socialnet - Das Netz für die Sozialwirtschaft

Michael Dick, Winfried Marotzki u.a. (Hrsg.): Handbuch Professions­entwicklung

Cover Michael Dick, Winfried Marotzki, Harald Mieg (Hrsg.): Handbuch Professionsentwicklung. Julius Klinkhardt Verlagsbuchhandlung (Bad Heilbrunn) 2016. 638 Seiten. ISBN 978-3-8252-8622-4. 49,99 EUR.
Recherche bei DNB KVK GVK

Besprochenes Werk kaufen
über socialnet Buchversand


Herausgeber

Michael Dick ist Psychologe und Professor für Betriebspädagogik, Winfried Marotzki war bis zur Emeritierung Professor für allgemeine Pädagogik und Harald Mieg ist Professor und Sozialwissenschaftler an der Humboldt-Universität Berlin.

Thema

Der Schwerpunkt des Bandes mit 57 Beiträgen von 77 Autorinnen und Autoren ist die Fort- und Weiterbildung für Angehörige oder Novizen von Professionen.

Michael Dick geht in der Einleitung (Kapitel 1) nach einer kurzen Skizze zu Professionen auf den Begriff und den Anspruch der Professionsentwicklung ein. Er versteht unter Professionsentwicklung primär Fort- und Weiterbildung mit einem spezifischen Ansatz. Wichtig ist dabei der Begriff Inferenz (S. 18), der sich auf das Verhältnis von Wissenschaft und Einzelfall bezieht. In dem Konzept („Continuing Professonell Development“) ist die Entwicklung von Handlungskompetenzen und Verhaltensänderungen eingeschlossen. Abschließend geht der Autor auf Entwicklungen ein, durch die die Professionen durch Ökonomie und Bürokratie zunehmend unter Druck geraten.

Unklar bleibt, warum der Begriff Profession als Klassenbegriff ungeeignet sein soll (S. 19). Hier wird ein Dilemma der Professionstheorie und Professionsentwicklung deutlich. Man kann an den relativ eindeutigen und abgrenzbaren Kategorien der Klassiker festhalten. Dann stellt sich die Frage, inwieweit die Modelle aus dem letzten Jahrhundert noch genügend Erklärungskraft besitzen, bzw. ob aus einem Idealtypus tendenziell Idealisierung wird. Profession entwickeln sich und diese Entwicklung kann zu Tendenzen der weiteren Professionalisierung, aber auch De-Professionalisierung führen. Man kann auch die Kategorien aufweichen (vgl. kritisch dazu Wilensky 1972). Dann stellt sich die Frage, ob aus der Professionstheorie eine Berufstheorie wird und aus der Professionsentwicklung eine Berufsentwicklung. Der Kunsthistoriker und Philosoph würden dann auch zu den Professionellen gehören. Es ist nach Meinung des Rezensenten sinnvoll, an der Abgeschlossenheit der drei Bereiche Theologie, Gesundheit und Gerechtigkeit festzuhalten (vgl. Stichweh 1996, 53/54). Sinnvoll ist auch, Professionen durch eine Kombination der wichtigsten Merkmale von Berufen abzugrenzen, die nicht professionalisiert, nicht professionalisierungsbedürftig oder noch nicht professionalisiert sind. Dies erfordert auch eine Abgrenzung von alltagsweltlichen Begriffen wie „Profi“ und „professionell“. Zu den Merkmalen gehört auch die berufliche Bearbeitung von Lebenskrisen von Patienten/Klienten, was im Unterschied zu anderen Berufen eine spezifische Reflexion und Fort- und Weiterbildung nahelegt.

Aufbau

Das Buch ist in vier Abschnitte untergliedert.

Zu Abschnitt I

Im ersten Abschnitt werden relevante Theorien behandelt. Harald A. Mieg skizziert in seinem Beitrag Professionstheorien (Kapitel 2). Ein Problem in der Professionstheorie ist die Zuordnung von Berufen zu Professionen. Je mehr Berufe zu den Professionen gezählt werden, um so diffuser wird die Kategorie. Dies kann zur Folge haben, dass sie als wissenschaftlicher Begriff tendenziell unbrauchbar wird. Einzelne der genannte Merkmale treffen auf unterschiedliche Berufsgruppen zu, auch auf solche, die nicht zu den Professionen gezählt werden.

Michaela Pfadenhauer skizziert und diskutiert in ihrem Aufsatz den strukturfunktionalistischen, den strukturtheoretischen, den machtkritischen Ansatz und den inszenierungstheoretischen Ansatz der Professionstheorie am Fokus der Gemeinwohlorientierung (Kapitel 3). Eine Frage ist, inwieweit sich einzelne Erklärungsmodelle ausschließen müssten oder nur unterschiedliche Perspektiven betonen. Gemeinwohlorientierung und damit Professionalisierung ist zum Beispiel auch, aber nicht nur, ein Problem der Rhetorik (inszenierungstheoretischer Ansatz). Dass Machtinteressen im Spiel sind (machtkritischer Ansatz), ist sicherlich nicht falsch. Die mehr oder weniger erfolgreichen Machtkämpfe der Standesorganisationen erklären aber nicht hinreichend den Erfolg oder Misserfolg von Professionalisierung. Was im Einzelnen dem Gemeinwohl (zum Beispiel der psycho-sozialen Integrität) dient oder schadet, wird sicherlich öfters zwischen Segmenten einer Profession strittig sein, wobei sich alle auf das Gemeinwohl beziehen können.

Werner Helsper skizziert in seinem Beitrag zunächst professionelle Antinomien und Paradoxien aus strukturtheoretischer, interaktionstheoretischer, systemtheoretischer und machttheoretischer Perspektive (Kapitel 4). Professionelle Antinomien werden als für professionelles Handeln konstitutiv und unaufhebbar gesehen, sie könnten jedoch professionell gehandhabt werden. Gezeigt wird dies anhand des Hiatus von Entscheidungszwang und Begründungsverpflichtung und von rollenförmigen und diffusen Beziehungslogiken. Helsper bezieht dies auf das Lehrerhandeln und veranschaulicht anhand von empirischen Beispielen, wie in Abhängigkeit von verschiedenen Schulkulturen die Antinomie von Autonomie und Heteronomie unterschiedlich gehandhabt wird. Abschließend diskutiert er offene Fragen wie die, inwieweit die Spannungen konstitutiv für professionelles Handeln sind oder aber durch Rahmenbedingungen konstituiert und vermeidbar sind.

Astrid Seltrecht behandelt in Kapitel 5 das Konzept des Arbeitsbogen, wobei zwischen Projektarbeitsbögen und Verlaufskurvenarbeitsbögen unterschieden wird. Das Konzept stammt aus den Arbeiten von Anselm Strauss und wurde in Deutschland von Fritz Schütze übernommen und weiterentwickelt. Zunächst wurde das Konzept vor allem angewandt auf die soziale Organisation von Krankenhäusern und die Organisation von Behandlungen, an denen verschiedene Berufsgruppen beteiligt sind, wobei auch verschiedene Formen von Arbeit (S.67 ff.) behandelt werden. Das Konzept kann sich aber auch auf andere Berufsgruppen und Fragestellungen beziehen (s. S.70) Die Autorin verdeutlicht die Bedeutung des Konzeptes für die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Berufsgruppen und Professionen und die kollektive Professionalisierung als Prozess der Herausbildung und Weiterentwicklung eines Berufes. Für die Professionsentwicklung könnte dies wichtig werden, da neben der individuellen Entwicklung einzelner Professioneller auch die kollektive Entwicklung (berufliche Sozialisation, Rahmenbedingungen) in den Blick gerät.

In den Kapitel 6 und 7 behandelt Fritz Schütze das Konzept der sozialen Welt. Der Begriff wird bestimmt und die historische Entwicklung, die mit den Forschungen der Chicagoer Schule in den 20er Jahren des vorherigen Jahrhunderts begann, wird skizziert. Das Konzept hat einerseits Bedeutung für die Analyse des Erfahrungszusammenhangs der Betroffenen, zum Beispiel wenn es um ethnische Gruppen geht. Hierzu könnte man diskutieren, inwieweit dies auch eine sinnvolle Weiterentwicklung des Konzept der Lebensweltorientierung in der Sozialarbeit (Thiersch) ist. Zum anderen geht es um die soziale Welten der Professionen. Als Beispiel wird auf die Untersuchungen von Strauss u.a. zu sozialen Subwelten in der Psychiatrie hingewiesen. Diese Untersuchungen zu Professionen kann man zunächst der nicht-normativen Grundlagenforschung zuordnen. Sie bieten dann aber auch Möglichkeiten der Selbstklärung und Selbstentwicklung (S. 102 ff.) und damit der individuellen und kollektiven Professionsentwicklung.

In Kapitel 8 geht es weniger um professionstheoretische Konzepte als um rechtliche Rahmenbedingungen in der EU. Aufgrund der relativen Unabhängigkeit der Professionen von der Administration und dem Markt sind rechtliche Rahmenbedingungen bedeutsam, weil sie diese Autonomie einschränken, sichern oder erweitern können. Dies gilt auch für Wettbewerbsbeschränkungen, die zum Beispiel die individuelle Aushandlung des Preises für eine professionelle Dienstleistung (zum Beispiel eine dringende Operation) verhindern. Nach einer Darstellung der Rolle der EU geht Ulrich Heisig auf einzelne nationalstaatliche Kontexte ein. Anschließend wir die Rolle transnationaler Verbände in der EU skizziert, die Lobbyarbeit betreiben. Sinnvoll wäre hier eine Differenzierung zwischen einzelnen Professionen und Berufen, da die Situation der Ärzte oder Sozialarbeiter schwer vergleichbar ist mit der der Ingenieure oder Wirtschaftsprüfer. Abgeschlossen wird das Kapitel mit einem Abschnitt über „Europäisierung und Transnationalisierung von Professionen“. Professionen sind allerdings in ihrem Kern schon immer universalistisch.

Zu Abschnitt II

In Abschnitt II werden unterschiedliche Konzepte mit einem mehr oder weniger engen Bezug zur Professionsentwicklung behandelt.

