhängigkeiten.

Die Betrachtungen bleiben oberflächlich und selektiv, weil die Einbindung in den Sozialstaat fehlt und damit der kritisierte Familismus abstrakt und letztlich indifferent wird. Daher kann auch problemlos der DDR ‚Familismus‘ nachgewiesen werden (Kapitel 6), der aber zweifelsohne ein massiv anderer war als der der BRD (vgl. zu einer differenzierten Perspektive Rosenbaum/Timm 2008).

Eine substantielle Kritik fordert eine entspreche Begriffsverwendung. Auch darum wäre es entscheidend für die Absicht Notz gewesen, die Debatten um die Familie(n) nach Beck/Gernsheim (1994) (die primär ins Feld geführt werden, um auf ‚aktuelle‘ Entwicklungen der ‚Individualisierung‘ einzugehen) zu rezipieren. So hätte bspw. an die kritischen Überlegungen von Lenz zum Familienbegriff und dessen Vorschlag von ‚persönlichen Beziehungen‘ zu sprechen angeschlossen werden können (z.B. Lenz 2003, 2013). Zu spät – nämlich am Ende des Buches – erscheint Notz´ eigener Vorschlag, dass die „Lebensweise“ den Familienbegriff ersetzen könnte (225). Es wäre also möglich gewesen, der Kritik die notwendige begriffliche Schärfe zu verleihen. So hingegen wird alles zum Familismus, was mit dem Begriff Familie verbunden wird. Die (lückenhafte) Zitation soziologischer Wörterbücher und die Verwendung nur bedingt einschlägiger und aktueller Literatur zum Thema Familie bzw. die dann ungenügende Rezeption solcher – wie im Falle der sehr differenzierenden Studie zum Familismus von Leitner (2013; Rezension von Bergen 2014, https://www.socialnet.de/rezensionen/15361.php), die durchaus Potential für die ‚Kritik des Familismus‘ in der BRD liefert (23) – sind keine Basis für eine fundierte und überzeugende Auseinandersetzung, die der Untertitel erwarten lässt.

Daran ändert auch der „Historische[] Rückblick auf die Familismen“ (Kapitel 2) nichts, die dann doch im Singular gedacht werden und auf eine Konstante hindeuten. So bemerkt Notz zunächst, dass nicht zu allen Zeiten die Familie die bürgerliche Kleinfamilie war und der Begriff Familie erst Ende des 17. Jahrhunderts ins Deutsche übernommen wurde und „[d]er Bezeichnungswandel … Ausdruck jener Veränderungen [ist], denen die Familie (sic!) im Übergang von der feudalen zur kapitalistischen Produktionsweise unterworfen ist.“ (14), verbietet sich jedoch nicht zwanzig Seiten später zu schreiben: „Das ‚ganze Haus‘ zerfällt, der Familismus bleibt“ (34).

Die Ungenauigkeit und historische Inkonsequenz der Argumentation ebenso wie die Darstellung der Familie als seit 700 Jahren nahezu unveränderte patriarchale (Schreckens-)Herrschaft von Männern über Frauen und Kinder (22f., vgl. insbesondere zur jüngeren Geschichte Ecarius 2002; Dornes 2012), lassen vermuten, dass es in der Sache gar nicht um den Familismus als vielmehr um eine feministische Kritik des Patriarchalismus geht (vgl. hierzu auch Lenzen 1991). Dafür spricht auch die Erwähnung der Beginen als Beispiel einer frühen Form der Kritik am Familismus (54). Andernfalls könnten ebenso (Männer-)Orden und Klöster hier angeführt werden.

Insofern ist festzuhalten: Entweder wird von einer hochgradigen Konstanz der nordwesteuropäischen Familie ausgegangen, die ihre Wurzeln bereits in der Antike hat und sich durch eine relativ „hohe Stellung der Frau aus[zeichnet]“ (Oesterdiekhoff 2002, S. 100), was auch eine recht unterschiedslose Diskussion der Familie quer über die westeuropäischen Staaten und deren Eroberungsgebiete hinweg erlaubt, dann aber auch die Bedeutung des Kapitalismus und die Hervorhebung der bürgerlichen Kleinfamilie stark nivelliert.

