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Christine Hennighausen, Benjamin P. Lange u.a. (Hrsg.): Evolution des Sozialen

Cover Christine Hennighausen, Benjamin P. Lange, Frank Schwab (Hrsg.): Evolution des Sozialen. Pabst Science Publishers (Berlin, Bremen, Miami, Riga, Rom, Viernheim, Zagreb) 2016. 260 Seiten. ISBN 978-3-95853-162-8. D: 25,00 EUR, A: 25,80 EUR.
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Thema

In sechzehn Kapiteln wird menschliches Verhalten unter evolutionärer Perspektive betrachtet und gedeutet. Die Beiträge basieren auf Vorträgen anlässlich einer Tagung und sind als Band III der von Gerd Jüttemann herausgegebenen Reihe „Die Psychogenese der Menschheit“ erschienen. In drei Hauptkapiteln werden zunächst Themenbereiche um die Problematiken von Moral behandelt, danach werden Partnerwahl, Reproduktion und Familie in den Blick genommen, um schließlich unter Verschiedenes etwa Fragen um Gesundheitsverhalten, Klatsch und Tratsch, Identitätskonstruktionen, Literatur und Kognition und nicht zuletzt der Ökonomie nachzugehen. Alle Beiträge leihen interdisziplinär an, um daran die Ergebnisse einer evolutionären Perspektive unter evolutionspsychologischen und soziobiologischen Blickwinkeln in ihrer Erklärungsreichweite hervorzuheben. Gleich zu Beginn ihres Vorwortes stellen die HerausgeberInnen die (nicht erst mit und seit Hobbes) immer wieder gestellte (und kontrovers beantwortete) Frage: „Ist der Mensch ein Egoist?“, um eine weitere grundlegende Frage anzuschließen: „Wie lassen sich (…) soziale Phänomene evolutionär beleuchten und so möglicherweise besser verstehen?“ (S. 7)

Aufbau und Inhalt

Im ersten Teil geht Gerhard Vollmer zunächst der Frage nach, ob wir den „moralischen Mesokosmos erweitern“ können, worunter er die „kognitive Nische des Menschen“ versteht, einen „Ausschnitt der realen Welt“. Gegenüber Nahestehenden verhält sich der Mensch bis über den „reziproken Altruismus“ hinaus hilfsbereit, laut „Moral und vielen Ethiken“ sollten wir uns jedoch allen Menschen gegenüber so verhalten, was wir nicht ohne Weiteres tun. Das rubriziert der Autor unter „Doppelmoral“ und erläutert deren genetische Wurzeln, „Verhaltensuniversalien“, will das aber nicht so verstanden wissen, dass „alles Sozialverhalten genetisch festgelegt wäre.“ (S. 10 f.) Da eine tragende „heuristische Regel für die Soziobiologie“ laute, „Traue keinem erhabenen Motiv, wenn sich auch ein niederes finden lässt“, verweist der Autor auf die „Sorge für die eigenen Gene“, aus der „unsere Gesamt-Fitness“ à la Darwin abverlangt ist, was erst einmal in einer wie nach Kant zu bestimmenden Ethik unkenntlich bleibt, wonach „als eindeutig moralisch (…) dort nur eine Handlung (gilt), die der Pflicht entspricht, meiner Neigung jedoch zuwiderläuft.“ (S. 15) Ist diese letztendlich genetisch fundierte Bestrebung auf Verallgemeinerung in ethische Begründungen übersetzt, geht es gemäß Singers Bild von der Rolltreppe mit der Ethik wie mit der „Autonomie der Vernunft“, die „uns weiter und weiter (trägt), bis alle Menschen eingeschlossen sind“ – was nichts über Zielerreichung aussagt, weil im Widerspruch zu Hegels Diktum nicht „alles, was vernünftig scheint, (…) wirklich (wird).“ (S. 18) „Dilemmastrukturen“ ergeben sich aus der „klassische(n) Nahbereichsmoral“ einerseits und „universalistische(n) Fernethiken“ andererseits, einer „evolutionären Falle“, in der „Evolutionären Ethik ist es oft der Gegensatz zwischen Natur und Vernunft“. (S. 18) An Beispielen von „Vermehrungsfalle“ bis „Institutionen“ konkretisiert der Verfasser solche Falle und gibt Fingerzeige auf Möglichkeiten, ihnen zu entrinnen. Wie etwa – evolutionsgeschichtlich – aus „dem Brutpflegefüttern (…) das Balzfüttern (…) vieler Vögel“ wurde, was nicht rückgängig zu machen ist, „hat die Vernunft einen Prozess in Gang gesetzt, der sich nicht aufhalten lässt“ (S. 20), lautet ein wesentlicher Hinweis.

Danach untersucht Jörg Wettlaufer den sozialen Gebrauch moralischer Emotionen im Mittelalter und der Frühen Neuzeit unter evolutionärer Perspektive und zeigt zunächst, wie Emotionen in Verbindung zu kooperativem Verhalten von Gruppen standen, „die auf gegenseitiges Vertrauen bauten“. (S. 25) Die Spur verläuft über beschämendes zum entehrenden Strafen bei Verletzungen „gemeinsamer normativer Überzeugungen“, die als „essentielle Voraussetzung in modernen westlichen Gesellschaften nicht mehr erfüllt“ seien bzw. in Erosion geraten wären, weshalb es ggf. besser sei, „die Möglichkeit der Belohnung statt der Strafe stärker in den Blick zu nehmen“, zumal Experimente gezeigt hätten, „dass Ehre noch stärker zur Kooperation motiviert als Scham.“ (S. 36) Wettlaufer argumentiert auf dem Hintergrund einer „genetischen und kulturellen Koevolution“ (S. 26) und hebt u.a. darauf ab, dass und wie „altruistisches Verhalten in dyadischen Situationen und Kooperation bei sich eigentlich egoistisch verhaltenden Individuen als evolutionär erfolgreiche Strategie“ zu erklären sind (S. 27), wobei die „Nähe von Scham und Schuld (…) auch von neurobiologischen Arbeiten unterstützt“ würde. (S. 31)

„Mediengeschichten als moralisch-emotionale Planspiele“ ist das Thema von Dagmar Unz und Frank Schwab, wobei sie evolutionspsychologisch „Emotionen als Ergebnis eines funktionalen evolutionären Prozesses“ unterstellen, zumal im Tierreich wie bei Menschen soziale Emotionen „evolvierten (…), um wiederkehrende adaptive Probleme des Lebens in Gruppen oder sozialen Verbänden zu lösen, und zwar solchen Problemen, denen auch schon unsere Ahnen gegenüberstanden“. (S. 48 f.) Es sticht da bereits prominent hervor, was heute unter gesellschaftlicher Stabilität und Integration abgehandelt wird. Die Ergebnisse der AutorInnen, gewonnen aus mehreren Studien, sprechen dafür, „dass Zuschauer ohne Unterlass die Mediengeschichten (…) moralisch-emotional bewerten“, wobei es sich „um eine Art unterhaltsames emotionales Planspiel“ handelt, woraus wir „unsere mentale Kompetenz beim Verstehen zumeist sozialer Probleme“ entwickeln. Es geht dabei „oft um moralische Zuwiderhandlungen, die mit Geringschätzung und Abstrafung von Pflichtverletzungen zu tun haben“. (S. 49) Darin scheint „die Sorge um die Integrität der sozialen Ordnung“ auf. (S. 45)

