socialnet - Das Netz für die Sozialwirtschaft

Martin Viehhauser: Reformierung des Menschen durch Stadtraumgestaltung

Cover Martin Viehhauser: Reformierung des Menschen durch Stadtraumgestaltung. Eine Studie zur moralerzieherischen Strategie in Städtebau und Architektur um 1900. Velbrück GmbH Bücher & Medien (Weilerswist) 2016. 383 Seiten. ISBN 978-3-95832-078-9. D: 34,90 EUR, A: 35,90 EUR, CH: 46,90 sFr.
Recherche bei DNB KVK GVK.

Besprochenes Werk kaufen
über socialnet Buchversand


Thema

Ausgangspunkt ist die Annahme, dass die Stadtraumgestaltung einen erzieherischen Effekt hat. Analysiert werden die Bestrebungen der Reformierung des Menschen mit dem Mittel der Gestaltung des städtischen Raums im Zeitraum um 1900. Als konkretes Fallbeispiel dient Zürich. Untersucht wird, auf welche Weise städtebauliche Gestaltungen erzieherisch wirken. Gefragt wird nach den Strategien, um eine moralische Gesellschaft hervorzubringen.

Autor

Martin Viehhauser ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Erziehungswissenschaft der Universität Tübingen. Er wurde 2014 an der Universität Fribourg in der Schweiz promoviert. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören die Geschichte und Theorie der Erziehung. Die vorliegende Publikation ist die überarbeitete Fassung seiner Dissertationsschrift.

Aufbau

Das Buch umfasst drei Teile mit jeweils mehreren Kapiteln, eine vorangehende Einleitung, die das erste Kapitel bildet, und einen Anhang. Themen der drei Teile sind:

  1. erzieherische Aspekte der Stadtraumgestaltung,
  2. Planung und Organisation von Ordnung im Städtebau sowie
  3. Sozialreform in Städtebau und Architektur.

Im Anhang finden sich Quellen- und Literaturverzeichnisse.

Zur Einleitung

Im einleitenden Kapitel wird die Fragestellung erläutert. Ausgangspunkt des Autors sind die Schattenseiten der städtischen Kultur wie eine verstärkte soziale Ungleichheit, die sich in den Wohnverhältnissen widerspiegelt. Die Stadt wird als ein verdichtetes Siedlungsgebiet definiert, als Ort, an dem die Probleme der modernen Gesellschaft offenkundig werden. Damit ist sie auch der Ort, der einer Reformierung bedarf. Der Städtebau wird als bewusster Planungsprozess gesehen, der nicht nur technische, sondern auch soziale Aspekte umfasst. Viehhauser spricht von einer moralisierenden Gestaltung, wenn diese so angelegt ist, dass sie die Einstellungen und Verhaltensweisen der Stadtbewohner in positiver Weise beeinflusst. Eine zentrale erzieherische Komponente ist für ihn die Ästhetik. Den Schlüssel für die Beseitigung der Schattenseiten städtischer Kultur sieht er in der Sozialreform, einem sozialpolitischen Handlungsmuster mit den relevanten Bereichen Wohn- und Bodenpolitik. Um die neu gedachten architektonischen und städtebaulichen Maßnahmen zu legitimieren, waren die Wissenschaft und deren Forschungsergebnisse gefragt. Auf die Bedeutung der Ästhetik hatte schon 1889 Camillo Sitte hingewiesen, auf den der Autor immer wieder zurück kommt. Viehhauser begründet die Wahl der Stadt Zürich im Zeitraum um 1900 als Fallbeispiel damit, dass die Eingemeindungen ab 1893 in Zürich eine enorme Herausforderung für die Stadt waren und dass diese den sozialreformerischen Städtebau beflügelt habe. Es folgen Anmerkungen zum Verhältnis von Erziehungsgeschichte und Erziehungstheorie. Am Schluss des einleitenden Kapitels stellt Viehhauser noch einige tiefgreifende methodische Überlegungen an, wobei er als Grundpfeiler einer sozialreformerischen Stadtraumgestaltung Wissen und Handeln herausstellt: Wissen im Sinne einer Ressource für die Entzifferung gesellschaftlicher Realität, Handeln im Sinne erzieherischer Interventionen. Die Quellen, aus denen das Wissen geschöpft wird, liefern die Grundlage für erzieherische Interventionen. Es sind programmatische Texte, Essays und Aufsätze aus Fachzeitschriften zu den Themen Großstadt, Städtebau und Architektur sowie beim Fallbeispiel Zürich Protokolle und Beschlüsse des Züricher Stadtrats.