Oder aber es wird wie im Buch überwiegend spezifischer argumentiert (und damit auch ein anzunehmender Familismus östlich der Hajnal Linie oder auch weltweit ausgeblendet). Dann erscheint die im Zentrum der Kritik Notz´ stehende bürgerliche Kleinfamilie Ende des 18. Jahrhunderts in ihrer nationalstaatlichen Eingebundenheit. Diese erreicht offenbar ihre maximale Verbreitung in der westlichen Welt Mitte des 20. Jahrhunderts und ist seitdem empirisch zwar seltener nachweisbar, aber – so auch Notz – als Leitbild weiterhin stark (19).

Eine gehaltvolle Kritik am Familismus als Ideologie scheint nur den zweiten Weg zu eröffnen, dem – wie gesagt – auch primär gefolgt wird. Um aber überzeugen zu können, müsste die auf Deutschland fokussierte Kritik (12) differenziert und in der Kontextualisierung nicht nur mit dem Nationalstaat (17), sondern spezifisch dem Sozialstaat und dem Subsidiaritätsprinzip und den spezifischen Ausprägungen in Deutschland im Vergleich zu anderen Staaten erfolgen. Zwar verweist Notz auf Esping-Andersen (24, 102), aber zugleich wird die auf S. 24 erwähnte Differenzierung der Wohlfahrtsregime nicht weiter beachtet. Daher ist auch der Thatcherismus ein Fall von Familismus, da es nach Thatcher keine Gesellschaft gebe, sondern nur Individuen und Familien (17). Die im Rahmen ihrer Politik betriebene Reduktion des Wohlfahrtsstaates und Rückverlagerung dessen Aufgaben in die Familie sowie die konsequente Deregulierung der Wirtschaftsstrukturen, werden zum Ausdruck des Familismus. Dies lässt zwar die Interpretation zu, dass es so gesehen seit Schröders Agenda 2010 in der BRD einen Aufschwung des Familismus in Deutschland gäbe (alternativ: Lessenich 2008), wirft aber auch die Frage auf, was davor war. Natürlich Familismus – wie in den Kapiteln 2 bis 6 dargelegt. Dies beschreibt noch einmal pointiert den Pauschalismus des Buches, eigentlich schon eine Alternativlosigkeit zum Familismus, was, wenn er als Ideologie (der Begriff bleibt im Buch unreflektiert) betrachtet wird, nicht ganz überrascht, denn Ideologiekritik läuft immer auch Gefahr, selbst ideologisch zu werden (vgl. Roters 1998). Zugegeben, es würde für Notz´ Position sprechen, wenn im Rahmen von Hartz IV Familienväter als Gruppe von Männern mit besonderer Verantwortung für abhängige Personen oder Familienangehörige bei der Vermittlung bevorzugt werden würden. Doch wie sie schreibt, wurden gerade „Familienväter“ aus dem Wortlaut gestrichen und auch die von ihr monierte, bis heute fehlende „klare Definition dieser verantwortungsvollen Teilgruppe“ (178), die die Frage aufwerfe, wer bevorzugt vermittelt werden soll, wenn beide Eltern in einer Familie erwerbslos sind, sprechen ein andere Sprache. Notz selbst konstatiert, dass in der Bedarfs-/Versorgungsgemeinschaft auch der Mann abhängig sein kann (180) und wenn Mann