Tim Unger und Sabine Hering[1] behandelt in Kapitel 9 die Themen Beruf und Beruflichkeit. Eingegangen wird kurz auf den Bedeutungswandel der Berufsauffassung, auf Themen der Berufssoziologie und Berufspädagogik sowie auf Diskussionslinien und Kontroversen um die Begriffe, zum Beispiel zur Frage des Endes oder Krise des Berufes. Diese Themen sind auch wichtig für professionelles Handeln, da u.a. Lebenskrisen auch im Zusammenhang mit Übergängen in Erwerbsarbeit oder aus Erwerbsarbeit heraus stehen können. Wichtig ist in dem Beitrag auch die Diskussion zur Grenzziehung zwischen Berufen und Professionen. Festgestellt wird u.a. dass Antinomien und Paradoxien zum Markieren der Grenze zwischen Berufen und Professionen heute nicht mehr haltbar seien, dass andere Unterschiede, u.a. Zentralwertbezug und Mandat, aber bestehen blieben.

Klaus North, Stefan Güldenberg und Michael Dick behandeln in Kapitel 10 das Thema Wissensarbeit in einer Wissensgesellschaft. Da auf einer ganz basalen Ebene Arbeit ohne Wissen nicht vorstellbar ist (auch der Koch benötigt Wissen), muss eine besondere Art von Wissen gemeint sein, deren Produktion, Vermittlung oder Anwendung eine höhere Qualifikation voraussetzt. Dieses Wissen gewinnt eine wachsende gesellschaftliche Bedeutung. Die Autoren gehen auf verschiedene Typen von Wissen, auf fünf Phasen der Wissensarbeit sowie auf unterschiedliche Aufgaben und Rollenmodelle von Wissensarbeit ein. Dies ist auch für die Professionsentwicklung bedeutsam. Für Professionen ist eine Wissensgrundlage die „höhersymbolische Sinnwelt“ (vgl. Schütze 2016, 248) einer Wissenschaft. Professionelle sollen im Idealfall an der soziale Welt ihrer Wissenschaft teilgehabt haben (zum Beispiel der Doktortitel in der Medizin), sie sind dann „Wissensproduzenten“ aber später als Praktiker auch „Wissensvermittler“ (auch gegenüber Patienten) und „wissensintensive Dienstleister“ (s. S. 133). Forschungsarbeit folgt bestimmten Regeln (zum Beispiel Entlastung vom Handlungsdruck einer Praxis) und Zielen (Wahrheit, richtig -falsch, verallgemeinerbare Aussagen), die in einer Praxis so nicht bestehen oder nicht voll umsetzbar sind (vgl. Oevermann 1996 zur „widersprüchlich Einheit von Entscheidungszwang und Begründungsverpflichtung“)

Dieter Nittel und Astrid Seltrecht behandeln in Kapitel 11 das Thema Biographie, wobei der Schwerpunkt auf dem Lebenslauf der Professionellen liegt, nicht auf den Biographien der Zielgruppen. Sie unterscheiden drei Ebenen, auf denen Biographien bedeutsam werden können: Profession, Professionalisierung und Professionalität. Ein Problem ist die tendenzielle Ablösung des Begriffs der Professionalisierung von der Profession. Der Vorteil ist, dass dies die Untersuchung vieler Berufe ermöglicht, was für die Erwachsenenbildung vorteilhaft sein kann. Nachteile sind die Verwischung von Grenzen zwischen beruflicher und professioneller Entwicklung und die tendenzielle Ausblendung von Erscheinungen der De-Professionalisierung. Zwar behalten die Autoren bei der Behandlung der Themen Professionalisierung und Professionalität das Thema Profession durchaus noch im Blick, dennoch werden die Grenzen zum Berufsbegriff unscharf. Zum Beispiel sind einige Aspekte wie lebenslanges Lernen nicht professionsspezifisch. Beim Zusammenhang von Profession und Biographie nehmen sie eine gesellschaftliche Erwartung zu einer lebensgeschichtlichen Einbettung an, die bei Professionellen zu einer Begründungsverpflichtung führe, auch wenn diese Einbettung im Bewusstsein einzelner Beteiligten nicht gesehen werde. Auf der Ebene der Professionalisierung geht u.a. um berufliche Sozialisation, professionellen Habitus, Eigeninitiative, Selbstverantwortung. Auf der Ebene der Professionalität wird u.a. auf die Besonderheit diffuser (d.h. persönlicher Anteile) mit Verweis auf Oevermann 1996, und auf biographische Ressourcen, auf Balint-Gruppen und auf andere erkenntnisgenerierende Verfahren hingewiesen. In Abschnitt 2 werden dann einige Studien zum Zusammenhang von Biographie und beruflicher Sozialisation skizziert.

Sandra Tiefel behandelt in Kapitel 12 das Thema Vertrauen, das sie als Kernkategorie in Professionalisierungsprozessen bezeichnet. Die Bedeutung des Vertrauens für die Professionen (u.a. Vertrauen in die Orientierung am Wohl des Klienten, für das Mandat der Profession, der gefährdete Vertrauenskontrakt zu Klienten) wird skizziert und kurz diskutiert. Nach einer Skizze des Vertrauensdiskurses in den Sozialwissenschaften wird auf Professionsforschung zu Vertrauen eingegangen. U. a. geht es um die Frage, wie Vertrauen generiert wird und ob und wie zu einem Vertrauensverlust kommen kann. Auf eine älteren Studie von Fengler und Fengler (1980 102 ff.) zum Entzug von Glaubwürdigkeit in der Psychiatrie könnte man noch hinweisen.

Das Prinzip, die Selbsthilfekräfte von Patienten bzw. Klienten zu stärken, ist nicht neu, sondern gehörte immer schon zum professionellen Handeln. Man denke zum Beispiel an das Prinzip „Hilf mir es selbst zu tun“ (Montessori) oder auch „Hilfe zur Selbsthilfe“. Das Arbeitsbündnis verweist auf die Pflichten des Patienten/Klienten zur Mitwirkung. Dies gilt auch für das Selbstbestimmungsrecht des Patienten, das zum Beispiel in der Palliativmedizin besonders betont wird. (vgl. Borasio 2014). Dennoch kann der Ansatz des Empowerments, den Bianca Lehmann und Michael Dick in Kapitel 13 behandeln, sinnvoll sein, um diese Seite professionellen Handelns wieder zu stärken. Dabei sollen Defizite nicht geleugnet werden, da diese professionelles Handeln legitimieren (s. S 163). Der Professionelle ist zuständig für Krisen, die die Betroffenen nicht selber lösen können (S. 158). Darauf beruht die Asymmetrie, die selbst dann noch gegeben wäre, wenn der Patient selbst von Beruf Arzt ist, aber u.a. anders emotional betroffen ist als der behandelnde Arzt. Die Autoren weisen auf die Gefahr hin, den Patienten durch einen Autonomieanspruch zu überfordern (S. 159) Auf Empowerment im Gesundheitswesen wird besonders eingegangen. Behandelt wird die Gesundheitsförderung und Empowerment auf der Ebene der Arzt-Patienten-Beziehung, u.a. zum Konzept „Shared Decision Making“, Einbeziehung von Lebensstil und persönlichem Empfinden, Gesundheitskompetenz des Patienten. In Abschnitt 5 werden Herausforderung und Probleme dieses Ansatzes behandelt. Hierzu gehört die mögliche Individualisierung, wodurch die Grenzen einer autonomen Lebensführung durch soziale Rahmenbedingungen aus den Augen verloren werden könnten. Eingegangen wird u.a. auf den durch Empowerment nötigen höheren zeitlichen und personellen Aufwand und auf mögliche Folgewirkungen durch eine Stärkung der Patientenrechte in Haftungsfragen (Vermeidung von ärztlichen Entscheidungen, die riskant sind).

Die Kommunikation zwischen Professionellen einerseits und Patienten, Mandanten, oder Klienten andererseits ist auch Gegenstand der Soziolinguistik, der Sprachsoziologie (z.B. ethno-methodologische Konversationsanalyse) der systemischen Therapie (vgl. z.B. Welter-Enderlin und Hildenbrand 1996) und der Psycholinguistik. Rainer Bromme und Regina Jucks behandeln in Kapitel 14 das Thema Experten-Laien-Kommunikation aus einer psycholinguistischen Perspektive. Nach der Kommunikationstheorie von Clark ist ein Ziel der Experten-Laien-Kommunikation einen geteilten Bezugsrahmen („common ground“) entstehen zu lassen. Dargestellt werden Forschungen zum kognitiven Bezugsrahmen von Experten und Laien, auf Techniken und Schwierigkeiten einer Verständigung zwischen Experten und Laien wird eingegangen. Die Autoren entwickelten eine modulare Trainingskonzeption zur Fachkommunikation, durch die die Fähigkeit der Fachleute gesteigert werde, ihr Wissen an Kollegen mit anderem disziplinären Hintergrund zu vermitteln.

In dem Beitrag von Hans Gruber und Stefan Degner (Kapitel 15) wird die psychologische Expertiseforschung behandelt. Unter Expertise bzw. Experten wird dabei eine Gruppe von Personen verstanden, die in einer bestimmten Domäne herausragende Leistungen erbringt. Unterschieden wird Novize und Experte, wobei in einigen Ansätzen auch weitere Unterteilungen wie „Semi-Experte“ oder „kompetent Handelnder“ vorgenommen werden. (S. 175) Befunde der Expertiseforschung zu den Kompetenzen der Experten (z.B. im Kontrast zu Novizen) und einige Methoden der Entwicklung zu Experten werden dargestellt. Im letzten Abschnitt wird auf die Bedeutung der Ergebnisse für die Professionsentwicklung eingegangen. Es geht unter anderem um die Enkulturation in eine Profession und die Bildung von Domänen im Rahmen des Aufbaus von Professionen. Eine Übertragung anderer Aspekte könnte nach Ansicht des Rezensenten auch problematisch sein. So müsste man zwischen verschiedenen Segmenten einer Profession unterscheiden. Das Kompetenzprofil eines guten Chirurgen oder Strafrechtlers wird sich deutlich von dem eines Hausarztes, Familienrichters oder Jugendstaatsanwalt (vgl. Breymann und Plewig in dem Band) unterscheiden. Dies dürfte zu methodischen Problemen führen. Auch lässt sich das Konzept der Experten als Personen, die Spitzenleistungen im Vergleich zu anderen Angehörigen der Domäne erbringen, nur teilweise auf Professionen übertragen. Gefragt sind auch viele Praktiker, die nicht alle zu diesem Typ von Experten (die besten 10 Prozent) passen, aber gleichwohl professionell handeln.