Zu Teil I

Im zweiten Kapitel behandelt Viehhauser die Formierung des Städtebaus als Bereich erzieherischer Ziele. Die Erkenntnis, dass die räumliche Umgebung jeden Tag aufs Neue auf die Bewohner einwirkt, brachte das steuernde Potentials des Städtebaus ans Licht. Den Fokus auf „die schöne Stadt“ hatte insbesondere Camillo Sitte gerichtet, der damit die städtebauliche Diskussion Ende des 19. Jahrhunderts angeregt hat. Viehhauser stellt das Programm des von Sitte propagierten künstlerischen Städtebaus mitsamt dessen ethischen Ansatz sehr ausführlich dar. Sitte sah in der Stadt eine Anordnung von Gebäuden, Straßen, Plätzen, Rauminseln, Begrenzungen, Öffnungen, Grün- und sonstigen Flächen. Sein wichtigstes Gestaltungsprinzip war die aus der Natur abgeleitete Unregelmäßigkeit, die der Logik der geometrischen „Reißbrettstädte“ diametral entgegengesetzt war. Das regelmäßige Reißbrettartige werde durch eine Bodenpolitik gefördert, bei der ein Grundstück in Parzellen aufgeteilt und an einzelne Bauherrn vergeben wird. Dem rational technisch ausgerichteten Städtebau stellte Sitte einen gefühlsmäßig natürlich wirkenden Städtebau gegenüber. Wie Viehhauser jedoch ebenfalls konstatiert, kamen bei Sitte Themen wie Wohnungsnot und verkehrstechnische Erschließung von Stadtteilen nicht vor; er sah in erster Linie die Ästhetik, deren Zweck es war, moralische Werte zu vermitteln. Sitte hatte damit einen Zusammenhang zwischen Ästhetik und Ethik hergestellt. Viehhauser geht dann ausführlich auf die weiteren vielfältigen Überlegungen zum Städtebau ein, darunter auch auf diejenigen Vitruvs, nach dem die Architektur den drei Anforderungen: Nützlichkeit, Festigkeit und Schönheit, zu genügen hat. Die Akzentuierung moralischer Ziele um 1900 begründet Viehhauser mit der Unsicherheit infolge einer Pluralisierung gesellschaftlicher Normen, die mit dem rasanten Bevölkerungszuwachs einherging. Die Bedeutung der Moral bzw. des moralischen Verhaltens jedes einzelnen für das Funktionieren der Gesellschaft wird ausführlich referiert, wobei sich der Autor insbesondere auf Durkheim bezieht.

In Kapitel 3 wird dargelegt, wie Erziehung durch Erfahrung stattfindet, wobei auf Fechners Ästhetik sowie Deweys und Durkheims Theorien der Erziehung zurück gegriffen wird. Viehhauser definiert Erfahrungen als Erlebnisse, die Veränderungen im Menschen bewirken.

Zu Teil 2

In Kapitel 4 ist Ordnung der Schlüsselbegriff. Die Suche nach Ordnung ist das zentrale Motiv des Städtebaus um 1900 gewesen. Treibende Kraft war die Erkenntnis, dass die Gesellschaft in Unordnung geraten ist. Unter dem Stichwort „Soziale Frage“ stellt Viehhauser dies am Beispiel Zürich vor, wobei er sich auf eine Abhandlung des Sozialreformers Paul Pflüger stützt. Die Positionierung der Stadtraumgestaltung als Hebel zur Wiederherstellung von Ordnung beruhte auf der Vorstellung, dass die bauliche Ästhetik Ordnung kommunizieren kann. Damit wurde der Städtebau zu einem sozialpolitischen Steuerungsinstrument. Zwischen dem Wunsch nach Fortschritt und der Besinnung auf das bewährte Hergebrachte musste eine Balance gefunden werden. So wird das traditionelle Einfamilienhaus propagiert mit der Intention, die Kluft zwischen Arm und Reich zu verringern.

Kapitel 5 ist den Wissensgrundlagen gewidmet. Die wissenschaftliche Ausrichtung des sozialreformerischen Städtebaus erfolgte, weil politisches Handeln begründet werden musste. Das Wissen speist sich dabei insbesondere aus der Analyse der sozialen Probleme der Großstadt. Stadtplaner und Architekten wurden zu Sozialexperten stilisiert. Statistisches Wissen war gefragt, was zu einem Bedeutungszuwachs der Statistik führte, die politikrelevante Richtwerte lieferte. Weitere Grundlagen waren die experimentelle Forschung, die Kartografierung der Landschaft sowie die Einteilung der Stadt in einzelne Zonen, die zur Grundlage von Bebauungsplänen wurden. So sollte z. B die Volksgesundheit durch die Anlage öffentlicher Parkanlagen gefördert werden, Erschöpfung und Ermüdung der Großstadtbewohner sollten durch eine verbesserte Umweltgestaltung verringert werden. Wissen bekam eine handlungsleitende Funktion.