und Frau arbeitslos sind, besteht Arbeitspflicht – für beide (179)! Die Interpretation eines „Rückfall[s] in die Familienpolitik der BRD der 1950er Jahre“ (178) überzeugt in diesem Zusammenhang kaum. Hier wird – im Sinne des Beweises der Ideologie – dann auch die sonst gegen sie ins Feld geführte „gelebte Realität“ recht grob interpretiert. Das Konstrukt der Bedarfsgemeinschaft zeige, dass nur im Falle der Nützlichkeit für den Staat alternative Lebensformen Anerkennung fänden. Dieser Hinweis ist wichtig, einerseits werden so auf dem Klageweg meistens auch andere Rechte generiert, zweitens lässt das ahnen, warum im heutigen Kapitalismus viele Lebensformen Anerkennung finden und wohin dies führen könnte. Notz zielt nicht darauf, führt aber dennoch vor Augen, wie dünn der Grad (oder besser die Wahrnehmungsgrenze) zwischen Emanzipation und Affirmation sein kann, was viel zu kurz in Kapiel 8.8 angeschnitten wird. Hier wäre an die Position der schwarzen Frauen zu erinnern, die im Hausfrauendasein einen Schutzraum vor Rassismus für sich sahen (119). Wer argumentiert, dass Frauen in der ‚Vermittlung in Arbeit‘ zurückstehen, und dies als ungerecht betrachtet, hat formal recht, repetiert aber bereits sprachlich die Aufwertung der Lohn- und Abwertung der Haus- und Fürsorgearbeit und damit die Logik der kapitalistischen Arbeitsgesellschaft. Dies entspricht einer traditionellen Position der Frauenbewegung und wurde unter anderem in der DDR exzessiv praktiziert. Der Gewinn der Emanzipation durch verordnete (heute staatlich erwünschte) Erwerbsarbeit war eher gering (vgl. auch Kapitel 6). Männer fühlen sich aber eher selten benachteiligt durch außerhäusliche Erwerbsarbeit. Die Rollenmodelle sitzen tief (vgl. hierzu Koppetsch/Speck 2015, hier wird mit ‚familistisch‘ eine solidarische Arbeitsteilung für die Familie jenseits des patriarchal-unterdrückerischer Modells verwendet, die offenbar in christlichen und wertkonservativen Familien eher den Ausbruch aus traditionellen Rollen erlaubt). Inwiefern es zu einer Emanzipation des Menschen durch die zunehmende Integration der Frau in den Arbeitsmarkt (inklusive der damit für viele Frauen verbundenen Doppelbelastung) kommt, bleibt offen. Verdächtig scheint es, wenn Staat und Unternehmen heute das Programm der Frauenemanzipation im Hinblick auf ‚Teilhabe am Arbeitsmarkt‘ (seit diese gut gebildet sind) zunehmend unterstützen oder gar einfordern – auf Kosten der Familien, denn eine stärkere Integration der Männer in die Familie erfolgt kaum (Großkopf 2014). Eine solche zu fordern liegt Notz logischerweise fern, wäre dies doch Familismus (obschon dieser anklingt). Übrigens erwähnt Notz auch nicht die Kehrseite des ‚Familismus‘, der die Position des Vaters im Hinblick auf das Sorgerecht für sein(e) Kind(er), insbesondere in der DDR, stark geschwächt hat.