Die Professionalisierung von Novizen einer Profession erfolgt einerseits über das Studium und andererseits über die Praxisausbildung (vgl. Schütze 1984 und Oevermann 1996, der von Habitusformation spricht) Daher ist auch die Aneignung von Erfahrungswissen von Bedeutung. Martin Fischer befasst sich in Kapitel 16 mit Erfahrung aus philosophischer und psychologischer Perspektive. Behandelt wird das „Erfahrung machen“ und „Erfahrung haben“ als Erfahrungswissen. Hingewiesen wird auf „tacit knowlegde“, also auf implizites Regelwissen. In eigenen Untersuchungen hat der Autor festgestellt, dass Erfahrungswissen teilweise kollektives Wissen einer Praxisgemeinschaft ist und kommuniziert wird. Die Fragestellung kann für die individuelle Professionsentwicklung wichtig werden, etwa zu Methoden des Praxislernens. Möglich wäre auch eine Rekonstruktion impliziten Regelwissens anhand von Gesprächen mit Patienten/Klienten(vgl. zum Beispiel Wolff und Meier 1995) als methodische Supervision (vgl. Wolff 1994)

Die „widersprüchliche Einheit“ von universalistischer Regelanwendung und Einzelfallverstehen ist nach Oevermann (1996) für professionelles Handeln charakteristisch. Auf die Regelanwendung in der Medizin bezieht sich die evidenzbasierte Medizin, die in Kapitel 17 von Bernt-Peter Robra behandelt wird. Die evidenzbasierte Medizin fordert den vernünftigen Gebrauch der gegenwärtig besten externen Evidenz bei Entscheidungen (S. 194). Diese ist jedoch, wie der Artikel zeigt, nicht immer einfach zu bestimmen. Es gibt unterschiedliche Grade von Evidenz. Mit dem Vorrang der internen Evidenz (S. 195) komme die Behandlungssituation und damit der Einzelfall und das Arbeitsbündnis hinzu. Therapeutische Entscheidungen sollten die Autonomie des Patienten (zum Beispiel zu Lebensqualität und Lebensdauer) respektieren. In Abschnitt 3 behandelt der Autor die medizinische Diskussion zur evidenzbasierte Medizin. Hierzu gehört die Frage ob durch dieses Verfahren eine externe Kontrolle mit der Gefahr einer De-Professionalisierung verbunden sein kann oder ob die Profession so Kontrolle zurückgewinnt. Eine andere Gefahr wird in einer Standardisierung (Kochbuchmedizin) gesehen, die der Autor jedoch aufgrund der Dominanz der internen Evidenz nicht sieht. Leitlinien, die Verbindlichkeit beanspruchen, könnten nach dem Eindruck des Rezensenten jedoch als Richtlinien verstanden werden, die Autonomie von Arzt und Patient im Arbeitsbündnis einschränken.

Andrea Goldenbaum und Harm Kuper behandeln in Kapitel 18 das Thema Evaluation. Der Begriff, die Funktionen und die Methodik der Evaluation werden skizziert. Sinnvoll wäre eine Diskussion der Möglichkeiten und Grenzen einer Evaluation von Programmen für die Analyse professionellen Handelns. Professionelles Handeln kann sich nur teilweise durch die Anwendung der besseren Programme vollziehen. Es ist auf der Einzelfallebene nicht voll standardisierbar („Technologiedefizit“), weil sie in die Lebenspraxis von Klienten bzw. Patienten eingreift. Ein Kontrollgruppendesign wäre hoch komplex und so schwer umsetzbar. Zum Beispiel wird die Behandlung älterer multimorbider Patienten je nach Lebensverhältnissen stark variieren müssen. Die Autoren sehen in der Evaluation eine sich entwickelnde Profession. Dabei wird Profession mit Expertise gleichgesetzt, was nach Ansicht des Rezensenten problematisch ist. Auch stellt sich die Frage nach dem Zentralwertbezug.

Michael Dick und Christa Riesen behandeln in Kapitel 19 das Thema gesundheitliche Belastungen in der Arbeit Professioneller. Zunächst wird auf mögliche Belastungen eingegangen, die spezifisch für Professionen sein könnten. Es folgt eine Darstellung zentraler Begriffe der Belastungsforschung und von Theorien der Belastungsforschung. Diese und andere Theorien (vgl. auch Schmidtbauer 1977) ermöglichen Teilerklärungen, die jedoch nicht spezifisch für einzelne Professionen sind. Eingegangen wird auf Konzepte der Bewältigung (u.a. Kohärenzgefühl nach Antonovki und Resilienz) und auf personenbezogene und bedingungsbezogenen Interventionen. Die Autoren stellen fest, dass in einigen Professionen die Wirkungszusammenhänge wenig erforscht und theoretisch abgesichert seien. Sinnvoll wäre hier auch ein Bezug zur individuellen und kollektiven Professionsentwicklung. Einige Belastungen könnten Folgen einer problematischen individuellen professionellen Sozialisation (etwa problematische professionelle Identifikation) oder kollektiver De-Professionalisierungstendenzen (etwa zu starke Ökonomisierung im Gesundheitswesen) sein, während vielleicht andere für Professionen konstitutiv sind.

Dass professionelles Handeln in besonderem Maße fehleranfällig ist, kann man mit Antinomien und Paradoxien (vgl. Helsper in dem Band, Schütze 1984, 2016) oder auch mit dem Entscheidungszwang in der Praxis in Notfällen und (eventuell nachträglicher) Begründungsverpflichtung (vgl. Oevermann 1996) erklären. Theo Wehner und Klaus Mehl behandeln in Kapitel 20 Irrtümer und Fehler im professionellen Handeln. Eingegangen wird auf psychologische Definitionen von Fehlern und verschiedene Verfahren der psychologischen Fehlerforschung. Die Bestimmung von Fehlern erweist sich als schwierig, häufig handelt es sich um ein „subjektiv gefälltes Urteil“ (S. 224) Die Abgrenzung dürfte auch in Professionen schwierig sein. Es gibt die „Kunstfehler“, etwa wenn eine bestimmte Therapie nach dem Stand der Wissenschaft eindeutig kontraindiziert ist. In anderen Fällen kann die Zuordnung unter den Professionellen strittig sein, zum Beispiel wenn verschiedene Therapiemöglichkeiten präferiert werden. Die von den Autoren vorgeschlagene Haltung der „Fehlerfreundlichkeit“ (S. 229) kann hier hilfreich sein.

Hans Gruber und Christian Harteis befassen sich in Kapitel 21 mit der Lernfähigkeit im Erwachsenenalter, Konzepten lebenslangen Lernens und Entwicklungsaufgaben im Erwachsenenalter. Die Thematik kann in zweifacher Hinsicht für die Professionsentwicklung von Bedeutung sein. Einmal erfolgt die professionelle Sozialisation zu einem guten Teil im Erwachsenenalter durch Studium, Praxisausbildung, Praxiserfahrung und beruflicher Weiterbildung. Zum andern sind lebenszyklische Krisen und andere biographische Krisen von Patienten oder Klienten, die Lernprozesse auslösen können, nicht selten Gegenstand professioneller Problembearbeitung. Dabei ist es für den Professionellen wichtig, diese Zusammenhänge zu erkennen und bei ihrer Bewältigung zu helfen.

Professionen sind die ausgezeichneten Orte der Vermittlung von Theorie und Praxis.(vgl. Oevermann 1996). In der Arbeitsbeziehung zwischen Professionellen und Klienten/Patienten findet ein zweifacher Lernprozess statt. Einmal handelt es sich um einen selbstgesteuerten Lernprozess des Professionellen bei der Anwendung und Überprüfung von abstrakten Wissen auf den Fall. Zum anderen ist der Professionelle Lehrender für den Klienten/Patienten, indem er ihm wichtige Zusammenhänge vermittelt. Berufsbegleitendes Lernen wird in Kapitel 22 von Nicole Heitzmann und Frank Fischer behandelt. Behandelt wird der Transfer von Wissen am Arbeitsplatz, Merkmale und Abläufe des selbstgesteuerten Lernens und Lernprozesse die von Lehrenden unterstützt werden. Während das selbstgesteuerte Lernen bei einer gelungenen professionellen Sozialisation von Professionellen grundsätzlich beherrscht werden dürfte, eignen sich unterstützte Lernprozesse vor allem für die Arbeit mit Novizen der Profession und manchmal auch für die Arbeit mit Patienten (zum Beispiel Schulung bei bestimmten chronischen Erkrankungen wie Diabetes).

Albert Vollmer befasst sich in Kapitel 23 mit interpersoneller Kooperation. Der Begriff Kooperation, arbeitspsychologische Zugänge und Forschungsergebnisse, vor allem aus dem Bereich der Kooperation in und zwischen Betrieben, werden dargestellt. In den Schlussfolgerungen zur interprofessionellen Kooperation fokussiert der Autor vor allem die Bearbeitung von Krisen einer Lebenspraxis. Einige Beispiele für Kooperation werden angeführt. Diesen Abschnitt könnte ausgebaut werden. Unterscheiden könnte man Kooperation zwischen Kollegen derselben Profession (z.B. eine Tumorkonferenz), zwischen Professionellen und Patienten/Klienten, Professionellen und Nicht-Professionellen und zwischen Mitgliedern unterschiedlicher Professionen. Letztere sind interessant, weil jede Profession für einen Bereich ein Mandat beansprucht. Beispiele sind Erziehung und Kinder- und Jugendpsychiatrie (vgl. Fegert/Schrapper 2004) Erziehung und Jugendstrafrecht (vgl. zum Beispiel Breymann und Plewig in dem Band), Strafverfahren nach dem Betäubungsmittelgesetz („Therapie statt Strafe“, Indikation im Strafverfahren) oder medizinische Gutachter vor Gericht (vgl. zum Beispiel Wolff 1995). Die wechselseitige Kompetenz kann akzeptiert oder ignoriert werden.