Zu Teil 3

Im sechsten Kapitel konkretisiert Viehhauser seine vorangegangenen theoretischen Ausführungen. Mit den Adjektiven „planmäßig“ und „geordnet“ wird das neue wissenschaftlich fundierte Selbstverständnis um 1900 markiert. Der planmäßige geordnete Städtebau wurde als Lösungsansatz gesehen, um die problematischen Zustände der modernen Großstadt und eine soziale Ausrichtung des Städtebaus zu begründen. Wichtige Bereiche waren dabei die Wohnungs- und Bodenpolitik. Viehhauser greift hier auf die Überlegungen von Josef Stüben aus dem 1907 zurück, der eine Beziehung zwischen Ordnung und Ästhetik herstellt, indem er unter Ästhetik eine geplante Anordnung von Elementen im Stadtraum versteht. Die erzieherische Wirkung des Stadtraums besteht darin, dass dessen ästhetische Gestaltung Wohlgefallen wecken sollte. Plätze seien z.B. ansprechend, wenn ihre Mitte frei ist, wenn sie Geschlossenheit aufweisen und wenn die Proportionen stimmen. Der internationale Einfluss von Camillo Sitte zeigte sich daran, dass seine Forderungen nach einem ästhetisch künstlerischen Städtebau in vielen Ländern aufgegriffen wurden. Es kam so zu einer internationalen städtebaulichen Debatte, darunter, wie Viehhauser darstellt, in England, Italien und Amerika. Die Verknüpfung von künstlerischem Städtebau, Wohnungsbau und der Bekämpfung von Bodenspekulation mündete in Idealvorstellungen, darunter der Gartenstadt von Ebenezer Howard. Unter dem Einfluss der Gartenstadtidee, die ein Modell für planmäßiges Bauen war, wurden neue städtebauliche Formen konzipiert. Viehhauser wirft sodann einen Blick auf die Instrumente, die für eine sozialreformerische Praxis benötigt wurden. Am Ende des sechsten Kapitels stellt er sehr ausführlich das Fallbeispiel Zürich vor. Die Eingemeindung von elf Vorortgemeinden 1893 war ein Auslöser gewesen, um Überlegungen zur Stadtentwicklung und zur Lösung der Wohnungsfrage anzustellen. Auch das Modell der Gartenstadt kam dabei zum Tragen. Ein zentrales Problem war die Wohnmisere der Arbeiterklasse.

Im siebten Kapitel geht Viehhauser auf die Stildebatte um 1900 ein, in welcher der Historismus zunehmend als falsch bewertet wurde, was der Anlass war, nach dem

richtigen Stil und einer passenden künstlerischen Gestaltung zu suchen. Man wollte weg vom Historismus und von einer Stadt im Sinne einer Bühne für ein auf Repräsentation bedachtes Bürgertum. Ein wichtiger Ansatz war die Arts- and – Crafts- Bewegung in England gewesen. Gottfried Semper und Otto Wagner werden genannt und deren Bedeutung für eine sozialreformerische Architektur gewürdigt. Kunstvolles Design sollte den Weg in das Alltagsleben aller Bevölkerungsschichten finden und zur Geschmacksbildung beitragen. Das intendierte erzieherische Moment drückte sich auch darin aus, dass pädagogische Institutionen wie Kunstgewerbeschulen gegründet wurden. Die Architektur ordnete Wagner in diesen Kontext als eine im öffentlichen Raum für alle sichtbar platzierte Kunstform ein.

Im achten Kapitel behandelt Viehhauser die ideologische Verankerung des Heimatstils, auf den er auch begrifflich eingeht. Im Bereich der Architektur war der Heimatstil Ausdruck einer ästhetisch-künstlerischen Reformbewegung, die auch in Zürich Fuß fasste. Der Historismus wurde abgelehnt zugunsten einer den lokalen Eigenheiten entsprechenden Ästhetik. Dabei weist Viehhauser auf das Problem hin, dass das deutsche Wort „Heimat“ und damit auch der Begriff des Heimatstils nur schwer in andere Sprachen übersetzbar ist, was im internationalen Kontext leicht zu Missverständlichkeiten führt. Heimatstil meint bei Viehhauser Reformarchitektur, bei der nationale Eigenarten akzentuiert werden. Er führt dazu als Beispiel das 1909 errichtete Waisenhaus in Zürich an. Nicht verwunderlich ist, dass insbesondere die Schulbauarchitektur in den Blickpunkt geriet. Leitvorstellungen waren Schlichtheit und Zweckmäßigkeit. Getragen wurde der Heimatstil von den Heimatschutzbewegungen. Die ideologische Basis des Heimatschutzgedankens in der Schweiz war die Kritik an einer Siedlungsentwicklung, die allzu sehr auf den Tourismus mitsamt dessen Einrichtungen wie monumentalen Hotelgebäuden setzte. Der Heimatstil war zugleich lokal und national ausgerichtet. Die Tradition wurde betont, und die „Schönheit“ der älteren mit der Banalität der neueren Bauweisen kontrastiert.