Die Ausführungen Notz´ zu Alternativen sind dünn. Sie fordert zwar eine Neubewertung und Neuverteilung von bezahlter und nichtbezahlter Arbeit sowie die Umverteilung von Verantwortung für Kinder und Pflegebedürftige zwischen den Geschlechtern, sowohl individuell als auch kollektiv (183), genaueres bleibt aber offen. So wird das bedingungslose Grundeinkommen (185), welches in der Schweiz kürzlich per Volksentscheid abgelehnt wurde (für die BRD: https://www.openpetition.de/petition/blog/grundeinkommen-abstimmen-aufruf-zur-einfuehrung-der-bundesweiten-volksabstimmung) nur gestreift. Dies ist unverständlich obschon Notz hier differenziert argumentieren könnte (vgl. hierzu auch Notz 2005, http://archiv.labournet.de/diskussion/arbeit/existenz/notz_widerspruch.pdf ).

Auch werden Lebensformen, wie das Mehrgenerationenhaus, als Reanimation des ganzen Hauses (also Familismus) betrachtet und als Alternative darüber hinaus verworfen, weil – durchaus überzeugend – hier wieder kostengünstig über Selbsthilfe und Ehrenamt geleistet werden soll, was Familien nicht mehr können oder wollen bzw. der Sozialstaat Möglichkeiten des ‚outsourcing‘ nutzt (189f.).

Dass vor diesem Hintergrund kaum noch überzeugende Alternativen zum Leben in Familie bleiben, ist absehbar, insbesondere wenn die Menschen selbst – die von Notz anhand von Statistiken gegen die Ideologie der Kleinfamilie ins Feld geführte „gelebten Realität“ (213ff. – wobei seitens des statistischen Bundesamt durchaus der/die Alleinerziehende als Familie geführt wird, während reine (eheliche) Partnerschaften nicht als Familie kategorisiert werden vgl. z.B. Destatis 2016), dann als Familie bezeichnen oder eben wie im Falle der ‚Homoehe‘ die Anerkennung in einschlägiger Form fordern (vgl. hierzu auch Hill 1999). Insofern bleibt einzuwenden, dass auch das Leitbild der (Klein-)Familie dessen normative Kraft mit ihrem zahlenmäßigen Rückgang offenbar noch gewonnen hat, zur gelebten Realität zu zählen ist und vielleicht gerade die ihm scheinbar wiedersprechende Empirie durch hohe Erwartungshaltungen provoziert.

Im Ergebnis werden Alternativen ‚von oben‘ ausgeschlossen, von unten aber als primär fehlend moniert. Erinnert wird an die Selbsthilfegruppen der 1970er (190), an die Kommunen der 1968er, die aber – wie die Autorin eingestehen muss – offensichtlich nicht die normative Anziehungskraft eines Leitbildes besitzen, um dem ‚Familismus‘ Paroli zu bieten. Daher warnt Notz vor der Orientierung junger Menschen an „Treue“, „lang anhaltende[n]“, „unkündbare[n] Beziehungen“ in der „heterosexuellen Kleinfamilie“, in der sie „Sicherheit und Geborgenheit“ suchen und „die sich oft als Illusion erweist“ und die Gefahr einer abzulehnenden traditionellen Familie birgt (217). Und auch für Männer gelte, dass es aufgrund einer veränderten Rollenverteilung „anderer als familistischer Organisationsformen, die der Vielfalt der gelebten Realität gerecht werden (…)“ bedürfe (217).

In diesem Kontext werden eher persönliche Motive spürbar, wenn es bedauernd und eher exklusiv im Hinblick auf Alternativen heißt: „Studierende, egal ob homo- oder heterosexuell experimentieren nicht mehr mit Beziehung wie in den 1970er und 1980er Jahren.“ (217) Oder: „Wir dürfen nicht zulassen, dass die Gegenkonzepte der Frauen- und Alternativbewegung mit ihren Protagonistinnen begraben werden…“ (218).

Eine weitere Alternative ist der Gemeinplatz, dass Kinder selbstbewusste Individuen werden sollen – was übrigens stabile Verhältnisse des Aufwachsens befördern –, die schon im „Kindergarten und der Schule lernen, dass es verschiedene Lebensformen gibt und dass sie gleichberechtigt nebeneinander stehen.“ (223f.) Hier wäre nun auf die „gelebte Realität“ zu verweisen und zwar jenseits des von Notz vertretenen Duktus der Individualisierungsdebatte in dem es heißt: „Kinder wechseln lebensphasenabhängig oft von einer Familienform in die andere. Meine – deine – unsere Kinder das ist heute in vielen Familien an der Tagesordnung“ (213f.).

Wenn Familien sich formal auflösen, handelt es sich in den meisten Fällen noch immer um Katastrophen für die Betroffenen.