Mit Sozialkapital beschäftigt sich Christoph Meißelbach und bestimmt es aus evolutionärer Perspektive, wobei er meint, was Sozialwissenschaftler diesbezüglich „richtig erkannten“, ließe sich mit dieser Perspektive „auch erklären.“ (S. 53) Der Autor geht davon aus, „dass Zwischengruppenkonkurrenz nicht nur in modernen Gesellschaften eine wichtige Rolle spielt, sondern die Evolution der Hominiden so stark geprägt hat, dass sie Auswirkungen auf die heutige Natur des Menschen hatte.“ (S. 55) Nur so seien die „ultimaten Ursachen ebenso wie die kausalen Mechanik der proximaten Entstehung jener positiven Kooperationshaltung besser zu verstehen, um die es bei Sozialkapital im Kern geht.“ Damit könne etwa das, was Bourdieu mit seinem Habitus-Begriff oder Coleman mit seinem Mikro-Makro-Modell erkannt hätten, über eine „theoriehaltige anthropologische Brückenhypothese“ für den Zweck der Erklärung in einen „theoretischen Kontext“ gestellt werden. (S. 64)

Die Evolution von Moral ist das Thema von Gerhard Medicus, womit er die Fragen einkreist: „Wie gut oder böse ist der Mensch? Wie frei ist er?“, wobei sich das Problem stelle, ob ein Wissen über unsere Natur für die Diskussion um Ethik verwendet werden darf und was den Menschen vom Tier unterscheidet. (S. 70) Was gut oder böse ist, kann regelhaften kulturellen Normen entnommen werden, die unter Vorbehalt als „kulturelles Pendant des reziproken Altruismus der Soziobiologie gesehen werden“ können. Dabei waren „Perspektivübernahme, Empathie und Emphronesis (…) Voraussetzung spezifisch ‚menschlicher‘ Leistungen“, d.h. aus „sozialen Funktionen des Intellekts“ folgten weitreichende Reflexionen und vor allem Formen „verantwortlicher Moral“. (S. 80) Die Kulturfähigkeit des Menschen hat demnach ihre Grundlagen in der Natur und die Weiterentwicklung zur Kulturvielfalt hat komplexe Verschränkungen von Natur und Kultur hervorgebracht, die durch einfaches Kosten-Nutzen-Kalkül nicht allein zu erklären sind. „Stammesgeschichtliche Vorprogrammierungen“ sind bis in die Kultur der Industriegesellschaft mit Traditionen verschränkt und fungieren als „Anpassungshilfen, um mit unserer biologischen Ausstattung in einer durch uns selbst veränderten Welt besser zurechtzukommen.“ (S. 82)

Dieter Brandt stellt Thesen zur Theorie menschlichen Verhaltens vor und rekurriert dabei auf genetisch verankertes Grundverhalten in Bezug auf Moral und Sozialisation. Ob in der Evolution der Lebewesen ein „egoistisches Grundkonzept“ angenommen wird oder ein „kooperierendes“, zweifelsfrei sei Hauptantrieb ein „Replikationsstreben“ und ein „Überlebensantrieb“ ein weiteres Grundverhalten. Der Autor führt den Begriff der „Evolutionsautomatik“ ein, den er im Anhang definiert (S. 86 f.), und zwar mit Rückgriff auf den „simplen Zusammenhang (…), dass alle Moleküle oder Organismen, die unter gegebenen Bedingungen häufiger entstehen als zerfallen, ihre Konzentration erhöhen. Dabei verändern sich die Bedingungen, weil Moleküle und Organismen mit anderen im Wettbewerb stehen – um den Nachschub von Material.“ Unter dem Strich lassen sich laut Brandt fünf Grundverhaltenskomponenten identifizieren: „Replikationsstreben, Egozentrik, Stärkestreben, Eroberungsstreben und Sicherheitsstreben.“ (S. 97 f.) Weil es „evolutionär als Verstärker und Sklave im Dienst“ dieser uralten Antriebe entstand, liefert unser Bewusstsein „nicht von ‚Natur aus‘ einen ethischen Geist“ – was bis heute erhalten ist und was nur in „Richtung einer ethischen Konditionierung“ überdeckt werden kann, wo die „heutige Menschheit (…) in der Mehrzahl noch nicht (…) angekommen sein“ dürfte. (S. 91) Doch aber sorgt das menschliche Bewusstsein dafür, „dass sich Moral und Sozialisierungen weiter entwickelten“, allerdings nicht unter Bezugnahme auf die tief verwurzelten Ursachen seiner Entstehung und Indienstnahme, „sondern durch Maßnahmen gegen ihre Symptome, durch Regeln, Sanktionen und Strafen“. Diese „Fremdantriebe“ können jedoch die „Eigenantriebe der Individuen nur begrenzt im Zaum halten.“ Was der Menschheit nur weiterhelfen könnte, wäre nach Meinung des Autors eine „ethische Erziehung und Bildung (…), eben Bewusstheit um die eigenen Antrieb(e).“ (S. 99)

Der zweite Teil beginnt mit ‚dispositionalen Tendenzen als evolvierten psychologischen Mechanismen der Selbstdarstellung‘ von Kevin Koban und Peter Ohler. Aus evolutionspsychologischer Sicht geht es um „Selbsterhöhung in Hinblick auf die Bedingungen einer gen-egoistischen Umgebung“, also um den „adaptive(n) Nutzen einer interpersonalen Täuschung“. (S. 102) Problem einer „überhöhten Selbstdarstellung“ ist, dass sie „naturgemäß mit einem Detektionsrisiko und damit potentiellen Kosten“ einhergeht. (S. 109) Auch können „fehlerhafte Selbsteinschätzung“ unterlaufen. (S. 103) Auf der anderen Seite stehen „Täuschungsdetektionsmechanismen“ – nach wie vor von hoher Relevanz insbesondere für Frauen im Hinblick auf die Partnerwahl. (S. 105) Die Autoren verweisen auf eine kaum „zu bestreitende Variabilität einer Vielzahl vererbbarer Persönlichkeitseigenschaften“, von denen sich „gestandene Evolutionspsychologen“ jedoch nicht verführen ließen, „den Ausweg der vorschnellen Heranziehung koevolutionärer Mechanismen“ zu beschreiten. Hier kommen das „Selektions-Gleichgewicht“ und eine „Gleichgewichts-Selektion“ ins Spiel; mit letzterer werden „gegenläufige Dispositionen (…) innerhalb einer Persönlichkeitseigenschaft interaktionistisch mithilfe der Annahme bestehender oder kulturell geformter adaptiver Nischen innerhalb einer hinreichend vielfältigen Umwelt erklärt“. (S. 107 f.) So „überrascht“ ein Zusammenhang „zwischen Dispositionen der Selbstregulation und erfolgreichem Täuschungsverhalten“ auch im „Geschäftsleben“ nicht, ebenso wenig wie strategische Präsentation bei der „Partnerwerbung“ und die Tatsache, dass „Selbstregulierer“ eher dazu neigen, angesichts besserer Alternativen „bestehende Partnerschaften aufzulösen“, oder aber sie führen „tendenziell kürzere und oberflächlichere Partnerschaften“. Evolutionspsychologisch wird damit im Hinblick auf „überhöhende Selbstdarstellung“ eine „Erklärung proximater Verhaltensweisen nicht nur innerhalb des Partnermarktes, sondern in verschiedenen Lebensbereichen“ geboten. (S. 111 f.)