Im abschließenden neunten Kapitel wird eine Forschungsperspektive skizziert, in der die Erziehung als allumfassende „Großform“ erscheint, innerhalb der die Stadt zur Schule der Gesellschaft wird. Als Auslöser der sozialreformerischen Bemühungen in der Stadtraumgestaltung werden nochmals die Verstädterung und deren Folgen sowie der Bedeutungszuwachs von Expertisen und Wissenschaft genannt. Der Autor weist abschließend nochmals auf die Rolle der Ästhetik hin, die mehr sei, als die Gefälligkeit eines schönen Gebäudes oder Platzes. „Ästhetik meint – vermittelt über städtische Raumformen – die ‚schöne‘ und damit ‚moralische‘ Gesellschaft“ (S. 341). Zu den Bauaufgaben um 1900 gehörte die Vermittlung ästhetischer Erfahrungen, was durch räumliche Anordnungen erreicht wurde.

Diskussion

Viehhauser stellt auf der Grundlage eines ausführlichen Quellenstudiums sehr ausführlich und detailliert die städtebauliche Diskussion um 1900 dar. Er präsentiert einen kenntnisreichen umfassenden historischen Rückblick, indem er die Überlegungen namhafter Forscher und Experten vorstellt, die sich zu dieser Zeit mit Fragen eines sozialverträglichen Städtebaus befasst haben. Zentrale Themen sind Ästhetik und Ordnung der Stadtraumgestaltung, die als moralerzieherische Strategien diskutiert werden. Wie diese beiden Strategien ineinander greifen, wird indessen lediglich angedeutet. Die eine setzt auf „natürliche“ Unregelmäßigkeiten, die andere auf eine geplante geordnete Gestaltung. Auch der Zusammenhang zwischen Heimatstil und Ästhetik wird nicht deutlich, so dass der Heimatschutzgedanke, auf den der Autor am Schluss zu sprechen kommt, im Gesamtkontext wie ein Fremdkörper wirkt. Ging es zuvor explizit um Ästhetik als einem erzieherischen Mittel, so weist der Heimatstil doch in eine ganz andere Richtung, nämlich einer Verhaftung im Traditionellen und Lokalen. Eher handelt es sich hier um eine Gegenbewegung, die sich einer alles verändernden Reform mit der Notwendigkeit des Umlernens entgegenstellt.

Die Verankerung des Autors in der Pädagogik wird offenkundig, wenn die Erziehung als eine übergreifende „Großform“ (S. 337) heraus gestellt wird. Damit wird der Erziehungsbegriff enorm ausgeweitet. Jedes intentionale, auf Veränderung abzielende Geschehen ist Erziehung – weiter kann man den Begriff nicht fassen, der dadurch jedoch zu einem sehr unbestimmten Globalbegriff wird.

Umweltmerkmale sind zweifellos Einflussfaktoren des Verhaltens, doch inwieweit und auf welche Weise sie erzieherisch wirken bzw. zu überdauernden Verhaltensänderungen führen, bleibt letztlich offen. Der Autor hat diverse Quellen ausgewertet, er liefert eine Fülle an Wissen zur städtebaulichen Situation und Stildebatte um 1900. Doch dieses Wissen bleibt additiv. Es fehlt die theoretische Basis, um die behandelten Sachverhalte einzuordnen und aufeinander zu beziehen. Um die Wirkungszusammenhänge zwischen gebauter Umwelt und Sozialverhalten bzw. Stadttraumgestaltung und einer idealen Gesellschaft darzulegen, bedarf es eines Blickes auf die vermittelnden psychologische Prozesse wie insbesondere der Wahrnehmung und des Lernens. So wird die Frage, wie die Stadtraumgestaltung ihre Wirkungen auf den einzelnen Menschen entfaltet, nicht hinreichend beantwortet, denn es fehlt ein theoretisches Modell, das die Andeutungen wie: die Wahrnehmung von Schönheit weckt Wohlgefallen, auf einer konzeptionellen Ebene abbildet.