Es ist evident, dass Kinder die Entscheidungen, die ihre Eltern oder auch nur Elternteile zu verantworten haben, in Kauf nehmen müssen. Die Begeisterung dafür ist jedoch meist gering und Bettnässen noch der harmloseste Ausdruck dessen. Es bleibt die große Frage, welche und wie viele Familien oder Lebensformen und mit welcher Dauer, welche Wirkung auf die in ihnen aufwachsenden Kinder haben. Auch die Kinder, die in alternativen Lebensformen aufgewachsen sind, zeigen sich nicht unbedingt davon begeistert (vgl. Weiß 2005).

Nicht nur die Kleinfamilie, sondern jede Orientierung an Familie ist bei Notz Familismus. Die Flexibilität, die Familien offenbar aufweisen, weil sie sozialen Wandel abfedern oder auch generieren und Persistenz entwickeln, die sich noch an der Beharrung des Begriffs, dem auch Notz sich nicht entziehen kann, zeigt, verweist auf ihren elementaren Charakter. Es bleibt zudem festzuhalten, dass Menschen Vater und Mutter entstammen und insofern, wie auch immer ihr Leben verläuft, die Familie am sprachlichen und damit am Denkhorizont erscheint (ggf. soziale Väter und oder Mütter), ob als gesuchte, verlorene, unbekannte, normale, extravagante, verhasste oder – auch diese Fälle soll es geben – Raum gelingenden Aufwachsens und der Sicherheit. Das bedeutet nicht Raum der Konfliktfreiheit! Familie ist offenbar nicht loszuwerden, selbst wenn er/sie/es will oder keine hat. Auch wenn perspektivisch – im Kontext der Diskussion der Position Firestones wurde das sichtbar (114f.) – sich technologische Lösungen abzeichnen, ‚etwas mit Kind‘ zu gründen, das keine Familie ist (obschon Teilnehmer es so bezeichnen), sind dies noch keine Standard- sondern Notlösungen für Grenzen, die – in Ermangelung eines anderen Begriffs – die Natur gesetzt hat. Im Hinblick auf die Erziehungs- und Sozialisationsleistungen scheinen jedoch die kritisierten Kleinfamilien mit leiblichen Kindern nicht nur Nachteile zu haben (vgl. Rehbein/Baier 2013).

Fazit

Das Buch ist primär eine feministische Kritik an patriarchalen Zuständen. Diese werden im Kontext der Familie betrachtet. Historische Veränderungen des Zusammenlebens werden zwar thematisiert, zugleich aber nivelliert und selbst für die letzten 200 Jahre wird ein nahezu unverändertes Bild von Familien mit patriarchalem Haupternährer gezeichnet. Wandel wird nicht oder nur selektiv rezipiert. Aufgrund dieser sowohl den Begriff der Familie als auch die Historie betreffenden Unschärfe und Undifferenziertheit verliert die Untersuchung massiv an Überzeugungskraft, obschon gerade im Hinblick auf das deutsche Sozialstaatsmodell Interessantes zu erwarten gewesen wäre.

Notz bezieht sich weitestgehend auf eine Vorstellung von Familie, die bis in politische Zusammenhänge hinein fraglich geworden ist und es gibt heute viele Indikatoren, die durchaus gegen das im Buch behauptete Comeback eines Familismus sprechen. Es entsteht der Eindruck, dass hier (feministische) Ideologiekritik (und Enttäuschung über das Scheitern alternativer Lebensformen und Bewegungen in Folge der 68er) selbst ideologisch geworden ist und damit blind für eine differenzierte Darstellung des Gegenstandes.

Das Buch ist geeignet, um einen Einstieg in ein streitbares Thema zu finden bzw. eine Position mit ihren Vertreterinnen und den vorgebrachten Kritiken an der Kleinfamilie kennenzulernen. Die Auseinandersetzung sollte aber unbedingt vertieft werden, um ein angemessenes Bild des komplexen Themas zu gewinnen.