Um männlichen Geltungskonsum im gleichgeschlechtlichen Wettbewerb geht es im Beitrag von Christine Hennighausen und Benjamin P. Lange. Während Frauen eher „im intrasexuellen Wettbewerb attraktivitätssteigernde Luxusprodukte kaufen“, findet der „Geltungskonsum“ von Männern mehr auf der Ebene eines „intersexuellen Wettbewerbs“ statt. Dabei steht die Frage an, „inwieweit männlicher Geltungskonsum auch im gleichgeschlechtlichen Wettbewerb eine Rolle spielen könnte, um bspw. Rivalen abschrecken und somit einen besseren Zugang zum anderen Geschlecht zu erhalten.“ Daher wohl der anspielende Titel des Beitrags: „Stags, Porsches and Thorstein Veblen“. (S. 118) Es geht um ein weiteres „typische(s) Muster sexuell selektierter Merkmale“, ebenso wie andere „leichtfertig“ unter dem „Begriff ‚Kultur‘ subsumiert und damit (…) aus dem Einflussbereich der menschlichen Natur herausgenommen“. Natürlich muss man Mitbewerber hinter sich lassen, bevor man in den „eigentlichen Prozess der Partnerwahl“ eintreten kann; darum der auch männliche ‚intrasexuelle Wettbewerb‘, das Konkurrieren. Damit wird die Überlegenheit der eigenen Gene demonstriert und „andere Männer möglicherweise abgeschreckt“, was durch Studien zu belegen ist. (S. 122 f.)

Benjamin P. Lange beschäftigt sich mit der Rolle sprachlicher Gewandtheit bei der Partnerwahl und legt dazu Befunde vor. Sprache versteht der Autor als „evolutionäre Anpassung“, also als ein „biologisch verankertes Merkmal“, das Überlebensprobleme besser zu lösen imstande ist als andere Merkmale. (S. 139) Auf Grund der „geschlechtsdifferenten Reproduktionsbedingungen“ sind Männer mit ihrer „Aufsehen erregende(n) spachliche(n) Darbietung“ in der Rolle des „Senders“, Frauen eher in der Rolle der begutachtenden „Empfängerin (…) u.a. für Partnerwahlentscheidungen“, was „als Merkmal bedeutender hinsichtlich der Wahl eines Langzeit- als hinsichtlich eines Kurzzeitpartners“ ist. (S. 128) Dass ein „Großteil der Literatur von Männern im reproduktionsrelevanten Alter geschaffen wird“, konnte sich evolutionär auch nur dadurch entwickeln, weil „Frauen ihre Partnerwahl (…) u.a. nach dem Kriterium ‚männliche Eloquenz‘ ausgerichtet“ haben, was gegen die Annahme spricht, dass „Frauen durch die gesellschaftlichen Strukturen die eher zurückhaltende Rolle nahegelegt wird.“ (S. 134 f.) Die „männliche Neigung zu sprachlichen Darbietungen aller Art“ dient allerdings auch dazu, „männliche Konkurrenten abzuwehren.“ (S. 193 f.)

„Ein Filtermodell zur Erklärung physischer Attraktivitätsurteile unter Berücksichtigung des behavioralen Immunsystems“ lautet der Titel des Beitrages von Sascha Schwarz. Er hält fest, dass sich Menschen dahingehend unterscheiden, „wie sehr sie gelegentlichen, unverbindlichen Geschlechtsverkehr wünschen und haben“. Weiter haben sozialpsychologische Forschungen ergeben, „dass je höher die soziosexuelle Orientierung der Probanden ist, desto wichtiger ist ihnen das Aussehen eines potenziellen Partners“, wobei „z.B. kulturelle Einflüsse“ zu beachten sind, „die das Urteil der physischen Attraktivität modifizieren“. (S. 147) Physiologisches und behaviorales Immunsystem kommen da ins Spiel und sind grundlegend, wo es um „Zusammenhänge zwischen der eingeschätzten Attraktivität und der wahrgenommenen Gesundheit der Personen“ geht. Bezieht man ein, dass Menschen sich dahingehend unterscheiden, „wie anfällig sie sich selbst für infektiöse Krankheiten wahrnehmen“, so wäre die „Vorhersage (…) hier, dass insbesondere Personen mit einer sehr hohen wahrgenommenen Krankheitsanfälligkeit hässliche Stimuluspersonen aus ihrer Informationsverarbeitung aussondern sollten.“ (S. 149 f.)

„Aus evolutionärer Sicht (…) ist Großelternfürsorge keine kulturelle Erfindung, sondern ein wichtiger Faktor in der Entwicklung zum Homo sapiens“, argumentiert Alexander Pashos und sieht die „Wichtigkeit der post-reproduktiven Familienhelfer“ im Hinblick auf die „hohe Lebenserwartung des Menschen“. (S. 155) Trotz gegensätzlicher Ergebnisse im Hinblick auf die Gesundheit und das psychische Wohlbefinden der Großeltern im Vergleich zu Enkellosen kommt nach Ergebnissen der Forschung des Verfassers „den Enkeln eine bedeutende Rolle zu, wenn es um die Frage Freude bzw. Glück ging.“ (S. 160) Dass „Enkelkinder erheblich von dieser großelterlichen Fürsorge profitieren“, konnte sowohl „evolutions- als auch sozialwissenschaftliche Forschung“ zeigen. (S. 156)

Der dritte Teil beginnt mit einem Beitrag von Doreen Reifegerste über soziale Beziehungen und Gesundheitsverhalten aus evolutionärer Perspektive, wobei zentral zu berücksichtigen ist, dass aus dieser Perspektive „die Reproduktion und nicht das Überleben im Vordergrund des menschlichen Verhaltens“ steht. Eine „körperliche Unversehrtheit“ kann daher auch „direkt im Konflikt“ mit „Reproduktionszielen (…) wie Partnerwahl“ etc. stehen, die „zum Teil eine größere Rolle“ spielen. Insofern können die bekannten „verschiedenen gesundheitsschädlichen Verhaltensweisen“, wie sie landläufig als irrational angesehen werden, aus dieser Perspektive „durchaus rational“ sein. (S. 167) Das gilt auch, wenn etwa durch „Diätverhalten“ eine Reproduktion unterdrückt wird, was als „adaptive Strategie betrachtet werden“ kann, „die verhindert, dass bei mangelnden sozialen Unterstützungen Nachkommen zur Welt gebracht werden.“ Mit diesem wissenschaftlichen Zugang will die Autorin verdeutlichen, dass sich „evolutionäre Ursachen für Gesundheitsverhalten nicht auf individual-genetische oder somatische Phänomene beschränken, sondern gerade in sozialen Beziehungen vielfältig auftreten.“ Insofern könnten diese Erkenntnisse „helfen, geeignete Anreize und Ziele für Verhaltensänderungen anzusprechen.“ (S. 172 f.)