Max Neufeind und Theo Wehner behandeln in Kapitel 24 das Thema Professionalisierung und Freiwilligenarbeit. Die Autoren unterscheiden zwischen Professionalisierung im schwachen Sinne und Professionalisierung im stärkeren Sinne. Im ersten Fall geht es um die Beziehung zwischen Freiwilligen und angestellten Mitarbeitern. Eigentlich geht es hier weniger um Professionen, sondern um Berufe. Für die Freiwilligenarbeit ist Autonomie und Selbstbestimmung charakteristisch, das Engagement ist im Prinzip jederzeit wiederrufbar. (S. 263) Für Berufstätige gilt dies nur sehr eingeschränkt. Zwischen beiden Gruppen kann es zu Spannungen kommen (S. 264 f.) Hinzufügen könnte man, dass auch Non-Profit- Organisationen auf Organisationserhalt und öffentliche Gelder angewiesen sind und nicht selten darum mit anderen Organisationen konkurrieren. Professionalisierung im stärkeren Sinne meint dagegen Entwicklung zu einer Profession auf der Grundlage eines freiwilligen Arbeitsbündnisses, der Orientierung am Gemeinwohl und einem Zentralwert und der „stellvertretenden Krisenbewältigung“. Die Autoren diskutieren, ob eine Professionalisierung für eine „Handvoll von Freiwilligentätigkeiten“ (S. 269) erreichbar sein. Der Rezensent bezweifelt dies. Weiterbildung ist sinnvoll, aber eine vollwertige professionelle Sozialisation mit Studium und Praxisausbildung ist wohl nicht erreichbar. Sie wäre wohl auch nicht erstrebenswert. So bewahrt sich die Hospizbewegung zum Beispiel ganz bewusst eine größere Unabhängigkeit vom Gesundheit- und Pflegesystem. Ältere Freiwillige streben den Professionsstatus häufig auch nicht mehr an, oder sind bereits Professionelle, die sich ehrenamtlich engagieren. Anders wäre es, wenn Bereiche, die vorher von Freiwilligen dominiert wurden, von Professionellen übernommen werden.

In Kapitel 25 behandelt Anna Stach das Thema Gender und Profession. Im Fokus steht dabei die Soziale Arbeit. Nach einer kurzen Skizze zu Gender und Genderforschung wird zunächst die feministische Professionsforschung skizziert. Dabei gehe es um die Konzeptualisierung der Kategorie Geschlecht in ihrer Verknüpfung mit der Initiierung und Entwicklung von Professionen. (S. 273). Im dritten Abschnitt wird dann die Soziale Arbeit behandelt. Die Frauenbewegung des 19. Jahrhunderts hatte für die Entstehen der beruflichen Sozialarbeit und ihre Entwicklung in den ersten Jahrzehnten eine besondere Bedeutung. Bei der Darstellung der Entwicklung seit den 60er Jahren kommt es jedoch in dem Beitrag zu einer Engführung auf die Themen Mädchen- und Frauenarbeit, Frauenhausbewegung und feministischer Beratung. Dies sind sicherlich wichtige Themen, sie betreffen aber nur einen Teil der Praxis. Die Arbeit von Sozialarbeiterinnen mit Jungen, Männer und gemischtgeschlechtlichen Gruppen und z.B. die Hilfen zur Erziehung sind ebenfalls wichtig. Auch für diese Arbeit könnte von Bedeutung sein, welches Geschlecht die Professionellen haben. Das Thema „semi-professionell“ und Geschlecht (vgl. Rabe-Kleberg 1996) wäre, zum Beispiel zur Entwicklung der Sozialarbeit, ebenfalls wichtig.

Zu Abschnitt III

Die in Abschnitt III dargestellten Methoden setzen an unterschiedlichen Aspekten der Professionsentwicklung an. Eine Methode, das Experteninterview, könnte auch im Rahmen der Erforschung kollektiver Professionsentwicklung im Sinne der Entwicklung als Profession oder zur Profession eingesetzt werden. In den anderen Fällen handelt es sich eher um Interventionen zur Förderung der Professionsentwicklung. Viele Methoden setzen bei der individuellen professionellen Sozialisation an, die mit Hilfe der Methoden gefördert werden soll. In einigen Kapitel geht es um die Beziehung zwischen Professionen oder zwischen einer Profession und anderen, nicht professionalisierten, Berufsgruppen. Auch die Entwicklung von Organisationen, in denen Professionelle arbeiten, wird zum Thema gemacht.

Begonnen wird in Kapitel 26 mit Supervision und Coaching. Der Autor Wolfgang Ebeling sieht Coaching vor allem als Methode zur Unterstützung von Führungskräften mit dem Fokus Personalentwicklung und Supervision als Methode der „Personenentwicklung“. Supervision entspreche eher die Professionslogik und Coaching eher der Unternehmenslogik mit einer größeren Abhängigkeit von den Interessen der Auftraggeber (S. 293). Unklar bleibt, warum der Autor Supervision nur als Methode in Organisationen sieht. Supervisionen können innerhalb wie außerhalb von Organisationen stattfinden. Ein Beispiel für ersteres ist die Balintgruppe mit Hausärzten. Der Autor geht kurz auf die Entwicklung der Supervision und einzelne Formen wie Vorgesetzten-Supervision, Kontrollanalyse/ Lehrsupervision, Gruppen- und Teamsupervision ein. Hier wäre eine kurze Reflexion der unterschiedlichen Settings sinnvoll gewesen. Zum Bereich der Supervision werden unterschiedliche Diskussionsansätze skizziert. Eine Position fordern, sich weiterhin auf die Beziehung zu Klienten zu konzentrieren, eine andere eine Ausweitung auf Gruppe, Organisation und Gesellschaft. Zu dieser Position stellt sich dem Rezensenten die Frage, ob nicht damit der Supervisor bzw. die Institution überfordert wäre (vgl. Bardé 1992) Skeptisch sieht der Rezensent auch die Entwicklung der Supervision zur Profession (S.294), da erfahrenen Praktikern einer Profession (zum Beispiel Psychotherapeuten) eine Lizenz kaum verwehrt werden kann.

Ottomar Bahrs und Edith Andres behandeln in Kapitel 27 das Thema Qualitätszirkel im Gesundheitswesen. Dies ist eine weitere institutionalisierte Diskursform. Über einen Zeitraum von 1 ½ Jahren treffen sich alle 4 bis 6 Wochen 6 bis 15 Teilnehmende für 2 bis 3 Stunden. Der Moderator bzw. die Moderatorin organisiert den Gruppenprozess und achtet auf die Einhaltung von Regeln. Die Gruppe wählt sich ein Oberthema (zum Beispiel Patienten mit Diabetes Typ 2), gearbeitet werden kann mit unterschiedlichen Daten wie mündlichen Falldarstellungen, Patientendateien, Video-Aufnahmen und Transkripte von Gesprächen mit Patienten (zur Fixierung sozialer Wirklichkeit, vgl. Bergmann 1985), Interviews mit Patienten. Deutlich werden praxisrelevantes Erfahrungswissen der Professionellen sowie „Blinde Flecken“ der jeweils eigenen Praxis, die mit den Kolleginnen und Kollegen diskutiert werden. Die Autoren skizzieren Chancen und Risiken der Arbeit und gehen auf die Evaluation ein. Der Vergleich der Ergebnisqualität ist sehr schwierig, da professionelle Behandlungen nur sehr schwer (evt. durch ein komplexes Vergleichsgruppendesign) vergleichbar sind. Schon allein die sozialstrukturellen Daten der Patientinnen und Patienten können unterschiedlich sein; entschieden wird in eine offene Zukunft, die nicht vorhersehbar ist („Entscheidungszwang“, vgl. Oevermann 1996). Aber unabhängig von diesem methodischen Problem ist es durchaus plausibel, dass Qualitätszirkel zur Reflexion professionellen Handelns sehr sinnvoll sind.

Kim-Oliver Tietze behandelt in Kapitel 28 das Kapitel kollegiale Beratung. Gemeint ist hier nicht die eher informelle Beratung unter Kollegen oder eine geleitete Fallkonferenz, sondern ein institutionalisierte Gesprächsform von prinzipiell gleichrangigen Teilnehmenden. Ein Beratungsmodell wird kurz skizziert. Die Teilnehmenden übernehmen hier für eine Sitzung vier verschiedene Rollen. Unterschieden werden 6 Ablaufphasen einer Sitzung. Für die Beratung wird eine von mehreren unterschiedlichen Methoden, die im Kapitel kurz dargestellt wird, ausgewählt. Skizziert wird die Bedeutung für die individuelle Professionalisierung im Sinne „systematischer kritischer Selbstvergewisserung“. Anschließend wird auf die Bedeutung für die Ausbildung von Novizen eingegangen. Hier wäre Skepsis angebracht. Zur professionellen Sozialisation gehört eher eine Praxisausbildung des Novizen nach dem Meister-Schüler-Modell (Schütze 1984), weniger ein Gespräch unter Gleichrangigen. Die kollegiale Beratung als Institution eignet sich eher für Professionelle mit abgeschlossener Ausbildung, die sich aber gleichwohl fortbilden und weiterentwickeln wollen.

Wechselseitige kollegiale Visitation ist ein weiteres Reflexionsverfahren, das Michael Dick, Christa Riesen und Jochen Klemke in Kapitel 29 vorstellen. Es sei eine Form von kollegiale Beratung, die sich aber von einer konkreten Methode der kollegiale Beratung, wie sie Tietze vorstellte, unterscheide. Es handelt sich um wechselseitige Besuche am Ort ihrer beruflichen Tätigkeit, zum Beispiel von Einzelpraxen, über jeweils ein oder mehrere Tage. Die Methode wir sowohl abgegrenzt von Hospitationen von Novizen einer Profession als auch von Verfahren im Rahmen von Qualitätskontrollen. Beschrieben werden mehrere Merkmale und Prinzipien während der Phasen der Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung. Wie andere teilnehmende Beobachtungen eignet sich das Verfahren zur Rekonstruktion impliziten Erfahrungswissen, wobei gegenüber Gesprächsaufzeichnungen ein Vorteil sein kann, dass auch nicht-sprachliche Aspekte erfasst werden.

Das Triadengespräch ist eine Methode, die in der Praxisausbildung von Professionellen eingesetzt werden könnte. Michael Dick, Katrin Nebauer-Herzig und Wilhelm Termath beschreiben das Verfahren in Kapitel 30. Während des Gesprächs werden drei unterschiedliche Rollen eingenommen: Falldarsteller und Experte, Novize als fachlicher Zuhörer und Laie als methodischer Zuhörer. Der Falldarsteller muss sich somit in seiner Darstellung an zwei Adressaten (doppelte Adressatenorientierung, vgl. Wolff 1995) orientieren und für diese verständlich sein. Die Methode kombiniere das Prinzip der Inszenierung mit dem des narrativen Interview. Für die Falldarstellung und Fallbearbeitung dürfte jedoch nicht nur die Narration, sondern auch (fallbezogene) Argumentation und Beschreibung Bedeutung haben. Überlegen könnte man, ob die Falldarstellung nicht auch durch vorherige Beobachtung ergänzt werden könnte. Dann hätte zwar die Falldarstellung eine andere Struktur, hinzu käme aber die Möglichkeit, Beobachtungen als Stimuli einzusetzen.