Literatur

  • Alheim, K./Alheim, R. (Hrsg.) (2014): Frühe Bildung – früher Zugriff. Hannover.
  • Beck, U./Beck-Gernsheim, E. (1994): Riskante Freiheiten. Individualisierung in modernen Gesellschaften. Frankfurt/Main.
  • Bergen, M. von (2014): Rezension zu Sigrid Leitner: Varianten von Familialismus. Abrufbar unter: https://www.socialnet.de/rezensionen/15361.php [16.02.2016].
  • Burkart, G. (Hrsg.) (2009): Zukunft der Familie. Prognosen und Szenarien. ZfF Sonderheft 6. Leverkusen.
  • Bütow, B. u.a. (Hrsg.) (2014): Sozialpädagogik zwischen Staat und Familie. Alte und neue Politiken des Eingreifens. Wiesbaden.
  • Destatis (2016): Datenreport 2016. Ein Sozialbericht für die Bundesrepublik Deutschland. Abrufbar unter: https://www.destatis.de/DE/Publikationen/Datenreport/Downloads/Datenreport2016.pdf?__blob=publicationFile [16.08.2016].
  • Dornes, M. (2012): Die Modernisierung der Seele. Frankfurt/Main.
  • Ecarius, J. (2002): Familienerziehung im historischen Wandel. Eine qualitative Studie. Opladen.
  • Großkopf, S. (2014): Ausbeutung für alle! Der marginalisierte Vater und die Maximierung der industriellen Reservearmee. Kulturtheoretische Betrachtungen. In: Sozialwissenschaftliche Literaturrundschau 68, H. 1, S. 107-121.
  • Großkopf, S./Winkler, M. (2015): Das neue Misstrauen gegenüber der Familie. Kritische Reflexionen. Würzburg: Ergon.
  • Hill, P.B. (1999): Segmentäre Beziehungen in modernen Gesellschaften. In: Busch, W. u.a. (Hrsg.): Aktuelle Felder der Familienforschung. Würzburg, S. 33-51.
  • Hillmann, K. H. (1994): Wörterbuch der Soziologie. mit einer Zeittafel. Stuttgart.
  • Koppetsch, C./Speck, S. (2015):Wenn der Mann kein Ernährer mehr ist. Geschlechterkonflikte in Krisenzeiten. Berlin.
  • Koschorke, A. (2011): Die heilige Familie. Frankfurt/Main.
  • Krüger, D. C./Herma, H./Schierbaum, A. (Hrsg.) (2013): Familie(n) heute. Entwicklungen, Kontroversen, Prognosen. Weinheim u.a.
  • Leitner, S. (2013): Varianten von Familialismus. Eine historisch vergleichende Analyse der Kinderbetreuungs- und Altenpflegepolitiken in kontinentaleuropäischen Wohlfahrtsstaaten. Berlin.
  • Lenz, K. (2013): Was ist eine Familie? In: Krüger, D.C./Herma, H./Schierbaum, A. (Hrsg.) (2013): Familie(n) heute: Entwicklungen, Kontroversen, Prognosen. Weinheim und Basel, S. 104-125.
  • Lenz, K. (2003): Familie – Abschied von einem Begriff? In: Erwägen, Wissen, Ethik 3/2003, S. 485-498.
  • Lenzen, D. (1991): Vaterschaft. Vom Patriarchat zur Alimentation. Reinbek.
  • Lessenich, S. (2008): Die Neuerfindung des Sozialen. Der Sozialstaat im flexiblen Kapitalismus. Bielefeld.
  • Lipp, W. (2000): Die Familie – biologische Grundlagen, frühe kulturelle Entwicklungen: Plädoyer für eine integrierte evolutionstheoretische Betrachtungsweise. Abrufbar unter: www.ssoar.info [12.04.2016]
  • Lück, D./Ruckdeschel, K. (2015): Was ist Familie. Familienleitbilder und ihre Vielfalt. In: Schneider, N. u.a. (Hrsg.): Familienleitbilder in Deutschland. Opladen u.a., S. 61-76.
  • Matthes, E. (2011): Die historische Dimension der Familie: Geschichte der Familie als Erziehungsinstitution. In: Macha, H./Witzke, M. (Hrsg.): Familie. Handbuch der Erziehungswissenschaft Bd. 5. Paderborn u.a., S. 107-128.
  • Notz, G. (2005): Grundeinkommen gegen Ungleichheit und Armut? Abrufbar unter: http://archiv.labournet.de/diskussion/arbeit/existenz/notz_widerspruch.pdf [16.02.2016]
  • Oelkers, N. (2012): Familialismus oder die normative Zementierung der Normalfamilie. Herausforderung für die Kinder- und Jugendhilfe. In: Böllert, K./Peter, C. (Hrsg.): Mutter + Vater = Eltern? Sozialer Wandel, Elternrollen und Soziale Arbeit. Wiesbaden, S. 135-154.
  • Oesterdiekhoff, G. W.(2002): Familie, Wirtschaft und Gesellschaft in Europa. Die historische Entwicklung von Familie und Ehe im Kulturvergleich. Stuttgart.
  • Rehbein, F./Baier, D. (2013): Familiäre Erziehung und abweichendes Verhalten. In: Zeitschrift für Soziologie der Erziehung und Sozialisation 33 (2013), 4, S. 399-416.
  • Rosenbaum, H./Timm, E. (2008): Private Netzwerke im Wohlfahrtsstaat. Familie, Verwandtschaft und soziale Sicherheit im Deutschland des 20. Jahrhunderts. Konstanz.
  • Roters, K.-H. (1998): Reflexionen über Ideologie und Ideologiekritik. Würzburg.
  • Stadler, R. (2014): Vater Mutter Staat. Das Märchen vom Segen der Ganztagsbetreuung. Wie Politik und Wirtschaft die Familie zerstören. München.
  • Vogel, C. (1992): Die Rolle der Familie im biogenetischen Geschehen. In: Voland, E. (Hrsg.): Fortpflanzung. Natur und Kultur im Wechselspiel -Versuch eines Dialogs zwischen Biologen und Sozialwissenschaftlern. Frankfurt/Main, S.145-169.
  • Weiß, H. (2005): Die vergessenen Kinder der 68er. Abrufbar unter: http://www.welt.de/print-wams/article123696/Die-vergessenen-Kinder-der-68er.html [12.04.2016].

