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Karin Thier: Storytelling

Cover Karin Thier: Storytelling. Eine Methode für das Change-, Marken-, Projekt- und Wissensmanagement. Springer (Berlin) 2016. 3., überarbeitete Auflage. 142 Seiten. ISBN 978-3-662-49205-5. D: 34,99 EUR, A: 35,97 EUR, CH: 36,00 sFr.
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Thema

Menschen handeln nicht nur rational, sondern häufig intuitiv und emotional. Die Vermittlung komplexer Zusammenhänge gelingt durch kreative Methoden leichter und nachhaltiger als durch primär kognitiv ausgerichtete Ansätze. Karin Thier greift diese Thematik in der vorliegenden Publikation bezogen auf unternehmensbezogene Handlungsfelder (z.B. Projekt-, Wissens- und Changemanagement) auf. Veränderungs- und Erneuerungsprozesse sind häufig auch mit Vorbehalten verbunden. Es ist umso wichtiger, Methoden einzusetzen, die dazu beitragen, Menschen zu motivieren, sich auf neue veränderte Situationen einzulassen. Hierzu gehört es z.B. Geschichten zu erzählen – oder wie Karin Thier es nennt, Storytelling.

Autorin

Dr. Karin Thier ist Geschäftsführerin von NARRATA Consult und Expertin für die Entwicklung von Storytelling und narrativem Management.

Aufbau

Die vorliegende Publikation ist in neun Kapitel mit entsprechenden Unterpunkten gegliedert:

  1. Einleitung
  2. Geschichten und Erzählungen in Unternehmen
  3. Die Methode „Storytelling“
  4. Anwendungsbereiche
  5. Evaluation und Wirksamkeit von Storytelling
  6. Durchführung der Storytelling-Methode
  7. Weitere Storytelling-Methoden und Varianten
  8. Weiterführende Literatur
  9. Ausblick-Kurzvarianten

Inhalte

Im ersten Kapitel führt Karin Thier in die Publikation ein. Hierbei erläutert sie die grundsätzliche Bedeutung von Geschichten für Menschen sowie für Unternehmen und skizziert die Zielsetzung ihres Buches.

Im zweiten Kapitel „erzählt“ Karin Thier die Geschichte von Geschichten und erläutert, wieso Mythen, Rituale und Geschichten von und in Unternehmen bedeutsam sind.

Im dritten Kapitel führt Karin Thier in die Methode „Storytelling“ ein und beschreibt diese im Kontext einer narrativen Betrachtung unternehmensbezogener Zusammenhänge und Abläufe. Sie stellt hierbei heraus, dass narratives Management Mitarbeiter in besonderer Weise als Wissensträger wertschätzt und kommunikative Prozesse initiiert. Weiterhin beschreibt sie in diesem Kapitel kurz die verschiedenen Phasen von Storytelling.

Im vierten Kapitel stellt Karin Thier verschiedene Anwendungsbereiche vor (u.a. Storytelling im Wissensmanagement, zur Analyse der Unternehmenskultur, im Qualitätsmanagement und im Konfliktmanagement).

Im fünften Kapitel wird die Praktikabilität und Wirksamkeit von Storytelling einer wissenschaftlichen Betrachtung und Begründung unterzogen und durch Statements der Praxis ergänzt.

Im sechsten Kapitel stellt Karin Thier sehr ausführlich die Durchführung der Storytelling-Methode dar. Hierzu beschreibt sie sehr detailliert die verschieden Phasen und (Planungsphase, Interviewphase, Extrahierphase, Schreibphase, Validierungsphase, Verbreitungsphase) und hinterlegt diese mit Checklisten und Praxisbeispielen.

Im siebten Kapitel werden weitere Storytelling- Varianten vorgestellt (z.B. Appreciative Inquiry, Transfer Stories und Storymanagement) und Anwendungsbereiche beschrieben.

Im achten Kapitel erhält der Leser weiterführende, thematisch sortierte Literaturhinweise (Literatur über hilfreiche sozialwissenschaftliche Methoden, Theoretische Abhandlungen zum Thema organisationale Geschichten, Literatur zur Methode Storytelling, Praxisorientierte Bücher).

Im neunten Kapitel formuliert Karin Thier abschließend einen kurzen Ausblick und stellt noch vier Kurzvarianten von Storytelling (z.B. 5-Minuten-Stories) vor.

Die Publikation endet mit einem „Serviceteil“, in dem der Leser auf den Quellenweis sowie auf ein Stichwortverzeichnis zugreifen kann.

Diskussion

Karin Thier greift ein innovatives und überaus bedeutsames Thema auf. Menschen benötigen Geschichten, Mythen und Rituale, um sich die Welt begreifbar zu machen. Das gilt auch für die Welt von und das Leben in Organisationen. Optimierungs- und Veränderungsprozesse sind häufig mit Vorbehalten, Unsicherheiten und Ängsten besetzt. Storytelling kann dazu beitragen, diese Prozesse konstruktiver zu gestalten und die Akzeptanz bei Beteiligten und Betroffenen zu erhöhen. Karin Thier spannt in der 142 Seiten umfassenden Publikationen einen weiten Bogen von der historischen Bedeutsamkeit von Geschichten, über die wissenschaftliche Begründung von Storytelling bis hin zur ausführlichen Darstellung der Methode und möglichen Anwendungsbereichen. Das Thema wird wissenschaftlich fundiert, praxisbezogen sowie gut lesbar dargestellt und (durch Martin Armbruster) ansprechend illustriert.

Fazit

Um es gleich vorweg zu sagen: Eine Publikation zum Thema Storytelling ist notwendig und von Karin Thier sehr gut dargestellt. Es ist anregend, den Ausführungen von Karin Thier zu folgen und man bekommt Lust, Storytelling als Methode auszuprobieren. Die 142 Seiten umfassende Publikation ist Beratern und Moderatoren daher in jedem Falle zu empfehlen und stellt einen Gewinn für die Gestaltung von organisationalen Lern- und Veränderungsprozessen dar.


Rezensent
Prof. Dr. Michael Schmidt
Diplom Pädagoge, Diplom Sozialpädagoge, TQM-Assessor DGQ, Coach (FH), Professor für Management und Organisation Sozialer Arbeit an der Hochschule RheinMain in Wiesbaden sowie Dozent an der Steinbeis Hochschule Berlin Leadership and Competencies
Homepage www.hs-rm.de
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Zitiervorschlag
Michael Schmidt. Rezension vom 18.01.2018 zu: Karin Thier: Storytelling. Eine Methode für das Change-, Marken-, Projekt- und Wissensmanagement. Springer (Berlin) 2016. 3., überarbeitete Auflage. ISBN 978-3-662-49205-5. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/21229.php, Datum des Zugriffs 21.10.2018.


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