Für Professionen ist charakteristisch, dass die Professionellen sowohl Experten für allgemeines Fachwissen und Erfahrungswissen als auch Beteiligte in einer professionellen Beziehung/Begegnung sind („Fallverstehen in der Begegnung“ nach Welter-Enderlin und Hildenbrand 1996). Der zweite teilbiographische Aspekt ist eher Fokus in der Supervision oder in Qualitätszirkeln (individuelle Professionsentwicklung) während der erste eher die Profession bzw. die soziale Welt der Profession betont und daher ein Instrument der Analyse der kollektiven Professionsentwicklung sein kann. Ein Analyseinstrument kann das Experteninterview sein, das Michael Meuser und Ulrike Nagel in Kapitel 31 behandeln. Neben dem fachwissenschaftlichen Fundament gehe es um Struktur- und Organisationswissen und verschiedene Rahmenbedingungen. Eingegangen wird auf Experteninterviews in unterschiedlichen Feldern der Sozialforschung und auf den Experten als wissenssoziologische Figur. Im Abschnitt wird auf die Methoden der Erhebung und Auswertung eingegangen. Wie Experteninterviews als Methode der (kollektiven) Professionsentwicklung (nicht nur der Analyse) genutzt werden könnte, hätte noch diskutiert werden können.

Die Moderationsmethode ist eine weitere institutionalisierte Gesprächsform, die im Rahmen der Professionsentwicklung eingesetzt werden kann, zum Beispiel zur Themenfindung und -bearbeitung in Qualitätszirkeln oder zur Unterstützung von Selbsthilfegruppen. Diese Methode wird von Ulrich Zeutschel in Kapitel 32 dargestellt. Der Autor skizziert wichtige Merkmale der Methode und diskutiert Vor- und Nachteile einzelner spezieller Regelungen, z.B. interne und externe Moderation. Phasen und einzelne Methoden (z.B. Visualisierung) werden dargestellt. In Abschnitt 7 wird dies an einem Fallbeispiel veranschaulicht.

Die konstruktive Kontroverse ist ein weiteres institutionalisiertes Verfahren, das Albert Vollmer in Kapitel 33 vorstellt. Die theoretischen Hintergründe, die Wirkungsweise, die Voraussetzungen und der Ablauf in verschiedenen Phasen werden skizziert. Das Verfahren könnte sich für die Bearbeitung von Konflikten zwischen Professionen (z.B. Erziehung und Kinder- und Jugendpsychiatrie) oder zwischen Segmenten einer Profession (Facharztgruppe, Hausärzte- Fachärzte) Schwieriger könnte es sein, wenn Administrationen oder Geschäftsleitungen einbezogen werden, weil dann die Grenze zu einem Interessenskonflikt, für den dieses Verfahren weniger geeignet ist (s.S. 373), unscharf wird. Professionen kann eher unterstellt werden, dass das Patientenwohl/Wohl des Klienten Vorrang hat gegenüber betriebswirtschaftlichen Zielen und Eigeninteressen der Professionellen.

Dana Bergmann, Ulrike Frosch, Nathalie Weisenburger und Michael Dick behandeln in Kapitel 34 die Themen Kompetenzermittlung und Anforderungsanalyse. Der Begriff Kompetenz wird skizziert und diskutiert. Es wird festgestellt, dass es bisher keine kohärente Kompetenztheorie gibt, aber eine pragmatische Nutzung. Verschiedene Sichtweisen auf Kompetenz und Methoden, die vor allem in der Personalauswahl und Personalentwicklung in Organisationen eingesetzt werden, werden skizziert. Am Beispiel der Jugendrichter werden verschiedene Ansätze illustriert. Hier wird aber die Schwierigkeit der Anwendung auf Professionen deutlich. Wie sind einzelne Aspekte zu gewichten? Das wiederum ist mit Wertentscheidungen verbunden, die die Autonomie der Professionen berühren. So mag die Fähigkeit des Jugendrichters, auf die Erziehung eines Jugendlichen einzuwirken, nach einer Position vielleicht hoch bewertet werden (vgl. Breymann und Plewig in dem Band), während die Fähigkeit schriftliche Urteilsbegründungen revisionssicher zu formulieren, weniger hoch bewertet wird. Nach einer anderen Position könnte man auf die Expertise der Jugendgerichtshilfe verweisen und dieser vertrauen, so dass die erzieherische Kompetenz weniger hoch eingeschätzt wird, wohl aber die Vermeidung von Revisionen.

Aus den professionellen Freiberuflern im 19. Jahrhundert und zu Beginn des 20. Jahrhunderts sind in der Regel Inhaber von Kleinbetrieben (Praxen) oder Mitarbeiter von Organisationen geworden. Zwischen Management; Administration und Profession gibt es nicht selten ein Spannungsverhältnis (vgl. auch Schütze 1996). Was zum Beispiel das Beste ist für die Entwicklung eines Krankenhauses oder einer Arztpraxis ist, muss nicht auch das Beste aus professioneller Sicht für das Allgemeinwohl und Patientenwohl sein. Die professionelle Organisation wird daher häufig einen guten Kompromiss, der professionsethisch vertretbar ist, anstreben und dabei können professionelle Führungskräfte wichtig werden. Fritz Westermann behandelt in Kapitel 35 das Thema Führungskräfteentwicklung (FKE). Auf die Bedeutung der Führungsqualität für Unternehmen, wichtige Aspekte der Führungskräfteentwicklung und Instrumente werden behandelt, Probleme der Umsetzung werden diskutiert.

In Kapitel 36 behandelt Bernt-Peter Robra das Thema Evidenzsicherung in der medizinischen Praxis. Eingegangen wird auf die Evidenzrecherchen, auf Evidenzbewertungen und Handlungsempfehlungen. Nur ein Teil der medizinischen Interventionen beruhe auf randomisierten kontrollierten Studien. Aber auch die Bewertung dieser Studien könne unterschiedlich ausfallen, u.a. wenn negativ ausgegangene Studien weniger häufig veröffentlicht werden. Evidenzbewertungen führen häufig zu Leitlinien von medizinischen Gesellschaften, wobei es durchaus divergente Bewertungen geben kann. Der Autor betont, dass die Anwendung von Leitlinien immer verbunden sein muss mit der Berücksichtigung individueller Zusatzinformationen zum Beispiel zu Biographie und Lebenswelt („Re-Individualisierung“), es geht also nicht um eine schematische Anwendung. Evidenznutzer müssten keine Experten in medizinischer Statistik sein, aber sie sollten in den Grundlagen evidenzbasierten Vorgehens geschult sein. Wenn sie jedoch keine Experten sein können, da für eine eigene Bewertung der Studien die Ausbildung und die Arbeitszeit fehlt, werden sie der Qualität der Leitlinien im wesentlichen vertrauen müssen. Der Autor fordert mehr Praxisforschung in Kooperation mit Praxen.

Die Methode der Professionsentwicklung, die Theo Wehner und Yvonne Pfeiffer in Kapitel 37 vorstellen, bewegt sich eher auf der Ebene von Organisationen, in denen Professionelle arbeiten. Ob es sich dabei auch um professionelle Organisationen handelt, deren Ziele und Werte (u.a. Patientenwohl) denen der Profession weitgehend entsprechen, wäre eine empirische Frage. Es geht um die Analyse von Fehlern und kritischen Ereignissen. Das „Incident Reporting System“ wurde u.a. in der Luftfahrt und für den Betrieb von Kernkraftwerken eingesetzt. Den Autoren geht es hier um die Anwendung in Krankenhäusern. Wichtige Merkmale, Aspekte und der Verfahrensablauf in fünf Phasen werden dargestellt. Auch wird auf Probleme und mögliche Unzulänglichkeiten in der Ausführung eingegangen. Diskutieren könnte man eine Ausweitung auf das Gesundheitssystem unter der Fragestellung der kollektiven Professionsentwicklung. Krankenhäuser sind zum Beispiel nicht nur dem Patientenwohl verpflichtet, sondern müssen auch mit anderen Krankenhäusern konkurrieren. Auch eine Ausweitung des Verfahrens auf Organisationen wie Jugendämter, Gerichte oder Altenheime könnte man diskutieren.

Die Nutzung digitaler Medien verändert auch professionelle Arbeit. In der ärztlichen Sprechstunde oder in Beratungen kann der PC „`Partner` im institutionellen Gespräch“ (Böhringer/Wolff 2010) werden. Über gefährliche Krankheiten und schlechte Prognosen können sich Patienten im Internet informieren und mit anderen Betroffenen kommunizieren. Carmen Heckmann und Holger Horz behandeln in Kapitel 38 Kompetenzen über die „Digital Citizen“ verfügen oder verfügen sollten. Unterschieden werden Medienkompetenzen, Selbstkompetenzen, Inhaltskompetenzen und Domänen übergreifende Kompetenz. Ein stärkerer Bezug zu Professionen wäre wünschenswert. Erwähnt werden zwar Telemedizin oder Möglichkeit, die Netzwerke zur Kontaktaufnahme zu möglichen Patienten zu nutzen. Aber eine Untersuchung der Mediennutzung speziell von Professionen wäre sinnvoll.

In Kapitel 39 behandelt Peter Diekmann das Thema Lernen im Gesundheitswesen durch Simulation. Verschiedene Verfahren der Simulation wie Bildschirm-basierte Simulation, Patientensimulatoren oder Simulation durch Rollenspiel werden skizziert. Eingegangen wird auf die Verbreitung von Simulation im Gesundheitswesen auf Potentiale und auf Grenzen, etwa durch Kompetenzen und Rahmenbedingungen. Für einzelne Zielgruppen seien diese Verfahren schwer zugänglich. Ein Problem sei, dass Simulation nur selten in Curricula integriert sei. Eine Ausnahme ist die Ausbildung in Anästhesie in Dänemark, was u.a. zu einem größeren Angebot an Simulationsverfahren führte.