Mit Klatsch und Tratsch setzt sich Clemens Schwender auseinander, und zwar als Instrument zum Abgleich von Moral und Ästhetik in sozialen Netzwerken, wobei er empirische Belege aus der Feldpost-Forschung heranzieht, die zwischen Front und Heimat „die familiären und sozialen Netzwerke“ aufrechterhalten haben und „fixierte Alltagskommunikation“ sind. Was für unsere Vorfahren galt und dem Inhalt nach vielleicht nicht so wichtig war, aber zur „sozialen Festigung zwischen Individuen“ und generell einer „Formation von sozialen Gruppen“ beitrug, ist eine der „grundlegenden Bedingungen für die Evolution der sozio-kognitiven Funktionen des Gehirns“. (S. 179) Dass es im heutigen Klatsch „nicht um Wahrheit“ geht, sondern „Klatsch (…) ein strategisches Mittel für eigene Interessen“ ist, passt sich in diese evolutionstheoretische Begründung ein. (S. 178 f.) Was der Verfasser aus seiner Untersuchung folgert, ist, dass jedes „System, das auf Massen baut, (…) einen gewissen Grad an Akzeptanz“ braucht. Dabei ist Klatsch und Tratsch als „Kommunikationsform“ zu identifizieren, „in der die Moral des kollektiven wie des individuellen Handelns zum Gegenstand – und damit beobachtbar – wird.“ (S. 188)

Rimtautas Dapschauskas geht dem Ursprung von Ritualen und Identitätskonstruktionen aus archäologischer Sicht nach. Sein einige Aspekte seiner Dissertation aufgreifender Beitrag informiert über den aktuellen Forschungsstand der paläolithischen Archäologie zur Thematik um Rituale und ihrer Funktion in und für Menschengruppen und zeigt mögliche Verknüpfungen zu evolutionstheoretischen Deutungen auf. Hier bezieht er sich auf die „Theorie der teuren Signale“, die auf das „Handicap-Prinzip“ zurückgeht, das besagt, dass „Qualitätssignale eines Individuums teuer sein müssen, damit sie verlässlich (d.h. fälschungssicher) sind.“ Teuer wiederum meint, dass mit hohem „Energie-, Ressourcen- und Zeitaufwand“ ansonsten nicht unmittelbar für potentielle Sexualpartner sichtbare „(g)ute Gene, Gesundheit usw.“ demonstriert werden. Das Rad des Pfauenhahns dient als Beispiel. Hier wirke neben der natürlichen Selektion der „zweite große Evolutionsmechanismus“, nämlich die „Mechanismen der sexuellen Selektion“. Der Autor bezieht sich auf die „Gen-Kultur-Koevolution“ des Menschen und argumentiert, diese Mechanismen hätten sich in „andere Lebensbereiche der sozialen Interaktion ausgebreitet“. Auf die „symbolisch-rituelle Kommunikation des kognitiv modernen Menschen“ übertragen zielt das auf Glaubwürdigkeit. Es müssen „nur schwer zu fälschende Signale der Hingabe und des moralischen Engagements für die Gruppe konstruiert und mit hoher Ausdruckskraft zur Schau gestellt werden.“ Er weist darauf hin, dass „reine Sprechakte“ etwa im Kontrast zu den „teuren Signalen des Rituals“ stehen, welche „ohne Kosten für den Signalgeber“ sind. (S. 192 f.) Ausführlich werden die Ergebnisse paläolithisch-archäologisch Forschung dargelegt und hervorgehoben, dass es „vor allem durch demographische Faktoren zur kulturellen Modernität“ kam. (S. 196) Am rituellen Umgang mit dem Tod und am Schmuck als „frühe Identitätsmarker“ wird exemplifiziert, dass sich „aus evolutionspsychologischer Sicht eine mentale Fähigkeit entwickelt, die persönliche Identität mit der Gruppenidentität partiell zu verschmelzen.“ (S. 203 ff.) Abschließend erinnert der Autor daran, dass die „biokulturelle Evolution des rituellen Verhaltens jedoch nicht unilinear“ verlaufen ist und „die Entwicklungsgeschwindigkeit (…) auch nicht kontinuierlich“ zugenommen hat. Wollen wir „bestimmte Aspekte menschlichen Verhaltens besser verstehen und in eine humanere Richtung lenken, so müssen wir das Phänomen nicht nur in seinem kulturellen, sondern auch in seinem evolutionären Kontext betrachten“, unterstreicht der Verfasser den Einbezug einer evolutionären Sichtweise. (S. 206 f.)

Ulrich Körner entfaltet unter dem Titel „Evolution und Austausch“ naturalistische Aspekte der Ökonomie, wobei er die Funktion des Marktes hervorhebt und meint, dass „Begriffe wie Wert, Eigentum, Interesse (…) evolutionär verstanden werden“ müssen. Der Ausgleich von Angebot und Nachfrage, „Begrenzungsfaktor für die Organismen“, wurde mit der „neolithischen Revolution (…) für die Population Mensch durchbrochen“ und erst mit der „Herausbildung eines vollwertigen Geldsystems und der damit verbundenen Kapitalbildung kommt es zu einer weiteren Ausweitung der nun weitgehend profitorientierten Produktion.“ Auch hier wirkt naturbedingt, biologisch fort, dass „Wachstum die beste Gewähr gegen Schrumpfung und Untergang“ ist, ein Gedanke, der sich in die „Evolutionsökonomik“ einpasst, die „systemtheoretisch für eine Marktgesellschaft“ unterstellt, „dass sie sich evolutionär entwickelt.“ Ausgangspunkt der weiteren Ausführungen des Autors ist, „dass der Gegenstand der Ökonomie letztlich die Reproduktion von Individuen ist“ (S. 215 ff.), wobei ein aus biophilosophischer Sicht nicht zu hintergehendes Kosten-Nutzen-Kalkül auch in die Ökonomie eingeht und somit die Ökonomie „Bestandteil der Biologie, der Lebenswissenschaft zu sein“ scheint. (S. 220) Unter diesem Aspekt erörtert der Verfasser soziale und kulturelle Evolution und listet unter dem Zwischentitel „Organismus Oeconomicus“ u.a. am Beispiel von Prokaryoten und Eukaryoten angelegte Eigenschaften auf, „die dem rational handelnden ‚Homo Oeconomicus‘ in der neoklassischen Theorie zugesprochen werden.“ Auch hier gilt, dass „einige Individuen (…) das Vermögen (haben), mit den knappen Ressourcen besser umzugehen als die Anderen, also besser zu ‚wirtschaften‘.“ Da „Wachstum (expansives Verhalten) immer hinter einem Ausgleichsmechanismus unter der Bedingung von Knappheit“ steht, ist dies vom Vorteil (S. 226 f.), wobei Basis für einen „Aneignungsprozess (…) natürlich ein gewisses egoistisches Verhalten“ ist. (S. 229) Über sozialhistorische Anleihen kommt der Verfasser auf Sozialbindung und Markt und verweist dabei auf Territorialverhalten und Nahrungsangebot als gleichsam Urschrift, um im Hinblick auf „Kapitalbildung“ und „technischen Fortschritt“ zu betonen, dass damit ein „Begrenzungsfaktor für die menschliche Population durchbrochen wurde“, daher mit der „kapitalistischen Geldwirtschaft (…) die Reproduktion nicht mehr nach einer Nutzenfunktion“ erfolgt. Zwar hat sich ein „Interessengegensatz von Lohnarbeit und Kapital“ herausgebildet und es ist das „Kapital als sich selbst verwertender Wert“ zu sehen, doch das „Streben nach ‚Geld‘ katalysiert ganz einfach die Innovation, den technischen Fortschritt, denn reproduktiv gesehen stirbt die Idee, wenn sie nicht zu Geld gemacht wird. Ganz so wie eine Genmutation, die sich im Genpool nicht durchsetzt.“ (S. 234 ff.) Da der Markt „genauso gnadenlos exekutieren“ würde, „wie es in der Natur, dem Ökosystem, abläuft“, braucht es „Steuerungskapazität“ also „Politik“. Aber auch „Steuerungskapazität (ist) eine sehr knappe Ressource (…), da die ‚naturalistischen‘ Kräfte des Marktes immer noch dominieren. Dennoch muss es, evolutionär gesehen, kein Fehlschluss sein, wenn man die moderne, kapitalistische Produktionsweise als den Prozess der Abnabelung vom Programm der biologischen Evolution versteht“, lautet der abschließende Hinweis des Autors. (S. 236 f.)

