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Peter Mösch Payot, Johannes Schleicher u.a. (Hrsg.): Recht für die Soziale Arbeit

Cover Peter Mösch Payot, Johannes Schleicher, Marianne Schwander (Hrsg.): Recht für die Soziale Arbeit. Grundlagen und ausgewählte Aspekte. Haupt Verlag (Bern Stuttgart Wien) 2016. 4., aktualisierte Auflage. 423 Seiten. ISBN 978-3-258-07969-1. D: 88,00 EUR, A: 90,50 EUR, CH: 88,00 sFr.
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Thema

Das Lehrbuch „Recht für die Soziale Arbeit- Grundlagen und ausgewählte Aspekte“ behandelt umfassend die für die Soziale Arbeit relevanten Rechtsgebiete wie Vertragsrecht, Datenschutz, Ehe- und Familienrecht, Kindes- und Erwachsenenschutzrecht, Sozialhilfe- und Sozialversicherungsrecht sowie Opferhilfe- und Strafrecht in der Schweiz.

Es versteht sich als Grundlagenwerk, das Studierenden und Berufstätigen in der Sozialen Arbeit das wesentliche Rechtswissen kompakt und praxistauglich vermitteln will. Das Buch soll als Unterrichtsgrundlage und für das unterrichtsbegleitende Selbststudium dienen, aber auch als Nachschlagewerk für die Praxis.

Die 4. Auflage berücksichtigt den aktuellen Stand von Rechtsprechung und Gesetzgebung in der Schweiz.

AutorInnen / HerausgeberIn

  • Peter Mösch Payot (Hrsg.) ist seit 2002 Dozent für Sozialrecht an der Hochschule Luzern, seit 2009 als Professor – Lehrbeauftragter an der FHNW und der HES-SO Wallis.
  • Johannes Schleicher(Hrsg.) ist dipl. Sozialarbeiter und seit 1998 Dozent und Leiter für Sozialarbeit und Recht an den Fachhochschulen Solothurn und Bern
  • Marianne Schwander(Hrsg.) ist promovierte klinische Heilpädagogin und seit 2005 Dozentin für Recht und Politik an der Berner Fachhochschule sowie Lehrbeauftragte der Universität Bern.

Die weiteren Autor/innen Alexandra Caplazi, Christoph Häfeli, Daniel Rosch sind erfahrene Rechtsdozierende an ­schweizerischen Fachhochschulen für Soziale Arbeit.

Aufbau und Inhalt

Das Buch ist in fünf Abschnitte unterteilt:

1 Recht und Rechtsordnung (Marianne Schwander) S. 23 ff. In diesem Abschnitt werden die Grundlagen des Verfassungsrechts wie z.B. der Rechtsstaat, der Sozialstaat oder der schweizerische föderale Bundesstaat erklärt und die einzelnen Aufgaben des Staates genannt und kritisch reflektiert.

2 Die Person in Staat und Recht (Alexandra Caplazi, Peter Mösch Payot) S. 77 ff. Hier werden im Wesentlichen die in der (Schweizer) Verfassung und im Völkerrecht verbrieften Menschenrechte dargestellt und in der Anwendung kritisch reflektiert.

3 Die Person in Interaktion (Peter Mösch Payot, Daniel Rosch) S. 147 ff.Die Autoren thematisieren einige der für die Soziale Arbeit bedeutsamen rechtlichen Interaktionen und deren Rechtsfolgen, wie z.B. den Abschluss von Verträgen (Arbeitsvertrag, Mietvertrag), die Haftung (bzw. Verantwortlichkeit) für Schädigungen, das Familienrecht, insbesondere Scheidung- und Kindesrecht.

4 Die Person und ihr staatlicher Schutz (Peter Mösch Payot, Johannes Schleicher, Christoph Häfeli) S. 233 ff.In diesem Beitrag wird die Sozialverfassung der Schweiz vorgestellt. Es werden dann die Rechtsbereiche Sozialversicherungsrecht, Sozialhilferecht und Kindesschutz- und Erwachsenenschutzrecht erläutert.