Am Ende vermisst man einen Ausblick auf die heutige Zeit, von der naheliegenden Frage ausgehend, inwieweit die Erkenntnisse zur „richtigen“ Stadtraumgestaltung um 1900 auch heute noch aufschlussreich gelten. Viehhauser hat sich explizit mit dem historischen Kontext um 1900 befasst, so dass Aussagen über die Schattenseiten der heutigen Städte und wie diesen negativen Erscheinungen beizukommen ist, sicherlich nicht erwartet werden können, doch ein kurzer Ausblick im Schlusskapitel wäre wünschenswert gewesen.

Fazit

Der Autor analysiert die Stadtraumgestaltung mit Blick auf potentielle sozialreformerische Effekte und erzieherische Wirkungen. Dabei rückt er die Zeit um 1900 in den Fokus, in der infolge der Herausforderungen durch die wachsende Bevölkerung neue städtebauliche Ansätze erforderlich wurden, um einer in Unordnung geratenen Gesellschaft sowie vor allem der Wohnmisere der Arbeiterschaft Herr zu werden. Als Strategie wird eine auf Ästhetik sowie Ordnung gerichtete Stadtraumplanung vorgeschlagen. Der Autor liefert eine ausführliche Darstellung der städtebaulichen Stildebatte um 1900 in verschiedenen Ländern sowie speziell in Zürich. Das informative Buch ist Architekten, Stadtplanern, Soziologen, Psychologen, Pädagogen, Historikern und allen, die sich für Sozialpolitik und städtebauliche Themen und gesellschaftliche Fragen interessieren, zu empfehlen.

Summary

The author analyses urban design with a view to potential social reform impacts and educational effects. In so doing he focuses on the time around 1900 when owing to the challenges of a growing population, new urban developments became necessary in order to raise a society which had fallen into disarray, in particular with regard to the miserable living conditions of the working class. The proposed strategy is city planning based on an aesthetic appearance and order. The author delivers a detailed illustration of the style discussion in cities in several countries around 1900 especially in Zürich. The informative book can be recommended to architects, city planners, sociologists, psychologists, teachers, historians and everyone interested in social politics, city planning and social issues.


Rezensentin
Dr. Antje Flade
E-Mail Mailformular


Alle 21 Rezensionen von Antje Flade anzeigen.

Besprochenes Werk kaufen
Sie fördern den Rezensionsdienst, wenn Sie diesen Titel – in Deutschland versandkostenfrei – über den socialnet Buchversand bestellen.


Zitiervorschlag
Antje Flade. Rezension vom 27.09.2016 zu: Martin Viehhauser: Reformierung des Menschen durch Stadtraumgestaltung. Eine Studie zur moralerzieherischen Strategie in Städtebau und Architektur um 1900. Velbrück GmbH Bücher & Medien (Weilerswist) 2016. ISBN 978-3-95832-078-9. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/21330.php, Datum des Zugriffs 26.04.2017.


Urheberrecht
Diese Rezension ist, wie alle anderen Inhalte bei socialnet, urheberrechtlich geschützt. Falls Sie Interesse an einer Nutzung haben, treffen Sie bitte vorher eine Vereinbarung mit uns. Gerne steht Ihnen die Redaktion der Rezensionen für weitere Fragen und Absprachen zur Verfügung.


socialnet Rezensionen durch Spenden unterstützen
Sie finden diese und andere Rezensionen für Ihre Arbeit hilfreich? Dann helfen Sie uns bitte mit einer Spende, die socialnet Rezensionen weiter auszubauen: Spenden Sie steuerlich absetzbar an unseren Partner Förderverein Fachinformation Sozialwesen e.V. mit dem Stichwort Rezensionen!

Zur Rezensionsübersicht

Hilfe & Kontakt Details
Hinweise für

Bitte lesen Sie die Hinweise, bevor Sie Kontakt zur Redaktion der Rezensionen aufnehmen.
rezensionen@socialnet.de

Stellenangebote

Einrichtungsleiter/in Gemeinschaftsunterkunft, Frankfurt am Main

Jugendreferent/in, Schorndorf

Weitere Anzeigen im socialnet Stellenmarkt.

Newsletter bestellen

Immer über neue Rezensionen informiert.

Newsletter

Schon 12 000 Fach- und Führungskräfte informieren sich monatlich mit unserem kostenlosen Newsletter über Entwicklungen in der Sozialwirtschaft

Gehören Sie auch schon dazu?

Ansonsten jetzt für den Newsletter anmelden!