Minimale Leittexte als Methode zur Verschriftlichung von Expertenwissen werden in Kapitel 40 von Christian Hoffmann und Daniela Lasdinat vorgestellt. Sie werden mit Kochrezepten verglichen. Die Anwendung der Methode wird am Beispiel der Grünordnungsplanung skizziert. Leider gibt das Kapitel keine Hinweise darauf, wie minimale Leittexte speziell vom Professionsentwicklung eingesetzt werden können. Wie könnte zum Beispiel ein minimaler Leittext zur Behandlung einer vierzigjährigen Patientin mit Adipositas und Diabetes Typ II aussehen? Professionelles Handeln und handlungsrelevantes professionelles Wissen kann nur partiell in Rezeptform wiedergegeben werden. Rezepte könnte die Aufmerksamkeit des Professionellen auch ablenken von anderen wichtigen Zusammenhängen und vom Zuhören. Der Novize einer Profession lernt durch beobachten, nachfragen und ausprobieren unter Kontrolle des Meisters. Professionelle produzieren häufig minimale Texte, zum Beispiel als Patientendatei in einem PC oder auf einer Karteikarte. Diese dienen aber wohl eher als Erinnerungsstütze, nicht als Leittext.

Die Qualität und Glaubwürdigkeit professioneller Selbstkontrolle ist eine wichtige Voraussetzung für die gesellschaftliche Anerkennung der professionellen Autonomie einer Profession. Dies gilt auch für die Regelung von Konfliktfällen mit Patientinnen und Patienten. Hans Ulrich Brauer, Christa Riesen und Michael Dick behandeln in Kapitel 41 das Sachverständigengutachten in Zivilklagen am Beispiel der Profession der Zahnärzte. Zunächst werden Verfahren der außergerichtlichen Konfliktbelegung wie Beratung durch einen zweiten Zahnarzt, Mediation und Schlichtungsverfahren an Ärztekammern kurz skizziert. Anschließend wird das Sachverständigengutachten behandelt und als Beispiel wird das „Karlsruher Gutachtertraining“ als Fortbildungsverfahren vorgestellt.

Professionen sind nach Oevermann (1996) charakterisiert durch eine „widersprüchliche Einheit“ von wissenschaftlicher Regelanwendung und Einzelfallverstehen. Der Beitrag von Simone Kauffeld, Hilko Paulsen und Simone Ulbricht zur Wirksamkeitsforschung (Kapitel 42) dürfte sich eher auf die Seite der Regelanwendung und Grundlagenwissen beziehen. Nach einem Abschnitt zur Notwendigkeit stetiger Weiterbildung wird auf die Wirksamkeit von Weiterbildung und Verfahren der Evaluation eingegangen. Die ergebnisbezogene und die prozessbezogene Evaluation werden behandelt. Die Autoren weisen darauf hin, dass eine Evaluation, die sich primär auf die Zufriedenheit der Teilnehmenden stützt, problematisch sein kann, da dies nicht bedeuten muss, dass sich auch die Qualität der Arbeit verbessert hat. Für die Analyse professionellen Handelns müsste auch die andere Seite, das Fallverstehen, erfasst werden, da in nicht wenigen Fällen eine Berücksichtigung von Biographie und Lebenswelt von Klienten/Patienten notwendig ist. Dies könnte durch begleitende Fallanalysen und der Kontrastierung von Fallanalysen, z.B. in Qualitätszirkeln, möglich sein, aber nicht durch die Erhebung und Analyse einzelner Kriterien.

Zu Abschnitt IV

In Abschnitt IV wird die kollektive Entwicklung einzelner Berufsgruppen behandelt. Es handelt sich um klassische Professionen (Allgemeinmediziner, Zahnärzte, Jugendrichter und Jugendstaatsanwälte), Berufsgruppen, deren Professionsstatus kontrovers diskutiert wird, die aber ganz oder teilweise professionalisierungsbedürftig und professionalisierbar sein könnten (z.B. Lehrerinnen, Pflege, Sozialarbeiter) aber auch um Berufsgruppen, die keine Professionen sind und auch nicht sein werden. (zum Beispiel Leistungssportler oder Unternehmensberater). Klassische Professionen hätten stärker vertreten sein können (z.B. Psychiatrie, Medizin im Krankenhaus, Palliativmedizin, Strafverteidiger). Die Professionsentwicklung von Ärzten in Krankenhäusern vor dem Hintergrund gesundheitspolitischer Veränderungen wäre zum Beispiel ein interessantes Thema gewesen.

In der Allgemeinmedizin müsste das Modell professionellen Handeln deutlicher werden als bei hochspezialisierten Fachärzten. Mit der Entwicklung der Allgemeinmedizin befasst sich der Beitrag von Markus Herrmann und Beate Lehmann (Kapitel 43). Sie skizzieren den Anspruch auf ganzheitliche-individuelle Partnerschaft mit dem Patienten unter Berücksichtigung der Alltags- und Lebensbezüge. Dem Hausarzt wird eine besondere gesellschaftliche Bedeutung zugeschrieben, da die Mehrheit der Bevölkerung einen Hausarzt hat. Es werden aber in dem Beitrag auch gegenläufige Entwicklungen beschrieben. Hierzu gehörten die Zunahme administrativer, organisatorischer Aufgaben zuungunsten psychologischer und pädagogischer, der Hausarztmangel, die Gefahr der Bemächtigung hausärztlicher Arbeitsfelder, zum Beispiel durch die Palliativmedizin, oder die Substitution hausärztlicher Tätigkeiten durch Pflegeberufe. Der klassische Hausarzt als Einzelkämpfer sei ein Auslaufmodell. Skizziert werden auch notwendige Maßnahmen zur weiteren Professionsentwicklung in der Ausbildung, Fort- und Weiterbildung (S.487/488) Für den Rezensenten stellt sich die Frage, inwieweit mögliche Tendenzen der Deprofessionalisierung nicht auch in der Entwicklung des Gesundheitssystems zu suchen sind. Inwieweit bei 1000 Patienten pro Quartal, die Kenntnis von Biographie und Lebenswelt der Patienten möglich ist, könnte diskutiert werden.

Die Entwicklung der Zahnmedizin von der vorprofessionellen Zahnbehandlung bis zur Entstehen der Profession wird von Mike Jacob und Winfried Walther dargestellt (Kapitel 44). Im Hinblick auf die Thematik die Bandes wäre hier eine etwas ausführlichere Darstellung psycho-sozialer Aspekte wünschenswert gewesen. Erwähnt werden zwar Empowerment, Risikogruppen, Patientenautonomie und der Fortbildung- Masterstudiengang für Zahnärzte in Magdeburg, der pädagogische und sozialwissenschaftliche Methoden einbezieht. Aber Zusammenhänge zwischen Mundgesundheit, Gesundheit und psycho-soziale Integrität einerseits und Biographie und Lebenswelt andererseits hätten etwas stärker berücksichtigt werden können.

Astrid Seltrecht untersucht in Kapitel 45 die Pflegeberufe. Sie beginnt mit der Diskussion der in der Pflegewissenschaft diskutierten Frage, inwieweit sich die Pflege zu einer Profession entwickeln kann und sollte anhand der Kriterien Lizenz und Mandat, akademische Wissensbasis und Autonomie und Macht. Die Bedeutung der häuslichen Laienpflege und der Pflege durch Pflegehelfer könne eine Lizenz und ein Mandat verhindern. Pflegestudiengänge setzen in der Regel eine grundständige Berufsausbildung voraus, so dass man von „Teilprofessionalisierung“ sprechen könne. Beim Kriterium Macht und Autonomie wird das Verhältnis zur Medizin bedeutsam. Die Autorin kommt zu dem Ergebnis, dass Professionsmerkmale nur zum Teil ausgebildet seien. Im Abschnitt 2 geht es dann um Professionalisierung. Zunächst wird die Geschichte der Pflege als kollektive Professionalisierung im Sinne einer Berufsentwicklung dargestellt. Danach wird auf die individuelle Professionalisierung im Sinne einer biographische Entwicklung und einer professionellen Identität eingegangen. Professionalität wird in Abschnitt 3 verstanden als „Qualität der Dienstleistungen“ und „Befähigung der Rollenträger“ Skizziert werden einzelne Konzepte wie „Evidence-based Nursing“. Für den Rezensenten stellt sich die Frage, inwieweit hier nicht die Begriffe Berufsentwicklung, Arbeitsqualität und Qualifikation passender wären.

Luiza Olos und Ernst-H. Hoff stellen in Kapitel 46 die Entwicklung der deutschen Psychologie dar. Als „Experten für psychische Störungen und psychische Gesundheit“ (S. 511) können Psychologen eine therapeutische Profession sein. Die Autoren stellen die geschichtliche Entwicklung der Psychologie in Deutschland dar und unternehmen eine aktuelle Standortbestimmung. Ein großer Teil der Psychologen ist klinisch-therapeutisch tätig, weitere Bereiche sind zum Beispiel Marktpsychologie oder Werbepsychologie. Eine Besonderheit der Profession der Psychotherapeuten ist eine postgraduale Therapieausbildung. Darin wird aber auch die Gefahr einer Abkopplung von der universitären Ausbildung in Psychologie gesehen. Diskutiert wird u.a. inwieweit durch den „Bologna-Prozess“ die Gefahr entsteht, dass BA-Absolventen als „semi-professionell“ angesehen werden, inwieweit es zu einer Verlagerung an Fachhochschulen kommen könne und ob durch die Dominanz der Forschung die Lehre ausgedünnt werden könne.

Werner Thole behandelt in seinem Beitrag (Kapitel 47) die soziale Arbeit. Deutlich wird zunächst eine relativ diffuse Gegenstandsbeschreibung die ganz unterschiedliche Formen sozialer Dienstleistungen umfasst. Es ist daher auch nicht verwunderlich, dass der Autor das Professionalisierungsniveau bezogen auf einzelne Handlungsfelder skeptisch beurteilt. (S. 523). Dies gilt nicht nur für die theoretische Ausbildung, auch ein gemeinsamer beruflicher Habitus bildet sich nicht heraus. (S. 524) Der Rezensent ist der Ansicht, dass aufgrund dieses diffusen Gegenstandes eine Professionalisierung mit Lizenz und Mandat nicht zu erwarten ist. Eine Sozialarbeit für alles Mögliche ist nach Ansicht des Rezensenten nicht professionalisierungsbedürftig. Auch die Frage, was eine einschlägige theoretische und praktische Ausbildung dann sein könnte, lässt sich so nicht beantworten. Bei vielen Praxisfeldern könnte eine Professionalisierung dagegen sinnvoll sein (vgl. Hildenbrand 2012, Müller 2016).