5 Person, Abweichung und Sanktion (Marianne Schwander) S. 343 ff.Dieser Abschnitt behandelt Opferhilfe- und Strafrecht. Neben dem Wissen von Art und Umfang der Kriminalität werden auch die gesellschaftlichen Reaktionen diskutiert.

Diskussion

Es handelt sich bereits um die 4. Auflage des inzwischen wohl gut eingeführten Grundlagenwerks. Das Lehrbuch ist übersichtlich gegliedert und logisch aufgebaut. Die Themenblöcke sind gut gewählt. Dabei ergibt sich schon aus der Bandbreite der angesprochenen Bereiche, dass letztlich nur ein Überblick gegeben werden kann. Dieser ist jedoch klar strukturiert und ermöglicht durch entsprechende umfangreiche Fußnoten jederzeit eine Vertiefung einzelner Fragestellungen. Für den Adressatenkreis dürfte der Umfang allerdings regelmäßig völlig ausreichend sein.

Das Verständnis wird dadurch erleichtert, dass die einzelnen Passagen praxisnah und in leicht verständlicher Sprache verfasst sind. Zur Auseinandersetzungen mit den rechtlichen Rahmenbedingungen werden in jedem Kapitel zur Repetition Fragen gestellt, um dem Leser jeweils die Möglichkeit zu geben, das Erlernte zu wiederholen.

Neuere Entwicklungen in Rechtsprechung, Gesetzgebung und Wissenschaft werden berücksichtigt. Besonders hervorzuheben ist, dass die Verfasser regelmäßig auch die im Völkerrecht verbrieften Menschenrechte nennen und erläutern und dabei auf die insbesondere für die Schweiz verbindlichen und in der Sozialen Arbeit bedeutenden internationalen und regionalen Menschenrechtsverträge hinweisen. Eine entsprechende Übersicht erleichtert den Überblick über die vielen Verträge.

Fazit

Das Buch „Recht für die Soziale Arbeit -Grundlagen und ausgewählte Aspekte“ bietet genau das, was der Titel ankündigt. Es informiert umfassend und verständlich über alle wesentlichen Grundlagen des „Rechts“ in der Sozialen Arbeit in der Schweiz.

Auch wenn das Werk mit der Rechtslage in der Schweiz behandelt, ist es für den in Deutschland mit der Materie Befassten nicht ohne Interesse. So lohnt sich ein Blick „über den Tellerrand“ im Rahmen eines Rechtsvergleichs, aber auch um die praktischen Lösungsansätze in unserem Nachbarland zu verstehen. Das Buch macht deutlich, dass sich die deutsche und die schweizerische Rechtsordnung hinsichtlich der Methode, der Verfahren und auch des materiellen Rechts durchaus ähneln und in den Werten zum Teil sogar gleichen. Gerade Letzteres macht eine Befassung mit den schweizerischen Grundlagen wertvoll. Es ist interessant, etwas über die konkreten Einzelprobleme, die dazu gehörigen Lösungsansätze und die allgemeinen Methoden des Umgangs mit dem Rechtsstoff, die Verfahren der Streitbeilegung und die Arbeitsweise der Juristen und auch der in der Sozialen Arbeit Beschäftigten in der Schweiz zu lernen.

Die Erforschung von Methoden für die Verhinderung und/oder die Lösung sozialer Konflikte in anderen Ländern gibt der Sozialen Arbeit in Deutschland die Möglichkeit, den Vorrat an Lösungen im Hinblick auf die Suche nach der „besten Lösung für den Klienten“ zu vergrößern. Das Buch lohnt sich daher auch für den in Deutschland mit der Sozialen Arbeit Befassten.


Rezensentin
Dr. Sabahat Gürbüz
Rechtsanwältin,Fachanwältin für Familienrecht. Lehrbeauftragte (Frankfurt University of Aplied Sciences)
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Zitiervorschlag
Sabahat Gürbüz. Rezension vom 16.12.2016 zu: Peter Mösch Payot, Johannes Schleicher, Marianne Schwander (Hrsg.): Recht für die Soziale Arbeit. Grundlagen und ausgewählte Aspekte. Haupt Verlag (Bern Stuttgart Wien) 2016. 4., aktualisierte Auflage. ISBN 978-3-258-07969-1. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/21053.php, Datum des Zugriffs 21.08.2019.


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