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Mathias Brandstädter, Sandra Grootz u.a.: Interne Kommunikation im Krankenhaus

Rezensiert von Prof. Dr. Harald Christa, 09.11.2016

Cover Mathias Brandstädter, Sandra Grootz u.a.: Interne Kommunikation im Krankenhaus ISBN 978-3-662-45153-3

Mathias Brandstädter, Sandra Grootz, Thomas W. Ullrich: Interne Kommunikation im Krankenhaus. Gelungene Interaktion zwischen Unternehmen und Mitarbeitern. Springer (Berlin) 2016. 122 Seiten. ISBN 978-3-662-45153-3. D: 44,99 EUR, A: 46,25 EUR, CH: 47,50 sFr.
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Thema

Krankenhäuser sind sozio-technische Systeme. Neben organisationalen und prozessualen Aspekten spielt für den Betrieb die Kommunikation von und zwischen Menschen eine besondere Rolle. Krankenhäuser können den an sie herangetragenen Anforderungen an Effizienz und Effektivität lediglich dann genügen, wenn die Interaktion zwischen den Beschäftigten bzw. Beschäftigtengruppen möglichst optimal stattfindet und die Information den Notwendigkeiten in quantitativer und qualitativer Hinsicht genügt. Darüber hinaus ist der Umstand bedeutsam, dass interne Kommunikation auch eine absatzwirtschaftliche Bedeutung haben kann.

Entstehungshintergrund

Mathias Brandstädter, Sandra Grootz und Thomas W. Ullrich wollen mit einem neuen Handbuch zur internen Kommunikation im Krankenhaus einen Beitrag zur gelungenen Interaktion zwischen Unternehmen und Mitarbeitern vorlegen. Sie wenden sich an Ärzte, Führungskräfte und Manager, welche mehr über die Methodik und strategische Ausrichtung der internen Kommunikation in Kliniken erfahren möchten.

Autoren und Autorin

  • Matthias Brandstädter ist Leiter der Stabsstelle Unternehmenskommunikation an der Uniklinik RWTH Aachen.
  • Sandra Grootz ist ebenda stellvertretende Leiterin dieser Stabsstelle.
  • Thomas W. Ullrich ist Director Consulting/Strategic Advisor der Düsseldorfer Firma komm.passion GmbH.

Aufbau und Inhalte

Die Publikation enthält sechs Abschnitte.

Zunächst werden von Thomas W. Ullrich die Grundlagen der internen Unternehmenskommunikation umrissen. In diesem gleichsam als Einleitung zu verstehenden Abschnitt erfolgt nach einer Einführung und Begriffsbestimmung eine Skizze der Wirkung von interner Unternehmenskommunikation, darüber hinaus wird ein Abriss der Kommunikationsziele, der Zielgruppen und der Instrumente, der internen Unternehmenskommunikation in Form von Kampagnen, der inhaltlichen Aufbereitung von Themen, der Evaluation der internen Unternehmenskommunikation sowie deren organisatorischer Aufstellung gegeben.

Matthias Brandstädter und Sandra Grootz beschreiben im zweiten Abschnitt die Kanäle der internen Kommunikation. Schwerpunkte sind neben dem so genannten „schwarzen Brett“ in analoger und digitaler Form die E-Mail und der Newsletter, dass Corporate TV sowie das Corporate Intranet, Veranstaltungen in Form von Events, Versammlungen etc., aber auch die Mitarbeiterzeitschrift, der Letter CEO, der Mensch als Medium sowie die Chancen „crossmedialer Kommunikation“ werden abgehandelt.

Im Mittelpunkt des von Matthias Brandstädter geschriebenen dritten Abschnitts stehen die Instrumente interner Unternehmenskommunikation. Der Autor konzentriert sich dabei auf Leitbild, Themen, Routine/Rituale sowie Reporting. Unter anderem zeigt er Möglichkeiten der Themenwahl und der Kanalverschränkung im Rahmen der internen Kommunikation auf und skizziert die kommunikationspolitischen Potenziale, die Grundsätze und Gestaltungsdimensionen von Berichterstattung der Kliniken.