In Kapitel 48 wird von Roland Becker-Lenz und Edgar Baumgartner die Entwicklung der sozialen Arbeit in der Schweiz dargestellt und diskutiert. Nach einer kurze Skizze der professionstheoretischen Diskussion wird die Geschichte der Sozialarbeit in der Schweiz behandelt. Einige Aspekte, zum Beispiel die hohe Zahl der Quereinsteiger und anderer nicht einschlägig ausgebildeter Beschäftigter oder der Dienstleistungsmarkt in einigen Handlungsfeldern, sind mit der Entwicklung in Deutschland vergleichbar. Die Autoren kommen zu dem Ergebnis, dass der Professionalisierungsprozess noch nicht abgeschlossen sei. Die soziale Arbeit in der Schweiz sei im vollgültigen Sinne noch keine Profession. Die skizzieren einige Möglichkeiten, diese Professionsentwicklung zu fördern, z. B. Ausbau der Begleit- und Wirkungsforschung, Promotionsrecht der Disziplin, Ausbau der professionellen Selbstkontrolle.

In Kapitel 49 befassen sich Klaus Breymann und Hans Joachim Plewig mit einem Widerspruch im Jugendstrafrecht. Aufgrund des Erziehungsgedanken im Jugendstrafrecht übernehmen Jugendrichter und Jugendstaatsanwälte erzieherische Aufgaben. Nach § 37 JGG benötigen sie dafür erzieherische Befähigung und Erfahrung. Die Begriffe müssten, so die These der Autoren, mehr beinhalten als Erfahrungen durch eigenes Erleben. Aufgezeigt wird, dass eine pädagogische Zusatzausbildung oder eine längere Weiterbildung in vielen Fällen nicht vorausgesetzt werden kann. Für den Rezensenten stellt sich die Frage, inwieweit hier eine doppelte Professionalisierung erforderlich wäre. Wenn man davon ausgeht, dass in einigen Fällen gravierende Sozialisationsprobleme oder Sozialisationsdefizite bei einem Teil der Beschuldigte vorliegen, dürften naturwüchsige elterliche Fähigkeiten nicht ausreichen. Auf die Qualifikation der Jugendgerichtshilfe wird man sich kaum verlassen können. (vgl. Müller; Trenczek, 2005)

Thomas Welter und Anja Mieg-Debik bearbeiten in Kapitel 50 die berufliche Entwicklung der Architektinnen und Architekten. Behandelt werden Geschichte und Standortbestimmung wobei auch auf Probleme und Krisen der Berufsentwicklung eingegangen wird. In Abschnitt 4 wird anhand von Kriterien der Professionstheorie diskutiert, inwieweit Architektur als Profession verstanden werden kann bzw. ob es sich um eine professionalisierungsbedürftige Tätigkeit handelt. Hier werden auch Probleme der Zuordnung deutlich. Sicherlich sind Kultur und Wohnen wichtige gesellschaftliche Werte. Wo aber liegt hier der Bezug zum Klienten? Ein kleines Segment der Berufsgruppe könnte man der Kunst zurechnen, wobei Künstler idealerweise keine einzelnen Klienten haben. Stellvertretende Deutung von Lebenspraxis (vgl. Oevermann 1996) könnte es im Eigenheimbau geben. Aber auch dieses Segment dürfte relativ klein sein. Probleme gäbe es auch bei der Durchsetzung von Linzens und Mandat und der Autonomie. Die Beurteilung der Qualität der Dienstleitung erfolge nicht primär durch Architektinnen und Architekten selbst.

Die Berufsgruppe der Lehrerinnen und Lehrer wird von Andreas Ortenburger in Kapitel 51 behandelt. Der Autor stellt fest, dass der Professionsstatus der Lehrerinnen und Lehrer in der Literatur strittig ist. Diese Diskussion wird aufgegriffen. Verwiesen wird u.a. auf Oevermann, der in der Schulpflicht ein Hindernis für eine Professionalisierung sieht. Dies hat nicht nur Folgen für die Kontrolle der Lehrer und Lehrerinnen durch die Schulverwaltung. (S. 560) Der Autor behandelt auch die beruflichen Kernaufgaben und Antinomien des Berufes. Die Kernaufgabe Erziehen, die sich aus der nicht abgeschlossenen Entwicklung von Kindern und Jugendlichen ergibt (vgl. Oevermann 1996 und den Beitrag von Helsper im Handbuch), dürfte für die Professionsentwicklung eine besondere Bedeutung haben.

Dieter Nittel und Julia Schütz behandelt im Kapitel 52 das Thema Erwachsenenbildung. Dargestellt wird die Geschichte der Weiterbildung und die Entwicklung der Berufsrollen. Deutlich wird ein heterogenes Bild der Erwachsenenbildung. Der Anteil der Freiberuflichen und Selbständigen ist sehr hoch (S. 570), Erwachsenenbildung wurde zum „Auffangbecken“ (566) für verschiedene Berufsgruppen. Der Artikel kommt zu dem Schluss, dass auf der kollektiven Ebene ein Prozess der Professionsentwicklung nicht feststellbar sei. Ob sich die Erwachsenenbildung zu einer Profession entwickeln könnte, ist nach Ansicht des Rezensenten fraglich. Abgesehen von einigen Ausnahmen (z.B. Maßnahmen für Arbeitslose) wird man eine Lebenskrise, die für die Betroffenen selbst schwer lösbar ist, kaum feststellen können, Lizenz und Mandat sind kaum legitimierbar. Diskutiert wird von den Autoren die Frage, inwieweit man von einer sozialen Welt der Erwachsenenbildung sprechen kann. Dagegen können Segmentierungen (S. 572) sprechen, die zu unterschiedlichen sozialen Welten führen können.

Peter Cloos untersucht in Kapitel 53 die Entwicklung der Kindheitspädagogik. Auf Arbeitsfelder, Geschichte und Institutionalisierung wird in Abschnitt 1 eingegangen. Der Entwicklung der beruflichen Erziehung erfolgte zunächst vorprofessionell („institutionalisierte Mütterlichkeit“ S. 579). Erste Konturen einer kindheitspädagogischen Profession werden in Abschnitt 2 skizziert. Deutlich wird ein heterogenes Bild. Es handelt sich um eine große Berufsgruppe, die aber mehrheitlich nicht an Hochschulen ausgebildet wurde. Auch die bestehenden Studienangebote seien heterogen. Eingegangen wird auf die kindheitspädagogische Professionsforschung (Abschnitt 3) Der Autor sieht in der Kindheitspädagogik ein Professionsfeld, dessen Entwicklung aber schwer abzusehen sei. Die Professionalisierungsbedürftigkeit der Erziehung als Beruf könnte ähnlich begründet werden wie in die der Schulpädagogik (vgl. Oevermann 1996, Helsper in dem Band). Die Beziehung zwischen Erzieherin und den Kindern ist für die Sozialisation der Kinder zweifellos bedeutsam, da deren Persönlichkeitsentwicklung noch nicht abgeschlossen ist. Dies gilt vor allem, wenn politisch angestrebt wird, die Erziehung und Betreuung in Kinderkrippen und Kindertagestätten von einer Institution für besonders bedürftige Eltern zu einem Normalmodell zu machen (vgl. S. 581 des Beitrags). Damit rückt die Persönlichkeit der Erzieherin (diffuse Beziehungsanteile) stärker in den Blick. Ob jedoch eine Professionalisierung dieser sehr großen Berufsgruppe durchsetzbar ist, ist nach Ansicht des Rezensenten fraglich. Überschneidungen gibt es auch zu den sozialpädagogischen Hilfen, zur öffentlichen Ersatzerziehung und der Hilfeplanung, die ebenfalls professionalisierungsbedürftige Praxisfelder sind.

Klaus Bredl und Jane Fleischer behandeln in Kapitel 54 die Berufsgruppe der Unternehmensberater. Skizziert wird ein relativ heterogenes Bild der Berufsentwicklung. Eine einheitliche wissenschaftliche Grundlage gibt es nicht. Der Titel ist nicht geschützt, es gibt also kein gesellschaftliches Mandat. Die „up- or out“ Regel führt zu Fluktuation, zum Beispiel in Unternehmen von Kunden, und dazu, das Wissen der Beratungsinstitutionen verloren geht. In dem Kapitel wird auch festgestellt, dass man die Unternehmensberatung kaum als Profession bezeichnen könne (S. 592).

Matthias Näf diskutiert in seinem Beitrag (Kapitel 55) inwieweit Umweltberufe die Kriterien einer Profession erfüllen. Gegenstand dieser Profession wäre die Bearbeitung von tatsächlichen oder vorhergesagten Umweltproblemen. Er kommt zu dem Ergebnis, dass Umweltberufe einige dieser Strukturmerkmale erfüllen andere jedoch nicht. Die Ausbildung ist zum Beispiel heterogen und nur einem Teil akademisch. Bei der Besetzung von entsprechender Stellen werden nicht vorwiegend Absolventen von Umweltstudiengängen ausgewählt (Lizenz und Mandat). Nach Meinung des Rezensenten ist auch der Wertbezug und die Beziehung zu unterschiedlichen Klienten fraglich. Sicher kann man eine lebensfreundliche Umwelt als Zentralwert mit Bezug zur Gesundheit bezeichnen. Andererseits steht besonders der Umweltschutz im Dauerkonflikt mit volkswirtschaftlichen, politischen und betrieblichen Interessen. Eine völlig unbelastete Umwelt kann es kaum geben. Die Klienten dieser Berufsgruppe bzw. Arbeitgeber der Umweltfachleute stehen somit in einem ähnlichen Konflikt und nehmen unterschiedliche Positionen ein.

Journalisten sind in einer demokratischen Gesellschaft ein wichtiger Beruf. Es fehlen aber fast alle Merkmale einen Profession (einheitliche akademische und praktische Ausbildung, Lizenz und Mandat, Autonomie gegenüber Markt und Administration, verbindliche Berufsethik etc.) Bereits Paul Sethe hat in seinem berühmten Zitat auf die Abhängigkeit zur Ökonomie hingewiesen. Heinrich Böll (1974) hat in seinem Roman „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“ auf Fehlentwicklungen hingewiesen. Auch Nikolaus Meyer skizziert in seinem Beitrag (Kapitel 56) ein eher heterogenes Bild der Entwicklung des Journalismus.