Im letzten Beitrag des Bandes gehen Benjamin P. Lange und Frank Schwab auf Literatur und Kognition aus evolutionspsychologischer Perspektive ein. Schreiben kann bestenfalls – „obgleich auf Sprache aufbauend“ – im Sinne einer Kulturtechnik als „sekundäre Anpassung“ verstanden werden. (S. 245) Da die „Emotionsforschung eine nicht unwesentliche evolutionäre Prägung aufweist“ und weil „Literatur und Medien allgemein (…) neben den Kognitionen des Rezipienten auch dessen Emotionen“ ansprechen, wenden die Autoren sich der „Neugier“ als Antrieb zu, dem Interesse des Rezipienten an „einem fiktiven Inhalt“, „weil / wenn dieser evolutionär relevante Themen behandelt, weil nur dann diverse kognitive Mechanismen einen solchen Inhalt verarbeiten; aus dem Grund, für Überleben und Reproduktion relevante Reize zu verarbeiten, sind diese Mechanismen ja überhaupt erst evolviert“. (S. 248 f.) Solche Erkenntnis ist erst möglich, wenn man die „Evolutionäre Psychologie“ in ihrer naturwissenschaftlichen Ausrichtung begreift und als „Hybrid aus Kognitionspsychologie und Evolutionsbiologie“ erkennt. Insofern verbietet es sich, wenn selbst gegenüber solchen Erklärungsansätzen aufgeschlossene Literaturwissenschaftler in einem „kulturwissenschaftlichen Habitus verharren“, wie überhaupt „(m)eist inhaltsleere Kritik an der Evolutionären Psychologie (…) meist auf Unkenntnis und Missverständnissen“ beruht. (S. 252)

Diskussion

Man mag nach aufmerksamer Lektüre der Beiträge des Bandes und von den evolutionspsychologischen bis soziobiologischen Argumenten beeindruckt oder gar überzeugt sein; nimmt man Lange und Schwab jedoch beim Wort, verbietet sich jede Einrede oder Diskussion. Über dem zögerlichen und vielleicht skeptischen Hospitanden, nicht zum inner circle der Evolutionstheoretiker zählend, schwebt die Keule „Unkenntnis und Missverständnisse“. Es bedarf als Voraussetzung einer „naturwissenschaftlichen Ausrichtung“ (s.o.), um des Gnadenstandes von Letztbegründungen teilhaftig zu werden, in der Erkenntnis verbürgt ist. So immunisiert man sich gegen Einwände.

Wenn vor knapp einem halben Jahrhundert kritische Studierende und NachwuchswissenschaftlerInnen von den Ordinarien zumal der Literaturwissenschaft und Kunstgeschichte forderten, sie sollten die werkimmanente Betrachtung um sozialhistorische und soziökonomische Analysen zumindest erweitern (was sich weitgehend durchgesetzt hat), war das unter einem anderen Wissenschaftsverständnis zugleich die Reklamation von Interdisziplinarität, die neue Wege über Diskussionen eröffnete – auch über Letztbegründungen. Wenn „Evolutionäre Psychologie“ voraussetzungsloses Anfangen in Genetik und möglichst noch Epigenetik und damit in ‚Natur‘ verankert, um damit strategisch dem Anspruch auf Selbst- und Letztbegründung gerecht zu werden, vergleichbar der philosophischen Bemühung des Deutschen Idealismus eines Fichte oder Hegel, das Denken auf sichere Grundlagen zu stellen, braucht es lediglich die skeptischen Einwände des Kritischen Rationalismus: über einen Infiniten Regress bleibt man vielleicht erst einmal bei einem Logischen Zirkel hängen und kommt schnell zum Dogmatismus-Verdacht, wobei man nicht zwingend in Erkenntnisskeptizismus münden muss und sich – allerdings anders als Transzendentalpragmatiker – selbst in Bezug auf Descartes´ „cogito ergo sum“ mit der Bezweifelbarkeit aller Überzeugungen im Sinne von Hans Albert auseinandersetzt.

Noch weit vor solchen erkenntnistheoretischen Problemen, die durchaus von Belang sind, mag die Fruchtbarkeit interdisziplinärer Behandlungen eines Phänomens untersucht werden, die dem Aufweis kontingenter Faktoren dienen, die unter Machtkonstellationen firmieren, unter Ordnungsschemata, Denkformen und Deutungskategorien, Normierungen und Konventionen, welche in etlichen Beiträgen des Bandes immerhin unter ‚kulturelle Evolution‘ oder ‚kulturelle Koevolution‘ fallen.

Beruhigend ist, dass nicht alle Beiträge so forsch enden wie Langes und Schwabs apodiktische Hintergrunddefinition von Sprache als „sekundäre Anpassung“ (s.o.), womit sie allerdings einer generelleren und doch wohl diskussionswürdigen Kritik an Soziobiologie und Evolutionspsychologie eine Breitseite bieten. Die meisten Beiträge präsentieren im Hinblick auf die Psychogenese der Menschheit und die Evolution des Sozialen erst einmal nachvollziehbare Argumentationsfiguren, die durch Sachkunde und Plausibilität in weitere Reflexion leiten. Zu bedenken ist, was Vollmer leitfadenhaft mit auf den Weg gibt: dass es – zwar – „biologisch-genetische Wurzeln für unser Sozialverhalten“ gibt, es sich dabei jedoch nicht um einen „genetischen Determinismus“ handele, „wonach alles Sozialverhalten genetisch festgelegt wäre.“ Dass „Verhaltensuniversalien gute Kandidaten für genetische Wurzeln“ sind (S. 11), ist durchaus forschungsrelevant und verweist zugleich auf nähre Analyse dessen, was aus diesen Wurzeln unter welchen Einflüssen geworden ist. Wenngleich im Hinblick auf die von ihm genannten „Dilemmastrukturen“ und „Doppelmoral“ (s.o.) auch anders zu argumentieren wäre, nämlich mit Marxscher Begrifflichkeit um Widersprüche aus kapitalistischer Ökonomie oder mehr noch mit Adornos Kritik an Moralphilosophie und der Unauflöslichkeit von Antinomien vor allem von privater Ethik unter herrschenden Bedingungen, erinnern Vollmers Bemerkungen zur Vernunft, die einen „Prozess in Gang gesetzt“ habe (S. 20), an Freuds Satz aus „Zukunft einer Illusion“: „Wir mögen noch so oft betonen, der menschliche Intellekt sei kraftlos im Vergleich zum menschlichen Triebleben, und recht damit haben (…); die Stimme des Intellekts ist leise, aber sie ruht nicht, ehe sie sich Gehör geschafft hat. Am Ende, nach unzählig oft wiederholten Abweisungen, findet sie es doch.“ Und Freud folgert, dass „auf die Dauer (…) der Vernunft und der Erfahrung nichts widerstehen“ kann. Eingedenk dieser Bemerkung öffnet Vollmer seinen wissenschaftlichen Erklärungsansatz (zumindest) für interdisziplinäre Reflexion und Erweiterung.