Rezension von
Dr. Steffen Großkopf
Friedrich-Schiller-Universität Jena Institut für Bildung und Kultur Lehrstuhl für Allgemeine Pädagogik und Theorie der Sozialpädagogik
E-Mail Mailformular


Alle 12 Rezensionen von Steffen Großkopf anzeigen.

Besprochenes Werk kaufen
Sie fördern den Rezensionsdienst, wenn Sie diesen Titel – in Deutschland versandkostenfrei – über den socialnet Buchversand bestellen.


Zitiervorschlag
Steffen Großkopf. Rezension vom 07.10.2016 zu: Gisela Notz: Kritik des Familismus. Theorie und soziale Realität eines ideologischen Gemäldes. Schmetterling Verlag GmbH (Stuttgart) 2015. ISBN 978-3-89657-681-1. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/20831.php, Datum des Zugriffs 21.06.2021.


Urheberrecht
Diese Rezension ist, wie alle anderen Inhalte bei socialnet, urheberrechtlich geschützt. Falls Sie Interesse an einer Nutzung haben, treffen Sie bitte vorher eine Vereinbarung mit uns. Gerne steht Ihnen die Redaktion der Rezensionen für weitere Fragen und Absprachen zur Verfügung.


socialnet Rezensionen durch Spenden unterstützen
Sie finden diese und andere Rezensionen für Ihre Arbeit hilfreich? Dann helfen Sie uns bitte mit einer Spende, die socialnet Rezensionen weiter auszubauen: Spenden Sie steuerlich absetzbar an unseren Partner Förderverein Fachinformation Sozialwesen e.V. mit dem Stichwort Rezensionen!

Zur Rezensionsübersicht