Im Kapitel 57 behandeln Natalie Barker-Ruchti und Uwe Pühse die „Professionen“ „Trainer“ und „Athlet/Berufssportler“. Der Artikel ist interessant als Darstellung der Entwicklung zweier Berufe und der Qualitätsentwicklung. Die Kategorisierung beider Berufe als Professionen überzeugt jedoch nicht. Der Verweis auf die Wichtigkeit des Sport reicht nicht aus, um einen Zentralwertbezug anzunehmen. Von Mandat und Lizenz kann man auch nicht ausgehen, die Übergänge zwischen Amateur und „Profi“ sind fließend. Profi-Sportler lassen sich öfters später zum Trainer weiterbilden.

Fazit

Das Handbuch insgesamt enthält viele Beiträge, die für die individuelle Professionsentwicklung und damit für eine Berufspädagogik, die den professionsspezifischen Bedarf berücksichtigt, und die Professionen wichtige Anregungen und Hinweise geben. Aber eine noch stärkere Konzentration auf Professionen und professionalisierungsbedürftige Berufsgruppen wäre sinnvoll gewesen. Unter Professionen und professionalisierungsbedürftige Berufsgruppen sollte man Berufsgruppen verstehen, die wichtige Merkmale von Professionen (u.a. Bezug zur Lebenspraxis von Menschen, Bezug zu den Werten Recht, Gesundheit, vielleicht auch Theologie, Mandat und Lizenz) erfüllen oder in bedeutenden Segmenten erfüllen bzw. erfüllen sollten. Hierzu gehören Teile der Pädagogik, klinische Psychologie/Psychotherapie, Medizin, Sozialarbeit und Teile der Pflege. Zwischen Berufsentwicklung und Professionsentwicklung sollte man unterscheiden.

Literatur

  • Bardé, Benjamin (1992) Der Team- und Gruppensupervisor. Herkules ohne Ende. Buchbesprechung: K. Rappe-Giesecke, Theorie und Praxis der Gruppensupervision, Supervision 21, 92-96.
  • Bergmann, Jörg R. (1985), Flüchtigkeit und methodische Fixierung sozialer Wirklichkeit: Aufzeichnungen als Daten der interpretativen Soziologie, in: Bonß, Wolfgang; Hartmann, Heinz (Hrsg.), Entzauberte Wissenschaft, Soziale Welt Band 3, S. 299-320-
  • Böhringer, Daniela; Wolff, Stephan (2010), Der PC als ‚Partner‘ im institutionellen Gespräch, Zeitschrift für Soziologie 39, 3, S. 233-251.
  • Böll, Heinrich (1974) Die verlorene Ehre der Katharina Blum, München: dtv.
  • Borasio, Gian Domenico (2014) selbst bestimmt sterben, München: CH Beck.
  • Fegert, J. M.; Schrapper, C. (Hg.) (2004): Handbuch Jugendhilfe – Jugendpsychiatrie. Interdisziplinäre Kooperation. Weinheim und München: Juventa.
  • Fengler, Ch. & Fengler, Th. (1980). Alltag in der Anstalt. Wenn Psychiatrie praktisch wird. Rehburg-Lockum: Psychiatrie-Verlag.
  • Hildenbrand, B. (2012), Die Sozialarbeit/Sozialpädagogik als selbstvergessene Profession, in Zeitschrift für Sozialpädagogik Jg. 10 Heft 2 s. 115-139.
  • Müller, Hermann (2016), Professionalisierung von Praxisfeldern der Sozialarbeit. Opladen u.a.: Verlag Barbara Budrich.
  • Müller S., Trenczek, T. (2005), Jugendhilfe und Strafjustiz, 857 -873 in: Otto, Hans-Uwe; Thiersch, Hans; Handbuch Sozialarbeit/Sozialpädagogik, München und Basel.
  • Oevermann, U. (1996). Theoretische Skizze einer revidierten Theorie professionellen Handelns. In Combe, A. & Helsper, W. (Hrsg.). Pädagogische Professionalität. Untersuchungen zum Typus pädagogischen Handelns (S. 70-182). Frankfurt am Main: Suhrkamp Taschenbuch Wissenschaft.
  • Parsons, T (1958) Struktur und Funktion der modernen Medizin. In: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie Sonderheft 3, S. 10-57.
  • Rabe-Kleberg, U. (1996) Professionalität und Geschlechterverhältnis, oder: was ist „semi“ an traditionellen Frauenberufen? in: Combe, A. & Helsper, W. (Hrsg.). Pädagogische Professionalität. Untersuchungen zum Typus pädagogischen Handelns (S. 70-182). Frankfurt am Main: Suhrkamp Taschenbuch Wissenschaft. S. 276 – 302.
  • Schmidbauer, Wolfgang (1977) Die hilflosen Helfer, Reinbeck bei Hamburg: Rowohlt.
  • Schütze, F. (1984 ) Professionelles Handeln, wissenschaftliche Forschung und Supervision. Versuch einer systematischen Überlegung. In Lippenmeier, N. (Hrsg.) Beiträge zur Supervision. Band 3 (S. 262-389). Gesamthochschule Kassel. S.262-389.
  • Schütze , F. (1996) Organisationszwänge und hoheitsstaatliche Rahmenbedingungen im Sozialwesen Ihre Wirkungen auf die Paradoxien professionellen Handelns In Combe, A. & Helsper, W. (Hrsg.). Pädagogische Professionalität. Untersuchungen zum Typus pädagogischen Handelns (S. 183 -275). Frankfurt am Main: Suhrkamp Taschenbuch Wissenschaft.
  • Schütze, F. (2016) Schwierigkeiten bei der Arbeit und Paradoxien des professionellen Handels. Ein grundlagentheoretischer Aufriß, in, ders. Sozialwissenschaftliche Prozessanalyse, S. 241 – 281. Opladen u.a.; Verlag Barbara Budrich.
  • Stichweh, R. (1996) Professionen in einer funktional diffferenzierten Gesellschaft s In Combe, A. & Helsper, W. (Hrsg.). Pädagogische Professionalität. Untersuchungen zum Typus pädagogischen Handelns (S. 49 - 69). Frankfurt am Main: Suhrkamp Taschenbuch Wissenschaft.
  • Welter-Enderlin, R.; Hildenbrand, B. (1996). Systemische Therapie als Begegnung, Stuttgart: Klett-Cotta.
  • Wilensky, Harald (1972), Jeder Beruf eine Profession?, in: Luckmann, Thomas; Sprondel, Walter Michael (Hrsg.) Berufssoziologie, Köln, S. 198-215.
  • Wolff, St. (1995) Text und Schuld, Berlin, de Gruyter.
  • Wolff, St. (1994), Innovative Strategien qualitativer Sozialforschung im Bereich der Psychotherapie, in: Buchholz, M.; Streeck, U. (Hrsg.), Heilen, Forschen, Interaktion, Opladen S. 39-65.
  • Wolff, St.; Meier, C. (1995) Das konversationsanalytische Mikroskop: Beobachtungen zu minimalen Redeannahmen und Fokussierungen im Verlauf eines Therapiegesprächs, in: Bucholz, M. (Hrsg.) Psychotherapeutische Interaktion, Opladen S. 49-91.
  • Wolff, St.; Müller, H. (1997). Kompetente Skepsis. Konversationsanalytische Untersuchungen zur Glaubwürdigkeit in Strafverfahren. Opladen: Westdeutscher Verlag.

[1] Zur sprachlichen Vereinfachung spreche ich auch von „Autoren“, wenn Männer und Frauen einen Beitrag verfasst habe.


Rezensent
Dr. Hermann Müller
Universität Hildesheim, Institut für Sozial- und Organisationspädagogik
Homepage HermannMuellerHildesheim.de
E-Mail Mailformular


Lesen Sie weitere Rezensionen zum gleichen Titel: Nr.20403


Alle 22 Rezensionen von Hermann Müller anzeigen.

Besprochenes Werk kaufen
Sie fördern den Rezensionsdienst, wenn Sie diesen Titel – in Deutschland versandkostenfrei – über den socialnet Buchversand bestellen.


Zitiervorschlag
Hermann Müller. Rezension vom 13.06.2016 zu: Michael Dick, Winfried Marotzki, Harald Mieg (Hrsg.): Handbuch Professionsentwicklung. Julius Klinkhardt Verlagsbuchhandlung (Bad Heilbrunn) 2016. ISBN 978-3-8252-8622-4. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/20854.php, Datum des Zugriffs 21.08.2019.


Urheberrecht
Diese Rezension ist, wie alle anderen Inhalte bei socialnet, urheberrechtlich geschützt. Falls Sie Interesse an einer Nutzung haben, treffen Sie bitte vorher eine Vereinbarung mit uns. Gerne steht Ihnen die Redaktion der Rezensionen für weitere Fragen und Absprachen zur Verfügung.


socialnet Rezensionen durch Spenden unterstützen
Sie finden diese und andere Rezensionen für Ihre Arbeit hilfreich? Dann helfen Sie uns bitte mit einer Spende, die socialnet Rezensionen weiter auszubauen: Spenden Sie steuerlich absetzbar an unseren Partner Förderverein Fachinformation Sozialwesen e.V. mit dem Stichwort Rezensionen!

Zur Rezensionsübersicht

Hilfe & Kontakt Details
Hinweise für

Bitte lesen Sie die Hinweise, bevor Sie Kontakt zur Redaktion der Rezensionen aufnehmen.
rezensionen@socialnet.de

ISSN 2190-9245

Newsletter bestellen

Immer über neue Rezensionen informiert.

Newsletter

Über 13.000 Fach- und Führungskräfte informieren sich monatlich mit unserem kostenlosen Newsletter über Entwicklungen in der Sozialwirtschaft.

Gehören Sie auch schon dazu?

Jetzt kostenlosen Newsletter abonnieren!

socialnet optimal nutzen!

Recherchieren

  • Rezensionen liefern den Überblick über die aktuelle fachliche Entwicklung
  • Materialien bieten kostenlosen Zugang zu aktuellen Fachpublikationen
  • Lexikon für die schnelle Orientierung und als Start für eine vertiefende Recherche
  • Sozial.de für tagesaktuelle Meldungen

Publizieren

  • wissenschaftliche Arbeiten
  • Studien
  • Fachaufsätze

erreichen als socialnet Materialien schnell und kostengünstig ihr Publikum

Stellen besetzen
durch Anzeigen im socialnet Stellenmarkt

  • der Branchenstellenmarkt für das Sozial- und Gesundheitswesen
  • präsent auf führenden Fachportalen
  • schnelle und preiswerte Schaltung
  • redaktionelle Betreuung