Mit unserer Willensfreiheit scheinen wir doch nicht wie Marionetten an den Fäden unserer Gene zu hängen, was nach Dawkins Werk Aufsehen erregte (und nach näherem Blick auf seine Forschungsgrundlagen zerbröselte), zum spektakulären Medienereignis wurde und selbst Philosophen auf den Plan rief, die um den Satz kreisten: „Wir tun nicht, was wir wollen, sondern wollen, was wir tun“ (Prinz). Wie wir wurden, was wir sind, ist sicher auf seinen „evolutionären Kontext“ hin zu befragen und seinen historischen, was die Geschichte der Menschheit bis in ihre Frühzeit meint und sich dann auf kulturelle Evolution bezieht. Gehlens vielzitierter Satz als Fazit aus seinen anthropologischen Forschungen: „Eine spezifische, für die ganze Gattung gültige, notwendig vorauszusetzende Anordnung von Umgebungsbestandteilen (…), die gegeben sein müßte, damit der ‚Mensch‘ sich hält, ist daher nicht angebbar“, hebelt den Bezugspunkt von Soziobiologie und Evolutionspsychologie nicht aus; was allerdings folgt, relativiert erheblich den ‚letztbegründenden‘ und schlussendlich starren Ursachenzusammenhang: „Der Mensch kann das alles, weil er durch planende und voraussehende Veränderungen sich aus ganz beliebigen vorgefundenen Umständen seine Kultursphäre schafft, die bei ihm also an Stelle der Umwelt steht, und die nun allerdings zu den natürlichen Lebensbedingungen dieses unspezialisierten und organisch mittelosen Wesens gehört. ‚Kultur‘ ist daher ein anthropo-biologischer Begriff, der Mensch von Natur ein Kulturwesen.“ Darum mogeln sich die meisten Beiträge des Bandes nicht herum, optieren aber auf letztgültiger Ursache vor ‚Kultur‘.

Was sich bei Vollmer als Reflexion unter Rückbezug auf Gehlen anbietet, wird implizit insbesondere im Beitrag von Rimtautas Dapschauskas am Beispiel nicht nur vor- und frühgeschichtlicher Bestattungsriten thematisiert, der mit weit größerer Umsicht die Erklärungselle der hier vorgestellten Disziplin anlegt. Vor allem macht der Verfasser darauf aufmerksam, dass die „Aufführung des ‚sozialen Theaters‘ rund um die Leiche und die damit verbundene Sicherung des Gruppenzusammenhalts (…) sich vor allem bei Schimpansen, aber auch bei anderen Primaten“ beobachten lässt (S. 203), womit er einerseits hervorhebt, was wir spätestens seit den Primatologinnen Jane Goodell und Dian Fossey wissen, dass die Übergänge fließend sind, womit er anderseits im Verweis auf menschliche Soziabilität korrigiert, was aus Hobbes´ Menschenbildkonzeption nachweht: Der Mensch sei des Menschen Wolf, eben egoistisch auf Selbsterhaltung geeicht, womit dieser bedeutende Philosoph das Resultat zur Voraussetzung machte; ein Resultat in Form einer sich anbahnenden Ökonomie, die jene „Sicherung des Gruppenzusammenhalts“ auch durch kooperatives und symbolisch verfestigtes Verhalten zur Seite einer in den Zwecken der Ökonomie gestifteten Ungleichheit interessiert wendete, was vorerst in Begriffen von Macht und Herrschaft zu fassen und – wie heute überdeutlich ersichtlich – dem Erhalt der Gattung (inzwischen) wenig zweckdienlich.

Der Neurobiologe Hüther (der auf nicht mehr als messende und bildgebende Verfahren zurückgreifen kann) benutzt da den psychologischen Begriff „(g)eistiges Erblindungsphänomen“ und argumentiert, „dass all jene neuronalen Verschaltungen und synaptischen Netzwerke im menschlichen Gehirn, die lange Zeit nicht oder nur selten benutzt werden, allmählich verkümmern.“ Es gilt aber, dass „alles, was formbar ist, (…)auch verformbar“ ist. Ähnlich argumentierend wie sein Forscherkollege Bauer verweist er auf Wirksamkeit der Epigenetik für die Möglichkeit der Schaffung äußerer Umwelt für die Veränderung innerer Disponierungen und darauf, dass all „jene Lebensformen, die sich auf Kosten anderer ein bequemes Leben machen, (…) nicht zu denen (gehören), die ihren Schatz an inneren Bildern erhalten und erweitern und sich daher weiterentwickeln können.“ Dieser Schatz an inneren Bildern meint auch das, was die frühe Menschheit an sozialem Verhalten entwickelt und verfestigt hat, das weiter in eine bestimmte Richtung ‚geformt‘ und im Sinne einer ‚Weiterentwicklung‘ ‚verformbar‘ ist. Auch mit Blick auf „die in der menschlichen Natur verwurzelten Verhaltensdispositionen“ kommt Wuketits zu der Einschätzung, dass wir nicht nur zum einen viel zu viel Moral(en) entwickelt haben und mit weit weniger auskämen, dabei die „Idee der Menschlichkeit pervertiert“ hätten. Mittels „anthropologische(r) Universalien“ würden und hätten sich „bestimmte Verhaltensnormen gleichsam von selbst“ organisiert, „Verhaltensmechanismen, die schon in grauer Vorzeit (…) wirksam waren, in der „Geselligkeit im Allgemeinen (…) als die unabdingbare Voraussetzung aller Handlungen“ rangierte. Auch entlang solcher Annahmen gilt es zu überdenken, ob jener immer wieder zur Sprache gebrachte „reziproke Altruismus“ nicht unter heutigen gesellschaftlichen Bedingungen zu einem Ideologem geronnen ist, das sich so nicht auf Darwin berufen kann. – In diese Blickrichtung leitet der Beitrag von Dapschauskas und somit darauf, wie zuträglich uns die von uns selbst geschaffene Umwelt ist.