Den Sondersituation für die interne Unternehmenskommunikation wendet sich Thomas W. Ullrich im vierten Abschnitt zu. Besondere Berücksichtigung finden dabei Imagekrisen, Veränderungsprogramme und Fusionen. Vorgestellt werden unter anderem Stellschrauben für ein erfolgreiches Veränderungsmanagement, Maßnahmen im Rahmen der Stufen einer Change-Lernkurve sowie Aspekte des ethischen Diskurses in der „Post-Merger-Integration“.

Der fünfte Abschnitt wurde von Matthias Brandstädter verfasst und hat Transfer und Praxischeck zum Thema. Vorgestellt werden eine „Fragenleiter“ zur Implementierung interner Kommunikation, die Implementierung in drei Schritten, notwendige budgetäre und personelle Ressourcen, die Möglichkeiten der Unterstützung durch Dienstleister, potentielle Widerstände sowie Tipps und nützliche Adressen.

Der sechste und letzte Abschnitt entstammt der Feder von Thomas W. Ullrich und zeigt in knapper Form die Perspektiven der internen Unternehmenskommunikation auf. Der Autor kommt zu dem Schluss, dass es weiterhin eine Herausforderung für Krankenhäuser bleiben wird, „die bestehenden digitalen Kommunikationskanäle auf die verschiedenen technischen Nutzungsgeräte integriert auszurichten“. Darüber hinaus verweist er auf die virulenten „Zwänge der Aufmerksamkeitsökonomie“, welche im Rahmen interner Kommunikation auch im Krankenhaus vorherrschen.

Diskussion

Bei der vorliegenden Publikation handelt es sich um ein kleines, aber feines Handbuch zur internen Unternehmenskommunikation. Auf wenig mehr als 120 Seiten führen Mathias Brandstädter, Sandra Grootz und Thomas W. Ullrich in instruktiver Weise durch die Welt diesbezüglicher Bedarfe, Potenziale und Ansätze im Klinikbereich. Das vorgestellte Spektrum ist weit, thematisiert werden sowohl Kanäle als auch Instrumente einer allgemeinen internen Kommunikationspolitik sowie die interne Unternehmenskommunikation in Sondersituation.

Die Autorin und die beiden Autoren beschränken sich nicht auf theoretische Abhandlungen, sondern illustrieren durch Good-Practice-Beispiele die Möglichkeiten, interne Kommunikation im Krankenhaus auf einen zeitgemäßen Stand zu bringen. Sie berücksichtigen auch, dass binnenstrukturelle Kommunikation durchaus als „Markenpolitik“ über die Grenzen der Organisation hinaus Ausstrahlungskraft aufweisen kann.

Vermutlich werden sich nur größere Häuser das in diesem Handbuch zur Vorstellung gebrachte Repertoire (inklusive Klinik-TV) in vollem Umfang leisten können bzw. wollen. Jedoch sollten auch Verantwortliche kleinerer Krankenhäuser in der Vielfalt der vorgestellten Ansätze und Instrumente zur internen Kommunikation Anregungen für ihre Organisation finden.

Fazit

Ein instruktives Handbuch zur internen Kommunikation im Krankenhaus.

Rezension von
Prof. Dr. Harald Christa
Professor für Sozialmanagement an der Evangelischen Hochschule Dresden mit Schwerpunkt Sozio-Marketing, Strategisches Management, Qualitätsmanagement/ fachliches Controlling.
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Es gibt 153 Rezensionen von Harald Christa.

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Zitiervorschlag
Harald Christa. Rezension vom 09.11.2016 zu: Mathias Brandstädter, Sandra Grootz, Thomas W. Ullrich: Interne Kommunikation im Krankenhaus. Gelungene Interaktion zwischen Unternehmen und Mitarbeitern. Springer (Berlin) 2016. ISBN 978-3-662-45153-3. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/21344.php, Datum des Zugriffs 17.05.2022.


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