Das scheint auch bei Körner auf und wird mit evolutionärer Argumentation perspektivisch ausgestattet. Dass hier die Ökonomie für u.a. soziale ‚Umwelt‘ eine prominente Rolle spielt, wie sie als heute herrschende und nahezu weltumspannende evolutionstheoretisch begründbar ist, will Körner beantworten, wobei er den Begriff des Marktes im Austausch verwurzelt und unspezifisch verlängert; ob etwa der Neandertaler schon Geben und Nehmen als Austausch wahrnahm und so einen Markt ‚vorbereitete‘, bleibt als Frage gewagte Vermutung. ‚Markt‘ kann man aus dieser Perspektive nur als ‚Markt an sich‘ bezeichnen, was so nicht darüber aufklärt, was sozialhistorisch bekannt ist, dass es beispielsweise „Ende des 18. Jahrhunderts einen letzten verzweifelten Versuch des Volkes“ gab, „die ältere moralische Ökonomie gegen die Ökonomie des freien Marktes zu verteidigen.“ (Thompson) Entweder kollidierten da vitale Überlebensinteressen mit (wie alles auch evolutionstheoretisch begründbarer) Macht und Herrschaft, oder das ‚Volk‘ hinkte in seiner Version kultureller Evolution einfach hinterher. Jedenfalls scheint jener genetisch vermittelte reziproke Altruismus arg zu Schaden gekommen oder im Sinne Hüthers ‚verkümmert‘ zu sein. Dass das „Tauschparadigma (…) am Anfang (steht) und (…) die Grundlage bei der Ableitung aller ökonomischen Phänomene“ bildet (S. 218), hilft bei der Erklärung sozialer Turbulenzen nicht (wenn man Hunger und Not, Armut und Elend unter dieses nüchterne Rubrum fassen darf, zumal aus Sicht einer evolutionären Moral nach Wuketits).

Erklärungsbedürftig bleibt vor allem, wie es zu ungleichem Tausch und lebensvernichtend ungleicher Verteilung gesellschaftlichen Reichtums kam. Hätte da nicht „ein leistungsfähiges Gehirn“, das „entscheidend an der Emanzipation des Individuums von den Zwängen seines genetischen Programms beteiligt“ war und ggf. ist (S. 223), schon längst erkennen müssen, dass seine ins Auge gefasste Weiterentwicklung – vor allem ‚Wachstum‘ – als Irrweg einzustufen ist und sich fragen müssen, ob die „Grenze in der kaufkräftigen Nachfrage“ tatsächlich gesetzt ist? (S. 227) Angesichts der Geschichte der Menschheit stimmt es ja auch nicht durchgehend und scheint mehr ein Phänomen der Neuzeit zu sein, dass jede „Idee“ stirbt, „wenn sie nicht zu Geld gemacht wird“. Fraglich bleibt auch, selbst aus evolutionärer Perspektive, ob ein „Konjunktureinbruch (allerdings oft mit schweren sozialen Konsequenzen)“, all die Schäden richtet, die der Kapitalismus durch seine Entwicklung zwingend zur Folge hat. (S. 235) Manches wird in der Evolution schlicht ausgemustert. Tröstlich dann das Eingeständnis, die „kapitalistische Produktion“ sei als „Abnabelung vom Programm der biologischen Evolution“ zu verstehen. (S. 237) Das enthebt dann allerdings nicht der Analyse, wie sie Marx mit seiner Kritik der politischen Ökonomie vorgelegt hat und wie sie auch auf den Neoliberalismus, wie er bei Körner genannt wird, als Spielart und Überlebensstrategie des Kapitalismus zu beziehen ist. Im Neoliberalismus wird dies mit Moralgeboten geleistet und über Narrative, die das ‚genetisch‘ ursprünglich Gemeinschaftliche und daraus hervorgehende Moralische für die Zwecke der Herrschaft von Menschen über Menschen mittels einer Ökonomie so pervertieren, dass das ‚Überleben der Gattung‘ fraglich wird.

Solche Fragen sind auch an Wettläufer zu stellen und ob „Ehre noch stärker zur Kooperation motiviert als Scham“ (S. 36), wo es um Geld geht und die Wahrung von Pfründen besonders im Middle-Management, wo Trainer arge Schwierigkeiten haben, kooperatives Verhalten gegenüber konkurrierendem in Outdoor-Kursen einzubläuen. Ebenso scheint die Argumentation von Meißelbach insofern ein wenig holzschnittartig, wenn er ausführt, die „Zwischengruppenkonkurrenz“ hätte die „Evolution der Hominiden so stark geprägt, dass sie Auswirkungen auf die heutige Natur des Menschen hatte.“ (S. 55) Erhellender ist es, die Geschichte der Übersetzung der ggf. Urschrift in diese „Auswirkungen“ und sei es unter dem Stichwort einer kulturellen Evolution zu erforschen, um die genetischen Anlagen nicht allzu sehr in Misskredit zu bringen und ihnen eine Verantwortlichkeit zuzuschieben, die von Bestandsbewahrern nur allzu gern aufgenommen wird und Evolutionspsychologie wie Soziobiologie in die Ecke von Legitimation und affirmativer Wissenschaft verweisen könnte. Die von Medicus aufgeworfene Frage: „Welches ökonomische Gefälle innerhalb und zwischen den Staaten ist wirtschaftlich, politisch bzw. für das Gemeinwohl zuträglich?“ (S. 82), beantwortet sich mit Darwins Statement nicht, dass „das einfachste Nachdenken jedem Individuum sagen“ wird, „daß es seine socialen Instincte und Sympathien [= Empathie] auf alle Glieder der Nation auszudehen hat, selbst wenn sie ihm persönlich unbekannt sind.“ (zit. S. 83) Davor stehen die Mühen der Aufklärung. Wo explizit um Sozialisation und „Grundverhalten“ (Brandt) und allgemein zwischenmenschliches und besonders solches unter den Geschlechtern geht, ist man bei Koban & Ohler im Hinblick auf den Partnermarkt an das neuerliche Geraune über Anerkennung erinnert und an Shakespeare, nach dem die ganze Welt eine Bühne ist. Hier wie auch in den Beiträgen von Henninghausen & Lange (wobei der Bezug auf Veblen nicht heilt), von Lange, der das längst überkommene kommunikationstheoretische Sender-Empfänger-Schema anlegt (vgl. S. 128), und Schwarz, der für die Partnerwahl die alte Bedrohung durch „infektiöse Krankheiten“ heranzieht (S. 150), kommt der begründete Verdacht eines post hoc ergo propter-Denkens auf. Gerade wo sich Hennighausen und Lange auf den „Geltungskonsum“ ihrer Referenz Veblen beziehen, hätten sie bei dessen Begriff „Werkinstinkt“ einhaken und dezidiert auf kulturelle Überformung kommen können: „Wo immer die Umstände oder Traditionen des Lebens die Gewohnheit geschaffen haben, die Menschen im Hinblick auf ihre Tüchtigkeit zu vergleichen, wirkt sich der genannte Trieb zugunsten eines vom Konkurrenzneid bestimmten, also neidvollen Vergleichs aus“, meinte Veblen vor über hundert Jahren, um festzustellen: „So führt der Werkinstinkt schlußendlich zu einer auf Konkurrenz beruhenden Demonstration der Macht.“ Mehr noch bleibt in solcher wenig auslotenden Aufnahme eines Autors und einem seiner Begriffe hier wie allenthalben der Eindruck, dass vorschnell das Resultat in eine vermutete Ursache gezwängt wird, was auch für Reifegerste mit ihrer Analyse von Gesundheitsverhalten mit Fokus auf „Partnerwahlmotive“ gilt (S. 173), die den Gedanken an ‚evolutionäre Eheberatung‘ aufkommen lässt.

Was Schwender über die Funktion von Klatsch und Tratsch schreibt, gehört zum Bestand soziologischen und sozialpsychologischen Wissens – und der Verhaltensforschung nach Lorenz: Je jünger ein Gänsepaar, desto mehr schnattert es; mit der Zeit, wenn Nähe sich gefestigt hat, alles Wesentliche geklärt ist und es nur noch wenig auszuhandeln und mitzuteilen gibt, ebbt das Geschnatter ab. Überdies möchte man Pashos und seine erhobenen Motive für Großelternschaft auf die Relevanz und Folgen dessen befragen, was zum einen bei Portmann als „extra-uterines Frühjahr“ definiert ist und im Hinblick auf die „habituelle Frühgeburt“ bedingt, dass hier Schutz und Fürsorge in weit größerem Umfang erheischt sind, als es in den meisten anderen Brutpflegegeschäften der Fall ist; zum anderen haben sich da unsere urzeitlichen Vorfahren eher wie beispielsweise Elefanten verhalten müssen oder so, wie es in einem afrikanischen Sprichwort heißt: „Es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind groß zu ziehen.“ Mag sein, dass in modernen Verwandtschaftsverhältnisse Residuen alter und überlebenswichtiger Gruppenbeziehungen fortwähren, wie wir sie heute noch ethnologisch und auch ethologisch zur Kenntnis nehmen können – und dann in anderer Form als über identifizierbare Nachfolgeketten.

In diesen Beiträgen zur Evolution des Sozialen setzt sich fort, was (u.a.) Konrad Lorenz, der sich mit seinen Forschungen zu tierischem Verhalten höchst verdient gemacht hat, durch seine Schlussfolgerungen anregte. So heißt es gleich eingangs in seinem Buch zu den „acht Todsünden der zivilisierten Menschheit“, menschliches Verhalten sei als die „Funktion eines Systems“ zu betrachten. Er schließt den „historischen Werdegang“ an, der sich in der „Stammesgeschichte“ und in der „Kulturgeschichte“ abgespielt habe. Dann wirft er die „echt kausale Frage“ auf, „warum eine bestimmtes System so und nicht anders beschaffen sei“, was nur mit der „natürliche Erklärung dieses Werdegangs“ zu beantworten sei, um gleich im folgenden Absatz auf „Mutation“ und „Neukombination von Genen“, auf „Selektion“ und „Anpassung“ zu sprechen zu kommen. Damit gibt er eine frühe Leitorientierung für heutige Evolutionspsychologie und Soziobiologie vor, die sich des Vorwurfs platter Vergleichbar- und Übertragbarkeit tierischen und menschlichen Verhaltens mit erbbiologischen und rassekundlichen Zungenschlägen, wie er gegenüber Lorenz laut wurde, dadurch entheben, dass sie mit Rückgriff auf naturwissenschaftliche Forschung und insbesondere die Genetik ihre Argumentationen entwickeln. Nicht einmal mehr in der Nähe der Frage Lorenz´ nach durch „Domestikation verursachten Störungen arteigenen Verhaltens“ und der Klage über den „Wegfall der natürlichen Auslese“, seiner Parallelsetzung der Domestikation von Tieren mit dem Verlauf der Zivilisation des Menschen, bleibt doch der argumentative Bezugspunkt als ein naturwissenschaftlich anleihender, was insbesondere die Evolutionspsychologie zumindest randständisch innerhalb der Schulpsychologie salonfähig machte. Diese hatte sich in ihrem Mainstream von der Psychoanalyse abgewandt, weil deren Aussagen nicht ‚messbar‘ waren. Das war der Grund, warum sich der spätere Nobelpreisträger für Medizin Eric Kandel von der Psychoanalyse ab- und der neurobiologischen Forschung zugewandt hatte. Hier sah er eine größere Chance, menschliches Fühlen und Denken erforschen zu können. Was er eingestehen muss nicht zu verstehen, „ist das schwierige Problem des Bewusstseins“, schreibt er in seinem autobiographischen Werk. Dies wird wohl mit messenden und bildgebenden Verfahren kaum gelingen und auch über evolutionspsychologische und soziobiologische Deutungen und genetische Rückschlüsse nicht möglich sein – vorerst: So sieht bspw. Schore eine Annäherung zwischen Psychoanalyse und Neurobiologie und fordert auf, „Freuds Hauptbeitrag zur Wissenschaft“, seine „Entdeckung der einzigartigen Operationen des Unbewussten“, weiter mit „klinische(n) und experimentelle(n) Studien“ zu belegen, wie es mit den Mitteln der Psychoneurobiologie bereits für die Freudsche ‚Bindungstheorie‘ geleistet sei.

Allerdings können Geschichtswissenschaft und Sozialwissenschaft, kurzum: alle „Menschenwissenschaften“ (Elias) bereits jetzt Auskunft geben über Veränderungszusammenhänge zwischen materiellen Verhältnissen und subjektiven Verarbeitungen, über je historische Formen gesellschaftlichen Bewusstseins, wie es individuelles Denken, Handeln und Fühlen prägt. Wo man das unter kulturelle Evolution packt und auf genetischen Disponierungen beharrt, bleibt die Erklärungsreichweite scheint´s kurzschlüssig und rangiert – cum grano salis – in der Nähe eines Taschenspielertricks. Lorenz´ Schlüsse aus seinen Forschungen passten sich als Legitimation problemlos in nationalsozialistische Ideologie und Praxis ein. Die Aussagen der Beiträge des Bandes sind, wie gesagt, sehr weit von dieser wissenschaftlichen Erbschaft entfernt, einen z.T. Zug ins Legitimatorische haben sie gleichwohl, wo sie das Soziale und menschliches Verhalten – wie es ist – aus ‚genetischen Ursprüngen‘ erklären und nur als vage und mögliche Option aus kultureller Evolution zugleich aufzeigen, einer sich ggf. ‚emanzipierenden‘ und zur ‚Vernunft‘ kommenden, wie anders und nicht ‚determinierend‘ und daher nicht für interessierte Rechtfertigungen heranzuziehen das uns ‚von Natur gegebene‘ ist, die wir von „Natur ein Kulturwesen“ (Gehlen) sind.

Fazit

Der Band ist nicht nur insbesondere wegen der Beiträge dringend zu empfehlen, welche die hier vorgestellten Forschungen zur Evolution des Sozialen in einen nur interdisziplinär auszulotenden Erklärungszusammenhang einspeisen wollen und damit zu Diskussionen Anlass geben, die dem Gegenstand nur zuträglich sein können. Wissenschaft lebt von der Kritik, Theorie vor allem. Daher werden Interessierte, nicht nur Studierende und Lehrende, sich mit Gewinn mit diesem Band auseinandersetzen können.


Rezensent
Arnold Schmieder
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Zitiervorschlag
Arnold Schmieder. Rezension vom 31.01.2017 zu: Christine Hennighausen, Benjamin P. Lange, Frank Schwab (Hrsg.): Evolution des Sozialen. Pabst Science Publishers (Berlin, Bremen, Miami, Riga, Rom, Viernheim, Zagreb) 2016. ISBN 978-3-95853-162-8. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, http://www.socialnet.de/rezensionen/21319.php, Datum des Zugriffs 29.03.2017.


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